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                    <title><![CDATA[Newsroom Covestro Blog]]></title>
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                    <lastBuildDate>Tue, 08 Sep 2026 06:14:32 +0200</lastBuildDate>
                    <pubDate>Thu, 30 Jul 2026 10:28:53 +0200</pubDate>
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                        <title><![CDATA[Newsroom Covestro Blog]]></title>
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                        <title>Ressourcen schonen, Energie erneuern</title>
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                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/ressourcen-schonen-energie-erneuern/</guid><pp:caseid>780689</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Wir verbrauchen mehr, als die Erde erneuern kann – und das immer früher im Jahr. Die Energiewende ist Teil der Lösung. Aber sie funktioniert nur, wenn wir auch die Materialien mitdenken, aus denen Wind- und Solaranlagen bestehen. Und was mit ihnen passiert, wenn sie ausgedient haben.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Die Erde kommt nicht mehr hinterher. Wälder, Fischbestände, Süßwasser – wir Menschen entnehmen in einem Jahr mehr, als die Natur im selben Zeitraum erneuern kann. Der <a href="https://overshoot.footprintnetwork.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Earth Overshoot Day</a> führt uns vor Augen: Unser Verbrauch an Ressourcen ist viel zu groß. 2026 leben wir bereits ab dem 30. Juli ökologisch auf Pump. Vor einem Jahrzehnt fiel der Stichtag noch in den August, vor zwanzig Jahren war die Erde erst im Oktober am Limit.</p><p>Der größte Treiber des ökologischen Defizits sind die fossilen Rohstoffe, die wir weiterhin in gigantischen Mengen aus dem Boden holen: Öl, Kohle, Gas. Denn bei ihrer Nutzung entstehen enorme Mengen CO₂, die von Wäldern und Ozeanen nicht schnell genug aufgenommen werden können. Umso wichtiger ist der Umstieg auf Energiequellen, die sich erneuern.</p><h2>Die Richtung stimmt, das Tempo nicht</h2><p>Dieser Wandel ist längst im Gange. 2025 war die globale Kapazität an regenerativen Energien mehr als doppelt so hoch wie noch zehn Jahre zuvor. Und sie wächst immer schneller, wie aus dem <a href="https://www.irena.org/Publications/2026/Jul/Renewable-Energy-Statistics-2026" target="_blank" rel="noreferrer noopener">jüngsten Bericht der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA)</a> hervorgeht. Solarenergie ist der größte Treiber – hier hat sich die Kapazität gegenüber 2015 mehr als verzehnfacht, bei Windkraft immerhin verdreifacht.</p><p>Das Ergebnis: Rund ein Drittel der weltweiten Stromerzeugung stammt inzwischen aus erneuerbaren Quellen. Und auch beim weltweiten Ausbau der Stromkapazitäten dominieren sie längst: Laut IRENA machten erneuerbare Energien 2025 bereits mehr als 85 Prozent aller neu installierten Kapazitäten aus. Besonders beeindruckend: Solarstrom kostet heute rund 90 Prozent weniger als vor fünfzehn Jahren. In vielen Regionen der Welt ist er damit bereits die günstigste Art, Strom zu erzeugen.</p><p>Und dennoch: All das reicht nicht. Denn Strom ist nur ein Teil des Ganzen. Wärme, Verkehr, Industrie – der Großteil des weltweiten Energiebedarfs läuft noch immer mit fossilen Brennstoffen. Sie decken etwa 80 Prozent davon. Jeder weitere Tag mit diesem Energiemix vertieft unsere ökologische Schuld: mehr CO₂, mehr Ressourcenverbrauch.</p><h2>Windrad und Solarpanel müssen robust sein</h2><p>Was oft übersehen wird: Es geht nicht nur darum, wie viele neue Anlagen installiert werden und wie kostengünstig sie sind. Sondern auch, woraus sie bestehen. Ihre Materialien müssen häufig extremen Bedingungen standhalten, jahrzehntelang funktionieren – und am Ende ihres Lebens zurückgewonnen werden können. Ohne das bleibt die Energiewende nur ein halbes Versprechen.</p><p>Eine Windturbine ist kein simples Gerät. Ihre Teile sind Sturm, Salz, Hitze und UV-Strahlung ausgesetzt. Dazu braucht es Beschichtungen, die halten. Die Verbindung zwischen einem Windpark auf See und dem Festland muss auch am Meeresgrund zuverlässig funktionieren.</p><p>Auch Solaranlagen müssen Hitze, Feuchtigkeit und Sonnenstrahlung dauerhaft trotzen. Und bei Batteriesysteme ist eine der großen Herausforderungen, die Zellen vor Überhitzung zu schützen. All das ist nur möglich, weil es Hochleistungskunststoffe gibt.</p><p>Spezielle Beschichtungen zum Beispiel schützen die Rotorblätter vor Verschleiß an der empfindlichen Vorderkante – einer der häufigsten Gründe, warum Turbinen früher als nötig ausfallen. Dichtungen und dämpfende Materialien sorgen dafür, dass Verbindungen halten und Erschütterungen abgefedert werden. Robuste Gehäuse und Rahmen schützen die Technik im Inneren. Unscheinbare, aber entscheidende Produkte und Lösungen, ohne die der Siegeszug der Erneuerbaren nicht möglich ist.</p><h2>Material mitdenken, Zukunft gewinnen</h2><p>Wer diese Materialien im Kreislauf hält, reduziert den Bedarf an fossilen Rohstoffen. Das bedeutet: Wir müssen die Kunststoffe für Wind- und Solaranlagen von vornherein so entwickeln, dass sie am Ende optimal zurückgewonnen, aufbereitet und in gleichwertigen Anwendungen ohne Qualitätsverlust wiederverwendet werden können. Kreislauffähige Kunststoffe reduzieren den Bedarf an Primärrohstoffen – und machen <span>Energieanlagen</span> unabhängiger von endlichen Ressourcen.</p><p><a href="https://solutions.covestro.com/de/branchen/energie" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Covestro entwickelt genau diese Materialien</a>: Schutzlacke für Rotorblätter, Elastomere für Unterwasserkabel, Rahmenmaterialien für Solarmodule. Das Unternehmen arbeitet daran, diese Kunststoffe am Ende ihres Lebens wieder in den Kreislauf zurückzuführen.</p><p>Denn erneuerbare Energien und zirkuläre Materialströme müssen zusammengedacht werden. Beides ist nötig, um den Ressourcenverbrauch zu senken, den CO₂-Ausstoß einzudämmen – und den Earth Overshoot Day langfristig wieder weiter nach hinten im Jahr zu verschieben.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Thu, 30 Jul 2026 10:28:53 +0200</pubDate>
