<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
     xmlns:pp="http://www.presspage.com/rss/"
     version="2.0"
     xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom">
                <channel>
                    <title><![CDATA[Newsroom Covestro Blog]]></title>
                    <link>https://www.covestro.com/blog/de/</link>
                    <description></description>
                    <language>de</language>
                    <lastBuildDate>Tue, 08 Sep 2026 07:36:48 +0200</lastBuildDate>
                    <pubDate>Fri, 12 Dec 2025 15:12:52 +0100</pubDate>
                    <image>
                        <title><![CDATA[Newsroom Covestro Blog]]></title>
                        <url>https://content.presspage.com/clients/150_2697.png</url>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/</link>
                        <width>144</width>
                    </image><item>
                        <title>Nachhaltige Welt – wirtschaftliche Chance</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/nachhaltige-welt--wirtschaftliche-chance/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/nachhaltige-welt--wirtschaftliche-chance/</guid><pp:caseid>731263</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Klimawandel, Artensterben, Ressourcenschwund, Umweltverschmutzung – alles ballt sich immer mehr zu einer großen Systemkrise zusammen. Wir müssen sie viel stärker ganzheitlich adressieren – und dabei auch die enormen wirtschaftlichen Chancen sehen.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Fax, Reisescheck, Kaufmannsladen. Viele Wörter sterben aus, weil sie keine Entsprechung mehr in der Wirklichkeit haben. Ich fürchte, „Staatengemeinschaft“ und „Weltordnung“ könnten bald dazugehören – bei dem Tempo, in dem das internationale System in teils selbstzentrierte Machtblöcke zerfällt. Immerhin sehen aber offenbar viele Länder weiter einen Sinn darin, sich an einen Tisch zu setzen. So wie jetzt auf der <a href="https://www.unep.org/environmentassembly/unea7" target="_blank">UN-Umweltversammlung</a> in Nairobi, dem höchsten Entscheidungsgremium der Vereinten Nationen in allen Umweltbelangen.</p><p>Denn so fragmentiert und chaotisch die Geopolitik sich darstellt, so zusammenhängend sind die Probleme, die dringend gemeinschaftlicher Lösungen bedürfen. Darauf weisen zwei umfassende neue Studien hin, die im Vorfeld der Konferenz in Kenia erschienen sind. Sie haben mich aufgerüttelt – im Negativen wie im Positiven.</p><p>Zunächst das Alarmsignal. Was die OECD in ihrem <a href="https://www.oecd.org/en/publications/environmental-outlook-on-the-triple-planetary-crisis_257ffbb6-en.html" target="_blank">Umweltausblick</a> bis 2050 konstatiert, muss uns allen zu denken geben – denn es betrifft uns alle, über kurz oder lang: Dass sich Klimawandel, Artensterben und Ressourcenschwund sowie Umweltverschmutzung immer mehr zu einer systemischen „Dreifachkrise“ von planetarem Ausmaß zusammenballen.</p><h2>360-Grad-Sicht statt Silodenken</h2><p>Dieser Konnex muss viel stärker ganzheitlich gesehen und adressiert werden; die Menschheit kann sich ein Silodenken schlicht nicht mehr leisten. Denn sollte es bei dem heutigen Vorgehen bleiben, werden wir bis zur Jahrhundertmitte in allen Dimensionen noch einmal gravierende Verschlechterungen erleben, warnen die Experten.</p><p>Aber jetzt zur erfreulicheren Seite. Wenn Regierungen und Wirtschaft entschlossen in den Schutz von Klima und Natur investieren, dann könnten nicht nur Millionen Menschen aus Armut befreit und vor Krankheit und vorzeitigem Tod bewahrt werden. Dann winken überdies immense wirtschaftliche Vorteile: Bis 2070 könnte die globale Wirtschaftsleistung um mindestens 20 Billionen US-Dollar pro Jahr höher liegen als beim Business as usual, so der <a href="https://www.unep.org/resources/global-environment-outlook-7" target="_blank">Global Environment Outlook</a>, den das UN-Umweltprogramm UNEP jetzt vorgelegt hat.</p><h2>Nicht-Handeln keine Option</h2><p>Natürlich sind auch die Investitionen hoch – allein bis 2050 im Schnitt rund acht Billionen Dollar jährlich für Netto-Null-Emissionen sowie Schutz und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt. Aber: Die Kosten des Nicht-Handelns wären deutlich höher. Man führe sich nur vor Augen, was die zunehmenden Wetterextreme nicht zuletzt in finanzieller Hinsicht bedeuten. Das mag auch denjenigen einleuchten, die „grünen“ Themen skeptisch gegenüberstehen.</p><p>Ich kann die Botschaft von UNEP-Direktorin Inger Andersen nur unterstreichen: „Entweder die Menschheit geht weiter in eine Zukunft, die von Klimawandel, schwindender Natur, degradierten Böden und verschmutzter Luft verwüstet ist. Oder sie ändert ihre Richtung und sichert einen gesunden Planeten, gesunde Menschen und gesunde Volkswirtschaften. Das ist eigentlich gar keine Wahl.“</p><p>Eine nachhaltige Welt als Aufgabe, Chance und wirtschaftlicher Imperativ – dies entspricht genau meiner Denkweise. Wir dürfen, bei aller berechtigten Sorge, die Zukunft nicht nur düster sehen. Und schon gar nicht die Bemühungen um Nachhaltigkeit als Naivität oder Zumutung abtun. Ganz im Gegenteil: Wenn – vereinfacht gesagt – immer mehr mitmachen, dann kann die Welt auch wieder lebenswerter werden: sauberer, gesünder und komfortabler, smarter und partizipativer. Und eben auch wohlhabender.</p><h2>Hightech-Materialien nutzen</h2><p>Denn es mangelt ja nicht an Ideen und Plänen. Wissen, Werkzeuge und Technologien sind vorhanden, wie auch in den Studien betont wird. Was mich wiederum anspornt, noch mehr für die Entwicklung von zukunftweisenden Materialien wie etwa Hightech-Kunststoffen zu tun. Denn sie sind unerlässlich, um auf praktisch allen Handlungsfeldern voranzukommen.&nbsp;</p><p>Im Energiesektor etwa, der als größter Emittent von Treibhausgasen den Klimawandel befeuert: Hier helfen Kunststoffe unter anderem beim Umstieg auf saubere Quellen wie Wind- und Solarkraft. Oder in der Landwirtschaft, dem größten Treiber für den Verlust von Ökosystemen. Kunststoffe können hier für effizientere, ökofreundliche Anbaumethoden sorgen, zum Beispiel in Form von biologisch abbaubaren Beschichtungen für Saatgut.</p><h2>Kreislaufwirtschaft als Gesamtkonzept</h2><p>Aber, wie gesagt, es geht nicht (nur) um Einzellösungen. Sondern darum, den Schutz von Klima, Natur und Umwelt konzeptionell besser zu verknüpfen. Und es gibt dafür auch eine Schlüsselstrategie: die Kreislaufwirtschaft. Ein gesellschaftliches Programm, das bewusstes Konsumverhalten, umweltverträgliche Produktionsweisen und nachhaltiges Wachstum vereinen kann.&nbsp;</p><p>Konsequent angewandt, setzt es an den miteinander verwobenen Ursachen der „Triple Crisis“ an: Klima- und gesundheitsschädliche Emissionen werden sinken, wir benötigen weniger Ressourcen, Ökosysteme und Arten bleiben erhalten, unser Abfallaufkommen wird kleiner.&nbsp;</p><p>Dazu gehört natürlich auch, dass künftig weniger Plastikmüll in die Umwelt gerät. Ich hoffe sehr, dass wir dazu endlich eine vernünftige globale <a href="https://www.unep.org/inc-plastic-pollution" target="_blank">Übereinkunft</a> bekommen – und alle Akteure beweisen, dass der Begriff der internationalen Gemeinschaft doch nicht sinnentleert wird.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Fri, 12 Dec 2025 15:12:52 +0100</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/7e3186b3-bba5-40eb-a4e1-0e2dd2f731e6/500_251212_globalsustainabledevelopmentconcept.jpg?66475" length="0" type="image/jpg" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/7e3186b3-bba5-40eb-a4e1-0e2dd2f731e6/500_251212_globalsustainabledevelopmentconcept.jpg?66475</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/7e3186b3-bba5-40eb-a4e1-0e2dd2f731e6/251212_globalsustainabledevelopmentconcept.jpg?66475</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[251212_Global sustainable development concept]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[&amp;copy; Dmytro Tolokonov &amp;ndash; stock-adobe.com]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>Der „Material Effect“</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/der-material-effect/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/der-material-effect/</guid><pp:caseid>725075</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Europas Kunststoffbranche blickt in den Abgrund, vor allem wegen negativer Rahmenbedingungen. Aber im Kern ist sie vital und hochinnovativ. Das macht sie auf der K2025 deutlich, ihrer weltgrößten Leistungsschau.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Das emissionsfreie Flugzeug aus Leichtkunststoff, das zukünftig nur mit Wasserstoff im Tank als Experiment die Erde umrunden soll. Der Autoscheinwerfer, der bereits jetzt aus alten Reifen hergestellt wird. Oder auch einfach die Zahnbürste aus nur einer Plastikart, die sich deswegen besonders leicht recyceln lässt: Drei innovative Produkte und Konzepte unter vielen anderen, denen ich dieser Tage auf der <a href="https://www.k-online.de/" target="_blank">K2025</a> begegne, der weltgrößten Leistungsschau der Kunststoffindustrie.</p><p>Hochwertige Kunststoffe: Sie sind das Material für das 21. Jahrhundert, wie mir beim Streifen durch die Messehallen in Düsseldorf einmal mehr deutlich wird. Und vielen anderen Besuchern sicherlich auch. Über 3000 Aussteller aus 66 Ländern, darunter Covestro, machen hier greifbar, wie der Werkstoff unser Leben auf Schritt und Tritt verbessert, es nachhaltiger und smarter macht, bequemer und sicherer. Und wie er immer wieder hilft, Neues hervorzubringen. Kein Wunder, dass die weltweite Kunststoffproduktion weiter zunimmt: 2024 fuhr sie ein Plus von vier Prozent ein, mehr als das weltweite Bruttosozialprodukt.</p><h2>Technologien konsequenter umsetzen</h2><p>Das bestärkt mich in meinem Optimismus, der auch in angespannten Zeiten wie diesen überwiegt: An guten Ideen und technologischen Lösungen herrscht eigentlich kein Mangel – sie müssen bloß konsequenter verwirklicht werden.</p><p>Viel Zuversicht also auf der „K“. Aber nicht nur. Als CEO eines in Deutschland verwurzelten Weltkonzerns treiben mich wie viele andere Unternehmenslenker zugleich auch tiefe Sorgen um. Denn ausgerechnet in Deutschland als Standort der seit über 70 Jahren bestehenden Leitmesse wie auch in ganz Europa ist die Kunststoffindustrie schwer unter Druck. Mehr noch – der Sektor, der in 50.000 Unternehmen 1,5 Millionen Menschen beschäftigt, steht inzwischen regelrecht am Abgrund.</p><h2>Wirtschaftliche Lage alarmierend</h2><p>Zweistelliges Umsatzminus, weiter schrumpfende Marktanteile: Der <a href="https://plasticseurope.org/de/knowledge-hub/plastics-the-fast-facts-2025/" target="_blank">Lagebericht</a>, den der Branchenverband Plastics Europe vor ein paar Tagen vorgelegt hat, ist alarmierend. Inzwischen stammen nur noch zwölf Prozent aller Kunststoffe aus Europa – vor knapp 20 Jahren waren es noch 22 Prozent. Gleichzeitig ist vor allem China aufgestiegen, das fast dreimal so viel Plastik produziert wie die gesamte EU.&nbsp;<br>Was wiederum zeigt: Es sind vor allem die Rahmenbedingungen, die den Sektor in Europa und namentlich in Deutschland ausbremsen – insbesondere höhere Energiekosten, strengere regulatorische Anforderungen und größerer bürokratischer Aufwand.</p><p>Die gute Nachricht: Die Bundesregierung hat das erkannt und will eine „Chemieagenda 2045“ aufstellen. Ich hoffe, die Jahreszahl markiert nicht erst das Startdatum. Denn der Zeitpunkt zum Handeln ist jetzt – je früher, desto besser. Welche <a href="https://www.vci.de/vci/downloads/publikation/politikbrief/vci-politikbrief-machenjetzt.pdf" target="_blank">Strukturreformen</a> konkret angegangen werden müssen, hat „meine“ Branche unmissverständlich formuliert. Und auch gegenüber der Kommission in Brüssel hegen wir sehr klare Erwartungen, die keinen Aufschub dulden.</p><h2>Besonderes Erfolgsrezept</h2><p>Denn klar ist: Die EU und Deutschland als größtes Mitgliedsland brauchen eine starke Kunststoffindustrie. Und im Kern ist sie das ja auch – vital und hochinnovativ. Sie bringt beständig passgenaue Lösungen für zahllose andere Sektoren und die Herausforderungen des modernen Lebens hervor. Das Erfolgsrezept, das besonders bei Covestro ausgeprägt ist: eine einzigartige Kombination aus Materialwissenschaft, Prozesstechnik und Anwendungsentwicklung.</p><p>Wir nennen das „<a href="https://www.covestro.com/press/de/covestro-bringt-the-material-effect-auf-die-k-2025/" target="_blank">The Material Effect</a>“. Das bedeutet: Genau zu wissen, wie man im Baukasten der Chemie kleinste Dinge verändert, um Kunststoffe mit bestimmten Eigenschaften zu designen. Das heißt, sie so effizient und umweltverträglich wie möglich herzustellen, mit Verfahren, die immer ausgefeilter werden. Und das erfordert, sich in vielen Branchen richtig gut auszukennen – um die Bedürfnisse von heute zu decken und die Trends von morgen zu sehen. Bei allen drei Facetten helfen uns Künstliche Intelligenz und Quantencomputing.</p><p>Auf der K2025 zeigen wir den Material Effect in Aktion. Wie er in Elektronik, Gesundheit, Sport und Freizeit durchschlägt. Oder bei der Mobilität, wo Covestro-Materialien jetzt im Prototyp eines Busses für den öffentlichen Nahverkehr verwendet werden. Der Clou: <a href="https://solutions.covestro.com/de/highlights/artikel/stories/2025/die-zukunft-faehrt-autonom-dank-dem-material-effect" target="_blank">Das Shuttle</a> ist nicht nur elektrisch, sondern auch fahrerlos unterwegs – unter anderem dank des Hochleistungskunststoffs Polycarbonat, der Assistenzsysteme und Sensoren integriert.