30
Mai
2022
|
10:12
Europe/Amsterdam

Innovation als Treiber für Nachhaltigkeit

Verfasst von: Janine Jarych

Wie misst man eigentlich Klimaneutralität?

Zusammenfassung

Wie kann Covestro klimaneutral werden? Wie wirken sich einzelne Maßnahmen aus? Wie funktioniert das Zusammenspiel? Covestro hat eine innovative Software entwickelt, um dabei zu helfen, diese Fragen realistisch zu beantworten: CEEPTER. 

“If you can’t measure it, you can’t manage it.” Der Spruch ist zwar alt, aber nicht weniger wahr. Wenn es keine verlässlichen Zahlen gibt, dann ist es sehr schwer, gute und richtige Entscheidungen zu treffen. Das gilt insbesondere dann, wenn mit viel Pioniergeist Neuland betreten wird. Wie ist es beispielsweise überhaupt möglich, als einer der führenden Hersteller von Hightech-Polymerwerkstoffen klimaneutral zu werden? Und mit welchen großen Hebeln lässt sich dieses Ziel erreichen?

Der Mann hinter den Zahlen

Dr. Björn Bahl ist einer, der diese Fragen beantwortet – er ist sozusagen der Mann hinter den Zahlen. Sie beschäftigen den Maschinenbauingenieur schon seit seinem Einstieg bei Covestro Anfang 2019. Damals hat er im Bereich Energy Excellence mit Excel erste Fragen zur zukünftigen Entwicklung des CO-Ausstoßes beantwortet. „Handgestrickt“, wie er schmunzelnd erzählt. Aber schon früh war ihm klar: „Solche Fragestellungen wird es künftig öfter geben und wir brauchen hierfür bei Covestro eine professionelle Lösung.“

 

Doch am Anfang dieses Weges stand zunächst vor allem viel Eigeninitiative: Neben seinem Tagesgeschäft tüftelte er an einer Lösung für eine Software, die wichtige Produktionskennzahlen und Einflussfaktoren bündeln kann, um Energieverbrauch und Treibhausgas-Emissionen vorherzusagen. Rückenwind gab es dabei von seinen Chefs, die das Projekt von Beginn an unterstützten. Zunächst musste Bahl, der sich selbst schon mal als „Energiedaten-Enthusiast“ bezeichnet, dafür aber die Programmiersprache Python lernen. Zwei Kollegen haben ihm dabei geholfen.

CEEPTER half bei der Bestimmung der Klimaziele

Ausgezahlt hat sich die ganze Arbeit dann erstmals, als CO-Emissionen in immer mehr Fragestellungen bei Covestro eine wichtige Kennzahl wurden: „Als wir maßgeblich dabei unterstützten, ein CO-Ziel als nicht-finanzielle Kennzahl für die langfristige Managementvergütung zu entwickeln und hierbei die Frage gestellt wurde, was realistische Größen seien und wohin sich der CO-Fußabdruck von Covestro entwickelt, zeigte sich die Stärke unseres Tools“, erinnert sich Bahl. Die am 1. März veröffentlichten Klimaziele wurden ebenfalls über CEEPTER berechnet. Bis 2035 klimaneutral für Scope 1 und 2, so lautet das ehrgeizige Ziel. „Mit Verabschiedung dieser Ziele war klar, dass sich unsere Aufgabe des Energiemanagements in Richtung Energie- und Emissionsmanagement weiterentwickeln wird“, so Dr. Alexander Plum, Leiter Energy Excellence.

Mit CEEPTER war Bahl in der Lage, innerhalb kürzester Zeit verschiedene Szenarien zu berechnen, die unterschiedliche Maßnahmen und Effekte berücksichtigen und bis auf die einzelnen Standorte von Covestro runtergebrochen werden können. Die Treibhausgase wie beispielsweise CO (Kohlendioxid) und N2O (Lachgas) können in Treibhausgas-Äquivalente umgerechnet werden, CO-Einsparpotenziale aus verschiedenen Energieeffizienz-Projekten sowie Einkaufsverträgen für Grünstrom bewertet und in die Prognosen einbezogen werden. So hat Bahl im Team mit Kollegen der Business Intelligence eine datenbasierte Entscheidungsgrundlage geschaffen, die alle wesentlichen Einflussgrößen des Konzerns auf Treibhausgas-Emissionen zusammenführt und jederzeit abrufbar ist.

Mittlerweile greifen viele verschiedene Abteilungen bei Covestro auf die Daten zurück. Sie werden für die vierteljährliche Berechnung der Prognose der nicht-finanziellen CO-Kennzahl genutzt und fließen in die Energieeffizienzsteigerung sowie in die Planung und Umsetzung von Klimazielen an den einzelnen Standorten ein.

„Jetzt ist CEEPTER in die nächste Phase gegangen und wurde ins Business Warehouse von SAP integriert“, sagt Alexander Plum. So haben alle Abteilungen bei Covestro, die die Daten benötigen, direkten Zugriff auf verschiedene Auswertungen. „Jeder sollte die Möglichkeit haben, in seinem Job Herzensprojekte umzusetzen. Covestro hat mir diese Chance gegeben“, resümiert Björn Bahl.
 

CEEPTER

CEEPTER ist die Abkürzung für Covestro Energy & Emission Prediction Tool for Environmental Reporting. Die Software verarbeitet Daten wie geplante Produktionsmengen, Anlagenspezifische Energieverbräuche, Energieeffizienzprojekte, Grünstromverträge, andere Reduktionsmaßnahmen und externe Einflussfaktoren, um die Treibhausgas-Emissionen von Covestro vorherzusagen. Da das Programm eine Eigenentwicklung ist, ist es speziell auf die Datensysteme von Covestro zugeschnitten. Ein weiterer Vorteil: Das Programm hat sehr kurze Reaktionszeiten und kann unterschiedliche Szenarien sehr schnell berechnen und betrachten. 

Ambitionierte Klimaziele

Covestro hat sich vorgenommen, bis 2035 klimaneutral zu werden und die Netto-Null-Emissionen für Scope 1 und Scope 2 zu erreichen, also für die eigenen Emissionen und die bezogenen Energien. Auf dem Weg zu diesem Ziel plant das Unternehmen, die Treibhausgas-Emissionen in diesem Bereich um 60 Prozent bis 2030 zu verringern. Ab 2023 rückt auch der Ausstoß von Treibhausgasen aus vor- und nachgelagerten Prozessen in der Wertschöpfungskette (Scope 3) in den Fokus. 

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