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      Für Wachstum und Nachhaltigkeit verschieben wir die Grenzen unserer Komfortzone.

      Es ist noch nicht zu spät. Knapp ein Drittel der Frist bis zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele, der so genannten Sustainable Development Goals, ist abgelaufen. Bis 2030 bleibt noch viel zu tun. Wer stellt sich den Herausforderungen? Wer ist bereit, seine Komfortzone zu verlassen, um Verantwortung zu übernehmen? Die UN? Regierungen? NGOs? Unternehmen? Die anderen? Wir?

      Die Antwort lautet natürlich: Wir alle! Alle verfügbaren Kräfte werden gebraucht. Den Kampf gegen Armut, Ungleichheit und Klimawandel kann niemand alleine gewinnen.

      Der Grundstein für diese gemeinsame Kraftanstrengung wurde 2015 gelegt. Unter breiter Mitwirkung von Unternehmen und Zivilgesellschaft verabschiedeten die 193 Länder der Vereinten Nationen die Agenda 2030. Mit den daraus abgeleiteten 17 Zielen konnte sich die Weltgemeinschaft zum ersten Mal auf gemeinsame, globale Nachhaltigkeisziele einigen.

      Auch bei Covestro haben wir uns die Frage gestellt, was wir tun können. Welchen Beitrag können wir leisten, als Hersteller von Hightech-Materialien, die in vielen Bereichen des Lebens zum Einsatz kommen? Was können unsere 16.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den 30 internationalen Standorten tun? Wie binden wir unsere Partner und Kunden ein? Unsere Strategie gibt die Antwort: Wir wollen einen umfassenden und globalen Beitrag zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele leisten. Dafür sind wir bereit, unsere Komfortzone zu verlassen, um Innovation und Wachstum mit nachhaltiger Entwicklung zu kombinieren.

      Nachhaltige Werkstoffe entdecken!



      „Die Welt hat kein Kunststoff-Problem. Sie hat ein Abfall-Problem“
      Markus Steilemann (CEO)

      In aktuellen Diskussionen werden Kunststoffe oft kritisiert. Vor dem Hintergrund von Plastikteppichen in unseren Weltmeeren ist das natürlich nachvollziehbar. Solche Umweltprobleme sind allerdings eher ein Problem von nicht vorhandenen oder unzureichenden Abfall-Management-Systemen. Kunststoffe komplett abzulehnen, ist gerade im Hinblick auf globale Nachhaltigkeitsziele wenig zielführend. „Aus meiner Sicht geht effizienter Umweltschutz nur mit Kunststoffen. Ein Nullenergiehaus ist beispielsweise kostengünstig ohne Kunststoffe nicht vorstellbar. Fahrzeuge und Flugzeuge in Leichtbau, die hoch energieeffizient sind, kommen ebenfalls ohne moderne Kunststoffe nicht aus.“, sagt unser CEO Markus Steilemann im Tagesspiegel Background.

      Wir betrachten die Lebenszyklen von Kunststoffen ganzheitlich. Natürlich sind Recycling und Abfallmanagement Teil dieses Kreislaufes. Wir sind Teil einer weltweiten Allianz zur Beendigung des Plastikmülls, die „Alliance to end plastic waste“. Gemeinsam mit unseren Partnern, darunter auch Umweltorganisationen, wollen wir in den kommenden fünf Jahren über eine Milliarde Dollar bereitstellen, um zu vermeiden, dass Plastikmüll in die Umwelt gelangt.

      Besuchen Sie unser Solution Center. Dort finden Sie Informationen und Beispiele über unsere innovativen, vielseitigen und nachhaltigen Werkstoffe.
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      Keiner kann sich außerhalb der Komfortzone wohlfühlen. Warum nicht?

      Baratunde Thurston trifft Menschen, die mit uns diese Strategie in die Tat umsetzen. Egal ob es dabei um ökologisches, wirtschaftliches oder soziales Engagement geht, egal ob die Aktivitäten auf ein oder mehrere Ziele gleichzeitig einzahlen, alle haben eine Gemeinsamkeit: Es sind Leuchtturm-Projekte, die inspirieren und Optimismus verbreiten.