</p><h2>Zirkuläres Kunststoffsystem aufbauen</h2><p>Dass sich dieses Material hervorragend recyclen lässt, ist ein weiteres Plus – und bringt mich noch zu einem anderen Punkt: Europas Kunststoffindustrie muss dringend ihre ambitionierten Nachhaltigkeitsziele verwirklichen können. Wir haben die Chance, auf dem Kontinent das weltweit erste zirkuläre Kunststoffsystem aufzubauen. Das wäre ein großartiges Signal und könnte starke Wachstumsimpulse geben.</p><p>Aber auch dazu bedarf es rasch besserer politischer Rahmenbedingungen – etwa die entschlossene Förderung von chemischem Recycling, das derzeit in der EU auf der Stelle tritt. Und insgesamt ist es im Moment leider so, dass die Gemeinschaft ihre frühere Spitzenposition bei zirkulären Kunststoffen an Asien verloren hat. Auch hier liegt wiederum China weit vorn, wo 2024 fast die doppelte Menge davon hergestellt wurde wie Europa.</p><p>In drei Jahren findet die nächste „K“ statt. Ich hoffe sehr, dass bis dahin die nötigen Reformen gegriffen haben werden und die Branche in Europa wieder mit besseren Zahlen aufwarten kann. Aber in einem bin ich mir sicher: Dass ich auch 2028 wieder Innovationen aus der Welt der Kunststoffe bestaunen kann.</p>]]></description><category><![CDATA[Performance Materials,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Tue, 14 Oct 2025 13:38:00 +0200</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/2893cecf-54c4-4710-9f87-c1573d8325bd/500_20251014_k-2025-the-material-effect-teaser.jpg?90477" length="0" type="image/jpg" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/2893cecf-54c4-4710-9f87-c1573d8325bd/500_20251014_k-2025-the-material-effect-teaser.jpg?90477</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/2893cecf-54c4-4710-9f87-c1573d8325bd/20251014_k-2025-the-material-effect-teaser.jpg?90477</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[20251014_K-2025-The-Material-Effect-Teaser]]></pp:imageTitle></item><item>
                        <title>Meinungsvielfalt und Medienfreiheit: Humus der Demokratie</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/meinungsvielfalt-und-medienfreiheit-humus-der-demokratie/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/meinungsvielfalt-und-medienfreiheit-humus-der-demokratie/</guid><pp:caseid>722952</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Die Vielfalt der Meinungen, die Freiheit der Medien und Wissenschaft geraten zusehends unter Druck. Sie sind der Humus der Demokratie und die Triebfeder für kritisches Denken, Kreativität und Innovation. Wir müssen deutlicher für sie eintreten.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>“Fair is foul and foul is fair”: Dieser Ausspruch der Hexen in Shakespeares Drama “Macbeth” kommt mir in den Sinn, wenn ich sehe, wie sich weltweit der Kampf um Meinungen und Deutungen immer weiter zuspitzt. Was die einen als gut und richtig ansehen, brandmarken die anderen als schlecht und falsch – und umgekehrt.&nbsp;</p><p>Begriffe werden umfunktioniert, Wertvorstellungen ins Gegenteil verkehrt. Affekt triumphiert über Ratio. Ursprünglich inakzeptable Ansichten bekommen allmählich den Charakter des Normalen und Sagbaren. Eine Diskursverschiebung, die mit Hasskommentaren und Beleidigungen bis hin zu Boykott- und Gewaltaufrufen einhergeht.&nbsp;</p><p>Diese Entwicklung bereitet mir große Sorgen. Denn der offene Diskurs ist nicht nur der Humus der Demokratie. Sondern auch das Rüstzeug, das wir haben, um den vielen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen. Wenn er nicht mehr stattfindet, dann erstickt auch Kreativität, dann verkümmern Wissenschaft und Innovation, dann werden Gesellschaften dysfunktional.&nbsp;</p><h2>Toleranz auch den Intoleranten?&nbsp;</h2><p>Das führt zu der Frage, wie offen dieser Diskurs sein darf. Wie gehen wir mit dem Toleranz-Paradoxon um, das der Philosoph Karl Popper vor 80 Jahren beschrieben hat? Dass eine tolerante Gesellschaft es intoleranten Kräften sehenden Auges erlaubt oder ermöglicht, die eigene Toleranz einzuschränken oder abzuschaffen.</p><p>Können und sollen der Meinungsfreiheit beziehungsweise dem, was jeder darunter für sich versteht, Grenzen gesetzt werden? Während sie in einigen Ländern bei Straftatbeständen wie Beleidigung und Volksverhetzung endet, ist in anderen das Rechtsverständnis weiter gefasst. Dort sind teilweise auch Äußerungen, die woanders als unwahre Tatsachenbehauptung oder sogar Anstiftung zu Straftaten gelten würden, noch zulässig. Ob das zielführend ist für den Zusammenhalt, die Bewältigung der Gegenwart und die Gestaltung der Zukunft, wage ich zu bezweifeln.</p><p>Aber der eigentliche Punkt ist ein anderer und geht viel weiter. Man mag ja noch so radikal und dogmatisch die eigene Position vertreten und jede andere diffamieren dürfen. Auch mit dem Argument, die eigene Meinung werde unterdrückt. Aber man sollte dann auch allen anderen das Gleiche zubilligen. Getreu dem Voltaire in den Mund gelegten Bonmot: „Ich missbillige, was Sie sagen, aber ich werde bis zum Tod Ihr Recht verteidigen, es zu sagen.“</p><p>Seit der Aufklärung wurde in Sachen Toleranz und Meinungsfreiheit mühsam viel erreicht. Doch der große Philosoph wäre sicher entsetzt, wenn er sähe, welche Rückschritte wir gerade machen. Zu beobachten sind – im internationalen Vergleich noch recht harmlose – Vorgänge wie jetzt in Deutschland die Abberufung der TV-Moderatorin Julia Ruhs durch den NDR – nachdem man sie kurz zuvor eigens angeheuert hatte, um eine „konservative“ Perspektive ins öffentlich-rechtliche Mediensystem zu bringen.&nbsp;</p><h2>Cancel Culture im großen Stil&nbsp;</h2><p>Gleichzeitig findet Cancel Culture im richtig großen Stil statt: Kampagnen und juristische Feldzüge gegen die Medienlandschaft an sich. Weltweit ist es um die Pressefreiheit schlecht bestellt – im „World Press Freedom Index“ von Reporter ohne Grenzen wird sie jetzt zum ersten Mal als „schwierig“ eingestuft.</p><p>Um das Maß voll zu machen, ist in den vergangenen zehn Jahren auch die Freiheit der Wissenschaft weltweit deutlich zurückgegangen. 2025 verzeichneten insgesamt 34 Länder einen statistischen und substanziellen Rückgang der akademischen Freiheit im Vergleich zu 2015, wie aus dem Academic Freedom Index hervorgeht.</p><p>Meinung, Medien, Forschung: Die Fundamente der Demokratie sind gefährlich unter Druck. Aber demokratische Gesellschaften brauchen eine Vielzahl von Stimmen, Perspektiven und Diskursräumen.&nbsp;</p><p>Das muss auch die Wirtschaft sehen und klar benennen. Auch sie lebt von kritischem Denken. Von Vielfalt und Offenheit, von Respekt, Vertrauen und Zusammenarbeit als Nährboden für Innovationen, die Wachstum und Wohlstand sichern.&nbsp;</p><p>Unternehmen können und sollten Fakten vermitteln, Orientierung geben, Räume für Dialog schaffen. Wir bei Covestro unterstützen zum Beispiel das Europäische Jugendparlament, wo wir dieses Jahr als Pate für die Themen Kreislaufgesellschaft und Innovation/Wissensgesellschaft fungieren.</p><p>Dialog, Partizipation und Vertrauen – wie wichtig das ist, hat kürzlich UNO-Generalsekretär Antonio Guterres noch einmal anlässlich des Internationalen Tags der Demokratie hervorgehoben. Machen wir uns an jedem einzelnen Tag klar: Demokratie und Toleranz sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie sind ein gemeinsames Projekt, das wir gestalten und schützen müssen.</p>]]></description><category><![CDATA[People,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Tue, 23 Sep 2025 13:59:25 +0200</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/f509c2cd-2730-42ca-9a4d-912b15cb78ec/500_250923_adobestock_451349226-fin.jpeg?83594" length="0" type="image/jpeg" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/f509c2cd-2730-42ca-9a4d-912b15cb78ec/500_250923_adobestock_451349226-fin.jpeg?83594</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/f509c2cd-2730-42ca-9a4d-912b15cb78ec/250923_adobestock_451349226-fin.jpeg?83594</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[250923_AdobeStock_451349226-fin]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[woman with mouth sealed in adhesive tape. Free of speech, freedom of press, Human rights, Protest dictatorship, democracy, liberty, equality and fraternity concepts]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>Wir brauchen einen Herbst der Einigkeit</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/wir-brauchen-einen-herbst-der-einigkeit/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/wir-brauchen-einen-herbst-der-einigkeit/</guid><pp:caseid>719994</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Die ersten hundert Tage der Regierung Merz waren durchwachsen. Jetzt, mit dem Ende der politischen Sommerpause, muss die Arbeit der Koalition deutlich besser werden. Vor allem sollte sie mehr Einigkeit zeigen und sich nicht verzetteln.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Wir hatten es schon im Sommer spüren sollen – dass sich in Deutschland „langsam etwas zum Besseren“ verändert. So hatte es Bundeskanzler Friedrich Merz Mitte Mai in seiner ersten Regierungserklärung als Ziel ausgegeben. Nun ist Langsamkeit ein relativer Begriff, und vielleicht ist mein Sensorium auch nicht ausgeprägt genug: Jedenfalls neigt sich der Sommer dem Ende zu, ohne dass sich bei mir der Eindruck grundlegender Verbesserungen eingestellt hat.</p><p>Zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht kann davon keine Rede sein. Eher im Gegenteil, wenn wir auf die Meldungen aus den Sommermonaten blicken. Juni: Die <a href="https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/08/PD25_289_421.html#:~:text=Produktion%20in%20energieintensiven%20Industriezweigen%20gesunken,Internetangebot%20des%20Statistischen%20Bundesamtes%20verf%C3%BCgbar" target="_blank">Industrieproduktion</a> sinkt um fast zwei Prozent gegenüber dem Vormonat auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020. Juli: Die Zahl der <a href="https://www.iwh-halle.de/presse/pressemitteilungen/detail/iwh-insolvenztrend-mehr-firmenpleiten-im-juli" target="_blank">Insolvenzen</a> hingegen nimmt weiter zu – auf den zweithöchsten Wert seit zwei Jahrzehnten. August: Die <a href="https://www.zew.de/presse/pressearchiv/ausblick-truebt-sich-nach-angekuendigtem-eu-us-handelsabkommen-ein" target="_blank">Konjunkturaussichten</a> geben nach drei Anstiegen in Folge deutlich nach (was allerdings hauptsächlich dem Zollabkommen zwischen der EU und den USA geschuldet ist).</p><p>Während die Wirtschaft immer urlaubsreifer wird, hat inzwischen auch der Kanzler selbst eingeräumt, dass die bisherige Regierungsarbeit nicht zufriedenstellend ist. Und da sollte man ihm die durchwachsene Bilanz der ersten hundert Tage (mit Querelen um Stromsteuer und Besetzung des Bundesverfassungsgerichts) nicht mehr vorhalten. Sondern mit dem Ende der Sommerpause im politischen Berlin konstruktiv nach vorn blicken.</p><p>In diesem Sinne einige Anmerkungen. Natürlich ist es überaus wichtig und richtig, dass die Bundesregierung mit dem ausgerufenen „Herbst der Reformen“ nun auch strukturelle Änderungen bei weiteren großen Themen wie Steuern und Sozialleistungen angehen will. Hier gilt es, in der Verwaltung viele Verkrustungen und Ineffizienzen zu beheben und in der Bevölkerung ein neues Realitätsbewusstsein zu vermitteln, ohne dass dies gleich in sozialen Kahlschlag und einen „heißer Herbst“ mündet.</p><h2>Sorgfalt und Plan für große Reformen</h2><p>Diese großen Themen muss man sorgfältig und planvoll angehen. Hier habe ich jedoch meine Zweifel, wenn ich sehe, wie einzelne Mitglieder der Koalition mit Vorstößen für Schlagzeilen sorgen, um sogleich vom jeweils anderen Lager in die Schranken gewiesen zu werden. Und was mich noch bedenklicher stimmt: Dass dabei im Regierungsbündnis offenbar tieferliegende Grundüberzeugungen aufeinanderprallen wie tektonische Verwerfungen in der Erdkruste.</p><p>Ich mache mir aber nicht nur Sorgen um die Stabilität der Koalition. Ich befürchte auch, dass sie sich verzettelt. Denn die anderen großen Themen, bei denen schon Steine ins Rollen gebracht wurden, sind ja auch noch da und harren der Umsetzung.</p><p>Was ist mit dem Infrastrukturpaket? Wie werden die 500 Milliarden Euro für Straßen, Brücken und Schienen, für Schulen und Krankenhäuser konkret und zielführend verwendet? Wann kommt endlich ein belastbares Konzept für den versprochenen Bürokratieabbau? Und die Energiewende – wie gestalten wir sie kosteneffizienter, ohne dass Nachhaltigkeitsziele dabei geopfert werden (oder zumindest der Eindruck entsteht)?</p><h2>Laufende Großprojekte abarbeiten</h2><p>Die Koalition täte gut daran, bei all diesen extrem wichtigen Themen erstmal zu liefern. Anstatt gleich wieder neue Großbaustellen aufzumachen und die Komplexität der Regierungsarbeit zu erhöhen.</p><p>Und noch ein weiterer Punkt, der auch schon bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags aufgeworfen wurde: Die deutsche Politik sollte nicht nur als Summe von Einzelmaßnahmen daherkommen. Was weiterhin fehlt, ist eine Vision, ein Zielbild für unser Land, das als einigende Klammer dient und die Menschen motiviert.</p><p>Aber auch so wäre es ratsam, sich den Vertrag immer mal wieder zu Gemüte zu führen. Ich habe da besonders Zeile 80 im Sinn: „Wir werden beweisen, dass drei Parteien der demokratischen Mitte das Land gemeinsam erfolgreich gestalten können.“ Die Betonung sollte auf „gemeinsam“ liegen.</p><p>An einem Strang ziehen – das gilt aber nicht nur für das Regierungslager allein. Auch Politik und Wirtschaft könnten noch viel mehr bewirken, wenn sie Hand in Hand agieren. So wie bei der Standortinitiative „Made for Germany“, die – trotz aller öffentlicher Kritik – den richtigen Ansatz fährt. Wenn Regierung und Industrie nun ein dauerhafter, enger Dialog mit Blick auf entscheidende strategische Fragen gelingt, ist schon viel gewonnen.</p><p>Damit auf den wirtschaftlich verhagelten Sommer kein noch trüberer Herbst folgt.</p>]]></description><category><![CDATA[People,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Thu, 28 Aug 2025 10:00:00 +0200</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/9534a5e5-2780-48f9-b174-d67a6780ae50/500_rearviewofdiversepeoplehuggingeachother.jpeg?96260" length="0" type="image/jpeg" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/9534a5e5-2780-48f9-b174-d67a6780ae50/500_rearviewofdiversepeoplehuggingeachother.jpeg?96260</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/9534a5e5-2780-48f9-b174-d67a6780ae50/rearviewofdiversepeoplehuggingeachother.jpeg?96260</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[Rearview of diverse people hugging each other]]></pp:imageTitle></item><item>
