Drei Standorte – ein starker Verbund in NRW
Die enge Vernetzung der drei NRW-Werke, in denen mehr als 6.350 Mitarbeitende im Einsatz sind, schafft Synergien und stärkt ihre Wettbewerbsfähigkeit. Das ist wichtig, denn nahezu 30 Prozent der gesamten weltweiten Produktionskapazität von Covestro entfallen auf Deutschland – ein wesentlicher Teil davon aus NRW.
1
Mitarbeitende
in NRW
(Vollzeitäquivalente)
1
Berufseinsteigende
in NRW
Milliarden Euro
Investitionen seit 2015
Im NRW-Standortverbund bündelt Covestro unter anderem Instandhaltung, Infrastruktur, Lagerhaltung und Services. Auch Logistikprozesse und Abläufe werden standortübergreifend koordiniert und weiterentwickelt.
Eine besondere Bedeutung hat die sichere Versorgung der Produktionsbetriebe mit Rohstoffen und Energie. Wasserstoff, Erdgas, Kohlenmonoxid und Stickstoff sowie unterschiedliche Energieformen werden innerhalb des Verbunds bedarfsgerecht bereitgestellt. Die räumliche Nähe und gemeinsame Organisation tragen dazu bei, Ressourcen effizient zu nutzen und Abläufe standortübergreifend aufeinander abzustimmen.
Auf dem Weg zur operativen Klimaneutralität
Auch für die Klimaziele von Covestro spielen die NRW-Standorte eine wichtige Rolle. Covestro will bis 2035 operativ klimaneutral* sein. Dazu sollen die Treibhausgasemissionen aus der eigenen Produktion (Scope 1) und aus eingekaufter Energie (Scope 2) auf Netto Null sinken. Die in der Wertschöpfungskette vor- und nachgelagerten Treibhausgasemissionen (Scope 3) sollen bis 2035 um zehn Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente im Vergleich zum Basisjahr 2021 reduziert werden** – langfristig strebt Covestro für Scope 3-Emissionen Klimaneutralität bis 2050 an.
Für seine NRW-Standorte hat das Unternehmen eine klare Roadmap ausgearbeitet: Im Vordergrund stehen dabei langfristig die Nutzung vom 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen, die klimaneutrale Erzeugung von Dampf sowie eine signifikante Steigerung der Energieeffizienz. Auf diese Weise sollen Wachstum und Nachhaltigkeit in NRW noch stärker miteinander verbunden werden.
Verantwortung für Standorte und Region
Geleitet wird der NRW-Verbund von Dr. Philip Bahke. Gemeinsam mit den NRW-Produktionsleitern Dr. Thorsten Rische (Leverkusen) und Dr. Inga Krummheuer (Krefeld-Uerdingen) verantwortet er die Weiterentwicklung des Standortverbunds.
Verantwortung übernimmt Covestro aber auch über die Werkgrenzen hinaus. Deshalb sucht Covestro aktiv den Dialog mit seinen Nachbarinnen und Nachbarn an den Produktionsstandorten und pflegt den Austausch mit dem Standortumfeld. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Thema Sicherheit - für die Mitarbeitenden, die Produktion und die Menschen in der Umgebung der Werke. Mehr Informationen zur Sicherheit in den NRW-Chemparks finden Sie hier.
Themen im Fokus
Für die Zukunft des NRW-Standortverbunds sind eine nachhaltigere Produktion, eine sichere Energie- und Rohstoffversorgung sowie eine leistungsfähige Infrastruktur von zentraler Bedeutung. Sie sind wichtige Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte und tragen zugleich zu Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung in der Region bei.
Dazu gehört auch, die Infrastruktur zukunftsfähig weiterzuentwickeln: Straßen, Schienen und Wasserwege müssen modernisiert werden und sollten leistungsfähig, zuverlässig verfügbar sowie möglichst gut miteinander vernetzt sein. Denn Covestro ist darauf angewiesen, dass Rohstoffe sicher zu den Werken gelangen und Produkte zuverlässig zu den Kunden.
Mehr zu ausgewählten Themen, die für den NRW-Standortverbund von besonderer Bedeutung sind, erfahren Sie hier.
*Der Begriff „Klimaneutralität“ bzw. „klimaneutral“ wird nahezu ausschließlich im Kontext unserer Konzernstrategie „Sustainable Future“ verwendet. In diesem Zusammenhang verstehen wir Klimaneutralität als die Erreichung unserer Klimaziele, die im Einklang mit der Definition von Netto-Null-Zielen gemäß den ESRS (Anhang II der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2772) festgelegt wurden. Diese setzt eine nahezu vollständige Reduktion der Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette (ca. 90-95 %) in Einklang mit 1,5 °C-Pfaden sowie die dauerhafte Neutralisierung unvermeidbarer Restemissionen durch CO₂-Entnahme voraus.
