30
Juli
2026
|
10:28
Europe/Amsterdam

Ressourcen schonen, Energie erneuern

Written by: Carmen Behrens
Zusammenfassung

Wir verbrauchen mehr, als die Erde erneuern kann – und das immer früher im Jahr. Die Energiewende ist Teil der Lösung. Aber sie funktioniert nur, wenn wir auch die Materialien mitdenken, aus denen Wind- und Solaranlagen bestehen. Und was mit ihnen passiert, wenn sie ausgedient haben.

Die Erde kommt nicht mehr hinterher. Wälder, Fischbestände, Süßwasser – wir Menschen entnehmen in einem Jahr mehr, als die Natur im selben Zeitraum erneuern kann. Der Earth Overshoot Day führt uns vor Augen: Unser Verbrauch an Ressourcen ist viel zu groß. 2026 leben wir bereits ab dem 30. Juli ökologisch auf Pump. Vor einem Jahrzehnt fiel der Stichtag noch in den August, vor zwanzig Jahren war die Erde erst im Oktober am Limit.

Der größte Treiber des ökologischen Defizits sind die fossilen Rohstoffe, die wir weiterhin in gigantischen Mengen aus dem Boden holen: Öl, Kohle, Gas. Denn bei ihrer Nutzung entstehen enorme Mengen CO₂, die von Wäldern und Ozeanen nicht schnell genug aufgenommen werden können. Umso wichtiger ist der Umstieg auf Energiequellen, die sich erneuern.

Die Richtung stimmt, das Tempo nicht

Dieser Wandel ist längst im Gange. 2025 war die globale Kapazität an regenerativen Energien mehr als doppelt so hoch wie noch zehn Jahre zuvor. Und sie wächst immer schneller, wie aus dem jüngsten Bericht der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) hervorgeht. Solarenergie ist der größte Treiber – hier hat sich die Kapazität gegenüber 2015 mehr als verzehnfacht, bei Windkraft immerhin verdreifacht.

Das Ergebnis: Rund ein Drittel der weltweiten Stromerzeugung stammt inzwischen aus erneuerbaren Quellen. Und auch beim weltweiten Ausbau der Stromkapazitäten dominieren sie längst: Laut IRENA machten erneuerbare Energien 2025 bereits mehr als 85 Prozent aller neu installierten Kapazitäten aus. Besonders beeindruckend: Solarstrom kostet heute rund 90 Prozent weniger als vor fünfzehn Jahren. In vielen Regionen der Welt ist er damit bereits die günstigste Art, Strom zu erzeugen.

Und dennoch: All das reicht nicht. Denn Strom ist nur ein Teil des Ganzen. Wärme, Verkehr, Industrie – der Großteil des weltweiten Energiebedarfs läuft noch immer mit fossilen Brennstoffen. Sie decken etwa 80 Prozent davon. Jeder weitere Tag mit diesem Energiemix vertieft unsere ökologische Schuld: mehr CO₂, mehr Ressourcenverbrauch.

Windrad und Solarpanel müssen robust sein

Was oft übersehen wird: Es geht nicht nur darum, wie viele neue Anlagen installiert werden und wie kostengünstig sie sind. Sondern auch, woraus sie bestehen. Ihre Materialien müssen häufig extremen Bedingungen standhalten, jahrzehntelang funktionieren – und am Ende ihres Lebens zurückgewonnen werden können. Ohne das bleibt die Energiewende nur ein halbes Versprechen.

Eine Windturbine ist kein simples Gerät. Ihre Teile sind Sturm, Salz, Hitze und UV-Strahlung ausgesetzt. Dazu braucht es Beschichtungen, die halten. Die Verbindung zwischen einem Windpark auf See und dem Festland muss auch am Meeresgrund zuverlässig funktionieren.

Auch Solaranlagen müssen Hitze, Feuchtigkeit und Sonnenstrahlung dauerhaft trotzen. Und bei Batteriesysteme ist eine der großen Herausforderungen, die Zellen vor Überhitzung zu schützen. All das ist nur möglich, weil es Hochleistungskunststoffe gibt.

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Spezielle Beschichtungen zum Beispiel schützen die Rotorblätter vor Verschleiß an der empfindlichen Vorderkante – einer der häufigsten Gründe, warum Turbinen früher als nötig ausfallen. Dichtungen und dämpfende Materialien sorgen dafür, dass Verbindungen halten und Erschütterungen abgefedert werden. Robuste Gehäuse und Rahmen schützen die Technik im Inneren. Unscheinbare, aber entscheidende Produkte und Lösungen, ohne die der Siegeszug der Erneuerbaren nicht möglich ist.

Material mitdenken, Zukunft gewinnen

Wer diese Materialien im Kreislauf hält, reduziert den Bedarf an fossilen Rohstoffen. Das bedeutet: Wir müssen die Kunststoffe für Wind- und Solaranlagen von vornherein so entwickeln, dass sie am Ende optimal zurückgewonnen, aufbereitet und in gleichwertigen Anwendungen ohne Qualitätsverlust wiederverwendet werden können. Kreislauffähige Kunststoffe reduzieren den Bedarf an Primärrohstoffen – und machen Energieanlagen unabhängiger von endlichen Ressourcen.

Covestro entwickelt genau diese Materialien: Schutzlacke für Rotorblätter, Elastomere für Unterwasserkabel, Rahmenmaterialien für Solarmodule. Das Unternehmen arbeitet daran, diese Kunststoffe am Ende ihres Lebens wieder in den Kreislauf zurückzuführen.

Denn erneuerbare Energien und zirkuläre Materialströme müssen zusammengedacht werden. Beides ist nötig, um den Ressourcenverbrauch zu senken, den CO₂-Ausstoß einzudämmen – und den Earth Overshoot Day langfristig wieder weiter nach hinten im Jahr zu verschieben.

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