                        <title>Erde am Limit: Rasch neue Technologien erlauben</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/erde-am-limit-rasch-neue-technologien-erlauben/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/erde-am-limit-rasch-neue-technologien-erlauben/</guid><pp:caseid>715232</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Die Erde wird immer mehr ausgebeutet, ihre Regenerationsfähigkeit immer geringer. Neue Recyclingtechnologien müssen daher dringend erlaubt werden. Die EU macht jetzt einen Anfang, aber es geht nur in Trippelschritten voran. Mehr Tempo bitte!</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Eine Woche. In unserem oft hektischen Alltag ist das nicht viel. Für den Zustand unserer Erde bedeuten sieben Tage aber einen riesigen Unterschied. Denn genau um diese Spanne hat sich dieses Jahr ein kritischer Indikator nach vorne verschoben: Der globale Earth Overshoot Day fällt mittlerweile bereits auf den 24. Juli. So früh wie nie zuvor. Und der Sprung war auch noch nie so groß.&nbsp;</p><p>2024 hatte noch der 1. August jenes Datum markiert, an dem die natürlichen Ressourcen, die das Ökosystem unserer Erde innerhalb eines Jahres herstellen kann, statistisch gesehen aufgebraucht sind. Mit anderen Worten: Die Menschheit benötigt für ihren Lebensstil inzwischen 1,8 Erden. Dabei blutet schon die schöne eine Erde aus, die uns zur Verfügung steht. Und noch eine andere Zahl stimmt mich bedenklich. Die Gewinnung und Verarbeitung materieller Ressourcen sind für über 55 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, von den Auswirkungen auf Biodiversität und Umwelt ganz zu schweigen.</p><p>Nachhaltig geht anders. Wir wirtschaften, produzieren und konsumieren, als ob es das Pariser Klimaabkommen – vor zehn Jahren voller Inbrunst verabschiedet – und andere Vereinbarungen zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen nicht gäbe. Statt weniger Kohlekraftwerke werden rund um den Globus immer mehr gebaut. Der weltweite Erdölverbrauch nimmt immer weiter zu. Und strategische Rohstoffe wie die für Elektromobilität, Energiewende oder elektronisches Gerät begehrten Seltenen Erden stehen vor einem regelrechten Nachfrageboom.&nbsp;</p><h2>Ungehemmter Ressourcenverbrauch</h2><p>Insgesamt rechnet das UN-Umweltprogramm damit, dass bis 2050 der weltweite Verbrauch natürlicher Ressourcen im Vergleich zu 2020 um weitere 60 Prozent in die Höhe schnellt. Das geht einher mit einer enormen Zunahme der Abfallmenge. Allein der Kunststoffmüll dürfte sich binnen vier Jahrzehnten bis 2060 nahezu verdreifachen.&nbsp;</p><p>Für mich heißt das: Wir müssen Konsum, Produktion und Wertschöpfung dringend in nachhaltigere Bahnen lenken. Ein großer Hebel ist der enorme Energieverbrauch der Menschheit, der bis zur Jahrhundertmitte noch einmal um die Hälfte steigen dürfte. Durch Effizienzgewinne und den Umstieg auf erneuerbare Quellen muss die Entwicklung einigermaßen mit den Umweltfolgen in Einklang gebracht werden.&nbsp;</p><p>Der andere Hebel ist die Kreislaufwirtschaft. Güter so viel wie möglich wiederzuverwenden und zu recyceln ist der Königsweg zur Ressourcenschonung. Doch im Moment hat die Welt hier den Rückwärtsgang eingelegt: Die globale Kreislaufrate ist auf nur noch 6,9 Prozent gesunken – ein Minus von über zwei Punkten gegenüber 2015. Dabei stehen gute neue Technologien wie das chemische Recycling und Verfahren die Massenbilanzierung bereit.</p><p>Chemisches Recycling – man zerlegt Abfälle in ihre Moleküle und setzt diese wieder neu zusammen – wird unbedingt gebraucht als Ergänzung zum üblichen mechanischen Recycling. Hier werden alte Produkte wie Kunststoffe zerkleinert und geschmolzen, wodurch neues Material entsteht. Das Verfahren ist aber für viele Plastikarten nicht brauchbar.&nbsp;</p><p>Massenbilanzierung wiederum kommt bei Mischungen aus fossilen und alternativen Rohstoffen wie eben Rezyklaten oder Biomasse ins Spiel. Diese Methode erlaubt es, den Anteil der nachhaltigen Rohstoffe rechnerisch zuzuordnen. Auch an diesen Ansatz hat insbesondere die Chemie- und Kunststoffbranche hohe Erwartungen.&nbsp;</p><p>Was bislang vor allem fehlt, ist die politische Dynamik. Wir brauchen endlich solide gesetzliche Grundlagen. Damit die Industrie chemisches Recycling und Massenbilanzierung rechtssicher anwenden kann. Damit klare Standards entwickelt werden und Zertifizierungssysteme auf den Markt kommen. Und damit diese zukunftsweisenden Ansätze in den Köpfen der Verbraucher landen.&nbsp;</p><h2>Erste Schritte in Brüssel&nbsp;</h2><p>Immerhin scheint die EU-Kommission die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. In ihrem kürzlich vorgelegten Aktionsplan für die Chemie erkennt sie immerhin an, dass chemisches Recycling einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, die Abhängigkeit der EU von fossilen Rohstoffen für die Kunststoffproduktion zu verringern und Altprodukte aufzuwerten.</p><p>Und ein erster konkreter Schritt folgt auch schon: In der Richtlinie über Einwegkunststoffprodukte, die derzeit überarbeitet wird, will Brüssel chemisches Recycling und Massenbilanzierung erlauben. Ein entsprechender Vorschlag zur Berechnung des Recyclinganteils in Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff liegt gerade auf dem Tisch.</p><p>Aber leider geht es nur in Trippelschritten weiter: Akte für Akte wird aufwändig einzeln angefasst. Immerhin besteht die Aussicht, dass auch die wichtige Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte – sie gilt für fast alle physischen Güter – um chemisches Recycling und Massenbilanzierung erweitert wird.</p><p>Auf jeden Fall sollten jetzt rasch alle Hebel gezogen werden, um das Recycling anzukurbeln und die Kreislaufwirtschaft wieder nach vorne zu bringen. Damit der Earth Overshoot Day hoffentlich bald wieder nach hinten wandert.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Thu, 24 Jul 2025 10:00:00 +0200</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/3845ad76-5574-45ff-9438-47c931e6d6ea/500_250723-large-mining.jpg?17278" length="0" type="image/jpg" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/3845ad76-5574-45ff-9438-47c931e6d6ea/500_250723-large-mining.jpg?17278</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/3845ad76-5574-45ff-9438-47c931e6d6ea/250723-large-mining.jpg?17278</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[250723_Large-Mining]]></pp:imageTitle></item><item>
                        <title>Resilienz – gesamtgesellschaftliches Großprojekt</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/resilienz-gesamtgesellschaftliches-grossprojekt/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/resilienz-gesamtgesellschaftliches-grossprojekt/</guid><pp:caseid>712569</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p>Für mehr Sicherheit, Stabilität und Autonomie braucht es eine gesamtgesellschaftliche Weiterentwicklung. Nötig ist dabei eine starke Industrie mit der Chemie als Basis.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Resilire: Lateinisch für „zurückspringen, abprallen“. In der Physik ist von Resilienz die Rede, wenn ein verformtes Material wieder in seinen Ursprungszustand zurückkehrt, etwa ein Gummiband. Doch gesellschaftspolitisch braucht es eine andere Lesart.</p><p>Denn es geht eben nicht darum, einen Status quo ante zu bewahren. In unserer multipolaren Welt, in der Instabilität, Unsicherheit und Aggression um sich greifen, muss es um Weiterentwicklung gehen, auf allen Ebenen. Auch wenn Lösungen nicht immer greifbar sind. Auch wenn es schwierig und unbequem wird.</p><p>Unbequem auf der politischen Ebene, wo sich etwa die Nato-Staaten soeben zu höheren Verteidigungsausgaben durchgerungen haben. Unbequem für die Gesellschaft, wenn sich – wie in Deutschland in der Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht – vielen die Frage stellt, ob sie bereit sind, das eigene Land mit Waffengewalt zu verteidigen.</p><p>Unbequem auch für die Industrie, die überall einen Plan B bis Z braucht: für breiter aufgestellte Rohstoffversorgung, sicherere Routen, alternative Absatzmärkte, zuverlässigere Handelspartner, Schutz vor Cyberattacken und Sabotage. Was nicht nur extreme Flexibilität, sondern auch höhere Kosten und damit ein Überdenken von Renditeerwartungen bedeutet.</p><h2>Widerstandsfähigkeit nur im Zusammenspiel möglich</h2><p>Unbequem auf allen Seiten schließlich die Erkenntnis: Sicherheit, Stabilität, Autonomie sind nur im Zusammenspiel zu erlangen. Silomentalität und Alleingänge führen nicht weiter. Die Wirtschaft muss sich schon im eigenen Interesse einsetzen für einen funktionierenden politischen Rahmen, für intaktere, stresstolerante Gesellschaften, für die Freiheit der Wissenschaft und selbstredend für den Erhalt der Umwelt. Umgekehrt sind Sicherheit, Fortkommen und Wohlstand nur mit einer starken Wirtschaft und Industrie möglich.</p><p>Wir sitzen alle im selben Boot. Und daher müssen wir Krisenfestigkeit und Verteidigungsfähigkeit ganzheitlich denken – im Sinne einer umfassenden Transformation, eines gesamtgesellschaftlichen Großprojekts.</p><p>Wirtschafts- und industriepolitisch heißt das, strategische Fernziele zu definieren und sie konsequent anzusteuern: Infrastrukturen ausbauen, Versorgungskapazitäten sichern, Resilienz-relevante Industriebereiche fördern. Und zwar so, dass Pläne nicht zerfasern und Mittel nicht versanden. Ganz wichtig dabei: Die Politik muss günstige Rahmenbedingungen setzen, aber von Mikrosteuerung und Überregulierung absehen.</p><h2>Chemie hält alles am Laufen</h2><p>Dies gilt für all jene Schlüsselbereiche, die gerade in Krisenzeiten und Konfliktlagen zuverlässig zur Stelle sein müssen – von Lebensmitteln bis zu Medikamenten, von IT bis Energie. Insbesondere trifft das auf Grundstoffindustrien wie die Chemie- und Kunststoffbranche zu. Denn sie liegt allem zugrunde, hält alles am Laufen.</p><p>Beispiel Lebensmittel. Hier tragen Kunststoffverpackungen gerade in Krisensituationen zur <a href="https://www.covestro.com/blog/de/sicherere-lebensmittel--dank-wissenschaft-und-materialien/" target="_blank">Versorgungssicherheit</a> bei. Schnell und in großen Mengen produzierbar, schützen sie die Nahrung vor Keimen, Feuchtigkeit, Sauerstoff und Licht und machen sie länger haltbar.</p><p>Beispiel Energie. Eine autarke Versorgung ist für Volkswirtschaften zunehmend wichtig. Idealerweise basiert sie auf <a href="https://www.covestro.com/blog/de/energiereiches-duo/" target="_blank">erneuerbaren Quellen</a>. Windkraftanlagen, Solarpanels und Batteriespeicher wiederum sind auf Kunststoffe angewiesen. Sie sorgen für eine hohe Energieausbeute und senken die Herstellungskosten der Bauteile.</p><p>Beispiel Rüstung. Kunststoffe finden in Fahrzeug- und Flugzeugkomponenten, Waffen- und Kommunikationssystemen, Schutzausrüstung und vielem mehr Verwendung. Sie sorgen dafür, dass militärische Güter leichter, robuster, anpassungsfähiger und oft sogar nachhaltiger sind als mit klassischen Materialien.</p><h2>Systemwandel zur Kreislaufwirtschaft nötig</h2><p>Widerstandsfähigkeit und Verteidigungsbereitschaft definieren sich aber nicht nur über die vielen einzelnen Anwendungsbereiche. Sie sind zudem nur über grundsätzliche Systemveränderungen erreichbar. Eine breite Hinwendung zur <a href="https://www.covestro.com/de/sustainability/what-drives-us/circular-economy" target="_blank">Kreislaufwirtschaft</a> etwa tritt Klimawandel, Ressourcenschwund und Naturzerstörung entgegen und sorgt so für ökologische Resilienz. Sie hilft auch, die zunehmend spürbaren sozialen Verwerfungen abzufedern, die aus der Überbelastung unserer Umwelt resultieren.</p><p>Wirtschaftlich verringern wir die Anfälligkeit für Lieferengpässe und Preisschwankungen, indem wir Stoffkreisläufe schließen und Ressourcen wiederverwerten. Und schließlich werden durch die Kreislaufwirtschaft auch geopolitische Abhängigkeiten minimiert. Viele fossile Rohstoffe stammen aus instabilen Regionen. Nicht-fossile Alternativen wie Biomasse, Kohlendioxid und Abfälle hingegen sind oft regional verfügbar – ein weiterer Pluspunkt in Krisenzeiten.