**Hier sind bereits teilweise wachstumsbedingte Emissionen bis zum Jahr 2035 miteingerechnet.Produktion nachhaltiger gestalten
Covestro richtet seine Produktion zunehmend auf die Kreislaufwirtschaft aus und setzt dabei verstärkt auf alternative Rohstoffe. Alle drei NRW-Standorte in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen verfügen über die international anerkannte ISCC-PLUS-Massenbilanz-Zertifizierung. Durch die Massenbilanzierung können alternative Rohstoffe in der Produktion eingesetzt und ihr Anteil bestimmten Produkten rechnerisch zugeordnet werden.
An den NRW-Standorten stellt Covestro eine breite Palette zertifiziert massenbilanzierter Produkte her. Dazu gehören unter anderem ausgewählte Polycarbonate, Komponenten für Polyurethan-Hart- und Weichschäume, PU-Lack- und Klebstoffrohstoffe, thermoplastische Polyurethane (TPUs) sowie Spezialfolien. Diese unterscheiden sich in Qualität und Eigenschaften nicht von ihren fossilbasierten Pendants. So unterstützt Covestro seine Kunden dabei, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und zugleich den Übergang zur Kreislaufwirtschaft voranzutreiben.
Langfristig will Covestro fossile Ressourcen zunehmend durch alternative Rohstoffe ersetzen und innovative Technologien entwickeln, um das Recycling von Altprodukten und unvermeidbarem Abfall weiter zu verbessern.
Rhein als Lebensader
Für den NRW-Standortverbund ist der Rhein ein zentraler Transportweg: Rund 75 Prozent der Rohstoffe erreichen die Werke in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen per Binnenschiff und etwa 30 Prozent der produzierten Werkstoffe werden über den Wasserweg ausgeliefert. Diese Transportmengen lassen sich durch andere Verkehrsträger kaum kompensieren. So kann ein Binnenschiff rund 1.500 Tonnen transportieren – dafür wären etwa 60 Lastwagen erforderlich. Extreme Niedrig- und Hochwasser können die Versorgung der Werke, die Produktion und die Kundenbelieferung deshalb erheblich beeinträchtigen.
Covestro bereitet sich deshalb gezielt auf extreme Pegelstände vor. Eine standortübergreifende „Rhine-Taskforce“ beobachtet kontinuierlich Wasserstände und Prognosen, bewertet mögliche Auswirkungen und koordiniert frühzeitig Maßnahmen. Dazu zählen zusätzliche Schiffe mit angepasster Beladung, alternative Transporte über Schiene und Straße sowie die Abstimmung von Produktions- und Lieferabläufen. Einen wichtigen Beitrag leisten die 2023 in Betrieb genommenen Niedrigwasserschiffe „CURIOSITY” und „COURAGE”: Sie können selbst bei einem Pegelstand von 40 Zentimetern am Kölner Pegel eingesetzt werden. Ihr diesel-elektrischer Antrieb reduziert zugleich den CO₂-Ausstoß um bis zu 30 Prozent.
Betriebliche Maßnahmen allein reichen jedoch nicht aus. Covestro fordert deshalb von der Politik, die Infrastruktur am Rhein schneller an die Folgen zunehmender Extremwetterlagen anzupassen. Dazu gehören insbesondere eine schnellere Abladeoptimierung am Mittelrhein, bessere Wasserstandsprognosen und geeignete Schiffskonzepte für Niedrigwasser. Denn eine leistungsfähige und zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur ist für Covestro eine wesentliche Voraussetzung, um die Versorgung der NRW-Standorte langfristig zu sichern.
Energie nachhaltiger nutzen
Auf dem Weg zur operativen Klimaneutralität setzt Covestro verstärkt auf Strom aus erneuerbaren Quellen. Eine wichtige Rolle spielt dabei Windenergie aus der Nordsee: Über einen langfristigen Stromliefervertrag mit Ørsted bezieht Covestro für zehn Jahre eine Kapazität von 100 Megawatt aus dem Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 3. Der Windstrom fließt vor allem in die energieintensive Chlorproduktion an den deutschen Standorten. Davon profitieren auch die drei NRW-Werke, die eine bedeutende Chlorproduktion aufweisen.
Solarenergie ist ein weiterer Baustein für die Energieversorgung des NRW-Verbunds. Seit 2022 bezieht Covestro auf Grundlage eines langfristigen Liefervertrags mit EnBW 63 Megawatt Solarstrom aus dem Solarpark Weesow-Willmersdorf in Brandenburg. Der Strom wird an den Standorten Dormagen und Krefeld-Uerdingen eingesetzt – vorrangig für die Produktion massenbilanzierter Hochleistungskunststoffe.
Erneuerbarer Strom für die Elektrolyse
Auch bei der energieintensiven Produktion von Chlor, Natronlauge und Wasserstoff setzt Covestro in NRW auf erneuerbare Energie. Im Rahmen einer Kooperation mit LANXESS beliefert Covestro den Spezialchemie-Konzern mit diesen Basisrohstoffen aus Leverkusen und Krefeld-Uerdingen. Rund ein Drittel der Gesamtmenge wird dabei mit Energie aus Wasserkraft auf Basis von Herkunftsnachweisen hergestellt. Dadurch lassen sich die indirekten Emissionen jährlich um rund 120.000 Tonnen CO₂-Äquivalente reduzieren.