10
August
2021
|
21:48
Europe/Amsterdam

Hockey-Wettkämpfe auf nachhaltigeren Böden

Wer die Hockeyspiele der Frauen und Männer in Tokio sah, wurde fast geblendet vom leuchtend-blauen Sportboden. Der hat es in sich, denn im Unterboden der Anlage kommt das Treibhausgas CO₂ zum Einsatz.

Zusammenfassung

Bis vor ein paar Tagen kämpften Frauen- und Männerteams aus aller Welt in Tokio um den Sieg im Feldhockey. Schon seit mehr als 100 Jahren ist diese Disziplin fester Bestandteil der großen Sportereignisse, die alle vier Jahre ausgetragen werden. Bedingt durch die Pandemie blieben die Spielerinnen und Spieler auf dem 91,4 mal 55 Meter großen Spielfeld diesmal unter sich. Dabei bieten die modernen Oi Stadien an der Tokyo Bay genug Platz für 10.000 bzw. 5.000 Zuschauer. Sie wurden im Jahr 2019 errichtet.

Verfasst von: Frank Rothbarth

Der leuchtend-blaue Bodenbelag fällt nicht nur optisch auf: Er verleiht dem Ball mehr Tempo, und seine Oberfläche ist besser spielbar als diejenige herkömmlicher Hockeyfelder. Der eigentliche Fortschritt liegt jedoch in der verbesserten Ökobilanz des neuen Bodenbelags Poligras Tokyo GT. Der Sportbodenhersteller Polytan aus dem bayrischen Burgheim entwickelte ihn zusammen mit dem australischen Polyurethan-, Acryl- und Kunstrasenspezialisten Advanced Polymer Technology und Covestro eigens für die Spiele in Tokio. Mit seinem neuen Kunstrasensystem ist Polytan offizieller Global Supplier des Welthockeyverbands FIH.

CO₂-Technologie im Sportboden

Der Clou ist das Bindemittel des Sportbodens – dort, genauer gesagt: in einer Komponente davon, einem sogenannten Polyol namens cardyon®, wird die CO₂-Technologie von Covestro verwendet. Dieser Rohstoff enthält bis zu 20 Prozent CO₂. Das Treibhausgas ersetzt darin eine entsprechende Menge an erdölbasierten, fossilen Rohstoffen, die bisher für dessen Herstellung benötigt wurde. Der Unterboden entsteht dann aus Gummigranulat und dem nachhaltigeren Bindemittel. Am Ende der Hockeyturniere in Tokio siegten also nicht nur das Damenteam aus den Niederlanden und die Herrenmannschaft aus Belgien, auch Klima und fossile Ressourcen profitierten durch die Kreislaufführung von CO₂.

Auch andere Hockeyfelder für große und kleinere Sportereignisse sind mit dem nachhaltigeren Kunstrasen von Polytan auf Basis der CO₂-Technologie ausgestattet, zum Beispiel in Deutschland. Seine Premiere erlebte das System auf der Gerd-Wellen-Hockeyanlage des „Crefelder Hockey und Tennis Club 1890 e.V.“ (Crefelder HTC) in Krefeld. Inzwischen wird auch im Sparkassenpark in Mönchengladbach auf dem neuen Kunstrasen gespielt: Eigens für die diesjährige FIH Pro League wurde das Spielfeld damit erneuert. Die Beispiele zeigen: Sport ist nicht nur gesund, er kann auch zur Nachhaltigkeit beitragen.

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