</p><p>Die Chemieindustrie und Covestro machen vor, wie es geht. Indem sie auf eben solche erneuerbaren Rohstoffe und Energie setzen. Indem sie an neuen Technologien arbeiten, um das (weltweit leider rückläufige) Recycling auf ein neues Level zu bringen. Und indem sie international auf neue Win-Win-Situationen zielen.</p><p>Die Transformation, die die Chemie vorantreibt, müssen wir in den XXL-Maßstab übertragen. Unser ganzes System von Grund auf weiterentwickeln – das müssen wir schaffen für eine dynamische Resilienz. Auch wenn es unbequem ist.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Mon, 30 Jun 2025 14:16:00 +0200</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/a947404b-3b0e-43d3-b591-ad79338a0644/500_transparentlyglobe.jpeg?46549" length="0" type="image/jpeg" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/a947404b-3b0e-43d3-b591-ad79338a0644/500_transparentlyglobe.jpeg?46549</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/a947404b-3b0e-43d3-b591-ad79338a0644/transparentlyglobe.jpeg?46549</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[20250630_Transparently globe]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[&amp;copy; Stockwerk-Fotodesign - stock.adobe.com]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>40 Jahre Schengen – mehr davon!</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/40-jahre-schengen--mehr-davon/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/40-jahre-schengen--mehr-davon/</guid><pp:caseid>711098</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>Seit 40 Jahren genießen die Europäer Freizügigkeit durch den Schengen-Pakt. Die Idee des vereinten Kontinents hat allerdings momentan einen schweren Stand. Dabei brauchen wir gerade jetzt mehr Europa und nicht weniger.</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Als Vorstandschef bin ich viel auf Achse. Hier Mitarbeitende treffen, da Kunden besuchen, dort auf Konferenzen sprechen – auch in Zeiten von Online-Meetings ist und bleibt der persönliche Kontakt vor Ort für mich ein Muss.</p><p>Besonders gern reise ich in Europa, schon allein aus einem ganz praktischen Grund: Es geht meist so schön unkompliziert. Keine langen Grenzkontrollen, keine mühseligen Zollabfertigungen – das ist, zumindest bisher, das Privileg für über 400 Millionen Menschen und unzählige Unternehmen in 29 europäischen Ländern.</p><p>Zu verdanken haben wir das einem mutigen Schritt vor 40 Jahren: Dem (ersten von mehreren) Schengener Abkommen, das am 14. Juni 1985 im gleichnamigen Mosel-Örtchen von Politikern aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden unterzeichnet wurde und zehn Jahre später in Kraft getreten ist.</p><p>Freier Verkehr von Personen, Waren und Dienstleistungen – dies zählt seither zu den Grundbausteinen eines geeinten Europas, das in der Folge mit Europäischem Binnenmarkt und Euro-Zone weiter konkretisiert worden ist.</p><h2>Einheitsgedanke wird konterkariert</h2><p>Im Moment wird diese Vision allerdings stark herausgefordert. Im Innern durch nationalen Egoismus, Erosion der Rechtsstaatlichkeit, Einschränkung der Meinungs- und Medienfreiheit. Von außen durch Provokationen, Propaganda und Migrationsdruck. Wiedereingeführte und ständig verlängerte Kontrollen an vielen Binnengrenzen – eigentlich nur vorübergehend und als letztes Mittel gedacht – drohen die Schengen-Idee zu konterkarieren. Und könnten im Grunde die gesamte europäische Integration aus den Angeln heben, mit unabsehbaren Folgen für die Mitgliedsnationen wie für Millionen Menschen und viele Staaten außerhalb.</p><p>Dabei brauchen wir gerade jetzt nicht weniger, sondern mehr Europa. Einen weltoffenen, vielfältigen, toleranten Kontinent. Auch und besonders im Sinne einer starken Wirtschaft und Industrie. Während anderswo auf der Welt Zollschranken errichtet oder umgekehrt Waren zu Dumpingpreisen feilgeboten werden, gilt es, den innereuropäischen Handel auszuweiten.</p><p>Denn der Binnenmarkt ist ein klarer Erfolg: Dadurch wurden das Bruttoinlandsprodukt der EU um mindestens drei bis vier Prozent gesteigert und 3,6 Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Und mit einer Vervollständigung des einheitlichen Marktes könnten sich nach Einschätzung der Europäischen Kommission die bereits erzielten Zuwächse sogar noch einmal verdoppeln.</p><h2>Binnenmarkt weiter stärken</h2><p>Da trifft es sich gut, dass die Behörde nun eine <a href="https://single-market-economy.ec.europa.eu/single-market/strategy_en" target="_blank">Strategie</a> vorgelegt hat, um den Markt zu vereinfachen, zu harmonisieren und zu stärken. Besonders der Fokus auf die „schrecklichen Zehn“ – die gravierendsten Hindernisse für den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr, die es vordringlich zu beseitigen gilt – kündet von einem neuen Pragmatismus und Dringlichkeitsbewusstsein in Brüssel.</p><p>Das ist auch im Umgang mit „meiner“ Branche zu beobachten, der Chemieindustrie in Europa. Sie steht weltweit an zweiter Stelle und ist mit über 650 Milliarden Euro Umsatz, gut zehn Milliarden Euro an Forschungsinvestitionen und 1,2 Millionen Beschäftigen ein wichtiger Treiber für Wertschöpfung und Wohlstand.</p><p>Aber: Seit langem verliert der Sektor international an Wettbewerbsfähigkeit. Paradoxerweise auch und besonders durch den Alltag im europäischen Haus. Ein Übermaß an Gängelung mit teils gegenläufigen Vorschriften, langwierige Verfahren und viel zu hohe Energiekosten bremsen uns aus. Nun will Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Kürze einen speziellen Aktionsplan für die Chemie mit strukturellen Reformen vorlegen – das gibt Anlass zur Hoffnung.</p><p>Doch wir dürfen den schwarzen Peter nicht nur nach Brüssel schieben. Der Binnenmarkt, der Schengen-Pakt, die gesamte EU – sie gründen auf Solidarität, sie leben vom Gemeinsinn. <span style="text-align:start;">Dieser darf nicht noch weiter abhandenkommen.</span> Jedes Mitgliedsland, alle Bürgerinnen und Bürger und auch die Wirtschaft und ihre Unternehmen sind gefordert, sich einzubringen. Um das gemeinsame europäische Haus fertigzustellen, smart, wetterfest und offen.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Mon, 16 Jun 2025 11:22:31 +0200</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/2e7b2e77-95c7-462c-aa58-9d2ea7be6e4d/500_youngmanpackingasuitcaseonabed.jpeg?98317" length="0" type="image/jpeg" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/2e7b2e77-95c7-462c-aa58-9d2ea7be6e4d/500_youngmanpackingasuitcaseonabed.jpeg?98317</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/2e7b2e77-95c7-462c-aa58-9d2ea7be6e4d/youngmanpackingasuitcaseonabed.jpeg?98317</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[Young man packing a suitcase on a bed]]></pp:imageTitle></item><item>
                        <title>Faktor Mensch und Faktor Maschine – so wird Deutschland produktiver</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/faktor-mensch-und-faktor-maschine--so-wird-deutschland-produktiver/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/faktor-mensch-und-faktor-maschine--so-wird-deutschland-produktiver/</guid><pp:caseid>707925</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Um Deutschland wieder nach vorne zu bringen, muss auch die Arbeitswelt effizienter werden. Dazu sollten wir insbesondere auf Künstliche Intelligenz setzen, die Motivation der Beschäftigten erhöhen – und uns ehrgeizigen Ziele verschreiben.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>1.343 Stunden: die durchschnittliche Arbeitszeit der Deutschen im Jahr 2023. Damit ist die drittgrößte Industrienation der Welt das Schlusslicht unter der 38 Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Ob angesichts dessen nun mehr gearbeitet werden muss, wie es Friedrich Merz in seiner ersten Regierungserklärung gefordert hat, möchte ich mit Blick auf mehr als eine Milliarde Überstunden dahingestellt lassen. Klar widersprechen will ich auf jedem Fall populistischem Getöse, hier sei ein Land der Faulpelze und Sozialschmarotzer. Ganz im Gegenteil!</p><p>Aber der Bundeskanzler hat eindeutig Recht, wenn er sagt, dass wir vor allem effizienter arbeiten müssen. Denn Fakt ist: Die Arbeitsproduktivität – also das Ergebnis der Arbeit im Verhältnis zum Aufwand wie etwa der Zahl der Arbeitsstunden – befindet sich konstant im Sinkflug. Dieser Wert gibt Auskunft über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und damit den materiellen Wohlstand unseres Landes. Lag das Produktivitätswachstum insgesamt bis in die Mitte der Nullerjahre noch bei weit über einem Prozent, ist es in den 2020ern auf magere 0,4 Prozent zusammengeschrumpft. Wenn wir uns demgegenüber wachsende Staatsausgaben etwa im Gesundheitswesen vor Augen führen (im OECD-Vergleich am dritthöchsten), wird klar: Wir laufen in Deutschland Gefahr, über unsere Verhältnisse zu leben.</p><p>Das ist hinreichend konstatiert worden. Und auch an Ableitungen mangelt es nicht. Mehr in Bildung und Forschung investieren; das Steuersystem reformieren, um bei den Beschäftigten Arbeitsanreize zu erhöhen und die Firmen zu entlasten; strukturelle Veränderungen anschieben, um vor allem Frauen aus der Teilzeitfalle zu holen und die Arbeitszeiten flexibler gestalten zu können; für qualifizierte Zuwanderung sorgen; die schwerfällige Bürokratie auf Vordermann bringen – und bei allem langfristig, verlässlich und pragmatisch planen: Das und vieles mehr sind Maßnahmen, damit einzelne Unternehmen wie unsere Volkswirtschaft insgesamt wieder effizienter werden können.</p><p>Wobei es mit Effizienz allein nicht getan ist. Sie braucht immer auch ihren Zwilling – die Effektivität. Das heißt: Nicht nur die Dinge richtig tun, sondern auch die richtigen Dinge tun, um das gewünschte Ergebnis erzielen.</p><h2>Produktivitätsschub durch KI</h2><p>Ich möchte an dieser Stelle den Blick auf zwei weitere Faktoren für mehr Effizienz und Effektivität lenken: den Faktor Mensch und den Faktor Maschine. Letzterer trägt den Namen KI. Denn die konsequente Nutzung Künstlicher Intelligenz kann uns einen deutlichen Produktivitätsschub bescheren. Für die Jahre 2025 bis 2030 könnte die Rate dadurch im Schnitt auf 0,9 Prozent steigen, um sich im kommenden Jahrzehnt weiter auf 1,2 Prozent zu erhöhen, wie aus einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft vom Februar dieses Jahres hervorgeht.</p><p>Hier lohnt der Blick auf andere Länder. Singapur etwa hat schon vor Jahren ein umfassendes KI-Förderprogramm aufgelegt, um unter anderem die Einführung der Technologie in industriellen Branchen zu beschleunigen. Noch steckt KI in vielen Unternehmen und Industriezweigen nämlich in den Kinderschuhen. In der Chemie etwa, „meiner“ Branche, sehe ich hier ein Riesenpotenzial – für Forschung und Entwicklung, Einkauf und Produktion, für Logistik und Kundenbeziehungen, von der Verwaltung und persönlichen Unterstützung der Beschäftigten ganz zu schweigen. Entsprechend treiben wir bei Covestro die KI-Nutzung überall energisch voran.</p><p>Der Produktivitäts-Faktor Mensch trägt den Namen Motivation. Was ich in diesem Zusammenhang in einer anderen aktuellen Studie lese, versetzt mich in Sorge: Nicht einmal jede und jeder zweite Angestellte in Deutschland gibt an, im Job sein Bestes zu geben, so die Unternehmensberatung EY.</p><p>Warum das so ist? Häufig hapert es an einer zeitgemäßen Führungskultur, die stärker auf Potentialentfaltung, Qualifizierung, Wertschätzung und Kreativität beruhen sollte. Es braucht Gestaltungsspielraum, Eigenverantwortung und schlanke Entscheidungswege. Außerdem muss die Unternehmenskultur stimmen – die Menschen benötigen ein Umfeld, in dem Fairness und Teamgeist regieren. Und sie brauchen insbesondere auch Sinnstiftung im Wissen darum, mit ihrer Arbeit einen gesellschaftlichen Nutzen zu erbringen und etwas zu bewirken.</p><h2>Große Ziele anvisieren</h2><p>Was in der Unternehmenswelt unter dem Schlagwort „Purpose“ läuft, können und sollten wir in den XXL-Maßstab überführen. Auch unsere Volkswirtschaft braucht eine Art Mission. Eines oder mehrere klar definierte ehrgeizige Ziele, auf welche die Nation ihren Fokus und ihre Energien richtet.</p><p>Wo dabei unsere Stärken liegen, ist für mich klar: in unserem Erfindergeist. Ihn müssen wir entfesseln, um Großes zu erreichen. Warum wollen wir nicht das Land werden, das KI am besten anwendet? Oder auf dem weltweiten Robotermarkt von Platz fünf auf Platz eins rückt? Oder die Kreislaufwirtschaft zu einem globalen Leitprinzip macht? Oder, oder…</p><p>Unser Land steckt voller Möglichkeiten. Wenn wir dann noch die Faktoren Mut und Miteinander weiterentwickeln, kommen wir auch bei der Produktivität wieder nach vorn.</p><hr><p><i>Copyright des Bildmaterials: © Covestro</i></p>]]></description><category><![CDATA[People,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Wed, 04 Jun 2025 10:03:00 +0200</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/ea9ab0fb-cdb9-4f8f-9142-1d1ee45b0b75/500_datgeneral-bampcajsummit-workshop-adobestock-294982049.png?30577" length="0" type="image/png" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/ea9ab0fb-cdb9-4f8f-9142-1d1ee45b0b75/500_datgeneral-bampcajsummit-workshop-adobestock-294982049.png?30577</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/ea9ab0fb-cdb9-4f8f-9142-1d1ee45b0b75/datgeneral-bampcajsummit-workshop-adobestock-294982049.png?30577</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[202506_Faktor Mensch und Faktor Maschine_2]]></pp:imageTitle></item><item>