      Über Baratunde Thurston

      Er bezeichnet sich selbst als „Aktivist“ und ist Autor des Bestellers „How To Be Black“. Baratunde Thurston setzt sich schon seit geraumer Zeit mit nachhaltiger Entwicklung auseinander. Sein soziales Engagement ist vielfältig und reicht von Feldern wie Technologie und erfahrungsgeleitetem Lernen bis hin zu Kultur oder Journalismus. Viele kennen seine Beiträge für Fast Company, TED, das MIT Media Lab oder das US-Satiremagazin The Onion.

      „Komfortzonen führen zu Selbstzufriedenheit. Versuche, deine Komfortzone zu verlassen, um etwas zu bewegen. Sei kreativ und innovativ. Jeder hat das Potenzial, etwas zu leisten.“
      Dr. Renganathan

      Dr. Renganathan über die Früchte des Erfolgs

      Mit Polycarbonat und Sonnenenergie gegen Armut

      Auf den ersten Blick sehen sie aus wie gewöhnliche Gewächshäuser. Aber die fünf Solartrockner aus Polycarbonat, die kurz vor der Ortschaft Krishnagiri am Straßenrand stehen, sind ausgeklügelte Spezialvorrichtungen zum Trocknen von Obst und Gemüse. Solarzellen versorgen die Belüftung mit günstigem und umweltfreundlichem Strom. Das Polycarbonat lässt Sonnenstrahlen passieren, filtert jedoch das UV-Licht aus. So behalten die Früchte weitestgehend ihre Nährwerte und ihre natürliche Farbe. Gleichzeitig erhöht sich ihre Haltbarkeit. „In zwei bis drei Tagen entsteht ein hochwertiges Produkt, das direkt vor Ort abgepackt wird“, erklärt Dr. Renganathan.

      Trockenfrüchte sorgen für mehr Liquidität

      So einfach lässt sich das Konzept der „Solar Dryer“ auf den Punkt bringen. Früher konnten die Bauern nur verkaufen, was gerade auf dem Markt nachgefragt wurde. Ein Großteil der Ernte fand keine Abnehmer und verdarb. Durch das Trocknen werden die Produkte haltbar. Darüber hinaus lassen sich Wertsteigerungen von bis zu 3.000 Prozent erreichen. So gewinnen die Bauern an Unabhängigkeit und mit ihnen profitieren auch ihre Familien und die Dorfgemeinschaft. Wenn es den Bauern besser geht, dann beschäftigen sie mehr Feldarbeiter, und auch in den Solartrockner-Anlagen entstehen Arbeitsplätze. Wir stellen allein in Indien Materialien für bislang mehr als 1.200 kleine Solartrockner, über 200 Solartrockner in Gewächshaus-Größe und mehr als 80 solarbetriebene Kühlschränke zur Verfügung. Jeder einzelne ist ein Leuchtturmprojekt unserer „Inclusive Business“-Initiative, die darauf abzielt, einkommensschwache Regionen voranzubringen. Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort – wie z.B. Kunden, Regierungen oder NGOs – entwickeln wir bezahlbare Technologien und Produkte, mit deren Hilfe Armut, Hunger und Ungleichheit bekämpft werden.

      Über Dr. Renganathan
      „Warum genießt du nicht, was du hast? Warum verschwendest du dein Geld mit der Landwirtschaft?“ Dr. Renganathan hat es nicht immer leicht, seine erwachsenen Kinder von seinem „Nebenjob“ als Biobauer zu überzeugen. Hauptberuflich betreibt der Gynäkologe im Süden Indiens eine Klinik mit 100 Betten. Mit seiner Frau, ebenfalls eine Ärztin, hat sich der 61-Jährige etwas aufgebaut. Er hält aber nichts davon, sich auf diesem Komfort auszuruhen. Stattdessen will er den Bauern seiner Heimatregion neue und umweltverträgliche Wege des Wirtschaftens aufzeigen. Er tut dies auf seinem Bio-Bauernhof und als Miteigentümer der Firma MCI Agro Industries. Genau genommen kann man von zwei Nebenjobs sprechen. Bei Letzterem stehen die Solartrockner, in denen Obst, Gemüse und Moringa-Blätter getrocknet werden. Irgendwann, so ist sich Dr. Renganathan sicher, wird er auch seine Kinder vom Nutzen seiner Nebenjobs überzeugen können.
      Recycling

      Das in den Solartrocknern verwendete Polycarbonat ist recyclebar. Polycarbonat-Platten werden nach dem Recyclingprozess in Form von Granulat wieder in den Produktionsprozess eingeschleust.

