05
November
2025
|
11:42
Europe/Amsterdam

Junge Europäer engagieren sich für die Wissensgesellschaft

Written by: Martin Duchenski-Wolff
Zusammenfassung

Der Anstieg von Desinformation und Fake News sägt auch an den Fundamenten von Wissenschaft, Innovation und Fortschritt. Über Lösungen haben engagierte junge Menschen auf dem Europäischen Jugendparlament in Málaga diskutiert, unterstützt von Covestro.

Von überall her in Europa sind sie gekommen. Mehr als 300 engagierte junge Menschen, die eine Woche lang das Kongresszentrum „Edgar Neville“ in Málaga bevölkern. Was sie antreibt: drängende gesellschaftspolitische Fragen zu diskutieren und Lösungen mitzugestalten. Ihre Bühne: die 103. internationale Sitzung des Europäischen Jugendparlaments (EYP).

Hier geht es zu wie in einer „richtigen“ Volksvertretung, mit Fachausschüssen zu zahlreichen Themen und einer Plenarsitzung, in der die erarbeiteten Ergebnisse verabschiedet werden – von den Folgen des Klimawandels bis zu Minderheitenrechten und Migration. Dieser Austausch über nationale und kulturelle Grenzen hinweg schafft ein tiefes, persönliches Verständnis für die demokratischen Prozesse.

Aber werden wir auch in Zukunft noch fähig sein, komplexe Themen zu behandeln und im Miteinander konstruktive Lösungen zu finden? In dem Tempo, in dem Desinformation und vereinfachende populistische Narrative um sich greifen, kann man daran zweifeln. Wenn Unwahrheit gesät, Verunsicherung geschürt und aufgeklärtes kritisches Denken diskreditiert wird, dann schwindet das Vertrauen in wissenschaftliche Fakten. Wenn wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert werden, verliert die Gesellschaft die Fähigkeit, rationale, konsensbasierte Entscheidungen zu treffen. Die Folge: Polarisierung, Frustration, Stagnation.

Gefahren für Politik und Wirtschaft

Wie lässt sich also die Basis unserer Wissensgesellschaft erhalten? Auch das war Thema im Jugendparlament. Covestro als innovationsgetriebenes Unternehmen mit seinem Eintreten für Faktenorientierung, Bildung und Wissenschaft hatte in Málaga Gelegenheit, sich mit den jungen Delegierten dazu auszutauschen. Denn Desinformation, Manipulation und gesellschaftliche Spaltung sind nicht nur eine politische, sondern auch eine immense wirtschaftliche Gefahr.

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Unternehmen wie Covestro und Branchen wie die Chemie sind auf die Akzeptanz wissenschaftsbasierter Lösungen angewiesen; ob für die Entwicklung nachhaltiger Materialien, klimaneutrale Produktion oder die Transformation zur Kreislaufwirtschaft. Wenn das Vertrauen in die Wissenschaft erodiert, verebbt auch die Innovationsbereitschaft.

Dann werden Investitionen risikoreicher, und dringend benötigte Technologien wie das chemische Recycling erfahren unnötigen Widerstand durch Verzerrung und Fehlinformation. Zuletzt können irreführende Darstellungen den Ruf und damit die Geschäftsgrundlage eines Unternehmens nachhaltig schädigen.

Ambivalente Rolle von KI

Inzwischen reichen dafür ein paar Mausklicks – durch die ungeahnten Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz. Aber sie eröffnet zugleich auch neue Chancen. KI als Brandbeschleuniger oder Hoffnungsträger – eine Ambivalenz, die auf dem EYP lebhaft diskutiert wurde.

Auf der einen Seite bietet KI in Wissenschaft und Wirtschaft enorme Vorteile. Sie revolutioniert die Forschung, verbessert komplexe Produktionsprozesse und hilft, neue, nachhaltige Materialien schneller zu entwickeln. Für Covestro ist KI ein unverzichtbares Werkzeug, um schneller zu Innovationen zu gelangen und die eigenen ambitionierten Nachhaltigkeitsziele zu verwirklichen.

Auf der anderen Seite ermöglicht KI die massenhafte und überzeugende Produktion von Deepfakes. Man denke nur an das Foto von Papst Franziskus im stylischen Daunenmantel. Diese Art der Manipulation macht es selbst für kritische Bürger immer schwieriger, Fakten von Fiktion zu unterscheiden.

Medien- und Digitalkompetenz stärken

Die jungen Delegierten haben dies erkannt: Es reicht nicht mehr aus, nur Fakten zu präsentieren. Es muss in die Medien- und Digitalkompetenz investiert werden, damit gerade junge Leute im Digitalzeitalter Hintergründe und Zusammenhänge durchschauen, Manipulations-Mechanismen verstehen und die Werkzeuge kennen, um unterscheiden zu können zwischen Wahr und Falsch.

Die Erfahrung in Málaga hat gezeigt, dass viele in der jungen Generation entschlossen sind, sich für Demokratie, Toleranz und ein konstruktives Miteinander einzusetzen. Ihre kritische und lösungsorientierte Haltung ist ein Mutmacher. Das Europäische Jugendparlament: eine strategische Investition in den Erhalt und die Zukunftsfähigkeit der Welt, wie wir sie schätzen. Und in den Geist der Zusammenarbeit, ohne den es keinen Fortschritt gibt.

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