                        <title>Formel für starke Chemie</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/formel-fuer-starke-chemie/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/formel-fuer-starke-chemie/</guid><pp:caseid>705797</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Deutschland und Europa brauchen eine starke Chemie. Bislang ist das Umfeld nicht dazu angetan. Doch in Berlin wie in Brüssel scheint man sich jetzt wieder mehr auf die Bedeutung der Branche zu fokussieren.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Erst in Brüssel, jetzt in Berlin – die wirtschaftspolitischen Positionslampen markieren wieder den richtigen Kurs. Was die EU-Kommission vor zweieinhalb Monaten mit dem <a href="https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_25_550" target="_blank">Clean Industrial Deal</a> eingeleitet hat, setzt jetzt die neue Bundesregierung fort: das Eintreten für eine starke Industrie in einem wettbewerbsfähigen Umfeld. Das ist auch bitter nötig, um den Abwärtssog der drittgrößten Volkswirtschaft zu stoppen. Bereits jedes dritte deutsche Unternehmen will dieses Jahr weniger investieren als 2024. Und ebenso viele Firmen rechnen damit, Stellen streichen zu müssen.&nbsp;</p><p>Die Wirtschaft steht daher zu Recht im <a href="https://www.koalitionsvertrag2025.de/" target="_blank">Koalitionsvertrag</a> an erster Stelle. Nun ist Papier zwar geduldig, und der Schritt vom Wollen zum Machen bekanntlich der schwerste. Trotzdem – ich gebe dem schwarz-roten Bündnis trotz der verstolperten Kanzlerwahl, des Hickhacks und der Wendemanöver im Vorfeld und der dünnen Mehrheit im Bundestag erstmal einen Vertrauensvorschuss. Denn das Regierungsprogramm umfasst viele Kernelemente, um Deutschland wieder nach vorne zu bringen: Innovation fördern, Bürokratie abbauen, Energiepreise senken.&nbsp;</p><h2>Auf Chemietreffen keimt Hoffnung</h2><p>Alles Ansinnen, für die sich „meine“ Branche, die Chemie, energisch eingesetzt hat. Entsprechend hoffnungsvoll – oder zumindest weniger besorgt – war denn jetzt auch die Stimmung auf unserem wichtigsten Branchentreffen, der <a href="https://live.handelsblatt.com/event/jahrestagung-chemie/" target="_blank">Handelsblatt Jahrestagung</a> in Berlin. Umso mehr, als Union und SPD sich der großen Bedeutung unserer Industrie klar zu sein scheinen. Denn sie ist die unsichtbare helfende Hand vieler anderer Schlüsselbereiche, die erst durch uns nachhaltiger, resilienter und digitaler werden – das hat sich mir auf der „Chemie 2025“ einmal mehr eindrucksvoll gezeigt.</p><p>Daher kann es nur im Interesse des gesamten Standorts wie der EU sein, dass die Koalitionäre Deutschland „zum weltweit innovativsten Chemie-, Pharma- und Biotechnologiestandort“ machen und dafür eine „Chemieagenda 2045“ erarbeiten wollen. Was auch an einigen Stellen in ihrer Regierungsagenda bereits durchschimmert. Etwa wenn sie sich dafür stark machen, die Kreislaufwirtschaft und insbesondere das zukunftsweisende chemische Recycling zu unterstützen.</p><h2>Zukunftsweisende Punkte im Koalitionsvertrag</h2><p>An anderer Stelle sprechen sich die Partner dafür aus, die Rahmenbedingungen für die Gewinnung strategisch wichtiger Rohstoffe wie Natriumchlorid, also hochreinem Salz, in der EU zu verbessern. Auch dies ein Beitrag zur Stärkung der Chemieindustrie. Denn Siedesalz ist der wichtigste Rohstoff, um Chlor und Natronlauge sicher und kostengünstig herzustellen. Chemikalien, die für eine Vielzahl von essenziellen Produkten unseres täglichen Lebens unersetzlich sind – etwa Kunststoffe, Medikamente, Pflanzenschutzmittel, Farben, Lacke und Desinfektionsmittel.</p><p>Solche Themen in den europäischen Kontext zu setzen, ist daher genau richtig. Denn als der mit Abstand größte Chemiestandort in der EU kann und muss Deutschland entscheidend dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und strategische Souveränität der Gemeinschaft auszubauen. Für alles braucht es eine starke Chemie.</p><p>Was in Brüssel jetzt auch klarer zu sein scheint als bisher. Dass Ursula von der Leyen jetzt in den direkten Austausch mit Unternehmen geht und viele meiner Kolleginnen und Kollegen und mich zu einem Chemiegipfel empfangen hat, zeigt jedenfalls: Die Kommissionspräsidentin macht Industriepolitik zur Chefsache. Und wenn sich das auch noch in Berlin durchsetzt, ist es schon mal die halbe Miete.</p>]]></description><category><![CDATA[Performance Materials,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Wed, 14 May 2025 12:25:24 +0200</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/85d3fd89-cb62-4e79-adb4-f496f3b9f354/500_20250514-labtesting-2640x960px.jpg?10000" length="0" type="image/jpg" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/85d3fd89-cb62-4e79-adb4-f496f3b9f354/500_20250514-labtesting-2640x960px.jpg?10000</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/85d3fd89-cb62-4e79-adb4-f496f3b9f354/20250514-labtesting-2640x960px.jpg?10000</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[20250514_Lab testing_2640x960px]]></pp:imageTitle></item><item>
                        <title>Grün und Grips – die EU muss ihre Stärken stärken</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/gruen-und-grips--die-eu-muss-ihre-staerken-staerken/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/gruen-und-grips--die-eu-muss-ihre-staerken-staerken/</guid><pp:caseid>705187</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Nachhaltigkeit, Offenheit, Innovation: Das sind die Asse, mit denen die EU auftrumpfen muss im globalen Kräftespiel. Hier wird sie mehr denn je gebraucht – als Hort von Stabilität, als Garant von Wohlstand und Wohlergehen, als Gestalter der Zukunft.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Vor 80 Jahren ist in Europa der Zweite Weltkrieg zu Ende gegangen, der bislang größte und blutigste Konflikt in der Menschheitsgeschichte. Die vielen Gedenkfeiern dieser Tage mahnen eindringlich, wohin Gewalt und Terror führen können. Sie künden aber auch davon, dass Europa mit der EU inzwischen für einzigartiges Friedensprojekt steht, das einstige Feinde wie Deutschland und Frankreich eng zusammengeführt hat. Gelebte Völkerverbindung – wichtig wie nie in Zeiten von wachsendem nationalem Egoismus und machiavellistischem Gebaren.&nbsp;</p><p>Aber die EU, auf deren Erfolge der jährliche <a href="https://europe-day.europa.eu/index_en" target="_blank">Europatag</a> am 9. Mai hinweist, wird nicht nur als Hort von Verständigung, Stabilität und Berechenbarkeit gebraucht. Sie steht auch als Paradebeispiel für Wohlstandsmehrung durch Offenheit und Vernetzung. So ist die Wirtschaftsleistung im europäischen <a href="https://single-market-economy.ec.europa.eu/publications/30-years-single-market-taking-stock-and-looking-ahead_en" target="_blank">Binnenmarkt</a> in den drei Jahrzehnten seines Bestehens im Schnitt um acht bis neun Prozent gewachsen. Anders gewendet: <a href="https://www.ifo.de/en/econpol/publications/2023/working-paper/complex-europe-quantifying-cost-disintegration" target="_blank">Ohne die EU</a> wäre das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in vielen Mitgliedstaaten deutlich geringer. In Frankreich vier, in Deutschland gut fünf, in den Niederlanden gar an die acht Prozent.</p><h2>Denken ohne Schranken&nbsp;</h2><p>Ein Europa ohne Grenzen: Das ist für mich aber noch viel mehr als der freie Austausch von Waren und Dienstleistungen. Für mich bedeutet die Gemeinschaft der 27 insbesondere auch schrankenloses Denken. Die Offenheit für neue Ideen und Erfahrungen. Die Freude an Austausch und Diskussion. Die Freiheit von Forschung und Lehre. Auch dies Errungenschaften, die es zu hegen und pflegen gilt. Umso mehr, als andernorts die Wissenschaft und etablierte Medien einen schweren Stand haben, ebenso wie die Themen Klima- und Umweltschutz.&nbsp;</p><p>Das bringt mich vom Lob auf die Europäische Union zum Impuls, wie und wohin sie sich weiterentwickeln muss – nämlich genau auf diesen Feldern: Nachhaltigkeit, Offenheit und Innovation. Ihnen gehört die Zukunft!</p><p>Nachhaltigkeit: 2024 hat uns als wärmstes je gemessenes Jahr noch einmal eindringlich vor Augen geführt, dass im Klimawandel eine der größten Bedrohungen der Menschheit liegt. Nicht zuletzt aus Sicht des Homo oeconomicus. Denn wenn wir jetzt nicht handeln, kommt es uns später umso teurer zu stehen. So könnte die Weltwirtschaft durch den Klimawandel einer <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-024-07219-0" target="_blank">Studie</a> zufolge bis 2050 Einkommensverluste von 19 Prozent erleiden – sechs Mal mehr als die Vermeidungskosten, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.&nbsp;</p><p>Die EU sollte sich also tunlichst weiter zu einem Zentrum für das entwickeln, was in Zukunft immer begehrter wird: grüne Technologien und Produkte. Mit dem Clean Industrial Deal ist die EU-Kommission, nach anfänglichem Übereifer, hier jetzt auf dem richtigen Weg – indem sie das Ziel der Klimaneutralität mit der Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und dem Eintreten für eine starke Industrie verbindet.</p><h2>Industriefreundlicheres Umfeld schaffen</h2><p>Die Stärkung der industriellen Basis ist auch dringend nötig. Im Chemiesektor etwa, dem viertgrößten Industriezweig in der EU, mussten allein in den vergangenen beiden Jahren auch wegen zahlreicher ungünstiger Rahmenbedingungen mehr als elf Millionen Tonnen <a href="https://news.cefic.org/article/europes-chemical-industry-at-a-crossroads-time-for-action-over-ambition" target="_blank">Produktionskapazität eingestellt</a> werden. Dabei ist gerade die Chemie- und Kunststoffbranche enorm wichtig für intelligente Nachhaltigkeitslösungen.&nbsp;</p><p>Was mich zum Punkt Innovation bringt. Auch hier hat die Kommission die Zeichen der Zeit offenbar erkannt, will die <a href="https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/da/speech_25_1130" target="_blank">Forschung in Europa</a> mit einer weiteren halben Milliarde Euro stärken und Wissenschaftler von anderswo anlocken. Hoffentlich finden sie ein geistiges Klima vor, in dem unterkomplexer Populismus, Freund-Feind-Schemata und Autokratie-Anfälligkeit nicht weiter um sich greifen.</p><p>Als Ideenschmiede hervorstechen und Kurs halten auf Nachhaltigkeit – damit ist schon viel gewonnen. Wenn dann noch die wirtschaftspolitischen Stellschrauben justiert werden – niedrigere Energiepreise, weniger Bürokratie und Mikromanagement, mehr internationale Partnerschaften – ist mir um Europa und seine Industrie nicht bange.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Fri, 09 May 2025 09:31:00 +0200</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/2a01771d-e196-4fbb-8847-8f3d6789a59b/500_20250508-european-union-flags-waving-infront-of-european-commission.jpg?10000" length="0" type="image/jpg" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/2a01771d-e196-4fbb-8847-8f3d6789a59b/500_20250508-european-union-flags-waving-infront-of-european-commission.jpg?10000</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/2a01771d-e196-4fbb-8847-8f3d6789a59b/20250508-european-union-flags-waving-infront-of-european-commission.jpg?10000</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[20250508-European-Union-flags-waving-infront-of-european-commission]]></pp:imageTitle></item><item>
