Digitalisierung und KI
Als weltweit tätiger Werkstoffhersteller setzt Covestro digitale Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein: in Forschung und Entwicklung, in Produktionsanlagen, in Lieferketten sowie an den Schnittstellen zu Kunden und Märkten. Auf dieser digitalen Basis entstehen neue Möglichkeiten für datengetriebene Innovation und nachhaltige industrielle Wertschöpfung.
Strategischer Treiber für Covestro
Digitale Transformation ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie „Sustainable Future“. Digitale Technologien unterstützen dabei, nachhaltiges Wachstum mit Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft zu verbinden.
Covestro treibt Digitalisierung mit einem umfassenden Programm voran – über Unternehmensfunktionen hinweg und entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Digitale Lösungen helfen dabei, Produktionsprozesse effizienter zu steuern, Daten systematisch nutzbar zu machen und Entscheidungsprozesse zu verbessern. Gleichzeitig bilden sie die Grundlage für neue Anwendungen, die Effizienz, Transparenz und Innovationsgeschwindigkeit erhöhen.
Digitale Technologien entlang der Wertschöpfungskette
Digitale Produktionssysteme und datenbasierte Analysen unterstützen Covestro dabei, Produktionsprozesse effizienter, sicherer und nachhaltiger zu gestalten. Sie ermöglichen zudem, Energie gezielter zu nutzen. Davon profitiert auch die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern. Digitale Plattformen, vernetzte Lieferketten und datenbasierte Analysen sorgen dafür, dass Informationen schneller verfügbar sind und Prozesse besser aufeinander abgestimmt werden können. Auch in der Forschung und Entwicklung gewinnen digitale Methoden zunehmend an Bedeutung. Simulationen unterstützen beispielsweise bei der Entwicklung neuer Materialien und der Optimierung von Produktionsverfahren.
Die digitale Transformation betrifft dabei nicht nur Technologien, sondern auch Arbeitsweisen und Kompetenzen. Ob in der Produktion, in der Zusammenarbeit mit Partnern oder in Forschung und Entwicklung: Digitale Technologien können nur dann ihr Potenzial entfalten, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sie verstehen und sinnvoll nutzen können. Covestro unterstützt daher den Aufbau dieser Kompetenzen durch Schulungsangebote, praxisnahe Projekte und digitale Werkzeuge. So können Abläufe effizienter gestaltet, die Zusammenarbeit verbessert und innovative Lösungen entwickelt werden.
Digitalisierung in der Produktion
Besonders in der Produktion an den deutschen Covestro-Standorten zeigt sich, wie digitale Anwendungen und datenbasierte Analysen den Anlagenbetrieb unterstützen. Sie tragen dazu bei, Prozesse effizienter, sicherer und nachhaltiger zu gestalten. Die folgenden Beispiele geben Einblicke in konkrete Anwendungen bei Covestro.
Mobile Wartung in Krefeld-Uerdingen
Seit vielen Jahren sammelt Covestro Produktionsdaten und wertet diese aus. Im Zuge seiner Digitalisierungsstrategie hat das Unternehmen jetzt das nächste Etappenziel erreicht und die Digitalisierung des operativen Geschäfts weiter ins Rollen gebracht. Betroffen davon sind vor allem die Bereiche Anlagenplanung, Betrieb und Instandhaltung. Der Einsatz digitaler Tools wird dabei unter anderem am Standort in Krefeld-Uerdingen getestet. Dort baut Covestro die „Mobile Maintenance“ – also die Anlagenwartung mit mobilen Endgeräten – weiter aus.
Mit diesem Schritt kann das Unternehmen am Standort nicht nur Arbeitsschritte reduzieren, sondern auch die Abläufe in seinen Produktionsbetrieben weiter harmonisieren. Das spart Zeit und Geld. Denn was früher handschriftlich notiert werden musste, funktioniert damit digital. Nach einer erfolgreichen Testphase soll das neue Verfahren nun auch nach und nach auf die anderen Covestro-Standorte in Leverkusen und Dormagen ausgeweitet werden.