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                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/e94f82e8-e2c9-47e1-94d2-3f515e6616c9/20260730_conceptoftheenvironmentworldearthday.jpg?41747</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[20260730_Concept of the environment World Earth Day]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[Earth Overshoot Day 2026 f&amp;auml;llt auf den 30. Juni &amp;copy; Stratocaster - stock.adobe.com]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>Wissenschaft greifbar machen</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/wissenschaft-greifbar-machen/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/wissenschaft-greifbar-machen/</guid><pp:caseid>763513</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Durch die Stärkung der Wissenschaft hoffen die Vereinten Nationen, ihre Ziele für eine nachhaltige Welt doch noch zu erreichen. Die Industrie kann dabei helfen – indem sie Forschung in konkrete Lösungen überführt, die im Alltag ankommen.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Die Uhr tickt. Nur noch vier Jahre, dann soll das Versprechen eigentlich eingelöst sein: die umfassend nachhaltige und widerstandsfähige Welt, die sich die Vereinten Nationen auf die Fahnen geschrieben haben. Eigentlich. Denn mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) – in Gang gesetzt vor einem Jahrzehnt – geht es nur sehr schleppend voran. Gerade einmal ein Drittel liegt auf Kurs oder macht zumindest moderate Fortschritte. In zentralen Bereichen, etwa beim Klimaschutz oder der Bekämpfung des Hungers, sind indes sogar Rückschritte zu verzeichnen. Und die kann die Welt sich überhaupt nicht leisten.</p><p>Die SDG mögen in Zeiten von Krieg, Konfrontation, Wirtschaftsflaute und allgemeiner Unsicherheit einen harten Stand haben. Richtig und wichtig bleiben sie dennoch. Um der „Agenda 2030“ neuen Schwung zu verleihen, setzt die UNO besonders auf die Wissenschaft. Zu diesem Zweck hat sie 2024 die Initiative „<a href="https://www.un-sciences-decade.org/en" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Internationale Dekade der Wissenschaften für nachhaltige Entwicklung</a>“ ausgerufen. Den Menschen vor Augen zu führen, welch großen Nutzen Forschung und Innovation bewirken können, sie in die Lage zu versetzen, Wissen anzuwenden, und das angeknackste Vertrauen in diese Sphäre zurückzugewinnen – das sind ihre Kernziele.</p><p>Zwei Jahre nach dem Start wird nun erste Bilanz gezogen: auf einer großen <a href="https://www.unesco.org/en/articles/2026-global-conference-international-decade-sciences-sustainable-development-2024-2033" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Konferenz</a> in Paris mit über 800 Personen aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und der Wirtschaft. Dieser Ansatz der Gemeinsamkeit ist absolut zielführend, und die Einbindung der Industrie allemal. Denn sie ist das Bindeglied zwischen neuen Erkenntnissen, guten Ideen, hochfliegenden Plänen und deren Umsetzung. Wissen in Handeln zu verwandeln: Dafür braucht es die Kompetenz und das Engagement der Millionen Unternehmen rund um den Globus.</p><p>Die Chemieindustrie zeigt exemplarisch, wie das gelingen kann. Sie ist auf der einen Seite wissenschaftsbasiert, tief verankert in der akademischen Welt – auf der anderen Seite stark anwendungsorientiert und erfahren darin, Forschungserfolge vom Labor über Pilot- und Demonstrationsanlagen bis in die großtechnische Produktion zu skalieren.</p><h2>Schneller vom Labor in den Markt</h2><p>Allerdings verläuft der Technologietransfer vielerorts viel zu schleppend – in Industrienationen wie Deutschland, Japan, Frankreich und Italien ebenso wie in Entwicklungs- und Schwellenländern, vor allem in Südasien, Sub-Sahara-Afrika und Südamerika. Die Gründe reichen von einer schwachen Start-up-Kultur über mangelnde Digitalisierung und unzureichenden Patentschutz bis hin zu lähmender Bürokratie. An diesen Rahmenbedingungen muss sich dringend etwas ändern, damit die Wissenschafts-Dekade auch zu konkreten Ergebnissen führt, die auf die SDG einzahlen.</p><p>Die chemische Industrie, einschließlich der Kunststoffbranche, hat jedenfalls ein enormes Potenzial, das noch wesentlich besser abgerufen werden kann. Viele Unternehmen können und wollen bei der Verwirklichung der Nachhaltigkeitsziele helfen. Covestro zum Beispiel richtet sich mit seiner Strategie stark auf nachhaltige Lösungen aus – also auf Produkte, die nicht-fossile Rohstoffe enthalten oder einen geringeren CO₂-Fußabdruck aufweisen.</p><p>Das Spektrum ist vielfältig – von leichten Kunststoffen zur Förderung der Elektromobilität über Dämmstoffe zur Erhöhung der Energieeffizienz von Gebäuden bis zu Innovationen für die Landwirtschaft.</p><p><a href="https://www.google.com/url?q=https://solutions.covestro.com/de/highlights/artikel/thema/anwendungen/biologisch-abbaubare-saatgutbeschichtungen&source=gmail&ust=1784364621357000&usg=AOvVaw1JkzH3ODb8ch6qOj1UfAKl" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Saatgutbeschichtungen</a> zum Beispiel: Dadurch haften Pflanzenschutzmittel am Korn und gelangen nicht in die Luft – was nicht nur der Umwelt nützt, sondern auch Ernteverluste durch Schädlinge und Pilze reduziert.</p><p>Covestro fördert vornehmlich solche Innovationen, die einen Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen leisten. Insgesamt trägt das Unternehmen zu allen 17 <a href="https://google.com/url?q=https://www.covestro.com/de/sustainability/our-commitment/our-sustainability-goals&source=gmail&ust=1784364621357000&usg=AOvVaw19VT1TUHvzf_veeC6C_PWx" target="_blank" rel="noreferrer noopener">SDG</a> in unterschiedlichem Maße und in verschiedenen Bereichen bei. Und das nicht nur mit Produkten, sondern auch mit Technologien. Bei der Herstellung der Dämmstoff-Komponente MDI etwa kommt ein <a href="https://www.covestro.com/de/sustainability/our-pioneering-solutions-and-technologies/technologies/adip" target="_blank" rel="noreferrer noopener">innovatives Verfahren</a> (AdiP) zum Tragen, das den Energiebedarf stark senkt und damit auch die Emissionen: Der CO<sub>2</sub>-Fußabdruck fällt pro Tonne Produkt um bis zu 35 Prozent niedriger aus.</p><h2>Akzeptanz der Wissenschaft erhöhen</h2><p>Die Industrie als Scharnier zwischen Forschung und Anwendung – in Wirtschaft und Wissenschaft ist das gelebte Praxis. Doch dieser Fortschritt steht auf tönernen Füßen. Nicht nur wegen der vielfach unzureichenden Rahmenbedingungen. Sondern auch wegen der verbreiteten öffentlichen Skepsis bis Ablehnung gegenüber der Wissenschaft, die durch internetgestützte Des- und Fehlinformation und irreführende Propaganda verstärkt wird.</p><p>Wenn die Welt in der Dekade der Wissenschaften für nachhaltige Entwicklung einen echten Wissensschub erreichen soll, dann braucht es Aufklärung. Durch Fakten, und vor allem durch anschauliche Erfolgsbeispiele: Menschen müssen verstehen, wie Wissenschaft und Wirtschaft ihr Leben verbessern – und wie es ohne sie aussähe.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Fri, 17 Jul 2026 14:22:17 +0200</pubDate>
