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      Klares Ziel im Blick: Indien fährt ab auf nachhaltige Mobilität.
      Regierung plant vollständigen Umstieg auf Elektrofahrzeuge bis 2030

      Mobilität für Indien

      Bis 2021 wird Indien wohl zum drittgrößten PKW-Markt der Welt, gleich hinter den USA und China. Die schnelle wirtschaftliche Entwicklung, anhaltende Urbanisierung und wachsende Zahl der Verbraucher treiben diese Entwicklung voran – mit der starken Unterstützung der indischen Regierung, die zu einem vehementen Verfechter einer nachhaltigen Entwicklung geworden ist. Hightech-Kunststoffe können entscheidend dazu beitragen, die Nachhaltigkeitsziele in der Mobilität umzusetzen.

      Eine chaotische Flut von Motorrädern, Rikschas und Autos. Baustellen und Staubwolken, soweit das Auge reicht, und überall wird gehupt – die Verkehrsstaus in indischen Metropolen wie Mumbai und Delhi sind nicht gerade Vorzeigebeispiele einer nachhaltigen städtischen Mobilität. Doch genau das ist der Weg, den Indien als weltgrößte Demokratie eingeschlagen hat.

      Indien weist eine eindrucksvolle demografische Entwicklung auf. 2020 wird das Durchschnittsalter voraussichtlich 29 Jahre betragen, im Vergleich zu 37 Jahren in China und 48 in Japan. Die Hälfte der 1,3 Milliarden Einwohner Indiens ist jünger als 25. Eine ideale Versuchsplattform für technisch versierte Innovatoren.

      Gleichzeitig beheimatet das Land laut Weltwirtschaftsforum jedoch sieben der zehn am meisten verschmutzten Städte der Welt. Die Motivation, mehr Nachhaltigkeit in der Mobilität zu schaffen, ist entsprechend groß.

      Ambitionierte Vision

      Heute sind nur etwa ein Prozent der in Indien verkauften Fahrzeuge Elektroautos. Dennoch hat das Land die ambitionierte Vision verkündet, dass ab 2030 nur noch solche Fahrzeuge auf den Markt kommen sollen. Die Förderung von Elektrofahrzeugen soll nicht nur der Umweltverschmutzung entgegenwirken, sondern auch einen neuen Wirtschaftszweig antreiben.

      „Die kollektive Vision der indischen Regierung und Automobilindustrie sieht vor, dass der Automobilsektor bis 2026 zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts Indiens generiert, im Vergleich zu sieben Prozent heute“, sagt Günther Butschek, Vorstandschef von TATA Motors, dem größten Automobilhersteller des Landes.

      Tata Motors ist einer der Innovatoren in Pune, dem Zentrum der indischen Automobilindustrie.

      Die Bemühungen Indiens, ein Ökosystem rund um nachhaltige Mobilität aufzubauen, sind bereits an vielen Stellen sichtbar. Diverse große Auto- und Motorradhersteller in dem Land haben mit dem Vertrieb von Elektrofahrzeugen „Made in India“ begonnen. Mahindra hat den e2O und eVerito im Angebot, Maruti geht bald mit dem WagonR ins Rennen, Tata hat bereits die Elektromodelle Tiago, Tigor und Altroz in der Pipeline. Und es geht noch weiter.

      „Wir arbeiten am Ausbau unserer Architektur, um alternative Antriebsstränge unterzubringen“, so Butschek. „Die Omega-Architektur hinter dem neuen Harrier SUV ist bereits mit alternativen Brennstoffantrieben kompatibel, was künftig weitere Setups ermöglichen wird.“

      Mehrjähriges Regierungsprogramm

      Indien fördert mit seinem 2015 ins Leben gerufenen Regierungsprogramm FAME eine schnellere Einführung und Herstellung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen. In der ersten Phase wurden elektrische Transportinfrastrukturen und Pilotprogramme gefördert, und in der zweiten Phase werden Fahrzeuge mit EV-Technologie direkt bezuschusst – von Bussen über Autos bis hin zu Rikschas und Zweirädern.

      „Saubere Mobilität mit sauberer Energie“, erklärte der jüngst wiedergewählte Premierminister Narendra Modi kürzlich bei einem Automobilgipfel. Zur Verringerung von Emissionen will die Regierung die lokalen Standards an die globalen Standards angleichen und es Indien damit ermöglichen, bis 2020 bei Emissionen von Stufe BS-4 auf BS-6 (entspricht Euro 6) zu springen. Darüber hinaus hat Indien Normen für den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch implementiert. Danach sollen die Automobilhersteller den Kraftstoffverbrauch ihrer Fahrzeuge zwischen 2017 und 2021 um zehn Prozent und ab 2022 um weitere 30 Prozent oder mehr senken.

      Fortschrittliche Werkstoffe spielen schon lange eine wichtige Rolle im Bereich Mobilität. Wie zum Beispiel Polycarbonat, ein leichter und transparenter Hochleistungskunststoff, sowie Schaum, Lack und Folien aus Polyurethan. Für einen mittelgroßen Wagen für entwickelte Märkte werden heute bereits fast 20 Prozent solcher Hochleistungswerkstoffe benötigt – und die Tendenz ist steigend.

      Je leichter, desto besser

      Leichtbauweise ist einer der Schlüssel, um durch einen verringerten Kraftstoffverbrauch Emissionen zu verringern. So können erhöhte Umweltanforderungen erfüllt werden, ohne dabei auf Sicherheit oder Komfort verzichten zu müssen.

      Zwei Chefs, ein Ziel: Günther Butschek of Tata Motors (rechts) und Markus Steilemann von Covestro wollen die Mobilität in Indien auf die nächste Ebene bringen.

      Zu den neuesten Entwicklungen von Covestro in diesem Bereich gehören Verbundwerkstoffe auf Polyurethan- und Polycarbonat-Basis, die für besonders leichte und dennoch extrem robuste Bauteile verwendet werden. Diese Verbundwerkstoffe werden bald in immer mehr Fahrzeugen zu finden sein und Stahl und Aluminium zunehmend ersetzen.

      „Indien wird seinen eigenen Weg gehen und sich dabei an seinen spezifischen Marktbedürfnissen orientieren“, betonte Covestro-Vorstandschef Markus Steilemann bei seinem Besuch des TATA Motors-Werks in Pune. „Indien unterscheidet sich zwar von anderen großen Fahrzeugmärkten, profitiert aber genau so von den Eigenschaften technischer Kunststoffe. Denn sie machen Fahrzeuge leichter, effizienter, funktionaler und sicherer. Für Unternehmen wie Covestro ist es spannend, an der Mobilitätsentwicklung in Indien teilzuhaben und an Entwicklungen zu arbeiten, die das Land braucht.“

      Niko Palosuo


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