      Natürlich haben wir uns auch über die in unseren Interviews eingesetzten orangefarbenen Kissen Gedanken gemacht. Als „mobile Komfortzone“ landen sie im Headquarter von Covestro und dienen als Sitzgelegenheit für gemütliche Arbeitspausen und Events. Nach möglichst langer Nutzung werden sie geregelt dem Wertstoff-Recycling zugeführt.

      Beitrag zu UN-Nachhaltigkeitszielen

      Die Solar Dryer tragen zur Erreichung folgender SDG bei:

      • Armut in allen Formen und überall beenden (SDG Nr.1)
      • Den Hunger beenden (SDG Nr. 2)
      • Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (SDG Nr. 8)
      • Industrie, Innovation und Infrastruktur (SDG Nr. 9)
      • Weniger Ungleichheiten (SDG Nr. 10)
      • Nachhaltige/r Konsum und Produktion (SDG Nr. 12)
      • Partnerschaften zur Erreichung der Ziele(SDG Nr. 17)
      „Ein Mädchen kann sein Leben verändern. Ein Mädchen kann seine Familie verändern. Und ein Mädchen kann ein ganzes Land verändern.”
      Dr. Pallavi Deshmukh

      Dr. Deshmukh und der Traum von Gleichberechtigung

      Raus aus dem Labor, für mehr Chancengleichheit

      Normalerweise arbeitet Dr. Pallavi Deshmukh in unserem Labor in Mumbai. Im Spätjahr 2018 wagte sie sich auf die Bühne von STEM4Girls. Auf einer Tour durch sechs indische Städte begeisterte sie 3.000 Mädchen für naturwissenschaftliche Themen. Dr. Deshmukh freut sich, dass sie die Mädchen inspirieren konnte. Ganz Wissenschaftlerin bleiben ihre Erwartungen jedoch realistisch: „Wenn nur ein Prozent der Mädchen seinen Traum wahrmachen kann, dann wäre viel erreicht“, sagt die 38-Jährige.

      Die Zukunft der Wissenschaft ist weiblich

      Diversität und Gleichberechtigung sind eine Selbstverständlichkeit in all unseren Niederlassungen. Als Arbeitgeber bringen wir unterschiedliche Menschen mit spannenden Ideen zusammen. Wir setzen uns aber auch über die Grenzen unseres Unternehmens für Gleichberechtigung ein.

      So arbeiten wir seit 2014 zusammen mit der Organisation Greenlight for Girls an dem Programm STEM4Girls.

      Unsere Mission ist es, Mädchen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu begeistern. In Indien begann diese Zusammenarbeit 2016 mit 100 Mädchen in Delhi. Im Rahmen von STEM4Girls konnten unsere indischen Kollegen dieses Jahr 3.000 Mädchen in sechs Städten für naturwissenschaftliche Themen begeistern.

      Über Dr. Pallavi Deshmukh

      Dr. Pallavi Deshmukh ist nicht nur Wissenschaftlerin in unserem Labor in Mumbai. Sie ist auch Mitarbeiterin, Vorgesetzte und Kollegin. Außerdem ist sie Ehefrau und Mutter zweier Töchter. Es ist nicht immer leicht, all diese Rollen miteinander zu vereinbaren. Trotzdem hat sie nicht gezögert, eine weitere Rolle anzunehmen. Eine Rolle, die sie aus der Komfortzone ihres Labors herausgeführt hat. Als Vorbild für 3.000 Mädchen, die sie im Rahmen von STEM4Girls für MINT-Berufe begeistert hat. Nicht nur in Indien ist die Wissenschaft noch immer eine Domäne der Männer. Die traditionelle Komfortzone für Mädchen und Frauen beschränkt sich auf den Haushalt und die Familie. Gleichberechtigung ist nicht nur eines der UN-Nachhaltigkeitsziele, es ist auch ein persönliches Anliegen von Dr. Deshmukh. Deshalb vermittelt die 38-Jährige den Mädchen Selbstvertrauen und ermutigt sie, dass alles möglich ist, wenn sie an sich glauben.