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                        <title>Mehr Realitätssinn für Europas Industrie</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/mehr-realitaetssinn-fuer-europas-industrie/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/mehr-realitaetssinn-fuer-europas-industrie/</guid><pp:caseid>762553</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Irland hat jetzt den Vorsitz in der EU und setzt auf die richtigen Themen. Aber Brüssel läuft Gefahr, dabei das Falsche zu tun – indem die Klimapolitik so verschärft wird, dass Europas Grundstoffindustrie zugrunde geht. Unter der neuen Ratspräsidentschaft braucht die Union vor allem eins: mehr Realitätssinn.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>“Ní neart go cur le Chéile”, sagen sie in Irland – Einigkeit macht stark. Unter diesem Motto hat der Inselstaat jetzt für ein halbes Jahr die Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union angetreten. Und bringt damit auf den Punkt, worauf es ankommt: Die EU muss mehr denn je Geschlossenheit und Durchsetzungskraft zeigen, um ihre großen Herausforderungen zu bewältigen – von geopolitischen Bedrohungslagen über den Billionen-Haushalt für die kommenden Jahre bis zum Kinderschutz im Internet.</p><p>Stärke hat immer auch eine mentale Komponente, braucht ein geistiges Fundament. Daher ist es wichtig und richtig, dass die Iren einen Schwerpunkt auf die Werte legen, die Europa prägen und attraktiv machen: Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Vielfalt.</p><p>Aber wirklich stark ist nur, wer auch ein solides wirtschaftliches Fundament hat. Das von Europa knirscht jedoch bedenklich.</p><p>Langfristig besonders gefährlich: Unsere Innovationsfähigkeit lässt nach. Forschungsintensität, Patentaktivität, Venture-Capital-Finanzierung, Talentbindung – bei entscheidenden Stellschrauben vergrößert sich die Lücke zu China und den USA. Nicht weniger dramatisch: Die Investitionstätigkeit erodiert zunehmend, immer mehr Firmen verlagern ihre Aktivitäten in andere Regionen oder müssen sie in Europa einstellen.</p><h2>Starkes Europa braucht starke Chemie</h2><p>Das gilt insbesondere für die Chemie, die Mutter aller Industrien. Als zweitgrößte Branche Europas liefert sie die Grundstoffe für nahezu jeden anderen Sektor – von Automobil über Pharma und Landwirtschaft bis hin zu Energie und Elektronik. Ohne eine starke Chemie gibt es keine starke Industrie und kein starkes Europa.</p><p>Doch allein seit 2022 sind im Chemiesektor bereits rund zehn Prozent der Produktionskapazität und 20.000 Arbeitsplätze verlorengegangen; fast 90.000 weitere sind gefährdet. Gleichzeitig verzeichnen wir bei den Investitionen in neue Kapazitäten einen Rückgang um beinahe 90 Prozent.</p><p>So kann Europa nicht funktionieren. So werden wir schwächer statt stärker.</p><p>Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer. Weil Irland sich neben Werten und Sicherheit einen weiteren eindeutigen Arbeitsschwerpunkt für seine Ägide setzt: die Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Was für mich vor allem bedeutet, den Unternehmen die Rahmenbedingungen zu geben, ohne die sie nicht handeln und gedeihen können – eine immer wieder erhobene Forderung, der jetzt endlich Taten folgen müssen.</p><p>Ich will hier nicht auflisten, was alles zu passieren hat. Hier adressiert Irland durchaus die richtigen Themen – von Bürokratieabbau und Energiesicherheit bis zur Ausweitung der Handelspartnerschaften und der Vertiefung des Binnenmarktes.</p><p>Ich will vor allem betonen, was nicht passieren darf. Es darf nicht sein, dass die EU in einer hochdynamischen Welt noch immer so wenig Flexibilität zeigt. Dass sie an Prinzipien festhält, die vor langer Zeit unter anderen Umständen getroffen wurden. Das gilt insbesondere für die Klimapolitik. Natürlich muss Europa unbedingt den Klimawandel bekämpfen und seine Folgen eindämmen. Schließlich erwärmt sich unser Kontinent schneller als alle anderen – die Hitzewelle gerade zeigt eindringlich, was noch auf uns zukommen kann.</p><h2>Klimapolitik ohne Dogmatismus</h2><p>Mit dem Emissionshandelssystem (ETS) hat Europa beim Klimaschutz im Grunde das richtige Instrument zur Hand: Unternehmen, die CO₂ ausstoßen, müssen dafür Zertifikate vorweisen – wer weniger emittiert, spart Kosten; wer mehr ausstößt, muss zukaufen.</p><p>Aber das ETS darf nicht dogmatisch und falsch angewendet werden. Doch genau das droht. Die Menge der Zertifikate immer mehr zu verringern, energieintensiven Branchen wie der Chemie immer weniger davon kostenlos zur Verfügung zu stellen und die „Benchmarks“ – also die Bedingungen der Zuteilung – zu verschärfen: Diese Pläne treffen die Grundstoffindustrie ins Mark.</p><p>Denn uns fehlen schlicht die Voraussetzungen, um klimaneutral produzieren zu können: bezahlbare erneuerbare Energie, funktionierende Wasserstoffinfrastruktur, Märkte für CO₂-arme Produkte.</p><p>Und noch eins: Die Freizuteilung der Zertifikate ist keineswegs ein Subventionsinstrument – sie ist Schutz vor Carbon Leakage. Denn wenn Produktion ins außereuropäische Ausland abwandert, sinken die globalen CO₂-Emissionen nicht. Sie steigen. Ein ETS, das schneller anzieht als die Industrie sich transformieren kann, treibt keine Emissionen aus Europa – sondern Investitionen. Und das kann nicht das Ziel sein.</p><p>So wie geplant, könnte das ETS zum Totengräber der Industrie statt zum Treiber der grünen Transformation werden, die Europa – zu Recht – als Geschäfts- und Exportmodell verfolgt. Mehr Wettbewerbsfähigkeit – diesen Agendapunkt könnte die EU dann ad acta legen.</p><p>Ní neart go cur le Chéile, Einigkeit macht stark. Das stimmt. Aber es gilt auch: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Die EU darf nicht nur auf die richtigen Themen setzen. Sie muss den Mut aufbringen, sie mit Realitätssinn und Praxisnähe auch richtig umzusetzen.</p><p>Stärke braucht beides.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Wed, 08 Jul 2026 09:42:38 +0200</pubDate>