                        <title>Das energiepolitische Dreieck zurechtrücken</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/das-energiepolitische-dreieck-zurechtruecken/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/das-energiepolitische-dreieck-zurechtruecken/</guid><pp:caseid>688419</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>Gefährliche Schieflage im Energiesystem: Während der Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland inzwischen sichtlich vorankommt, sind die Versorgungssicherheit fraglich und die Preise viel zu hoch. Die Energie-Architektur muss neu justiert werden.</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Merkwürdige Diskrepanz. Auf der einen Seite strotzt die Energiewirtschaft vor Dynamik. Vor ein paar Tagen ist die E-World in Essen mit neuen Rekorden zu Ende gegangen. Europas Leitmesse auf diesem wichtigen Sektor hat ein Feuerwerk an Innovationen gezündet, das mich sehr beeindruckt. Zugleich wird Deutschland seinem Ruf als Treiber der Energiewende gerecht: Fast 60 Prozent des Stroms stammen hierzulande inzwischen aus erneuerbaren Quellen.</p><p>Doch auf der anderen Seite hat sich im Energiesystem eine Schwerfälligkeit breit gemacht, die das energiepolitische Zieldreieck in Schieflage bringt. Im Moment besteht es aus einer ausgeprägten Hypothenuse “Umweltverträglichkeit”, während die Katheten “Versorgungssicherheit” und “Wirtschaftlichkeit” arg kurz daherkommen.</p><p>Ich sehe hier ein Ungleichgewicht, das energieintensiven Industrien wie der Chemiebranche schadet. Stichwort Versorgungssicherheit: Der Sektor ist jetzt und noch viel mehr in Zukunft auf die zuverlässige Bereitstellung von großen Mengen – klimafreundlich produziertem – Strom angewiesen, um Prozesse zu elektrifizieren und Prozesswärme klimaneutral zu erzeugen.</p><p>Doch Unwägbarkeiten drohen nicht nur Morgen und Übermorgen. Bereits heute gerät der Sektor wegen der international nicht wettbewerbsfähigen Energiepreise in Existenznot: Strom ist in Deutschland bis zu fünfmal, Gas gar bis zu siebenmal teurer als an konkurrierenden Standorten anderer Länder. Unter Wirtschaftlichkeit verstehe ich etwas anderes.</p><h2>Strommarktdesign aus einem Guss</h2><p>Höchste Zeit also, das Energie-Dreieck zurechtzurücken. Die Bundestagswahlen können und müssen dafür die Initialzündung sein. Nötig ist ein neues tragfähiges Gesamtkonzept in der Energie- und Klimapolitik. So braucht es ein Strommarktdesign aus einem Guss, um den Ausbau von Netzen, Speichern und Reservekraftwerken rasch voranzutreiben. Zudem müssen die Erneuerbaren besser ins Stromsystem integriert und kluge Reformen im Bereich der Netzentgelte eingeleitet werden. Denn gerade die chemische Industrie kann ihre Produktion nur sehr begrenzt flexibilisieren.</p><p>Und auch die bezahlbare Versorgung mit (nachhaltigen) Rohstoffen wie Wasserstoff, Biomasse, Rezyklaten und CO<sub>2</sub> muss sichergestellt werden. Dazu ist unter anderem eine überzeugende Strategie zur Einspeicherung und Nutzung von CO<sub>2</sub> nötig – hier schaffen viele unserer europäischen Nachbarn bereits Tatsachen.</p><h2>CO<sub>2</sub>-Preis als Steuerungselement</h2><p>Vor allem aber muss die Transformation so effizient und kostengünstig wie möglich erfolgen. Dafür kommt in meinen Augen am besten ein technologieneutrales zentrales Steuerungselement infrage – und zwar ein einheitlicher CO<sub>2</sub>-Preis im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems. Auf diese Weise ließen sich Klimaneutralität und Energiewende zu den niedrigsten CO<sub>2</sub>-Vermeidungskosten auf Basis marktwirtschaftlicher Spielregeln erreichen.</p><p>Nun wird es sicher eine Zeit dauern, bis grundlegende Reformen greifen. Bis dahin darf die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie aber nicht weiter erodieren. Kurzfristig gilt es, da zu handeln, wo der Leidensdruck, aber auch die Handlungsmöglichkeiten besonders groß sind: bei den Stromkosten. Hier liegen viele sinnvolle Vorschläge auf dem Tisch. Etwa die Deckelung der Übertragungsnetzentgelte durch zeitweilige Querfinanzierung aus dem Bundeshaushalt. Oder die dauerhafte Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß.</p><p>Hier muss die nächste Bundesregierung entschlossen agieren, um die Industrie zu erhalten und zu kräftigen. Denn ohne eine starke Industrie sind nicht nur Wachstum und Wohlstand bedroht. Ohne sie ist auch die angestrebte Klimaneutralität unseres Landes nicht schaffen. Und die wiederum ist auch aus Wettbewerbsgründen essenziell. Denn erneuerbaren Energien und nachhaltigen Zukunftstechnologien gehört die Zukunft. Und Deutschland sollte sein Know-how hier zum Exportschlager machen.</p><hr><p><sub>Copyright Headerbild: © covestro</sub></p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Wed, 19 Feb 2025 13:30:00 +0100</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/c71d32a4-2b6d-4169-a100-7b51687d57b8/500_datgeneral-windfarms.png?51900" length="0" type="image/png" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/c71d32a4-2b6d-4169-a100-7b51687d57b8/500_datgeneral-windfarms.png?51900</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/c71d32a4-2b6d-4169-a100-7b51687d57b8/datgeneral-windfarms.png?51900</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[20250219_DAT-general-Wind-farms]]></pp:imageTitle></item><item>
                        <title>Mehr Vertrauen in die Wirtschaft</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/mehr-vertrauen-in-die-wirtschaft/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/mehr-vertrauen-in-die-wirtschaft/</guid><pp:caseid>686310</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>Weltweit herrscht Frust und Depression. Eine massive Vertrauenserosion, die auch mit Hilfe der Wirtschaft überwunden werden kann und muss. Dazu braucht es einen neuen Politikstil, der ihr genügend Vertrauen entgegenbringt.</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Polykrise, Zeitenwende, Epochenbruch: Die Zusammenballung der massiven Konflikte und Herausforderungen, die unser Jahrzehnt bislang prägt, hat sich nicht nur mit neuen Begriffen im kollektiven Gedächtnis niedergeschlagen. Sie hat auch dazu geführt, dass sich weite Teile der Menschheit inzwischen wie unter einer düsteren Glocke fühlen – hochgradig verunsichert, verängstigt, unzufrieden. Laut dem aktuellen <a href="https://www.edelman.com/trust/2025/trust-barometer" target="_blank">Edelman Trust Barometer</a> herrschen weltweit massive Vertrauenserosion und Zukunftsangst.</p><p>Was mich als ausgeprägten Optimisten besonders betroffen macht: Nur gut ein Drittel aller Befragten glaubt noch an ein positives Morgen. In <a href="https://www.edelman.com/trust/2025/trust-barometer" target="_blank">Deutschland</a>, wo die Studie jetzt vorgestellt worden ist, rechnen sogar bloß noch 14 Prozent damit, dass es der nächsten Generation einmal besser gehen wird. Und zur Depression kommt der Frust: Ganze 69 Prozent – deutlich mehr als der globale Durchschnitt – hegen hierzulande einen starken bis mittleren Groll. Gegen politisch Verantwortliche, gegen Unternehmen, gegen die „oberen Zehntausend“.</p><p>Angesichts vieler Versäumnisse aus vielen Jahren ist das Verlangen nach Veränderung mit Händen greifbar. Und die Bereitschaft, sie auch mit radikalen Mitteln durchzusetzen, nimmt zu: Fast vier von zehn Befragten befürworten feindseligen Aktivismus. Mit Blick auf die Bundestagswahl sollte das ein Weckruf für alle Akteure im demokratischen Spektrum sein. Ein Appell zu Zusammenarbeit und Lösungsorientierung.</p><p>An konkreten, wenn auch teils konträren Plänen, wie sich der Reformstau beheben lässt, herrscht unter Politikern, Ökonomen und Fachleuten aller Couleur kein Mangel. Auch meine Branche, die Chemieindustrie, bringt sich mit konstruktiven Vorschlägen in die Debatte ein. Jetzt geht es darum, gemeinsam konstruktive Kompromisse zu finden.</p><p>Ich möchte aber an dieser Stelle vor allem den Blick auf zwei übergeordnete Aspekte in der Vertrauenskrise lenken. Zum einen muss die Chemie wie die Wirtschaft insgesamt mehr Vertrauen aufbauen beziehungsweise zurückgewinnen. Sie muss zeigen, dass es bereits viele gute Lösungen gibt für eine nachhaltige, smarte, resiliente, gesellschaftsdienliche Zukunft. Dass viele engagierte, gewissenhafte Menschen an bahnbrechenden Ideen arbeiten. Dass Fortschritt machbar ist, Endzeitstimmung und Gereiztheit nicht die vorherrschende Gefühlslage sein müssen.</p><p>Zum anderen muss der Wirtschaft und der Chemieindustrie aber auch genügend Vertrauen in ihre Kompetenzen entgegengebracht werden. Die Unternehmen benötigen Freiraum, um ihre Fähigkeiten ausspielen zu können. Wer uns am Gängelband führen will, der untergräbt unsere Kreativität, blockiert unser Potential.</p><h2>Weg vom politischen Mikromanagement</h2><p>Um wieder ein Klima des Vertrauens und der Offenheit zu schaffen, braucht es einen neuen Politikstil. Der Staat muss sich im Rahmen der sozialen Marktwirtschaft wieder auf seine ordnungspolitische Steuerungsfunktion besinnen. Das heißt, auf Basis einer angebotsorientierten Politik generelle Ziele setzen – aber den Weg dorthin der Wirtschaft und ihrer Expertise überlassen. Große Linie statt kleines Karo.</p><p>Denn die Unternehmen finden im Wettbewerb meist die besten Lösungen und setzen sie effizient um. Dafür müssen sie nach dem Prinzip der Technologieoffenheit diejenigen Verfahren und Produkte selbst bestimmen können, die ihnen am meisten Erfolg versprechen. Dass sie hierfür von einem aufgeblähten bürokratischen Apparat befreit werden müssen, dessen häufig kleinteilige Auflagen enormen Aufwand nach sich ziehen, versteht sich von selbst.</p><p>Wir brauchen aber nicht nur einen neuen Politikstil. Wir brauchen auch gesamtgesellschaftlich eine neue Geisteshaltung. Ein Deutschland als Motor Europas, das zu seiner Anpackmentalität zurückfindet. Das mehr Realitätssinn entwickelt. Das sich endlich wieder als Triebwerk des technologischen Fortschritts definiert. Und in dem die Empathie überwiegt. Ein Deutschland aus Hightech und Herz.</p>]]></description><category><![CDATA[People,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Wed, 29 Jan 2025 10:00:00 +0100</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/0c5238ef-0be7-496c-8fb0-3be8c1df512e/500_datgeneral-handshake.png?41255" length="0" type="image/png" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/0c5238ef-0be7-496c-8fb0-3be8c1df512e/500_datgeneral-handshake.png?41255</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/0c5238ef-0be7-496c-8fb0-3be8c1df512e/datgeneral-handshake.png?41255</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[20240129_DAT general-Handshake]]></pp:imageTitle></item><item>
                        <title>Mit vielen Bällen jonglieren</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/mit-vielen-baellen-jonglieren/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/mit-vielen-baellen-jonglieren/</guid><pp:caseid>685635</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>Unsere hochkomplexe Welt braucht einen neuen Kollaborationsansatz –&nbsp;nur mit einem Höchstmaß an Agilität, Flexibilität und Pragmatismus lässt sich Stagnation überwinden und Innovationskraft entfesseln.&nbsp;</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Was für eine Koinzidenz der Gegensätze, möchten man meinen. Am einen Tag zieht ein neuer Präsident ins Weiße Haus in Washington, der weithin mit Abschottung und einer (transparenten) Politik der nationalen Prioritäten gleichgesetzt wird. Am Tag darauf beschwört das Weltwirtschaftsforum in Davos noch einmal den Geist von Offenheit und Kooperation.</p><p>Doch sollte das vermeintlich „liberale“ Lager nun nicht reflexartig selbst in Wagenburgmentalität und moralische Überlegenheit verfallen. Nationale Interessen und Egoismen haben schließlich stets auch den Hohepredigern von Multilateralismus und Globalisierung zugrunde gelegen. Nur dass deren eigene Interessen mitunter etwas vernebelt waren. Was insbesondere für Europa und Deutschland gilt. Insofern könnte der Antritt der Trump-Administration nun der Weckruf sein, diese Interessen endlich klarer zu definieren – und energischer zu verfolgen.</p><p>Sicherlich sollte sich Europa dabei im Spannungsfeld zwischen den USA, China und anderen wirtschaftlichen und politischen Gravitationszentren stärker auf seine Gemeinsamkeiten besinnen. Aber wir dürfen uns dabei eben nicht von Schwarz-Weiß-Denken leiten lassen. Ein zukunftsfähiger Kollaborationsansatz bedeutet, nach allen Seiten hin offen zu sein, mit vielen Bällen gleichzeitig zu jonglieren. Das ist meine wesentliche Ableitung aus dem aktuellen <a href="https://reports.weforum.org/docs/WEF_Global_Cooperation_Barometer_2025.pdf" target="_blank">Global Cooperation Barometer</a>, das jedes Jahr anlässlich des WEF erscheint.</p><p>Zukunftsfähige Kollaboration: Das bedeutet ein Höchstmaß an Agilität, Flexibilität und Pragmatismus in einer hochkomplexen, zunehmend unvorhersehbaren Welt, in der wie in einem Kaleidoskop immer wieder neue Konstellationen entstehen und neue Herausforderungen auftauchen. Eine Welt, die aber immer auch neue Chance bietet.</p><p>Wenn wir das beherzigen, lässt sich hoffentlich auch die Stagnation in der globalen Zusammenarbeit überwinden, die seit 2020 herrscht. Aktuell laufen wir Gefahr, dass der Fortschritt nicht Schritt hält mit den immensen Aufgaben, die es zu lösen gilt, und für die es eine starke und innovative Wirtschaft braucht. So zeichnet sich etwa bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien eine Fragmentierung ab, die das Produktivitätswachstum gefährden könnte.</p><p>Das bereitet mir Sorgen, auch und besonders für Deutschland. Denn vor allem auf Innovation und Zusammenarbeit basiert unsere Konkurrenzfähigkeit. Doch hier befindet sich unser Land in einem Abwärtstrend: 2024 ist es im <a href="https://www.imd.org/centers/wcc/world-competitiveness-center/rankings/world-competitiveness-ranking/" target="_blank">globalen Vergleich</a> um weitere zwei Plätze zurückgefallen. So scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis wir auch den Rang als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt verspielt haben werden.</p><p>Es muss also dringend auch hierzulande ein frischer Wind wehen. Die anstehende Bundestagswahl könnte die Chance dazu bieten. Nach innen hinein muss die Losung für alle demokratischen Parteien lauten, sich von Freund-Feind-Zuschreibungen zu verabschieden, Gemeinsamkeiten stärker herausstellen und Kooperationsfähigkeit zu beweisen. Nach außen sollten wir weiter einen Multilateralismus verfolgen, ohne uns zu sehr auf einzelne Partner festzulegen und Kooperation in ideologischen Kategorien zu verankern.</p><p>Auch wenn uns vieles nicht gefällt – an den Realitäten kommen wir nicht vorbei. Und Doomsday-Stimmung hilft auch nicht weiter.