      STEM4Girls in aller Welt

      Die UN-Nachhaltigkeitsziele Nr.4 (Bildung für Alle) und Nr.5 (Gleichstellung der Geschlechter) erreichen. Mädchen für MINT-Berufe begeistern. Berührungsängste abbauen, aber auch für Chancengleichheit eintreten. Die Motivation hinter unserem Engagement ist vielfältig. Gemeinsam mit internationalen und lokalen Partnern (z.B. Greenlight for Girls oder die Deutsche Bundesregierung) führen wir jedes Jahr eine Vielzahl von Veranstaltungen durch. Vom „Girls Day“ in unserem Werk in Uerdingen (April 2018) über STEM4Girls-Veranstaltungen in Sao Paolo (Mai 2018) und Mexico City (November 2018) bis hin zu der in unserem Interview portraitierten Event-Reihe in Indien. Im Sinne von Dr. Pallavi Deshmukh sind wir fest davon überzeugt, dass man den Mädchen so viel wie möglich Inspiration und Unterstützung geben muss.

      Beitrag zu UN-Nachhaltigkeitszielen

      Unsere Zusammenarbeit mit STEM4Girls trägt zur Erreichung vieler SDG bei:

      • Armut in allen Formen und überall beenden (SDG Nr. 1)
      • Bildung für Alle (SDG Nr.4)
      • Gleichsstellung der Geschlechter (SDG Nr.5)
      • Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (SDG Nr. 8)
      • Nachhaltige/r Konsum und Produktion (SDG Nr. 12)
      • Partnerschaften zur Erreichung der Ziele (SDG Nr. 17)
      „Ich fühle mich immer dann am wohlsten, wenn ich meine Komfortzone verlasse.“

      John Elkington

      John Elkington über einen neuen Blick auf Kohle

      Die Kohlen aus dem Feuer holen

      "Kohle verbrennen, um Energie herzustellen, ist so ziemlich das Dümmste, was wir tun können“, sagt John Elkington in unserem Interview. Er hält aber auch nichts davon, Kohlenstoff grundsätzlich zu verteufeln. Denn Kohlenstoff ist mehr als Kohlekraftwerke, die CO₂ in die Atmosphäre ausstoßen. Vielmehr plädiert er dafür, die Kohlen aus dem Feuer zu holen und Kohlenstoff als das zu verstehen, was er ist: Ein natürlich vorkommender Rohstoff und Baustein des Lebens. Etwas, mit dem wir sinnvoll umgehen müssen, also wertschöpfend und effizient. Es geht darum, mit so wenig wie möglich eingesetztem Kohlenstoff möglichst viel Output zu erzielen. Dabei betrachten wir alle Glieder der Wertschöpfungskette, um den größtmöglichen Ertrag aus jedem Kohlenstoffmolekül zu gewinnen. Von den eingesetzten Ressourcen bis zur Verwertung von Rohstoffen am Ende eines Produktlebenszyklus. Im Sinne der Produktqualität, der Wirtschaftlichkeit und natürlich auch der Umweltverträglichkeit. Genau das steckt hinter dem Konzept „Carbon Productivity“, das wir zusammen mit unseren Partnern entwickelt haben.

      Kohlendioxid – Vom Abgas zum Rohstoff

      Für die Atmosphäre ist CO₂ (Kohlendioxid) ein Problem. Was aber, wenn wir es schafften, das klimaschädliche Gas zu binden? Wenn wir es sogar als Rohstoff für Materialien nutzen könnten? Was wie eine verrückte Idee klingt, ist tatsächlich schon in der Realität der Märkte angekommen. Unsere Forscher haben ein Verfahren entwickelt, das Kohlendioxid in einen wertvollen Rohstoff verwandelt. Darüber hinaus ersetzt es einen Teil der fossilen Rohstoffe, das sonst zur Produktion von Kunststoffen benötigt wird. Schon heute werden CO₂-basierte Schaumstoffe in Matratzen, Polstermöbeln oder in Form von Elastomeren, in Dichtungen oder Schläuchen eingesetzt. Der Anfang ist gemacht und unsere Forschungsabteilung arbeitet stetig an weiteren bahnbrechenden Entdeckungen.