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                        <title>Vom Wollen zum Machen</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/vom-wollen-zum-machen/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/vom-wollen-zum-machen/</guid><pp:caseid>757651</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Großprojekte wie die Energiewende sind unverzichtbar, um unsere Welt nachhaltiger und resilienter zu machen. Vielversprechende Ideen und Technologien, vor allem für Energieeffizienz, harren jedoch häufig der Umsetzung. Denn zum Handeln braucht es Anstöße wie aktuell die globalen Sustainable Energy Days – aber auch die richtigen politischen Rahmenbedingungen.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Machen ist wie Wollen, nur krasser – der Pop-Aphorismus gewinnt umso mehr an Gewicht, je mehr Probleme sich aufeinandertürmen. Der gemeinsame Nenner ist klar: Die Welt muss auf ein nachhaltiges und krisenfesteres Fundament gestellt werden. Wobei die grundsätzliche Machbarkeit gar nicht zur Debatte steht. Viele Herausforderungen sind durchaus lösbar: Neue Ideen – große und kleine – werden laufend geboren, wirksame Technologien sind längst vorhanden, und im Prinzip hapert es meist auch nicht am guten Willen, sie umzusetzen.</p><p>Doch mit jeder weiteren Herausforderung wächst bei vielen ein Gefühl der Ohnmacht, nimmt das Zweifeln an der eigenen Wirksamkeit und die Selbstwahrnehmung als bloßes Rädchen im Getriebe zu. Man weiß um die Probleme, spürt die Sorgen – und rafft sich dennoch nicht zum Machen auf. Umso wichtiger sind Impulse, die uns aus der Zuschauerrolle holen: gemeinschaftliche Pflanzaktionen, Aufräumtage, offene Werkstätten und Initiativen wie aktuell die von der Europäischen Union weltweit ausgerufenen <a href="https://www.hurriyetdailynews.com/global-renewable-capacity-sees-record-growth-irena-220565" target="_blank">Sustainable Energy Days</a>.</p><p>Hier werden Bürgerinnen und Bürger, Gemeinden, Organisationen und Unternehmen ermutigt, vor Ort die Energiewende voranzubringen – das überragende globale Großprojekt, um den Klimawandel einzudämmen und die zunehmend volatile Versorgung mit Energie zu sichern. Von März bis Juni ging es darum, in Graswurzel-Aktionen – Workshops, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, interaktiven Erlebnissen – saubere Energielösungen nicht nur zu erkunden, sondern vor allem in die Tat umzusetzen.</p><h2>Vorrang für Energieeffizienz</h2><p>Im Blickpunkt stehen meist die Erneuerbaren Energien, und hier gibt es durchaus bedeutende Fortschritte – 2025 war der <a href="https://www.hurriyetdailynews.com/global-renewable-capacity-sees-record-growth-irena-220565" target="_blank">Ausbau</a> weltweit so hoch wie nie zuvor. Dennoch sollten wir uns stets vor Augen führen: Die beste Energie ist die, die wir gar nicht erst verbrauchen. <a href="https://energy.ec.europa.eu/topics/energy-efficiency/energy-efficiency-targets-directive-and-rules/energy-efficiency-directive_en?utm_source=copilot.com" target="_blank">„Energy Efficiency First“</a> hat die EU denn auch als politischen Grundsatz festgeschrieben. Bis 2030 soll die Gemeinschaft 11,7 Prozent weniger Energie konsumieren als in einem Zukunftsszenario, das 2020 ohne zusätzliche Klimapolitik erwartet wurde.</p><p>Ein wesentlicher Ansatzpunkt für mehr Effizienz ist die Industrie, die in der EU für rund ein Viertel des Energieverbrauchs verantwortlich ist. Und gerade in diesem Sektor sind kurzfristig die größten Effizienzgewinne realisierbar. Studien der EU‑Kommission und der IEA zeigen: Wer Abwärme nutzt, kann bis zu <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s12053-019-09803-0" target="_blank">20 Prozent</a> Energie einsparen. Und durch neue Verfahren in der Produktion lässt sich der Energiebedarf einzelner Prozesse sogar um bis zu <a href="https://www.iea.org/reports/energy-technology-perspectives-2023" target="_blank">60 Prozent</a> verringern.</p><p>Das sind aber keine bloßen Rechenmodelle, das ist gelebte Wirklichkeit. Den Schritt vom Wollen zum Machen – die Industrie geht ihn, und zwar vor allem die besonders energieintensive Chemiebranche. Covestro hat jetzt sein bislang größtes <a href="https://www.covestro.com/press/de/covestro-startet-bisher-groesstes-energieeffizienz-projekt/" target="_blank">Energieeffizienz-Projekt </a>gestartet: Am Standort Dormagen wird ein Kompressor installiert, der anfallenden Wasserdampf heißer macht und den Druck erhöht. Damit lässt er sich optimal in anderen Produktionsabläufen nutzen.</p><p>Allein dank dieser einen Verfahrensinnovation kann das Unternehmen seinen gesamten Energiebedarf in Deutschland künftig um zwei Prozent pro Jahr senken. Insgesamt hat Covestro schon mehr als tausend solcher Projekte aufgelegt, alle auf sein strategisches Ziel ausgerichtet: bis 2030 ein Fünftel weniger Energie pro Tonne produziertes Produkt zu verbrauchen als zum Beginn dieses Jahrzehnts.</p><p>Hand in Hand damit setzt das Unternehmen verstärkt auf Erneuerbare Energien, die bereits mehrere Standorte rund um den Globus versorgen. Gepaart mit Einsparungen sollen sie helfen, den laufenden Betrieb bis 2035 klimaneutral zu machen. Dafür sind zunächst bis 2030 Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe geplant.</p><h2>Rahmenbedingungen erschweren Umsetzung</h2><p>Aber man muss willigen Unternehmen wie Covestro das Machen auch ermöglichen. Für sie gilt: Effizienz und die Transformation Richtung Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft brauchen einen Business Case, sprich wirtschaftliche Attraktivität.</p><p>Derzeit sind viele Rahmenbedingungen vor allem in der EU jedoch so gestaltet, dass die Industrie ihre Transformation kaum vorantreiben kann. Unter anderem steht nicht genug Erneuerbare Energie zu international wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung, und die EU erwägt Schritte, wodurch die CO₂-Kosten der Betriebe noch einmal massiv verschärft würden.</p><p>Fazit: Wir brauchen Ansporn durch Aktionen wie die Sustainable Energy Days und Auszeichnungen wie die <a href="https://sustainable-energy-week.ec.europa.eu/awards_en" target="_blank">European Sustainable Energy Awards</a>, die gerade in Brüssel an Unternehmen, Kommunen und Einzelpersonen für herausragende Projekte vergeben wurden. Aber wir brauchen auch den passenden Rahmen, in dem solche Projekte gedeihen können. Dann wird aus Wollen krasses Tun.</p><p>&nbsp;</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Thu, 11 Jun 2026 12:23:39 +0200</pubDate>