Chlorproduktion intelligent steuern
Die Chlorproduktion an den NRW-Standorten erfordert große Mengen an Strom. Mithilfe computergestützter Feinabstimmung, auch „numerische Optimierung“ genannt, wird die Produktion in Leverkusen flexibel an die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien angepasst. Intelligente Algorithmen synchronisieren dabei die energieintensive Chlorproduktion mit dem Strom aus Wind- und Solaranlagen.
Einfach erklärt: Wenn viel Strom aus erneuerbaren Quellen am Markt verfügbar ist und entsprechende Produktionsspielräume vorhanden sind, wird die Elektrolyse automatisch hochgefahren. Bei knapperem Angebot wird die Leistung entsprechend reduziert, sofern dies ohne Auswirkungen auf die Produktionsmengen möglich ist. Das System „denkt“ dabei wie erfahrene Schichtleitende – nur schneller, rund um die Uhr und auf Basis von Hunderten von Variablen gleichzeitig. Die Mitarbeitenden in der Messwarte können sich somit weiterhin auf den sicheren Betrieb der Anlagen konzentrieren.
Künftig soll der Einsatz punktgenauer mathematischer Analysen in der Chlorproduktion auch an den anderen NRW-Standorten ausgebaut werden, um die Nutzung erneuerbarer Energien weiter zu steigern. An drei Standorten produziert Covestro in NRW jährlich rund 850.000 Tonnen Chlor sowie die Koppelprodukte Natronlauge und Wasserstoff. Digitale Messsysteme erfassen bereits jetzt kontinuierlich zentrale Prozessparameter von mehr als 7.500 Elektrolyse-Elementen und schaffen so die Grundlage für eine präzise Steuerung der Anlagen.
Inspektion von Anlagen mit Drohnen
In Produktionsbetrieben von Covestro werden Drohnen und Roboter für die Inspektion von Tanks und Apparaten eingesetzt. Dadurch werden Überprüfungen der Anlagenteile sicherer, schneller und effizienter. Früher mussten Prüfingenieure teilweise selbst in die zu überprüfenden Anlagenteile einsteigen. Dies erforderte zahlreiche Schutzvorkehrungen und Sicherheitseinrichtungen, um das Risiko für den Prüfingenieur so weit wie möglich zu reduzieren. Heute übernehmen spezielle Drohnen und Roboter mit hochauflösenden Kameras sowie einer Vielzahl an weiteren Sensoren diese Arbeit. Sie kommen ganz ohne Gerüste, Hubarbeitsbühnen oder andere aufwendige Maßnahmen aus.
Drohnen und Roboter bieten eine Vielzahl an Vorteilen: Sie eliminieren Sicherheitsrisiken für Mitarbeitende, ermöglichen eine schnelle und präzise Prüfung und reduzieren sowohl Zeitaufwand als auch Kosten erheblich. Gleichzeitig liefern sie detaillierte Daten, mit denen Korrosion, Risse oder andere Schäden frühzeitig erkannt werden. Dadurch lassen sich Wartungsmaßnahmen gezielt planen, ungeplante Stillstände vermeiden und die Verfügbarkeit der Anlagen deutlich steigern.
Künstliche Intelligenz für Innovation und Effizienz
Die digitale Infrastruktur von Covestro bildet die Basis für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI). Sie ermöglicht die schnelle Auswertung großer Datenmengen, automatisiert Prozesse und beschleunigt Innovationen. Dabei arbeiten menschliche Expertise und KI eng zusammen – ein zentraler Baustein der Unternehmensstrategie „Sustainable Future“.
KI erweitert menschliche Fähigkeiten und eröffnet neue Möglichkeiten in Bezug auf Kapazität, Geschwindigkeit und Komplexität. Als „digitaler Kollege“ unterstützt sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Informationsaufbereitung, datenbasierten Entscheidungen und bei wiederkehrenden Aufgaben. So entstehen Freiräume für anspruchsvollere Tätigkeiten, während Prozesse effizienter, sicherer und nachhaltiger gestaltet werden.
