31
März
2022
|
14:34
Europe/Amsterdam

Weltfrauentag – Ein Tag zum Feiern?

Written by: Nora Krischer
Zusammenfassung

Weltfrauentag – ist das ein Tag zum Feiern? Diese Frage haben wir bei Covestro uns anlässlich des 8. März 2022, dem International Women´s Day (IWD), in diesem Jahr gleich aus verschiedenen Blickwinkeln gestellt.

Ist es tatsächlich angebracht beim Weltfrauentag von „Feiern“ zu sprechen, angesichts der Tatsache, dass selbst heute, im 21. Jahrhundert, die Geschlechter in Politik, Wirtschaft, Bildung und Gesundheit eben noch immer nicht gleichgestellt sind? Ist die Erkenntnis, dass bis zu eben dieser Gleichstellung nach aktuellen Berechnungen noch 135,6 Jahre vergehen müssen nicht vielmehr Anlass zur Resignation?

Nun ja – Fakt ist: Wir haben noch einen weiten Weg zu beschreiten. Um diesen erfolgreich zu begehen und idealerweise sogar abzukürzen, ist es elementar, das Bewusstsein für noch zu nehmende Hürden und noch zu schließende Defizite zu schärfen. Auch das ist eine maßgebliche Funktion des Tages. Fakt ist auch: Es wurde schon so vieles und bedeutendes erreicht. Diese Errungenschaften verdienen es, gewürdigt zu werden. Was Frauen im vergangenen Jahrhundert, seit dem ersten internationalen Frauentag, bewirkt, welche Kämpfe sie gefochten haben, soll und muss zelebriert werden.

Aber da war noch ein anderer Kontext, der uns infrage stellen ließ, am Weltfrauentag von Feierlichkeiten zu sprechen: Die täglich eintreffenden, dramatischen und leidvollen Bilder und Nachrichten aus dem Krieg in der Ukraine. Könnten Aktivitäten zum IWD  in diesen Zeiten als unangemessen aufgefasst werden? Schnell wurde klar: Trotz oder gerade in diesen Zeiten darf ein solcher Tag nicht untergehen. Schließlich sind es Frauen, die oftmals zu den besonders Leidtragenden in Kriegen und anderen Krisen zählen. Ihnen, den Frauen in der Ukraine und in anderen Krisensituationen, sollte der Frauentag 2022 symbolisch gewidmet sein.

Der Frauentag sollte also auch in diesem Jahr bei Covestro gefeiert werden. Chancengerechtigkeit, Gleichstellung und Diversität sind wichtige Elemente unserer Unternehmenskultur. Dem wollte man mit diversen Aktivitäten rund um den Tag Ausdruck verleihen. Auch, wenn die Gegebenheiten dabei lokal differieren und die Herausforderungen mancherorts größer erscheinen mögen als woanders: An diesem Tag fühlte man eine Solidarität rund um den Covestro-Globus.

Interne Aktionen ein voller Erfolg

Bereits im Vorfeld zum IWD beteiligten sich zahlreiche Covestro-Mitarbeitende weltweit an der Fotokampagne des IWD und reichten Fotos ein, auf denen sie mit verschränkten Armen symbolisch ihre Bereitschaft ausdrückten, Vorurteile und Stereotypen abbauen zu wollen. Die Beteilung war in diesem Jahr so hoch, dass sich aus allen Fotos ein Mosaik als Gesamtkonstrukt bilden ließ, dass die Botschaft „#Breakthebias“ visualisierte.

Auch eine interne Kampagne „Let´s think colorful!“ zeigte schon in den Wochen und Monaten vor dem IWD ihre Wirkung. Veranstaltet von der Employee Resource Group COMPASS GER wurde in insgesamt fünf Einheiten Gleichstellungsthemen Raum gegeben. Darunter beispielsweise Vorträge und Diskussionsräume zu Themen wie „Belästigung am Arbeitsplatz“ oder „Unbewusste Vorurteile am Arbeitsplatz“. Über den Verlauf der Veranstaltungen durften Ideen, die zur Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit bei Covestro beitragen, eingereicht werden. Die Beteiligung war hoch und viele zukunftsfähige Ideen konnten generiert werden. Die besten wurden am Weltfrauentag selbst in einer Preisverleihung gekürt.