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                        <title>Ideen suchen Umsetzung</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/ideen-suchen-umsetzung/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/ideen-suchen-umsetzung/</guid><pp:caseid>756238</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Die Welt sortiert sich neu, und technologische Stärke entscheidet über wirtschaftliche Zukunft. Umso wichtiger ist es, dass aus Forschungsergebnissen schneller marktfähige Lösungen werden.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Dem Klimawandel Einhalt gebieten, die wachsende Menschheit ernähren, den steigenden Energiebedarf sichern: Die Welt ist voller Herausforderungen, auf die Unternehmen und Volkswirtschaften Antworten finden müssen. Der Schlüssel dazu heißt Innovation, und die Fähigkeit dazu wird immer wichtiger. Nur wer in Zukunftsfeldern vorn dabei ist, sichert Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung, technologische Unabhängigkeit und Resilienz in einer zunehmend unsicheren Welt.</p><p>Daher wird rund um den Globus massiv in Technologien von morgen investiert. Die USA fördern ihre industrielle Transformation mit milliardenschweren Programmen, und China baut strategisch technologische Führungspositionen aus. Auch Europa setzt auf Forschungsförderung, innovationsfreundlichere Rahmenbedingungen sowie politische Initiativen wie den geplanten <a href="https://research-and-innovation.ec.europa.eu/strategy/support-policy-making/shaping-eu-research-and-innovation-policy/european-innovation-act_en" target="_blank">European Innovation Act</a>, der Grundlagenforschung, industrielle Anwendung und Investitionen stärker miteinander verbinden soll.</p><p>Vor diesem Hintergrund ist auch die neue <a href="https://hightech-agenda-deutschland.de/" target="_blank">Hightech-Agenda Deutschland</a> zu sehen. Damit soll sich das Land noch gezielter auf bestimmte Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Mikroelektronik und Biotechnologie fokussieren. Alles wichtig und richtig. Entscheidend ist aber nicht allein, dass neue Erkenntnisse gewonnen werden. Sondern auch, wie schnell daraus konkrete Anwendungen, industrielle Prozesse und marktfähige Lösungen werden.</p><h2>Forschung muss Wirkung entfalten</h2><p>Gerade darin liegt eine der größten Aufgaben für Deutschland und Europa. Denn zwischen exzellenter Forschung und industrieller Umsetzung klafft häufig eine Lücke. Zahlreiche vielversprechende Ideen kommen nicht über das Labor hinaus, weil verlässliche Transferstrukturen, Investitionsanreize oder industrielle Skalierungsmöglichkeiten zur Marktreife fehlen.&nbsp;</p><p>Damit Innovation schneller Wirkung entfalten kann, reichen Technologie-Roadmaps allein nicht aus. Entscheidend ist vor allem ein durchgängiger Innovationspfad von der Grundlagenforschung über Pilotanlagen bis hin zur großindustriellen Produktion. Nur wenn Wissenschaft, Industrie und Politik in diesem Sinne eng zusammenarbeiten, können Innovationen ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Wirkung entfalten.&nbsp;</p><h2>Innovation breit denken</h2><p>Für ein wirklich zukunftsfähiges, global führendes Innovations-Ökosystem braucht es eine breite Aufstellung und vielfältige Impulse. Daher müssen innovationspolitische Programme wie die Hightech-Agenda umfassender gedacht werden. Die Wirtschaft in ihrer Gesamtheit sollte stärker involviert werden – besonders die chemische Industrie. Denn viele Schlüssel- und Querschnittsbereiche lassen sich nur mit innovativen Werkstoffen und chemischen Prozessen erfolgreich adressieren. Ob Kreislaufwirtschaft, klimaneutrale Produktion, Batterietechnologien, Halbleiter, erneuerbare Energien – die Chemie steckt in fast jedem Zukunftsbereich und gehört stets mit an den Tisch.</p><p>Wie das in der Praxis aussieht, zeigt Covestro. In der Elektromobilität etwa helfen Materialien des Unternehmens dabei, die Fahrzeuge leichter, effizienter, günstiger und besser recycelbar zu machen – und so den Weg in den Massenmarkt zu ebnen. Ein anderes Zukunftsfeld sind humanoide Roboter, die dank Künstlicher Intelligenz immer leistungsfähiger werden. Die Brücke zwischen digitalem Denken und physischem Handeln schlagen Hochleistungskunststoffe, Folien und Beschichtungen, wie sie Covestro entwickelt – sie geben Robotern Struktur und Feinmotorik, machen sie leichter und sorgen für die Langlebigkeit, die industrielle Dauereinsätze verlangen.</p><p>Was diese Beispiele verbindet: Werkstoffinnovationen sind keine Nischenthemen, sondern Querschnittstechnologien – unverzichtbar für nahezu jedes industrielle Zukunftsfeld. Doch damit solche Hebel ihre volle Wirkung entfalten, braucht es mehr als einzelne Vorreiter – es braucht gemeinsames Handeln über Branchengrenzen hinweg.&nbsp;</p><p>Innovation als ganzheitlicher Ansatz: Dafür steht auch <a href="https://www.madeforgermany.net/" target="_blank">Made for Germany</a>, eine einzigartige Standortinitiative, die rund 130 Unternehmen aus praktisch allen Branchen umfasst – von Maschinen- und Autobauern über Energieversorger bis zu Finanzdienstleitern, Softwareentwicklern und eben Chemiespezialisten. Auch Covestro ist mit an Bord und hat unter anderem konkrete Vorschläge zur Stärkung von Technologie und Bildung erarbeitet.</p><p>Worum es vor allem geht, ist Silodenken zu überwinden. Dann bleiben gute Ideen keine Luftschlösser, sondern kommen in der gesellschaftlichen Wirklichkeit an. Da, wo sie gebraucht werden.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Thu, 28 May 2026 11:34:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Die Europa-Idee wirkt – durch gemeinsame Innovationen</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/die-europa-idee-wirkt--durch-gemeinsame-innovationen/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/die-europa-idee-wirkt--durch-gemeinsame-innovationen/</guid><pp:caseid>744511</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Zusammenarbeit, Vielfalt, regelbasiertes Handeln – die Europa-Idee hat nicht ausgedient. Doch die EU muss der Welt beweisen, welchen konkreten Nutzen ihr Modell stiftet. Das bedeutet: Kräfte bündeln für gemeinsame Innovationen, mit der Kraft der Chemie.