Von Autos bis zur Hausdämmung – Kunststoffe ersetzen Materialien durch solche, die komfortabler, sicherer und umweltfreundlicher in der Herstellung und während der Nutzung sind. Für die Produktion solcher Polymer-Werkstoffe brauchen wir viele Rohstoffe wie Gas, Strom oder Öl sowie viel Energie. Covestro sieht sich deshalb dem schonenden Umgang mit Ressourcen verpflichtet.

Wir wollen auch bei der Reduzierung von Umweltbelastungen vorangehen. Das zeigt sich zum Beispiel in unserem verantwortungsvollen Umgang mit Wasser, Energie und Emissionen oder der Nutzung von alternativen Ressourcen.

Unsere Maßnahmen für eine nachhaltigere Produktion

Energie und Emissionen
Unsere Prozesse brauchen viel Energie. Die chemische Industrie unternimmt deshalb alles, um ihre Effizienz zu optimieren und die Umweltbelastung der eigenen Produktion zu minimieren. Covestro übernimmt dabei eine Vorreiterrolle und hat ein System entwickelt, mit dem der Energieverbrauch von Anlagen individuell gemessen und gemanagt werden kann. So stellen wir sicher, dass so wenig Energie wie möglich verbraucht wird. Mit diesem System „STRUCTese™“ haben wir seit Einführung 2008 den Energiebedarf an jeder Produktionsstätte durchschnittlich um zehn Prozent gesenkt.

Das Besondere an dem System ist, dass unter anderem der Energieverbrauch jeder einzelnen Anlage durchgehend online aufgezeichnet und mit einem errechneten Optimalwert verglichen wird. Expertenteams beleuchten zudem die Energieeffizienz der Anlage, legen einen Status und Verbesserungspotentiale fest und erstellen Aktionspläne.

STRUCTese™ ist mittlerweile in 60 Betrieben in Europa, Asien und Amerika im Einsatz. Insgesamt hat es dazu geführt, dass Covestro mittlerweile jährlich rund 470.000 Tonnen Treibhausgasemissionen weniger verursacht und rund 1,65 Terrawattstunden Primärenergie pro Jahr weniger verbraucht. Das ist in etwa so viel Strom, wie 360.000 Windkrafträder in einem Jahr produzieren. Für die erfolgreiche Entwicklung und Umsetzung von STRUCTese™ wurde Covestro für die Handelsblatt Energy Awards 2016 als Finalist in der Kategorie Industrie nominiert.

Insgesamt konnten wir den spezifischen Energiebedarf unserer Produktion von 2005 bis 2016 um 34,5 Prozent und die spezifischen Treibhausgasemissionen um 40,9 Prozent senken. Beide Werte wollen wir langfristig in Bezug auf das Basisjahr halbieren.

Dazu tragen auch Prozessinnovationen bei: So haben wir einen Prozess zu Herstellung von Chlor entwickelt, der mittels so genannter Sauerstoffverzehrkathoden-Technologie  funktioniert. Das bedeutet einen um 30 Prozent niedrigeren Energieverbrauch bei der sehr energieintensiven Chlorherstellung. Auch bei der Herstellung des Schaumstoff-Vorprodukts TDI setzen wir Maßstäbe mit unserer Gasphasen-Technologie . Sie spart gegenüber konventionellen Prozessen Energie und Lösemittel und ist damit sowohl nachhaltig als auch ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Wasseraufbereitung

Covestro ist bestrebt, Wasser wieder aufzubereiten und mehrfach zu nutzen. An 16 Standorten wird derzeit genau das getan, etwa in geschlossenen Kühlwasserkreisläufen, durch Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser oder durch die Rückführung von Dampfkondensaten als Prozesswasser. Im Jahr 2016 konnten auf diese Weise insgesamt 3,1 Kubikmeter Wasser wiederverwendet werden.

Der größte Teil des gesamten, von Covestro eingesetzten Wassers ist dabei sogenanntes „Durchlaufkühlwasser“, das ausschließlich erwärmt wird und gar nicht erst mit fremden Stoffen oder Produkten in Kontakt kommt. Aus diesem Grund kann es fast ausnahmslos ohne weitere Behandlung in den Wasserkreislauf zurückgeführt werden. 

Die anfallenden Abwässer unterliegen einer strengen Überwachung und Bewertung, bevor sie in die Entsorgungswege geleitet werden. Sie werden in speziellen Behandlungsanlagen gereinigt und erst dann wieder dem Wasserkreislauf zugeführt.

Darüber hinaus befindet sich am Standort Uerdingen eine Anlage in technischer Erprobung, mit der salzhaltiges Abwasser aus der Chlorherstellung zurückgewonnen wird. Das daraus gewonnene Salz wird wiederum so aufbereitet, dass wir es in unserer Produktion erneut nutzen können.

Alternative Ressourcen
Fossile Ressourcen werden knapper, ihre Aufbereitung für chemische Produkte kann zudem sehr energieintensiv sein. Wir möchten daher mehr und mehr alternative Rohstoffe erschließen. In verschiedenen Teilen unserer Produktion ist uns dies bereits gelungen – an anderen Projekten arbeiten wir kontinuierlich. Das langfristige Ziel: Irgendwann womöglich ganz auf fossile Ressourcen verzichten zu können.

So können wir aktuell bereits einen Lackhärter  mit 70 Prozent Biomasse-Anteil herstellen. Auch Kohlendioxid entwickelt sich zunehmend zu einem alternativen Rohstoff. Seit 2016 stellt Covestro ein Vorprodukt für Polyurethan-Weichschaum her, das zu 20 Prozent auf CO2  anstelle von Erdöl beruht. Gleichzeitig erforscht und entwickelt das Unternehmen zahlreiche weitere Produkte auf CO2-Basis – immer mit dem Ziel, die Welt lebenswerter zu machen

Darüber hinaus ist es unseren Forschern in Zusammenarbeit mit industriellen und akademischen Partnern gelungen, den wichtigen Rohstoff Anilin aus Biomasse  herzustellen: Hundert Prozent des im Anilin enthaltenen Kohlenstoffes stammen somit aus nachwachsenden Rohstoffen. Derzeit wird das Verfahren aus dem Labor in einen größeren Maßstab transferiert. Sollte es sich als vielversprechend herausstellen, könnte Covestro für seinen Eigenbedarf großtechnisch Anilin aus unraffiniertem Rohzucker herstellen, der heute schon etwa aus Futtermais, Stroh oder Holz gewonnen wird. Ein großer Schritt hin zu einer alternativen Rohstoffbasis.