Externer Auftritt –  Covestro Vorständin Sucheta Govil in Vorbildfunktion

Für Vorständin Sucheta Govil ist der Tag eine Herzensangelegenheit. Ihr ist es ein großes Anliegen, dass Covestro Aktivitäten zu einer gleichberechtigten Welt unterstützt und sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion einsetzen. Gemeinsam mit den Vorständinnen anderer Industrie- Unternehmen nahm sie an einem LinkedIn Live Talk teil, um ihre Einstellung in der Öffentlichkeit zu vertreten.

Dabei teilte sie ihre Meinung zu aktuellen und  kontroversen Themen und gab auch sehr persönliche Geschichten und Erfahrungen preis.

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Doch auch auf lokaler Ebene fanden vielseitige Aktionen statt und Kolleginnen und Kollegen nutzten den Tag, um Gleichberechtigungsthemen zu adressieren. Dabei war es eindrucksvoll zu sehen, wie in den unterschiedlichen Kulturen der Tag für sich interpretiert und umgesetzt wurde.

Mexiko –  Ein digitales Event unter dem Motto #Breakthebias

Aufgehangen am diesjährigen Motto des IWD hatte in Mexiko das lokale COMPASS Mitarbeitenden Netzwerk zu einer virtuellen Veranstaltung geladen. „#Breakthebias“ zog sich als rote Line durch die drei Sektionen des Events.

Im ersten Part kam eine externe Sprecherin aus Argentinien, Maria Lujan Bianchi, Spezialistin für Compliance, Vielfalt und Gleichberechtigung, zu Wort. Sie klärte auf, welche Ausprägungen von Voreingenommenheit in Unternehmen verbreitet sind und welche negativen Effekte dies auf eine Geschlechtergleichstellung haben kann. Die Bedeutung des Erkennens von Vorurteilen für deren Abbau wurde schnell ersichtlich.

Im Anschluss wurde ein Video vorgeführt, welches auf emotionale Weise verbildlicht, wie Kolleginnen und Kollegen tagtäglich Vorurteile überwinden.

Das Event gipfelte in einer offenen Gesprächsrunde: Zwei Kolleginnen (Liz Aguirre und Mary Carmen Ávalos sowie ein Kollege (Iván Escalante) berichteten über die sie prägenden Erfahrungen und Momente in ihrer persönlichen und beruflichen Laufbahn, die sie anstießen, bestehende Grenzen zu überschreiten und Vorurteile und Voreingenommenheit abbauen zu wollen.

Spanien – Gleichstellung in Wissenschaft und Industrie

Gleiche Sprache, anderes Land: Auch in Spanien nutzte man den Tag, um Gleichstellungsthemen zu adressieren. Sechs lokale Kolleginnen haben in diesem Rahmen an der „Women in Chemistry“ Kampagne teilgenommen. Diese wird vom nationalen Berufsverband FEIQUE gefördert und zielt darauf ab, die Stellung von Frauen in der Branche aufzuwerten. Die Teilnehmerinnen: Laura Mata (HSQ), Noemí Ferrer (Manager of Basic Chemicals), Elena Ilzarbe (Production Expert), Mònica Escrigas (Manufacturing Engineer).

Darüber hinaus nahm die Leiterin von HSQ, Mercè Roigé, in einem Podcast (#ODS5) des Konsortiums der Freizone Barcelona teil. In der Folge analysierte sie die Rolle der Frau in Wissenschaft und Industrie, einschließlich der Chemie, sowie die bestehenden Hindernisse auf dem Weg zur vollen Gleichstellung. Die ganze Folge, zum Nachhören für Spanischsprechende, findet man hier.

China – Eine ganze Show zum IWD und mehr

Es folgt ein Blick nach Asien, nach China um genau zu sein. Als Auftaktveranstaltung fand hier am 7. März die erste Sitzung der lokalen Ausgabe des Mitarbeitendennetzwerks COMPASS statt. Fokus: Das berufliche Wachstum und die Entwicklung von Frauen in verschiedenen Karrierestadien zum Thema "Ausbau der Präsenz als Führungskraft".

Die Präsidentin von Covestro China, Holly Lei, nutzte die Gelegenheit, um persönliche Erfahrungen zu teilen. Dabei gab sie auch wertvolle Tipps in Hinblick auf verbessertes Training, Wachstum, Energiemanagement und Einflussnahme. Auch die Teilnehmenden trugen aus verschiedenen Blickwinkeln ihre aktuellen Standpunkte bei.