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Als studierte Juristin habe ich viel im Umfeld der europäischen Institutionen zu tun. Ein Grund, warum ich Ende der 1990er Jahre gerade dieses Fach gewählt habe, ist die europäische Idee – ein Kontinent vereint in Frieden, basierend auf der Herrschaft des Rechts und getragen von starker Zusammenarbeit.</p><p>Zum Europatag am 9. Mai stellt sich die Frage: Wie viel ist diese Idee noch wert, wie sehr ist sie noch durchsetzbar in der sich so rasch verändernden Welt? Viel hat sich seit meiner Studienzeit getan. Die Erweiterung der Europäischen Union brachte mehr Vielfalt, die Vertiefung aber auch mehr Komplexität. Und aktuell erleben wir den Wechsel von einem multilateralen zu einem multipolaren Umfeld, in dem internationale und supranationale Institutionen und Maximen an Bedeutung und Einfluss zu verlieren scheinen.</p><p>Aber ich bin nach wie vor überzeugt: Zusammenarbeit und regelbasiertes Denken und Handeln sind und bleiben letztlich der Schlüssel zum Erfolg, um Herausforderungen zu meistern und die Menschheit weiterzubringen, in Europa und überall sonst auf der Welt.</p><p>Bleibt die Frage der Durchsetzbarkeit. In meinem Beruf als „Lobbyist“ in der chemischen Industrie diskutiere ich oft die Frage: Was können wir kontrollieren, was können wir beeinflussen – und was müssen wir loslassen? Übertragen auf die EU und den europäischen Gedanken heißt das: Man muss seinen Einflussbereich bestimmen und Entscheidungen über die Allokation seiner Ressourcen treffen. Kurz, die EU sollte sich noch mehr auf ihre Stärken fokussieren.</p><h2>Auf die Stärken fokussieren&nbsp;</h2><p>Und das heißt für mich besonders, die Innovationskraft zu stärken. Die EU und ihre 27 Mitgliedstaaten sind voller Ideen – mit Branchen und Unternehmen, die über Jahrzehnte oder Jahrhunderte an Erfahrung verfügen, mit Start-ups, getragen von Talenten aus renommierten Universitäten und praktischer Expertise.&nbsp;</p><p>Europäische Länder trugen 2024 immer noch zu über 40 Prozent der weltweiten Patentanmeldungen bei, mit einem klaren Schwerpunkt in industriellen Sektoren, darunter Transport, Medizintechnik, Biotechnologie und grüne Technologien. Das zeigt eindeutig die Handlungsfähigkeit. Besonders die Chemie hat ein hohes Innovationspotenzial.</p><p>In meinem direkten Arbeitsumfeld sehe ich den Fortschritt insbesondere in den Beiträgen zur Schaffung einer nachhaltigen Welt – ein Topthema gerade auch für Europa selbst, wo sich der Klimawandel jetzt mit voller Wucht zeigt. Unternehmen wie Covestro demonstrieren, wie eine klimaneutrale und kreislauffähige Zukunft funktionieren kann: Indem Produkte von Anfang an auf Zirkularität konzipiert, mit nicht-fossilen Rohstoffen hergestellt und am Ende mit innovativen Technologien wie dem chemischen Recycling wiederverwertet werden können.</p><p>Europa hat die Fähigkeit, Veränderungen zu bewirken, neue Lösungen für den Kontinent und die Welt hervorzubringen. Und genau darauf kommt es an: Der Welt zeigen, dass die EU etwas nützt, dass der europäische Gedanke der Vielfalt und Zusammenarbeit das Gegenteil eines Auslaufmodells ist.&nbsp;</p><p>Dazu braucht es aber auch eine Vertiefung der Kooperation. Auch politischer Ebene bedeutet das die institutionelle Ausweitung der EU-Zuständigkeiten etwa bei der gemeinsamen Industriepolitik, der Energie- und Rohstoffsicherheit, der Kapitalmarktunion sowie einer echten europäischen Digital- und Innovationsstrategie.&nbsp;</p><h2>Zusammenarbeit ausbauen&nbsp;</h2><p>Und Branchen und Unternehmen brauchen mehr länderübergreifende Netzwerke und Innovationsprojekte, teilweise von der EU gefördert, die Unternehmen und Universitäten für einen gemeinsamen Zweck zusammenbringen. In der Chemie sehen wir das etwa bei europäischen Konsortien zur Entwicklung neuer Batteriematerialien, bei gemeinsamen Pilotanlagen für Wasserstofftechnologien oder bei der Skalierung innovativer Verfahren für klimaneutrale Grundchemikalien.</p><p>Aber auch über einzelne Forschungsprojekte hinaus könnten Unternehmen breiter kooperieren – um zu investieren, Reserven aufzubauen und Produktion, Transport und Liefernetzwerke gemeinsam zu managen.&nbsp;</p><p>Die Europäische Union kann helfen, den Rahmen dafür zu schaffen. Ein Beispiel: Für die Chemie- und Kunststoffindustrie gibt es derzeit zu wenig Sicherheit und Anreize, in zirkuläre Lösungen zu investieren. Die Vorschläge, wie man das ändern kann, liegen auf dem Tisch. Mit dem Circular Economy Act kann die Europäische Kommission noch in diesem Jahr den entscheidenden Impuls geben – sofern sie den Anwendungsbereich nicht auf kritische (anorganische) Rohstoffe beschränkt.</p><h2>Projekt Europa hochhalten</h2><p>Doch so wichtig die passenden politischen Rahmenbedingungen auch sind – entscheidend ist, dass alle Akteure sich des Wertes der europäischen Idee bewusst sind und aktiv dazu beitragen, den Glauben an und das Vertrauen in das Projekt Europa hochzuhalten. Alle Mitgliedstaaten sind der Europäischen Union beigetreten im Versprechen von Frieden und Wohlstand, durch den gemeinsamen Markt, basierend auf sozialen Rechten und Umweltschutz.&nbsp;</p><p>Um diese Versprechen zu erfüllen, braucht es den optimistischen Willen, etwas zu bewirken, Dinge zum Funktionieren zu bringen. Es geht um die Fähigkeit zu handeln und das Bewusstsein dafür.&nbsp;</p><p>Europa ist kein Selbstläufer. Es ist eine Entscheidung – jeden Tag aufs Neue. Eine Entscheidung für Zusammenarbeit statt Abschottung, für Fortschritt statt Stillstand, für Mut statt Müdigkeit. Wenn wir diese Entscheidung treffen, dann bleibt die europäische Idee nicht nur lebendig. Sie wird zur treibenden Kraft unserer Zukunft.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Mon, 11 May 2026 14:07:04 +0200</pubDate>
