Fit für die Zukunft

Polyurethan (PU) leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. Allein in der EU werden durch den Einsatz von PU-Dämmstoffen jährlich rund 50 Millionen kWh Energie eingespart.

PU-Nano-Schaumstoffe

Je kleiner die Poren, desto besser ist die Dämmwirkung von PU. Die Porengröße heutiger Polyurethane liegt typischerweise bei 10 μm. Covestro befindet sich in der Erforschung von Schaumstoffen mit einem Porendurchmesser von 150 nm, was etwa einem Tausendstel der aktuellen Größe entspricht. Das würde die Wärmeleitfähigkeit von PU um die Hälfte reduzieren. Die Herausforderung besteht hierbei allerdings darin, dass diese Nano-Schaumstoffe mit einer vollkommen anderen Methode hergestellt werden müssen als die heutigen Hartschaumstoffe. Covestro arbeitet mit Wissenschaftlern der Universität zu Köln zusammen, um die chemische Reaktion zwischen den PU-Rohstoffen und die gleichzeitige Expansion der winzigen Schaumblasen in den Mikro-Emulsionen zu verfeinern. Wenn diese Hürde genommen ist, könnte ein bestimmter Grad der Wärmedämmung mit nur noch halb so dickem PU-Dämmstoff erreicht werden.

PU-Nano-Schaumstoffe
PU unter dem Mikroskop: Generell nimmt die Dämmleistung mit abnehmender Porengröße zu.

CO2 als PU-Rohstoff

Eine neue, innovative CO2-Technologie ermöglicht die Verwendung von CO2, einem Treibhausgas, als einen nützlichen Rohstoff, der als Baustein für Kunststoff verwendet werden kann. Basierend auf dieser Technologie bietet Covestro seit 2016 eine Reihe von Polyolen der Marke cardyon™ für zahlreiche Polyurethan-Anwendungen an. Die Nutzung von CO2 bei der Kunststoffherstellung kommt der Umwelt zugute, da dadurch der Kohlenstoff-Fußabdruck verringert und eine alternative Kohlenstoffquelle neben fossilen Kohlenwasserstoffen und biobasierten Rohstoffen geschaffen wird. Nähere Informationen erhalten Sie auf unserer cardyon™-Seite.

Verordnungen verbessern Brandschutz

Obwohl die EU PU bereits als „schwer entflammbar“ bis „normal entflammbar“ einstuft, geht die Arbeit zur Verbesserung seiner Flammschutzeigenschaften weiter. Die größte treibende Kraft dahinter ist die Erwartung, dass jederzeit mit einer weiteren Verschärfung der jeweiligen Verordnungen zu rechnen ist. Das Polyisocyanurat-System für Metallverbundelemente von Covestro verfügt über eine deutlich bessere Feuerbeständigkeit als konventionelle Systeme und erzeugt erheblich weniger Rauch. Mit Verbundelementen dieser Art werden vor allem Industriegebäude wie Lager- und Fertigungshallen und Kühlhäuser errichtet. Ein Ergebnis dieser innovativen Entwicklung ist, dass PIR-Systeme als echte Alternative für anorganische Stoffe zum Einsatz gebracht werden können, wenn die Anforderungen der Rauchklasse s1 erfüllt werden müssen (gemäß SBI, EN 13823).

In Zukunft wird man sich vor allem damit beschäftigen, wie PU-Schaum bei spezifischen Endanwendungen auf Flammen reagiert und inwieweit sich durch die Kombination von PU mit anderen Werkstoffen Verbesserungen beim Brandschutz erzielen lassen. Laut Covestro-Experten sind den Verbesserungsmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Auf diese Weise bleibt PU mit Sicherheit einer der besten Dämmstoffe überhaupt.