      Grenzen verschieben

      Das neuartige Verfahren ist schon allein deshalb bedeutsam, weil es einen neuen Blickwinkel zur Problemlösung aufzeigt. Wir brauchen solche neuen Lösungsansätze. ‚Business As Usual’ reicht nicht, wenn wir eine zukunftsfreundliche Entwicklung anstreben. Das sieht auch John Elkington so: „Wir brauchen Wachstum. Aber eine andere Art von Wachstum.“ Man kann die UN-Nachhaltigkeitsziele als Pflicht begreifen. Wir sehen eher die Chancen darin und das Potential auf Wachstum. Egal ob globale Erwärmung, Urbanisierung oder zunehmende Mobilität – wir können in allen Bereichen der UN-Ziele zum nachhaltigen Fortschritt beitragen. Jeder Beitrag stellt eine Wachstumschance für unser Geschäft dar. Im besten Fall ergibt sich eine Win-Win-Situation. Das klingt einfach, ist aber tatsächlich harte Arbeit. Sie führt uns immer wieder an die Ränder unserer Komfortzone und darüber hinaus. Dorthin, wo wir lernen, wo wir besser werden und wo es Neues zu entdecken gibt. Wir verschieben Grenzen und wollen uns nicht mit dem Status Quo zufriedengeben. Deshalb haben wir unser F&E-Projektportfolio in Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen gebracht: „Bis 2025 werden 80 Prozent unseres F&E-Budgets in Bereichen eingesetzt sein, die zum Erreichen dieser Ziele beitragen: Sie werden entweder im Rahmen einer Partnerschaft mit entsprechenden Institutionen erreicht oder von diesen anerkannt.”

      Über John Elkington

      Schon mit dem 1988 erschienen Buch ‚The Green Consumer Guide‘ konnte John Elkington auf sich und sein Lebensthema aufmerksam machen: Die Verbindung zwischen Umweltschutz, Konsum und Wirtschaft. 30 Jahre später schreibt er nun an seinem 20. Buch. Wieder geht es um alles – die Wirtschaft, die Umwelt, unsere Zukunft. John Elkington ist ein Umweltaktivist, allerdings keiner, der sich an Bäume kettet. „Ein Greenpeace-Chef bezeichnete mich einmal als Aktivist im Vorstandszimmer“, erzählt er uns und schmunzelt. Seit dem weltweiten Erfolg des Eingangs erwähnten Leitfadens für kritische Konsumenten berät er Firmen auf der ganzen Welt. John Elkington steht uns seit Jahren beratend zur Seite. Als Gründer und ‚Chief Pollinator’ (Chef-Bestäuber) der Beratungsfirma Volans war er auch an der Entwicklung des ‚Carbon Productivity‘-Konzepts beteiligt.

      Der inzwischen Siebzigjährige sucht noch immer nach Herausforderungen. Zurzeit beschäftigt er sich mit Themen wie künstliche Intelligenz und lernfähige Maschinen. Können sie zur Rettung unseres Planeten beitragen? Für solche Fragen verlässt John Elkington gerne seine Komfortzone.

      Nachhaltigkeit und Komfortzonen

      Komfortzonen sind Metaphern für Routinen, bekanntes Terrain und „das haben wir schon immer so gemacht.“ Sie beschreiben aber auch Annehmlichkeiten, wie z.B. Sicherheit, Gesundheitsversorgung oder Gleichberechtigung. Diese und ähnliche Merkmale von Komfortzonen sind global betrachtet leider noch keine Selbstverständlichkeit. Die UN-Nachhaltigkeitsziele wollen dies ändern. Es geht also um die globale Ausweitung wirtschaftlicher und sozialer Komfortzonen.

      Das dafür notwendige Wachstum darf aber nicht auf Kosten unserer Umwelt gehen. Auch künftige Generationen sollten nicht belastet werden. Ökologische und soziale Anstrengungen sind genauso wichtig wie die der Wirtschaft. Deshalb sind alle UN-Nachhaltigkeitsziele miteinander verbunden. Nur so kann es gelingen, die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten – unserer wertvollsten Komfortzone – zu erhalten.