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                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2697/02c8f56e-414a-40b5-98ac-d83fec104f10/20260511-european-union-flag.jpeg?19424</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[20260511-European-Union-flag]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[&amp;copy; Ayman - stock.adobe.com]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>Wirtschaftlich und resilient – der unbekannte Nutzen der Kreislaufwirtschaft</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/wirtschaftlich-und-resilient--der-unbekannte-nutzen-der-kreislaufwirtschaft/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/wirtschaftlich-und-resilient--der-unbekannte-nutzen-der-kreislaufwirtschaft/</guid><pp:caseid>744022</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Die Kreislaufwirtschaft hilft nicht nur der Umwelt, sie stärkt auch Wirtschaft und Widerstandsfähigkeit. Dieser Dreiklang macht sie gerade für Europa zum richtigen Projekt. Jetzt liegt es an der EU-Kommission, die Weichen dafür zu stellen.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Geopolitisch verwundbar, gesellschaftlich instabil, zunehmend weniger wettbewerbsfähig – Europa ist mit geballten Herausforderungen konfrontiert wie seit Jahrzehnten nicht. Da könnte eine weitere Hiobsbotschaft fast untergehen: Der Klimawandel hat den Kontinent voll im Griff.&nbsp;</p><p>Die Region erwärmt sich doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. 2025 herrschten in mindestens 95 Prozent Europas Temperaturen weit oberhalb des üblichen Rahmens, schlägt die <a href="https://public.wmo.int/news/media-centre/european-state-of-climate-2025-record-heatwaves-from-mediterranean-arctic-while-glaciers-shrink-and" target="_blank">Weltmeteorologieorganisation</a> (WMO) Alarm. Und betont zugleich, was nun vordringlich ist: den massiven Ausbau der Kreislaufwirtschaft.&nbsp;</p><h2>Beratungen in Brüssel</h2><p>Die Mahnung kommt zur richtigen Zeit. Denn in der EU wird in diesen Tagen eine wichtige Weichenstellung gefällt: Das Kollegium der Kommissarinnen und Kommissare berät, welche Stoßrichtung der <a href="https://environment.ec.europa.eu/news/commission-holds-high-level-talks-circular-economy-act-2026-04-30_en" target="_blank">Circular Economy Act</a> haben soll – eine für dieses Jahr geplante wegweisende Gesetzesinitiative, die Europas Übergang zur Zirkularität beschleunigen soll.</p><p>Dass sie schon aus ökologischen Gründen rasch auf den Weg gebracht werden muss, wird spätestens mit der WMO-Warnung überdeutlich. Aber wir sollten die Kreislaufwirtschaft nicht nur unter Umweltaspekten fördern. Sondern sie viel stärker auch als strategischen Hebel sehen, der die Widerstandsfähigkeit Europas im geopolitischen Kräftespiel stärken kann. Und zugleich als immense Chance, um die EU auch wirtschaftlich nach vorne zu bringen.</p><p>Denn die Kreislaufwirtschaft hat ein riesiges ökonomisches Potenzial, das brach liegt – in Europa und weltweit. Wie der kürzlich erschienene <a href="https://dashboard.circularity-gap.world/report/2026/cgr-2026-overview" target="_blank">Circularity Gap Report</a> hervorhebt, entstehen jedes Jahr rund um den Globus schätzungsweise 25 Billionen Euro an Wertverlust, weil noch immer die Linearwirtschaft vorherrscht – das ist fast ein Drittel des weltweiten Bruttosozialprodukts.</p><h2>Brachliegendes Potenzial</h2><p>Auch Deutschland, das EU-Mitglied mit dem höchsten Materialverbrauch, könnte von einer konsequenten und umfassenden Einführung der Kreislaufwirtschaft enorm profitieren: Die Bruttowertschöpfung der Circular Economy ließe sich hierzulande von heute rund 60 Milliarden Euro bis zum Jahr 2045 auf bis zu 125 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Das haben der Bundesverband der Deutschen Industrie und Boston Consulting in einer umfangreichen <a href="https://bdi.eu/de/specials/industry-spotlight-circular-economy-studie" target="_blank">Studie</a> ermittelt.</p><p>Covestro mit seiner Expertise in Materialwissenschaft war an der Untersuchung beteiligt. Denn wir arbeiten unter anderem an innovativen Technologien, um das Recycling von Kunststoffen im großen Maßstab zu ermöglichen. Bei Polyurethan-Schaum für Matratzen zum Beispiel, von denen in Europa jedes Jahr schätzungsweise 40 Millionen Stück ausrangiert werden und im Abfall landen.</p><p>Mit chemischem Recycling lässt sich das ändern: Unser Verfahren „Evocycle<sup>®</sup> CQ mattress“ ermöglicht es, den Schaumstoff in seine beiden zentralen Komponenten zu zerlegen und diese in hoher Qualität zur Herstellung von neuem Polyurethan zu nutzen.&nbsp;</p><p>Es ist Teil eines ganzheitlichen Ansatzes, bei dem wir nicht nur auf die Wiederverwertung von Produkten an ihrem Lebensende blicken, sondern auch ganz zu Anfang auf ihre Entstehung – mit einem Design, das die Kreislauffähigkeit mitdenkt, und mit erneuerbaren Rohstoffen wie pflanzliche Biomasse anstelle von Erdöl.</p><p>Gerade beim Stichwort Rohstoffe wird klar, dass die Kreislaufwirtschaft neben der Wirtschaftskraft auch die Resilienz erhöht. Wer Materialien länger und effizienter nutzt und im Kreis führt, reduziert Abhängigkeiten von Rohstoffmärkten, Lieferkettenrisiken und Preisschwankungen. So werden auch zentrale Bereiche wie Energie und Verteidigung gestärkt, die Achillesfersen der EU.</p><p>Allein in Deutschland könnten durch konsequentes Recycling und Wiederaufbereitung bis 2045 die Importquoten bei Seltenen Erden um 20 Prozent und bei strategischen Batteriematerialien um 10 Prozent gesenkt werden.&nbsp;</p><h2>Prioritäten für Europa</h2><p>Auch deshalb sollten wir 2026 zum Jahr der Kreislaufwirtschaft machen und ihr volles Potenzial verwirklichen. Wenn die Kommission nun über das Circular-Economy-Gesetz berät, dann sollte sich von drei Prämissen leiten lassen.&nbsp;</p><p>Erstens einen effizienten europäischen Markt für Sekundärrohstoffe mit so wenig Verwaltungsaufwand wie möglich schaffen. Zweitens Anreize setzen, damit alternative Rohstoffe samt recycelter Materialien stärker nachgefragt und genutzt werden – etwa durch steuerliche Vergünstigungen und größere Berücksichtigung bei öffentlichen Aufträgen. Und drittens die Investitionssicherheit verbessern und damit die Grundlage für den Technologieausbau in der Kreislaufwirtschaft legen, indem vor allem das chemische Recycling regulatorisch auf breiter Front anerkannt wird.</p><p>Wer die Kreislaufwirtschaft konsequent umsetzt, gewinnt ökologisch, wirtschaftlich und geopolitisch. Der Circular Economy Act bietet die Chance, diesen Dreiklang in die Realität zu überführen und damit die Zukunftsfähigkeit von Europa und Deutschland zu stärken.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Wed, 06 May 2026 10:00:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Sauberes Wasser: Gemeinsame Aufgabe für Industrie und Politik</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/sauberes-wasser-gemeinsame-aufgabe-fuer-industrie-und-politik/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/sauberes-wasser-gemeinsame-aufgabe-fuer-industrie-und-politik/</guid><pp:caseid>743430</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Sauberes Wasser – ein lebenswichtiges, aber immer knapperes Gut. Die chemische Industrie hilft mit innovativen Produkten und Verfahren, die Qualität und Verfügbarkeit von Wasser zu erhöhen.