KI-Anwendungen bei Covestro
An seinen deutschen Standorten verbindet Covestro Daten, Wissen und Entscheidungen zunehmend digital. So entstehen KI-gestützte Lösungen für Produktion, Vertrieb, Forschung und Verwaltung, die Prozesse bereichsübergreifend optimieren.
Dabei gilt ein klarer Rahmen: Datenschutz, Sicherheit und Compliance bilden die Grundlage jeder KI-Anwendung. Gleichzeitig stärkt Covestro die Kompetenzen seiner Mitarbeitenden durch praxisnahe Lernangebote, damit KI verantwortungsvoll und effektiv im Arbeitsalltag eingesetzt werden kann. Wie KI bei Covestro an den deutschen Standorten konkret eingesetzt wird, zeigen die folgenden Beispiele.
Vollautonome Produktionsstraße im Polyester-Betrieb
Ein Beispiel für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Covestro ist der Polyester-Betrieb (DSD) in Dormagen. Seit Mitte 2024 wird dort eine der Produktionsstraßen vollautonom betrieben. Die KI übernimmt dabei sämtliche Prozessschritte – von der Auftragsannahme über die Feinplanung der Produktion bis hin zur Ausführung der Rezepturen und der Logistiksteuerung.
Grundlage für das Projekt war die Auswertung großer Datenmengen, die mithilfe von maschinellem Lernen genutzt wurden, um Produktionszeiten zu verkürzen und dadurch die Ausbeute der Produktionsstraßen im Betrieb zu steigern. Das Projekt verbindet modernste digitale Tools mit jahrzehntelangem Prozesswissen.
Das Ergebnis: Die Produktionsleistung steigt signifikant, während gleichzeitig die Produktqualität durch noch gleichmäßigere Chargen weiter verbessert wird. Erkenntnisse aus der Verknüpfung von Millionen Datenpunkten ermöglichen es, die Ressourceneffizienz des Betriebs zu erhöhen, indem der Energie- und Materialeinsatz reduziert wird.
Maschinelles Lernen erhöht Anlagenzuverlässigkeit
Am Standort Krefeld-Uerdingen demonstriert Covestro, wie maschinelles Lernen die Anlagenverfügbarkeit auf ein neues Niveau hebt. Den Kern des Verfahrens bildet die sogenannte Anomalie-Detektion. Hier werden große Datenmengen ausgewertet, um Abweichungen in den Betriebsparametern frühzeitig zu erkennen.
Dadurch ist es zum Beispiel möglich, sich anbahnenden Wartungsbedarf oder drohende Defekte an Anlagenteilen bereits im Vorfeld zu erkennen – lange bevor sie zu einem Ausfall der Anlage führen könnten. So lassen sich ungeplante Stillstände erheblich reduzieren und die Verfügbarkeit – und damit die Produktionsleistung – der Anlagen deutlich steigern.
Covestro Virtual Assistant: KI als täglicher Begleiter im Arbeitsalltag
Mit dem Covestro Virtual Assistant hat Covestro 2024 einen leistungsstarken virtuellen Assistenten für alle Mitarbeitenden eingeführt – speziell zugeschnitten auf die Anforderungen eines weltweit agierenden Chemieunternehmens.
Der Covestro Virtual Assistant vereinfacht den Arbeitsalltag in vielfältiger Weise: Er kann Texte, Bilder und Diagramme erstellen, Informationen in Echtzeit aus dem Web und aus internen Wissensquellen recherchieren sowie mit bestehenden IT-Systemen – etwa Outlook – interagieren. Darüber hinaus lässt er sich flexibel an individuelle Arbeitsweisen und Prozesse anpassen. Mitarbeitende können ohne Programmierkenntnisse eigene Assistenten konfigurieren, die sie und ihre Teams bei spezifischen Aufgaben unterstützen.
Ergänzend dazu stehen KI-basierte Fachassistenten bereit – von IT-Support und HR über Einkauf bis hin zu Forschung und Entwicklung. Durch regelmäßige Updates wird der virtuelle Kollege fortlaufend weiterentwickelt.