      Beitrag zu UN-Nachhaltigkeitszielen

      Carbon Productivity’ trägt zur Erreichung vieler SDG bei:

      • Nachhaltige und moderne Energie für alle (SDG Nr. 7)
      • Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit für alle (SDG Nr.8)
      • Widerstandsfähige Infrastruktur und nachhaltige Industrialisierung (SDG Nr. 9)
      • Nachhaltige Städte und Siedlungen (SDG Nr. 11)
      • Nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen (SDG Nr. 12)
      • Sofortmaßnahmen ergreifen, um den Klimawandel und seine Auswirkungen zu bekämpfen (SDG Nr. 13)
      • Umsetzungsmittel und globale Partnerschaft stärken (SDG Nr. 17)
      „Wir sind stolz, junge Menschen dazu zu motivieren, die Herausforderungen unseres Planeten anzugehen.”

      Dr. Markus Steilemann

      Gator Halpern und die Komfortzone der Korallen

      For-Profit-Ansatz für Korallen

      Regierungen, Versicherungen, Hotels, Reedereien und Fischereien – alles potenzielle Kunden von Coral Vita, einer von Gator Halpern gegründeten Firma, die Korallenriffe restauriert. Natürlich liegen dem 27-jährigen Kalifornier, mit Wohnsitz auf den Bahamas, die Riffe vor allem als wertvolles Ökosystem und Naturwunder am Herzen. Da Wachstum und Überleben von Korallen durch die Erwärmung der Atmosphäre und die Versauerung der Meere massiv bedroht sind, braucht es laut Gator Halpern aber mehr als lokale Umweltschutzaktivitäten. Ein völlig neuer Wirtschaftszweig wird notwendig sein, um die Riffe für zukünftige Generationen zu bewahren. Ein ‚For-Profit-Ansatz’, der auf ressourcenschonendes Wachstum setzt und jedes Jahr Milliarden in die Restaurierung von Korallenriffen investiert. Das Start-Up Coral Vita tritt an, die Komfortzone der Korallen zu verbessern.

      Young Champions of the Earth

      Für seine neuartigen landseitigen Korallenfarmen wurde dem 27-Jährigen dieses Jahr der Preis ‚Young Champions of the Earth‘ verliehen. Den Umweltpreis haben wir zusammen mit den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um junge Menschen in ihrem Engagement für eine bessere Zukunft zu unterstützen. Es ist unsere Mission, die Welt lebenswerter zu machen. Gator Halpern darf sich nicht nur über den symbolischen Wert des Preises freuen. Neben dem Preisgeld unterstützen wir ihn und die anderen Gewinner in Form eines Mentoren-Programms. In diesem Programm können die Gewinner auf die Erfahrung und das Knowhow unserer 16.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückgreifen. Selbstverständlich profitieren auch wir von den Ideen, die für den Preis eingereicht werden. Die vielen Einreichungen und inspirierenden Ideen sowie der Austausch mit den Unterdreißigjährigen begeistern uns immer wieder aufs Neue.

      Die Rendite von Korallenriffen

      Gator Halpern ist überzeugt davon, dass sich massive Investitionen in Korallenriffe auszahlen werden. Sie schützen Küsten und Siedlungen vor Wirbelstürmen und Tsunamis. Riffe sind die Kindergärten vieler Meerestiere und eine wichtige Grundlage für die Fischerei und die Ernährung von Millionen von Menschen. Sie werden oft als ‚Regenwälder der Meere’ bezeichnet und locken finanzkräftige Tauch-Touristen an. Es gibt Schätzungen, die davon ausgehen, dass der Lebensunterhalt von rund einer halben Milliarde Menschen direkt oder indirekt von Korallenriffen abhängt. Das Kundenpotenzial für ein internationales Netzwerk aus landbasierten Korallenfarmen ist enorm. Gator Halpern möchte den Rückenwind, den ihm die Auszeichnung ‚Young Champions of the Earth‘ gibt, und die mit dem Preis verbundene Unterstützung durch Institutionen und Unternehmen nutzen.

      Über Gator Halpern

      Schon als Kind ist Gator Halpern fasziniert vom Meer. Er verbringt viel Zeit am Strand oder in den Wellen. Seine Eltern fördern sein Interesse an Umweltthemen und ermutigen ihn, seinen Leidenschaften zu folgen. Auf dem College hilft er mit, ein Fischzucht-Projekt im peruanischen Amazonasgebiet aufzubauen, bei dem auch die sozioökonomischen Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung untersucht werden. Er studiert Umweltmanagement in Yale und ist eine Zeit lang Mitglied des WWF-Programms zum Schutz von Meeren und Küsten. Nach dem Studium zieht Gator auf die Bahamas, wo er zusammen mit Sam Teicher die erste landbasierte Korallenfarm der Welt aufbaut. Mit Coral Vita verbindet er seine Leidenschaft für das Meer mit nachhaltigem Unternehmertum. 2018 wird ihm dafür die Auszeichnung Young Champion of the Year verliehen.

