08
Oktober
2021
|
09:00
Europe/Amsterdam

Sieben Ideen für eine nachhaltige Zukunft

Written by: Klaus Schäfer
Zusammenfassung

Eine klimaneutrale Welt ist möglich. Die chemische Industrie möchte durch den Einsatz erneuerbarer Energien, alternativer Rohstoffe und die Entwicklung nachhaltiger Technologien eine Vorreiterrolle übernehmen. Hier sind sieben Ideen für eine nachhaltigere und natürlich kreislauforientierte Zukunft, die ich auf der 55. Jahrestagung der European Petrochemical Association (EPCA) vorgestellt habe.

1. Wir müssen die Kreislaufwirtschaft zum Leitprinzip erklären.
Die Zeit der linearen Wirtschaft, in der Produktion und Konsum nach dem Prinzip "Nehmen, Nutzen, Wegwerfen" abliefen, ist mit den Herausforderungen, vor denen die Welt heute steht, nicht vereinbar. Klimawandel, Bevölkerungswachstum, nicht nachhaltiger Lebensstil - um diese globalen Herausforderungen zu bewältigen, müssen wir uns die Kreislaufwirtschaft als Leitbild zu eigen machen. Die chemische Industrie will auf diesem Weg eine Vorreiterrolle übernehmen.

2. Wir brauchen Zusammenarbeit.
Gesellschaft, Unternehmen und Regierungen müssen grenzen- und branchenübergreifend zusammenarbeiten, um die Idee der Kreislaufwirtschaft mit Leben zu füllen. Bündeln wir unsere Kräfte, die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei. Wir müssen zusammenarbeiten, um praktische neue Lösungen zu finden und umzusetzen.

3. Grüner Strom ist der Schlüssel.
Erneuerbare Energien wie Solar- und Windenergie werden gebraucht: schnell, billig und in Hülle und Fülle. Um den Weg zur klimaneutralen Produktion zu ebnen, müssen wir Prozesse elektrifizieren und unsere Stromnetze fit für die Zukunft machen. Ökostrom ist auch der Schlüssel für den nächsten Punkt.

4. Der schnelle Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft.
Grüner Wasserstoff ist das Schlüsselelement einer nachhaltigen Zukunft, aber er ist nicht ohne Weiteres verfügbar und teuer. Wir müssen die Nachfrage, die Infrastruktur und die Produktion ausbauen, um einen funktionierenden Markt zu schaffen. Und wir müssen internationale Partner einbeziehen, um die erwartete Nachfrage zu decken. Wir dürfen wir das Momentum der Zeit nicht verpassen.

5. Wir müssen für jede Technologie offen bleiben.
Es ist keine Frage, ob wir CO2 oder Biomasse als Rohstoff der Zukunft nutzen. Wir werden beides nutzen. Denkverbote werden uns nicht weiterbringen. Vertrauen wir auf die Innovationskraft unserer Ingenieure.

6. Carbon Leakage ist eine Bedrohung für den Klimaschutz.
Dem Klimawandel ist es egal, ob wir unsere Emissionen in der EU oder in Asien produzieren. Der Industrie ist es nicht egal. Die Industrie will einen Beitrag zum Klimaschutz in Europa leisten. Dazu braucht sie die Unterstützung der Politik, um im Wandel wettbewerbsfähig zu bleiben.

7. Chemisches Recycling ist ein Hoffnungsträger.
Chemisches Recycling ist die einzige sinnvolle Möglichkeit, bestimmte Kunststoffe zu verwerten. Deshalb ist es notwendig, das chemische Recycling als Ergänzung zum werkstofflichen Recycling zu fördern und auszubauen. Ein Beispiel: Es ist möglich, weichen Polyurethanschaum in Matratzen zu recyceln. Damit können die zwei Kernrohstoffe von Polyurethan vollständig zurückgewonnen werden.

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