</p>]]></description><category><![CDATA[People,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Thu, 23 Jan 2025 16:30:00 +0100</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/b8509d19-10c0-49b5-941c-db301c2f825b/500_20250123-juggling-many-balls-key.jpeg?81684" length="0" type="image/jpeg" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/b8509d19-10c0-49b5-941c-db301c2f825b/500_20250123-juggling-many-balls-key.jpeg?81684</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/b8509d19-10c0-49b5-941c-db301c2f825b/20250123-juggling-many-balls-key.jpeg?81684</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[20250123_Juggling-many-Balls_Key]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[&amp;copy; Covestro]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>Schiedsrichter, nicht Schulmeister</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/schiedsrichter-nicht-schulmeister/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/schiedsrichter-nicht-schulmeister/</guid><pp:caseid>564932</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><i>Der Covestro Vorstandsvorsitzende begrüßt die Initiative der EU-Kommission für ein neues Netto-Null-Industriegesetz. Den aktuellen Vorschlag von Kommissionspräsidentin von der Leyen nimmt er zum Anlass für Gedanken zur Industriepolitik.</i></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Mammutkonferenzen von Politik und Wirtschaft haben häufig keinen leichten Stand. Viele hochfliegende Pläne, wenig konkrete Ergebnisse – so lautet meist die Kritik. Dass es auch anders geht, hat kürzlich der Artenschutzgipfel von Montreal gezeigt: Weite Teile von Land und Meer sollen bald unter Schutz gestellt werden. Und auch das oft totgesagte Weltwirtschaftsforum sorgte für Aufsehen, als Ursula von der Leyen vor zwei Monaten in Davos vor die Mikrofone trat. Die EU-Kommissionspräsidentin kündigte an, Europa zum Motor für grüne Industrien zu machen. Und hat nun erfreulich rasch nachgelegt mit dem Vorschlag für ein <a href="https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_23_1665" target="_blank">Netto-Null-Industriegesetz</a>.</p><p>Das ist absolut richtig und nötig. Denn Klimaneutralität und darüber hinaus Nachhaltigkeit in all ihren Dimensionen erweist sich immer mehr als das Großprojekt der Menschheit im 21. Jahrhundert. Ökologisch: Wir müssen das Lebenserhaltungssystem der Erde vor dem Kollaps retten. Gesellschaftlich: Wir müssen mehr soziale Gerechtigkeit und Teilhabe ermöglichen. Ökonomisch: Wir müssen neue Wege für Wachstum, Wohlstand und Wohlbefinden beschreiten. Da ist es nur konsequent, wenn Europa seine Green-Deal-Ambitionen mit Leben füllt – um zumindest mitzuhalten mit anderen Öko-Treibern wie den USA und China.</p><h2><strong>Starke Industrie, fähiger Staat</strong></h2><p>Doch der Vorstoß der Kommission wirft überdies ein Schlaglicht auf zwei zentrale Sachverhalte. Erstens: Wir brauchen insgesamt eine starke Industrie, um die enormen Herausforderungen in unserer schnelllebigen, zunehmend fragilen Welt zu bewältigen. Eine Industrie, die ganz vorn dabei ist, um die Transformationsagenda für eine grüne, smarte Zukunft umzusetzen: Energiewende, neue Mobilität, digitale Revolution... Eine Industrie, die das richtige Umfeld hat, um bestmöglich zu forschen, zu entwickeln und zu investieren. Das gilt auch und besonders für die Chemie, die als „Mutter aller Industrien“ so vielen anderen Schlüsselsektoren zugrunde liegt.</p><p>Daraus leitet sich – zweitens – ab: Wir brauchen auch einen Staat, der diese Rahmenbedingungen setzt und sicherstellt. Viel ist ja derzeit die Rede von einer aktiven Industriepolitik. Eher wenig hört man, was darunter zu verstehen ist. Ich sehe es so: Wir brauchen den Staat als Schiedsrichter, der die Spielregeln bestimmt – aber nicht die Spielzüge. Es gilt, die Industrie durch eine <span>konsistente, im klassischen Sinne liberale Ordnungspolitik für fairen, sozial verantwortlichen Wettbewerb zu unterstützen.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Wir brauchen den fähigen Staat, der für ein marktwirtschaftliches Umfeld mit gleichen Startvoraussetzungen sorgt. Der Leitplanken setzt, die auch dem Gemeinwohl dienen: generationengerecht, Umwelt bewahrend. Und der innerhalb dieses Rahmens ein eigenverantwortliches Handeln der Wirtschaft ermöglicht. Ein fähiger Staat hat aber auch den Mut, die Spielregeln nachzubessern, wenn die Situation es erfordert. Umzuschwenken, wenn unvorhersehbare Krisen auftauchen.</span></p><h2 style="margin-left:0cm;"><span><strong>Konsistent, verlässlich, agil</strong></span></h2><p style="margin-left:0cm;"><span>Proaktive Industriepolitik ist für mich mithin dreierlei: konsistent, verlässlich und agil. Sie sollte Grundsätze wahren wie etwa Technologieneutralität oder das Verursacherprinzip. Sie darf – nach innen wie in der Außenwirtschaft – niemanden ungerechtfertigt bevorzugen, keine Partikularinteressen bedienen. Und vor allem: Sie gibt nur die Ziele vor, setzt Anreize und Meilensteine. Die Ausgestaltung muss den Unternehmen überlassen bleiben. Also: Schiedsrichter, nicht Schulmeister.&nbsp;</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>In der Vergangenheit ist der Schiedsrichter seiner Rolle jedoch oft nicht gerecht geworden. Das Ergebnis sind zum Beispiel vielerorts marode Infrastrukturen, schmerzhafte Defizite im Bildungs- und Gesundheitswesen. Mehr noch: Die globale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Europa ist gefährdet durch strukturell viel zu hohe Energiepreise, durch überbordende Bürokratie und Regulierung. Auch hier muss eine konsequente Industriepolitik ran. Und wir müssen zurück zum regelbasierten multilateralen Wirtschaftssystem, das durch geopolitische Konflikte und nationale Egoismen ausgehöhlt wird.<strong> </strong>Wenn nicht, bleibt von der Leyens grüner Industrieplan Flickschusterei.</span></p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Thu, 16 Mar 2023 14:18:00 +0100</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/873af8ed-f0da-442f-9551-84499677a760/500_net-zero-industrial-policy-pic-1.jpeg?70228" length="0" type="image/jpeg" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/873af8ed-f0da-442f-9551-84499677a760/500_net-zero-industrial-policy-pic-1.jpeg?70228</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/873af8ed-f0da-442f-9551-84499677a760/net-zero-industrial-policy-pic-1.jpeg?70228</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[20230316_Net-Zero-Industrial_Policy-Pic-1_Key]]></pp:imageTitle></item><item>
                        <title>Unabhängig UND nachhaltig</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/unabhaengig-und-nachhaltig/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/unabhaengig-und-nachhaltig/</guid><pp:caseid>526948</pp:caseid><description><![CDATA[<p><span>Der Ukraine-Krieg, die zunehmenden Spannungen zwischen China und den USA – anders als die eher regionalen Konflikte der Vergangenheit erschüttern und verändern die momentanen Krisen die ganze Welt. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht.&nbsp;</span>Seien es die Verwerfungen an den Energiemärkten wegen der wegfallenden russischen Gaslieferungen, sei es die drohende Verschärfung der Lieferengpässe bei Halbleitern infolge des Taiwan-Konflikts: Immer eindringlicher zeigt sich, wie brüchig das internationale Geflecht ist, auf dem die Weltwirtschaft gründet. Und immer deutlicher wird der strategische Wert von Gütern, die jahrzehntelang als stets verfügbare „Commodities“ betrachtet wurden.</p><p>Die Folge: Staaten und Regionen wollen sich aus Abhängigkeiten befreien und möglichst zum Selbstversorger werden. In den USA beispielsweise hat der Senat unlängst ein Gesetz zur Förderung der heimischen Chipherstellung verabschiedet. Und Deutschland vereinbart soeben mit Kanada die Belieferung mit Wasserstoff und hofft zudem auf flüssiges Erdgas von dort.</p><h2>Streben nach Autonomie</h2><p>Aber es geht in der globalen Mächtekonfrontation und Allianzbildung um weit mehr als fossile Rohstoffe. Auf dem Spiel steht auch der Zugang zu vielen Metallen, ohne die das moderne Leben und schon gar nicht die Transformation in eine nachhaltige und digitale Zukunft möglich sind. Besonders EU-Kommissar Thierry Breton wird dieser Tage nicht müde zu betonen, wie wichtig für Europa die Verfügbarkeit von Lithium, Nickel und Co. ist, deren Vorkommen zumeist in wenigen Ländern konzentriert sind.</p><p>In der Tat geht ohne Mineralien nichts. Kupfer brauchen wir für den Transport von in Zukunft viel mehr Strom. Nur mit Lithium sowie Kobalt und Graphit können wir Elektroautos bauen. Seltenerdmetalle sind unverzichtbar für Windkraftanlagen und Photovoltaikmodule. Der Bedarf an all diesen Materialien dürfte noch sehr stark wachsen. Ein Szenario der niederländischen Universität Leiden vom Mai sieht für 2020 bis 2050 in Europa bei Kobalt etwa einen Anstieg um 400 Prozent und bei Lithium um sage und schreibe 2.100 Prozent.</p><h2><strong>Ressourcen sichern – und schonen</strong></h2><p>Sich mehr Ressourcen sichern – das ist aber nur die halbe Miete. Ein zukunftsweisendes Konzept wird daraus erst, wenn wir auch mehr Ressourcen schonen. Dazu muss vor allem das Recycling von Rohstoffen deutlich Fahrt aufnehmen. Insgesamt ist die Welt erst zu 8,6 Prozent zirkulär. Teilweise ist man zwar schon recht gut unterwegs. So werden laut Breton in der EU beispielsweise mehr als 50 Prozent der Metalle wie Eisen, Zink oder Platin rezykliert.</p><p>In anderen Bereichen ist aber noch viel Entwicklungspotenzial. Bei Kunststoffen etwa. Ein wunderbares Material, ohne das die ersehnte grüne, smarte Zukunft ebenfalls kaum möglich ist. Ohne Kunststoffe fährt kein E-Auto, dreht sich kein Windrad, geht kein Smartphone auf Empfang. Der Nachteil: Altes Plastik wird noch viel zu wenig wiederverwertet. In der EU liegt die Recyclingquote erst bei rund einem Drittel; weltweit sind es sogar nur rund 15 Prozent. Der Plastikmüll auf den Weltmeeren spricht Bände.</p><p>Es gilt also, dringend die Entsorgungssysteme auf- und auszubauen. Und wir müssen zukunftsweisende neue Verfahren wie das chemische Recycling ankurbeln. Das sind langfristige, komplexe und schwierige Themen, die momentan ins Hintertreffen zu geraten drohen.</p><p>Aber um die Weltwirtschaft und wichtige Branchen wie Energie, IT und Chemie am Laufen zu halten, müssen wir gleichzeitig an allen Stellschrauben drehen: Autonomie fördern, mit Augenmaß, ohne Konfrontation und Blockbildung zu vertiefen, stabile Partnerschaften mit Gleichgesinnten eingehen – und mit voller Intensität an einer nachhaltigen Zukunft arbeiten, indem wir die Kreislaufwirtschaft zum globalen Leitprinzip machen.</p>]]></description><category><![CDATA[Performance Materials,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Fri, 02 Sep 2022 09:05:08 +0200</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/500_07-illustration-innovation-2500x2500-picture2.jpg?79982" length="0" type="image/jpg" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/500_07-illustration-innovation-2500x2500-picture2.jpg?79982</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/07-illustration-innovation-2500x2500-picture2.jpg?79982</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[07_Illustration_Innovation_2500x2500_Picture 2]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[Bis der geschlossene Kreislauf Realit&amp;auml;t wird, haben wir noch viele Schritte vor uns. &amp;copy; Covestro]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>Eine Messe wert</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/eine-messe-wert/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/eine-messe-wert/</guid><pp:caseid>525201</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><i>Die Welt ist mit ungeahnten Problemen konfrontiert. Um sie zu bewältigen, brauchen wir neue Ideen und eine neue Offenheit; in Zeiten der Konfrontation dringender denn je. Einen Lichtblick bildet gerade die größte Messe für Prozesstechnik in Frankfurt.</i></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Krieg, Hunger, Seuchen, Hitze, Brände – die Weltlage ist gerade alles andere als einfach. Überall halten uns Löscharbeiten in Atem, muss das Nötigste einigermaßen bewältigt werden. Da gerät vieles, was den Horizont von ein paar Wochen und Monaten überschreitet, außer Acht. Der Klimaschutz etwa droht hintangestellt zu werden.</p><p>Man muss es aber noch einmal klar sagen: Wir dürfen nicht zusehen, wie Dürren und Fluten, wie die Auszehrung der Ressourcen und der Raubbau an der Natur unseren Planeten immer weiter stressen. Wir müssen uns unbedingt auch die langfristige Sicht erhalten – um Ursachen zu bekämpfen und Brandherde abzustellen.</p><p>Das geht nicht ohne viel guten Willen, Gemeinsinn, Einsicht und enorme Anstrengungsbereitschaft. Und nicht ohne technologische Errungenschaften. Letztere sind zum Glück keine Mangelware. Das wird jetzt gerade in Frankfurt deutlich: auf der Achema, der weltweit größten Messe für Prozesstechnik. Sie formt die Schnittmenge von Energie, Chemie, Biotechnologie und Umweltwirtschaft – Sektoren, auf die es besonders ankommt, um der Transformation in eine wirklich nachhaltige Welt Schwung zu verleihen.</p><h2><strong>Grenzüberschreitender Austausch, globale Kooperation</strong><span><strong>&nbsp;</strong></span></h2><p>Okay, eine Marketing-Veranstaltung. In normalen Zeiten eher ein Thema für Fachleute. Doch in Zeiten wie diesen, die von zunehmender Anti-Haltung, Konfrontation, Propaganda und geopolitischer Blockbildung geprägt ist, verdient sie besondere Erwähnung. Denn die Achema bildet mit 2.200 Ausstellern aus 50 Ländern das ab, was wir so dringend brauchen – grenzüberschreitenden Austausch und globale Kooperation.<span>&nbsp;</span></p><p>Nur ein Klima der Offenheit, eine faktenbasierte Weltsicht bringen die Lösungen hervor, die uns weiterbringen. In Frankfurt sind sie greifbar. Hightech-Recycling mit Biotechnologie etwa – Bakterien und Enzyme können die Wiederverwertung von altem Kunststoff ankurbeln. Bei der Produktion von neuem helfen innovative Verfahren, vom Erdöl wegzukommen und weniger CO<sub>2</sub> in die Atmosphäre zu jagen. Und Blockchain-Prozesse können Transparenz in verschlungene Lieferketten bringen.</p><p>Manches im Technologiebereich mag noch Zukunftsmusik sein, während sich die politische und gesellschaftliche Kluft zu vertiefen scheint. Überzeugen wir die Menschen, dass letztlich nur gemeinschaftliche rationale Lösungen allen weiterhelfen.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Wed, 24 Aug 2022 10:10:21 +0200</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/500_achema-ms-2.jpg?50941" length="0" type="image/jpg" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/500_achema-ms-2.jpg?50941</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/achema-ms-2.jpg?50941</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[ACHEMA_MS_2]]></pp:imageTitle></item><item>