Auch am Weltfrauentag selbst wurden diverse Aktivitäten abgehalten. Unter dem Motto #Breakthebias fand die Talkshow Covestro Shanghai Qiantan Forum statt. Hierzu wurden Gäste aus der Industrie (Dr. Zhang Yi, Regional President von DuPont Asia-Pacific, Christine Liu, Gründerin und Vorsitzende von sHero, zusammen mit Holly Lei, Covestro China President, und Lily Wang, Global Head of BE Engineering Plastics) eingeladen, um ihre Geschichten zu erzählen. Im Anschluss folgte ein Workshop zum Thema „Psychologische Aspekte von Frauen in verschiedenen Lebensphasen“. Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Frauenpower in der Krise“ am Abend rundete den Tag ab.

Vereinigte Staaten - #Breakhebias und Würdigung des Engagements von Frauen

In den Vereinigten Staaten ist der März der Monat der Geschichte der Frauen (Women’s History Month).  Neben dem Internationalen Frauentag am 8. März wurde auch der Monat der Geschichte der Frauen berücksichtigt und gefeiert.  Am 1. März würdigten die drei Mitarbeitendennetzwerken COMPASS, UNITE (ERG mit Schwerpunkt LGBTQ+) und Toastmasters (ERG mit Schwerpunkt Rhetorik) den Monat der Frauengeschichte und den Zero Discrimination Day, indem sie Mark Murphy, Autor und DEI-Redner bei Franklin Covey, zu einer Veranstaltung einluden, die sich mit dem Erkennen und der Bekämpfung von Vorurteilen befasste.  Die Veranstaltung war gut besucht, und die Teilnehmenden gingen mit einem Verständnis für die Bedeutung von Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion sowie für den Abbau von Vorurteilen nach Hause.  Am 8. März veranstaltete COMPASS in Baytown, TX, in Anerkennung des Internationalen Frauentags eine Podiumsdiskussion, bei der die Beiträge und Herausforderungen von Frauen in der Branche diskutiert wurden.  Der Standort Newark, OH, ehrte die Beiträge weiblicher Angestellter mit wertvollen Geschenken, während andere Standorte und Geschäftsbereiche sowohl den Tag als auch den Monat auf vielfältige Weise bedachten. Zum Abschluss des Monats wurden während des US-Townhalls Fakten über den Women's History Month, den Internationalen Frauentag und die Förderung der Geschlechtergleichstellung ausgetauscht.

Deutschland – Im Zeichen von Women´s Empowerment und MINT

Zurück nach Deutschland: Am Vortag des IWD gab es hier einen Eigenlandworkshop zum Thema „Gender“ im Bereich Process Technology. Head of Process Technology, Markus Dugal, tauschte sich dazu mit 40 Personen aus unterschiedlichen Ländern aus seinem Bereich aus. Gemeinsam wurde in der Runde diskutiert, wie Gleichberechtigung im Team wahrgenommen wird und was jede und jeder Einzelne heute noch konkret verändern kann.

Am 12. März wurde sich zudem in Grevenbroich am „Womens Power Day“ beteiligt. Organisiert wurde dieser von der Frauenunion im Jugendtreff St. Joseph. Neben Covestro haben sich unter anderen auch die Frauenberatungsstelle, und das Familienbüro beteiligt. Vor Ort war neben unserem Employer Branding Kollegen Daniel Avanzato auch Karolin, Chemielaborantin. Am Covestro-Stand hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, einen mini Helikopter zu bauen. So konnten MINT Themen erlebbar gemacht werden.

Das war nur ein Auszug von alldem, was an und um den 8. März bei uns geschehen ist. Auch an vielen anderen Covestro Standorten fand ein breites Spektrum vielfältiger und spannender Aktionen statt.

Am Ende bleibt nur noch eines zu sagen: Weltfrauentag ist jeden Tag. Auch wenn der 8. März in seinen Funktionen Bewusstsein zu stärken, und Leistungen zu würdigen seinen Stellenwert hat, ist es mindestens ebenso bedeutsam, auch an den übrigen 364 Tagen im Jahr Mädchen und Frauen eine Stimme zu geben und entsprechend zu handeln. Hier ist jede und jeder gefragt. Zumindest für die nächsten 135,6 Jahre – bis Diskriminierung, Vorurteile und Chancenungerechtigkeit keinen Platz mehr in dieser Welt haben.

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