09
Oktober
2025
|
10:01
Europe/Amsterdam

Lösungen für das Energie-Trilemma

Written by: Dr. Kerem Oflazgil
Zusammenfassung

Sicher, bezahlbar, nachhaltig – die drei Simultanziele der Energiewende geraten zunehmend unter Druck. Während der World Energy Week wurde nach Lösungen gesucht. Technologische Innovationen mit hochwertigen Kunststoffen können dabei helfen.

Wir kennen es aus der Volkswirtschaft oder als philosophisches Gedankenexperiment: Man hat drei gleich wichtige Ziele, kann aber eigentlich nur zwei davon auf einmal erreichen – ein klassisches Trilemma. Vor einer solchen Herausforderung steht auch die internationale Energiepolitik: Die Energieversorgung muss zugleich sicher, bezahlbar und gerecht sowie nachhaltig sein. Nur wenn man sich hier annähert, so die einhellige Überzeugung, kann die Energiewende gelingen.

Dieser Zielkonflikt besteht seit langem, doch momentan wird er immer ausgeprägter und folgenschwerer. Die Versorgungssicherheit wird weltweit durch die wachsenden geopolitischen Spannungen fragiler. Angriffe auf Stromnetze und Pipelines nehmen zu, regionale Abhängigkeiten machen sich deutlicher bemerkbar.

Zunehmende Ungleichgewichte

Gleichzeitig bleibt Energiearmut ein globales Problem: Rund 750 Millionen Menschen vor allem in Afrika, Südostasien und Lateinamerika hatten 2024 keinen Zugang zu Elektrizität. Zudem wird die Bezahlbarkeit mehr und mehr ein Thema für Europa. Hier liegen die Energiepreise teils weit über denen anderer Regionen, was wichtige Industrien wie Chemie und Stahl in ihrem Bestand gefährdet und Rufe nach einer Umakzentuierung der Energiewende lauter werden lässt.

Beim Thema Nachhaltigkeit zeigen sich die energiepolitischen Disparitäten am stärksten zwischen den USA und China: Während die einen nunmehr verstärkt auf fossile Energieträger wie Öl und Gas setzen, sind die anderen der unangefochtene Spitzenreiter beim Ausbau erneuerbarer Energien – und bringen zugleich immer mehr Kohlekraftwerke ins Netz.

In der Summe steigen die globalen energiebedingten CO2-Emissionen weiter an. Und die Folgen des Klimawandels treten immer deutlicher zutage: 2024 war das bislang heißeste Jahr, das je gemessen wurde, und brachte eine ganze Serie von Naturkatastrophen mit sich.

Internationale Konferenz

Wie und ob sich die zunehmenden Disparitäten im Energiesystem eindämmen lassen, stand jetzt im Zentrum der „World Energy Week“ in Panama. Die Konferenz, die jährlich an einem anderen Ort stattfindet, versteht sich mit Beteiligung von über hundert Staaten als Zentrum für strategischen Dialog und Plattform für den Austausch praktischer und umsetzbarer Lösungen im Energiesektor.

Und genau darauf sollte die Weltgemeinschaft abheben: auf die vielen Technologien und Ideen, um die Energieversorgung umweltverträglicher, smarter, kostengünstiger und sicherer zu machen. Innovation muss die Trumpfkarte sein, die am meisten überzeugt – zumal damit auch meist klare wirtschaftliche Vorteile einhergehen. So könnten etwa bei erneuerbaren Energien nach Schätzungen der Branchenorganisation IRENA weltweit bis 2030 zwischen 30 und 38 Millionen Arbeitsplätze entstehen.

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Zukunftsweisende Technologien bedeutet immer auch zukunftsweisende Materialien – so wie hochwertige Kunststoffe. Sie spielen bei der Energiewende eine zentrale Rolle, denn sie adressieren alle drei Facetten des Energie-Trilemmas.

Thema Versorgungssicherheit: Hier dienen Kunststoffe als Rückgrat moderner Infrastruktur. Durch ihre Leichtigkeit und Haltbarkeit ermöglichen sie zum Beispiel robuste Komponenten für Stromnetze, Windräder, Solarpanels und Batteriesysteme. Und sie unterstützen dezentrale Lösungen: Insbesondere in Regionen mit instabiler Versorgung können modulare Solarsysteme und mobile Speicher aus Kunststoff helfen, Energie lokal bereitzustellen.

Covestro hat zum Beispiel einen neuartigen Verbundwerkstoff für die Rahmen von Solarpanelen entwickelt, der die bisher verwendeten Lösungen aus Aluminium ersetzen kann. Die Pluspunkte sind unter anderem ein höherer Korrosionsschutz und niedrigerer CO2-Fußabdruck bei der Herstellung.

Zahlreiche Vorteile

Kunststoffe punkten aber nicht nur bei Versorgungssicherheit, sondern auch beim Thema bezahlbare und gerechte Energieversorgung. Sie senken beispielsweise die Produktionskosten für Solarlampen und Wasserpumpen. Zudem erleichtern Kunststofftanks und -leitungen unter anderem die Verteilung von Biogas, Wasserstoff oder Wärme – entscheidend vor allem für abgelegene Gebiete.

Ein weiteres Argument, bei technischen Lösungen für die Energiewende Kunststoffe zu bevorzugen, ist ihre Wirkung auf die Umwelt. Sie werden nicht nur zunehmend nachhaltig hergestellt – mit nicht-fossilen Rohstoffen und – hier schließt sich der Kreis – erneuerbaren Energien.

Kunststoffe helfen auch, viele besonders energie- und klimaintensive Bereiche nachhaltiger zu machen. Unzählige Häuser werden etwa durch Dämmplatten besser gegen Hitze und Kälte geschützt, was Energie für Heizung und Klimaanlage spart. Und im Verkehr tragen leichte Komponenten aus Kunststoff dazu bei, Kraftstoff und Emissionen zu sparen, während sie gleichzeitig die Elektromobilität fördern.

Covestro ist jedenfalls davon überzeugt, dass die Materialwissenschaften und Kunststoffe einen Beitrag leisten werden, die drei Ziele des Energie-Trilemmas wieder mehr in Einklang zu bringen.

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