      Der Name Gator hat übrigens nichts mit Alligatoren zu tun. Auf der Suche nach einem Namen für ihr Baby fragten seine Eltern ihre beiden kleinen Söhne Moose und Griffin. Die zeigten zuerst auf ein Spielzeug-Rennauto, dann auf eine Flasche Gatorade. „Ich bin froh, dass ich nicht ‚Racecar‘ heiße!“, sagt Gator heute.

      Weitere Gewinner 2018

      Neben Gator Halpern, den wir in unserem Interview vorstellen, wurden 2018 sechs weitere junge Frauen und Männer ausgezeichnet.

      Der 25-jährige Maschinenbauer Arpit Dhupar aus Indien wird für seine Technologie ausgezeichnet, die 90% des von Dieselgeneratoren produzierten Feinstaubs herausfiltert. Die mechanische Leistung wird dadurch nicht eingeschränkt. Anstatt die Partikel zu entsorgen, wird der herausgefilterte Kohlenstoff für die Produktion von Pigmenttinte zum Drucken genutzt. Feinstaub für einen guten Zweck.

      Die palästinensisch-kuwaitische Unternehmerin Heba Al-Farra, 30, wird für ihr soziales Engagement ausgezeichnet. Sie hat die Initiative ‚Women in Energy and Environment’ ins Leben gerufen. Dieses Projekt bietet Frauen im Ingenieur- und Umweltwesen im Nahen Osten und in Nordafrika Unterstützung an. Gleichzeitig ist es eine Gemeinschaft gleichgesinnter Frauen, die sich gegenseitig unterstützen.

      Hugh Weldon, 25, ist ein Maschinenbauer aus Irland und Mitgründer von Evocco. Er wird für eine Smartphone-App ausgezeichnet, mit der Nutzer anhand eingescannter Kassenzettel ihren ökologischen Fußabdruck ermitteln können.

      Die chinesische Taucherin und Unternehmerin Miao Wang, 30, wird für ‚Better Blue’ ausgezeichnet. Sie möchte ein globales Netzwerk aus Tauchern und Tauchstationen aufbauen. Die Teilnehmer können über das Netzwerk naturwissenschaftliche Bildungsprogramme anbieten und sich so für den Schutz der Meere einsetzen.

      Die 24-jährige Amerikanerin Miranda Wang, Mitgründerin und Vorstandsvorsitzende von BioCollection, wird für ihre chemische Recycling-Technologie ausgezeichnet, die neue Produkte und Werkstoffe erstmals recycelbar macht.

      Der ägyptische Künstler und Maler Shady Rabab wird für die ‚Garbage Conservatoire Band’ ausgezeichnet. Sein Engagement bringt Kinder zusammen, die als Müllsammler in Luxor arbeiten. Der 26-Jährige zeigt ihnen, wie man aus Abfällen Musikinstrumente bauen kann. Letztlich soll die Band mit ihren selbst gebauten Instrumenten auftreten. Dadurch setzen die Musiker ein Zeichen für ein besseres Abfallmanagement innerhalb wie außerhalb Ägyptens.

      Beitrag zu UN-Nachhaltigkeitszielen

      Jede Idee und jeder Beitrag, der bei den ‚Young Champions of the Earth‘ eingereicht oder prämiert wird, trägt zur Erreichung von einem oder mehreren Nachhaltigkeitszielen bei. Auch Gator Halperns Arbeit hat positive Auswirkungen auf mehreren Ebenen:

      • Ernährung sichern (SDG Nr.2)
      • Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit für alle (SDG Nr.8)
      • Nachhaltige Städte und Siedlungen (SDG Nr.11)
      • Sofortmaßnahmen ergreifen, um den Klimawandel und seine Auswirkungen zu bekämpfen (SDG Nr.13)
      • Bewahrung und nachhaltige Nutzung der Ozeane, Meere und Meeresressource (SDG Nr.14)

      Storys, die Grenzen verschieben

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