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      Hightech-Kunststoffe bringen Indiens Landwirtschaft voran

      Bauer mit Zukunft

      Vasudev Awhad hat alles richtig gemacht. In einem Beruf, der in Indien eigentlich viele Risiken birgt. Indien ist ein gigantisches Agrarland, in dem nicht alle Bauern von den Früchten ihrer Arbeit leben können. Awhad schon.

      Der 59-jährige Bauer aus Nashik im fruchtbaren Staat Maharashtra unweit der Mega-Metropole Mumbai baut Granatäpfel an. Für das extreme Klima dort mit über 30 Grad Durchschnittstemperatur ist die Super-Frucht mit dem roten, saftigen Fruchtfleisch zwar genau richtig, aber an sich kein Garant für gute Einnahmen. Denn von der Hitze verdorbene oder zu lange gelagerte Granatäpfel mindern die ohnehin sinkenden Preise, die Bauern auf den Märkten des Landkreises mit frischer Ware erzielen können. Und für den lohnenden Export eignen sich nur gekühlte Früchte.

      Mit der Sonne kühlen

      Also hat Awhad in neue Technologien investiert. „Anfangs war ich skeptisch, aber meine Neugier hat gesiegt. Ich wollte wissen, wie ich den Wert meiner Arbeit steigern kann“, erklärt Awhad. Sein Rezept ist ein mit Sonnenstrom betriebener Kühlcontainer, der die Feldfrüchte direkt vor Ort auf nachhaltige Weise kühlt und somit für den weiteren Verkauf haltbar macht. Damit verdient Awhad umgerechnet einige tausend Euro mehr pro Saison – ein Batzen Geld für das ländliche Indien.

      Trockengemüse erzielt gute Preise.

      Der Kühlcontainer ist eine Entwicklung von EcoZen, einem Start-up aus der benachbarten Millionenstadt Pune. Der weiße, begehbare Quader trägt Solarpaneele auf dem Dach und eine effiziente Dämmung im Inneren –aus hochqualitativem Hartschaum mit Materialien von Covestro. Bis zu fünf Tonnen Feldfrüchte können darin lagern und bleiben so wochenlang frisch. Weil die Container Kühlenergie direkt aus Sonnenstrahlen erzeugen, können sie in ländlichen Regionen ohne Stromversorgung eingesetzt werden. Ideal, um die Lebensmittelsicherheit auf den stark wachsenden Märkten Südostasiens zu verbessern und das Einkommen für Landwirte zu steigern.



      „Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern neue Geschäftsmöglichkeiten für die Landbevölkerung erschließen und Lebensmittel sicherer machen.“

      Veeralakshmanan Bagavathi, verantwortlich für Nachhaltigkeit und den integrativen Geschäftsansatz von Covestro in Indien

      Den Kühlcontainer hat Awhad zum ersten Mal auf dem Hof der ländlichen Produktionsgenossenschaft Yuva Mitra in Nashik gesehen. Dort stehen außerdem noch ein parabelförmiger Solartrockner, groß wie ein Gewächshaus, und Solar-Trocknungskästen in Form von Hochbeeten. Sie sind aus Polycarbonat gefertigt, einem besonders haltbaren, transparenten Hochleistungskunststoff von Covestro. Die Kleinbauern der Umgebung kommen hierher und trocknen oder kühlen ihre geernteten Zwiebeln, Brokkoli-Röschen, Chilischoten, Rote Beete und Kräuter.

      Solartrockner verhindern, dass die Ernte verdirbt.