                        <title>Die Kreislaufwirtschaft als Wachstumsmotor</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/die-kreislaufwirtschaft-als-wachstumsmotor/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/die-kreislaufwirtschaft-als-wachstumsmotor/</guid><pp:caseid>495338</pp:caseid><description><![CDATA[<p style="text-align:start;"><span style="color:#95a5a6;"><i><span>Dieser Blog Beitrag wurde auch am 2. Februar 2022 im „blog politische ökonomie“ veröffentlicht.</span></i></span></p><hr><p style="text-align:start;">Es wäre ein starkes Signal gewesen. Im Dezember hätte der UN-Sicherheitsrat den Klimawandel erstmals als Bedrohung für Frieden und Sicherheit einstufen können. Doch Russland und Indien sagten Nein; ein Dämpfer für das Momentum der Weltklimakonferenz in Glasgow. Dabei ist der Ernst der Lage unübersehbar. Der globale CO<sub>2</sub>-Ausstoß nimmt weiter zu – nach einem Rückgang im ersten Corona-Jahr gab es 2021 wohl wieder eine Steigerung um fünf Prozent auf gut 36 Milliarden Tonnen. Deutschland hat im vergangenen Jahr offenbar sogar den höchsten Anstieg seiner Treibhausgasemissionen seit 1990 verzeichnet und kommt damit vom Pfad zum 2030-Klimaziel ab. Deshalb hat die Bundesregierung gerade ein Klimaschutz-Sofortprogramm aufgelegt.</p><p>Der Klimawandel ist aber nur eine Facette der globalen Dreifachkrise, die den Planeten Erde und seine Bewohner bedroht. Hinzu kommt die schleichende Ressourcenausbeutung: Die Menschheit lebt seit 1970 über ihre Verhältnisse. Gleichzeitig schreitet die Umweltzerstörung voran mit Artensterben und Abfallkrise. Mindestens ein Drittel des auf der Erde anfallenden Siedlungsmülls wird nicht ordentlich entsorgt.</p><h2>Die Linearwirtschaft ist nicht zukunftsfähig</h2><p>Das schreit nach Änderungen. Und wir brauchen in der Tat eine andere Art zu leben und zu wirtschaften, müssen alte Fehler im System beheben. Allen voran die hohe Klimaintensität, insbesondere in der Industrie: 45 Prozent aller Treibhausgasemissionen entstehen durch die Herstellung von Alltagsgegenständen. Hinzu kommt, dass Produktion und Konsum noch immer größtenteils unidirektional verlaufen: extrahieren, gebrauchen, wegwerfen – eine rein lineare Angelegenheit. Demgegenüber wird noch viel zu wenig recycelt. Die weltweite Rate liegt erst bei 8,6 Prozent und ist mithin sogar rückläufig. In engem Zusammenhang damit steht die unserem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem innewohnende Obsoleszenz: Konsum und Produkte, die auf Schnelllebigkeit und Ersatz ausgelegt sind.</p><p>Also: ein umfassender Zukunftsplan für Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft muss her. Ein Konzept, das den Planeten bewahrt und gleichzeitig Wertschöpfung und Wohlstand auf einem besseren Fundament als derzeit ermöglicht. Und das im Idealfall auch zu einem nachhaltigeren gesellschaftlichen Miteinander führt. Dieses Konzept ist für mich die Kreislaufwirtschaft. Sie ist die übergeordnete Vision, die uns führen und motivieren sollte, der Schlüssel für Klimaneutralität, Ressourcenschonung und Umweltschutz.</p><h2>&nbsp;</h2><h2>Die Kreislaufwirtschaft als globales Leitprinzip</h2><p>Die Kreislaufwirtschaft zum Leitprinzip machen: ein lohnendes Ziel, das uns aber auch viel abfordern wird. Vor allem benötigen wir einen mentalen Wandel, müssen bereit sein, Schluss zu machen mit der Ex-und-Hopp-Mentalität. Stattdessen heißt es: Güter lange und mehrfach verwenden, mehr reparieren. Abfall vermeiden und unvermeidbaren Abfall als wertvolle Ressource betrachten. Und vor allem: Produkte von vornherein kreislauffähig machen.</p><p>Zugegeben, das wird keine bequeme Reise. Wir müssen raus aus der Komfortblase. Wir brauchen XXL-Dosen an Entschlossenheit, Ausdauer und Mut – Unternehmen, Politiker, jeder einzelne Bürger. Auf der anderen Seite ist die Transformation zum zirkulären Wirtschaften und Leben aber keine schiere Zumutung. Die Kreislaufwirtschaft bildet vielmehr auch ein Konjunkturprogramm par excellence. Sie hat enormes Potential für Wertschöpfung, Wachstum und Beschäftigung. Wenn es uns gelingt, sie richtig zu entfesseln, sind in Europa bis 2030 wirtschaftliche Vorteile von rund 1,8 Billionen Euro drin. 700.000 neue Arbeitsplätze könnten entstehen, und beim europäischen Bruttoinlandsprodukt wäre ein Plus um 0,5 Prozent möglich.</p><h2>Eine Branche erfindet sich neu</h2><p>Die Chemie- und Kunststoffindustrie hat die große Transformation bereits eingeleitet. Sie ist dabei, eingefahrene Wege zu verlassen. Das bedeutet, nicht nur konsequent auf erneuerbare Energien einzuschwenken, sondern gleichzeitig auch auf der Rohstoffseite eine regelrechte Revolution hin zu erneuerbaren Quellen zu entfachen. Fossile Ressourcen wie Erdöl sind zwar noch vorherrschend. Doch die Wachablösung hat begonnen: durch Abfall, Biomasse und CO<sub>2</sub>, die uns nachhaltigen, erneuerbaren Kohlenstoff liefern können. So wird dieses wichtige Element im Kreis geführt, anstatt in die Atmosphäre zu ziehen.</p><p>Schon heute lässt sich beispielsweise der Kohlenstoff in der wichtigen Grundchemikalie Anilin komplett aus Pflanzen gewinnen. Forschungsdurchbrüche wie diese sorgen für Aufbruchstimmung. Auch am Markt: Aktuell liegt das durchschnittliche jährliche Produktionswachstum biobasierter Kunststoffe bei acht Prozent – und damit höher als der Zuwachs bei Polymeren insgesamt.</p><p>Das Recycling von Kohlendioxid ist ebenfalls auf dem Vormarsch. Immer mehr Unternehmen nutzen CO<sub>2</sub> als alternativen Rohstoff. Für Autoteile beispielsweise, für Matratzen oder Sportböden. Und auch die Politik erkennt das Potenzial von „Carbon Capture and Utilization (CCU)“. Nicht nur, um weitere CO<sub>2</sub>-Emissionen zu vermeiden, sondern auch, um das Klimagas aus der Atmosphäre zurückzuholen, Stichwort Direct Air Capture. Ein riesiges ungenutztes Rohstofflager bilden ferner Abfälle beziehungsweise Kunststoffe, die ans Ende ihrer Nutzung gekommen sind. So wird in Deutschland derzeit nur etwa 16 Prozent des Plastikabfalls tatsächlich zu Rezyklat verarbeitet.</p><h2>Kunststoff mit Netto-Null-Emissionen</h2><p>Wenn wir Abfall, Biomasse und CO<sub>2 </sub>sowie Ökostrom in der Produktion kombinieren, ergeben sich fantastische Perspektiven. Auf diese Weise ließen sich nämlich Kunststoffe mit Netto-Null-Emissionen herstellen, wie eine Gruppe von Forschern vor kurzem im Wissenschaftsmagazin „Science“ erläutert hat. Und zwar mit weniger Energie und Kosten, als wenn man die herkömmliche fossilbasierte Produktionsweise in Verbindung mit Abtrennung und Speicherung von Kohlendioxid (CCS) heranzieht.</p><p>Um das Recycling anzukurbeln, brauchen wir aber mehr Allianzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Rohstofflieferanten bis zum Endverbraucher. Nur so gelingt es uns, Abfallmanagementsysteme konsequent auf- und auszubauen. Parallel müssen die Technologien weiterentwickelt werden. Vor allem das noch junge chemische Recycling als Wegbereiter, um Kunststoffe im großen Stil wiederzuverwerten. Dass es als Recyclingoption nun im Koalitionsvertrag steht, darf als ein wichtiger Impuls für Kreislaufwirtschaft gelten.</p><p>Die Pfeiler für ein nachhaltigeres, resilienteres System sind also eingerammt. Mit der Kreislaufwirtschaft können wir Klima, Natur und Ressourcen schützen und Wachstum innerhalb planetarer Grenzen zur Realität werden lassen. Wir haben einen Plan – setzen wir ihn um! Denn nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Thu, 24 Feb 2022 12:00:00 +0100</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/500_markus-steilemann.jpg?48389" length="0" type="image/jpg" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/500_markus-steilemann.jpg?48389</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/markus-steilemann.jpg?48389</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[Markus-Steilemann]]></pp:imageTitle></item><item>
                        <title>Mehr als Pride Month</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/mehr-als-pride-month/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/mehr-als-pride-month/</guid><pp:caseid>463913</pp:caseid><pp:subtitle>Blog-Beitrag über Vielfalt &amp; Inklusion</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p><span>Juni 2021 war der bunteste Pride Month, den ich erlebt habe. Viele Einzelpersonen und Organisationen auf der ganzen Welt haben die Regenbogenfarben gezeigt, das Symbol für wachsendes Engagement für Vielfalt und Inklusion in unserer Gesellschaft.</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Dieser Trend wird durch die Wirtschaft verstärkt. Darüber freue ich mich sehr und denke, dass wir gerade in der chemischen Industrie bereits einen weiten Weg zu mehr Gleichberechtigung und Toleranz zurückgelegt haben. Besonders stolz bin ich darauf, dass Covestro diese Werte vom ersten Tag an verkörpert. Unser LGBTQ+-Netzwerk UNITE und die überregionalen Teams sind seither unermüdlich dabei, neue Initiativen zu entwickeln und anzustoßen, um weitere Fortschritte zu erzielen. Unser erster <a href="https://content.presspage.com/uploads/2529/covestro-globaldampireport2020.pdf?10000">Globaler Bericht zu Vielfalt und Inklusion</a> gibt einen Einblick in unsere Aktivitäten.</p><p>Aber diese Reise ist noch lange nicht beendet. Der Pride Month ist zwar vorbei, aber es ist wichtig, dass wir nicht nur an einem besonderen Tag im Kalender Farbe bekennen. Es geht nicht nur darum, einmal im Jahr die Regenbogenflagge zu hissen. Wir müssen jeden Monat des Jahres und jeden Tag der Woche daran arbeiten, gemeinsam und jeder für sich.</p><h2>Treiber für Innovation</h2><p>Vielfalt und Inklusion sind grundlegend für unser gesellschaftliches Zusammenleben und entscheidend für die Wirtschaft – denn sie wirken auch als Katalysator für Innovationen. Hat man das Glück, eine vielfältige Gruppe von Menschen kennenzulernen, die eine gemeinsame Vision verfolgen und ihre Unterschiede schätzen, merkt man, wie sie jedes Hindernis auf ihrem Weg kreativer und effektiver angehen.</p><p>Es ist keine Überraschung, dass Menschen, die sich in ihrer eigenen Haut und in ihrem Umfeld wohlfühlen, kreativer und motivierter sind und bessere Ergebnisse erzielen. Sie müssen keine Energie darauf verschwenden, sich zu verstellen, um gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen.</p><h2>Ein weiter Weg</h2><p>Die Anerkennung von Menschen anderer Herkunft, Religion, sexueller Orientierung und Identität, anderen Alters und Geschlechts macht uns zu besseren Mitarbeitenden, besseren Experten, besseren Führungskräften – zu besseren Menschen.</p><p>Aber wir dürfen nicht vergessen: Es ist noch viel zu tun, bis sich alle gleichwertig einbezogen fühlen. Unternehmen spielen eine wichtige Rolle, diesen Wandel voranzutreiben und zu unterstützen. Covestro will dieser Verantwortung gerecht werden. Ich bin froh, dass wir begonnen haben, die entsprechenden Maßnahmen in unserem jährlichen Globalen Bericht zu Vielfalt und Inklusion besser und transparenter zu verfolgen. Aber es liegt noch ein langer Weg auch vor uns.</p><p>Es spielt keine Rolle, wer Sie sind, woher Sie kommen, wen Sie lieben und woran Sie glauben. Was zählt, ist Ihre Bereitschaft und Fähigkeit, gemeinsam Lösungen für eine nachhaltige Zukunft zu entwickeln. Sie sind willkommen, so wie Sie sind – Hass, Intoleranz und Diskriminierung sind es nicht.</p><p>Unterstützen Sie mich dabei, dass jeder Monat ein Pride Month wird – bei Covestro und überall sonst.</p>]]></description><category><![CDATA[People,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Mon, 05 Jul 2021 17:55:00 +0200</pubDate>
            <enclosure url="https://content.presspage.com/uploads/2697/500_covestroblog-image1920x468.jpg?10000" length="0" type="image/jpg" />
                <pp:image>https://content.presspage.com/uploads/2697/500_covestroblog-image1920x468.jpg?10000</pp:image>
                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/covestroblog-image1920x468.jpg?10000</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[Covestro Blog-Image 1920x468]]></pp:imageTitle></item></channel>
                    </rss>