      Es duftet wie frische Gemüsebrühe, wenn Veeralakshmanan Bagavathi, verantwortlich für Nachhaltigkeit und den integrativen Geschäftsansatz von Covestro in Indien, die Tür des Solartrockers öffnet. „Wir haben im ganzen Land inzwischen schon mehr als 250 große Solartrockner, 3000 kleine Trocknungskästen und 135 Kühlcontainer aufgestellt“, sagt Bagavathi. „Das ist ein schöner Erfolg auf dem Weg, gemeinsam mit unseren Partnern, kleinen Unternehmen und der Regierung, neue Geschäftsmöglichkeiten für die Landbevölkerung zu erschließen und Lebensmittel sicherer zu machen.“

      Tiefgrüne, orangefarbene und rote Gemüsescheibchen liegen fein säuberlich aufgereiht auf großen Tabletts und trocknen in weniger als zwei Tagen – hygienisch und ohne ihr Aroma zu verlieren. Das Trockengemüse erzielt gute Preise bei der wachsenden Zahl von Lebensmittel-Herstellern. Immer mehr Genossenschaftshöfe investieren deshalb mithilfe staatlicher Förderprogramme in die neue Technologie zum Kühlen und Trocknen, um den Kleinbauern und ihren Familien einen besseren Ertrag zu bescheren.

      Hoher Ausfall bei Agrarprodukten

      Für die Kleinbauern ist besonders der hohe Ausfall bei Agrarprodukten ein Problem: Zwar ist Indien zweitgrößter Produzent von Obst und Gemüse weltweit, doch rund 40 Prozent der Ernte, die zum Verzehr gedacht ist, verdirbt. Das sind unvorstellbare 83 Millionen Tonnen pro Jahr. Auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette kommt es zu Verlusten: bei der Ernte, dem Transport, der Weiterverarbeitung, Verpackung und beim Endverbraucher.

      Zusätzlich zu den technischen Problemen leiden die Bauern auch unter intransparenten Marktbedingungen und einer nicht nachvollziehbaren Preissetzung durch Zwischenhändler. Ein großer Teil der Lebensmittel verdirbt auf dem Weg vom Acker zum Teller, da Lagerung, Verarbeitung und Handel nicht Hand in Hand gehen. Akute Engpässe können die Folge sein. Daher ist es wichtig, Nahrungsmittel auf den lokalen Märkten in passenden Mengen und besserer Qualität verfügbar zu machen. Gleichzeitig sollten die Bauern bessere Preise erzielen können.

      „Wir möchten zur lokalen wirtschaftlichen Entwicklung beitragen, die Armut bekämpfen und den gesellschaftlichen Fortschritt unterstützen.“
      Christian Haessler, Leiter Nachhaltigkeit bei Covestro

      Mit seinem „integrativen Geschäftsansatz“ (Inclusive Business) verfolgt Covestro das Ziel, gesellschaftlichen Fortschritt von Menschen am unteren Ende der Einkommenspyramide zu beschleunigen. Das Unternehmen plant, bis 2025 mehrere Millionen Menschen in unterversorgten Märkten wie Indien, Sri Lanka und sieben weiteren Ländern Südost-Asiens mit nachhaltigen Produkten und Lösungen zu unterstützen.

      „Wir möchten zur lokalen wirtschaftlichen Entwicklung beitragen, die Armut bekämpfen und den gesellschaftlichen Fortschritt unterstützen, indem wir Menschen mit geringem Einkommen in die Wertschöpfungskette integrieren“, sagt Christian Haessler, Leiter Nachhaltigkeit bei Covestro. „Durch Kooperationen mit Partnern vor Ort entwickeln wir Modelle, die sich selbst tragen und es den Menschen am unteren Ende der Pyramide ermöglichen, selbstständig Kurs auf eine bessere Zukunft zu nehmen.“

      Für Bauer Awhad sieht die Zukunft hoffnungsvoll aus. Dank der Hightech-Container und der Initiative von Covestro können seine Kinder eines Tages die Tradition seiner Eltern und Großeltern fortsetzen: Obst und Gemüse anbauen – und ein gutes, würdiges Leben auf dem Land führen.

      Petra Schäfer

      Arzt und Landwirt: Dr. S. Renganathan will den Menschen in seiner Region ein besseres Leben ermöglichen.

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