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Das Erste, was ich morgens tue, ist einen Schluck Wasser zu trinken – aus dem Hahn. Und zwar unbesorgt, denn ich weiß, woher es kommt: gut geklärt aus Talsperren in meiner Nähe und aus dem Rhein. Der Fluss ist heute deutlich sauberer als noch vor wenigen Jahrzehnten; sogar der Lachs ist zurückgekehrt.&nbsp;</p><p>Trinkbares Wasser in guter Qualität und jederzeit verfügbar zu haben, ist ein Luxus, den wir uns in einem Land wie Deutschland bewusst machen müssen. Denn in vielen Regionen der Welt sieht es anders aus: Jeder vierte Mensch hat keinen Zugang zu sicher verwaltetem Trinkwasser.</p><p>Gleichzeitig wird Wasser weltweit rarer. 3,6 Milliarden Menschen – fast die Hälfte der Weltbevölkerung – erleben jedes Jahr mindestens einen Monat Wasserknappheit. Ein Problem, das zunehmend auch den globalen Norden betrifft.&nbsp;</p><p>Die Europäische Union hat beide Aspekte – Qualität und Verfügbarkeit – seit Langem im Blick. Bereits seit dem Jahr 2000 gibt es die Wasserrahmenrichtlinie, die festhält: „Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss."&nbsp;</p><p>Ich bin froh, dass dieses wichtige Menschheitsthema so klar adressiert worden ist. Dennoch ist klar: Die Ziele lassen sich nicht über Nacht erreichen. Die jüngste Revision der EU-Richtline, die am 10. Mai in Kraft tritt, peilt einen „guten Zustand“ für die Gewässer in der Union für das Jahr 2039 an.</p><p>Ermutigend finde ich vor allem, dass der politische Wille ungebrochen ist. Denn die EU-Kommission widmet sich inzwischen auch der Wasser-Resilienz – also dem Schutz des Wasserkreislaufs, dem Zugang zu sauberem und bezahlbarem Wasser und dem Aufbau einer „wasserklugen“ Wirtschaft.&nbsp;</p><p>Die Strategie reicht bis 2050, doch die Maßnahmen zu ihrer Umsetzung müssen jetzt starten. Denn neben hoher Qualität ist die ausreichende Verfügbarkeit von Wasser entscheidend für Leben, Wirtschaft und künftigen Wohlstand – auch in Europa.</p><h2>Chemieindustrie: Teil des Problems und Teil der Lösung</h2><p>Die chemische Industrie, in der ich arbeite, spielt dabei eine zentrale Rolle: als Teil des Problems und Teil der Lösung. Problematisch ist, dass ihre Produkte trotz kontinuierlicher Verbesserungen noch in Gewässer wie den Rhein gelangen – als Spurenstoffe aus Haushalten, achtlos weggeworfener Abfall, und, <span style="text-align:start;">selbst mit</span> moderner Klärtechnik, teils auch aus verschiedenen Industrieprozessen.&nbsp;</p><p>Viele meiner Kolleginnen und Kollegen arbeiten intensiv daran, diese Einträge zu reduzieren: durch bessere Prozesse, sauberere Produktionsschritte und neue Behandlungstechnologien. Die Branche setzt zunehmend auf Aktivkohlefilter, Ionentauscher und Membran‑Bioreaktoren, die Schadstoffe aus Abwasser entfernen, bevor es in Flüsse, Seen oder das Grundwasser gelangt.</p><p>Und auch mit ihren Produkten unterstützt die Chemieindustrie die Wasserreinhaltung. Sie stellt zum Beispiel Materialien für Nanofilter bereit, die selbst kleinste Schadstoffe und Mikroverunreinigungen zurückhalten. Auch Basischemikalien wie Salzsäure spielen eine wichtige Rolle in der Trinkwasseraufbereitung. So trägt der Chemiesektor wichtige Bausteine zu moderner Wasseraufbereitung bei.</p><p>Gleichzeitig wirkt die Branche der Wasserknappheit entgegen, indem sie Abwasser aus Produktionsprozessen im Kreislauf führt. Covestro zum Beispiel gewinnt durch eine vom Unternehmen mitentwickelte innovative Technologie Wasser und Salz zurück, die dann zur Herstellung der wichtigen Grundchemikalie Chlor verwendet werden können. Auch Haushalts- und sonstige Abwässer können in der Produktion wieder eingesetzt werden und so weiter zu Einsparungen beitragen.</p><p>Um unsere Gewässer wirksam zu schützen, brauchen Industrie, Behörden und Politik vor allem eines: ein gemeinsames Verständnis darüber, welche Stoffe wo auftreten und welche Auswirkungen sie haben. Die neue EU‑Liste der Umweltqualitätsnormen mit über 70 regulierten Substanzen zeigt, wie komplex diese Aufgabe ist.&nbsp;</p><p>Verlässliche Daten, einheitliche Messmethoden und ein klares Bild der Zusammenhänge sind unerlässlich für wirksame Maßnahmen. Wenn alle Beteiligten ihre relevanten Informationen teilen – von Monitoringdaten über Emissionsinventare bis hin zu Umwelttrends –, können Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen bringen.</p><h2>Kluge Regulierung im Dialog ermöglichen</h2><p>Gute Regulierung bedeutet deshalb, nicht „mehr“, sondern „klüger“ zu regulieren – und zwar im Dialog. Umwelt-, Chemikalien‑, Abfall- und Klimavorgaben müssen <span style="text-align:start;">zusammengedacht</span> werden, damit Maßnahmen sich sinnvoll ergänzen und nicht widersprechen. Und damit Investitionen planbar und tragbar bleiben.&nbsp;</p><p>Ein wichtiger Schritt dafür sind die „Strukturierten Wasserdialoge“, die die EU ab diesem Jahr führen will. Sie sollen gemeinsame Standards schaffen und Entscheidungen auf eine solide, geteilte Wissensbasis stellen. Die Industrie ist dabei nicht Zuschauer, sondern Mitgestalter – mit Daten, technischem Know‑how und der Bereitschaft zu investieren, wenn der Umweltnutzen klar ist.</p><p>Sauberes Wasser aus dem Hahn ist kein Wunder. Es ist das Ergebnis gemeinsamer Arbeit. Und so ist auch der Weg zur Wasser-Resilienz: Er entsteht durch echte Partnerschaften – zwischen Politik, die ambitionierte, aber realistische Ziele setzt, Behörden, die sie verhältnismäßig anwenden, und einer Industrie, die in sauberere Prozesse und bessere Technologien investiert. Denn auch ihre eigene Zukunft hängt von der Gesundheit der Wassersysteme ab, in denen sie tätig ist.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Wed, 29 Apr 2026 11:27:46 +0200</pubDate>
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                        <title>Müllwachstum – Sargnagel der Ernährung</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/muellwachstum--sargnagel-der-ernaehrung/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/muellwachstum--sargnagel-der-ernaehrung/</guid><pp:caseid>740664</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Die Menschheit muss gegen die stetig zunehmende Müllproduktion vorgehen. Gerade die Verringerung des Abfalls von Lebensmitteln könnte auch eine Chance für die Ernährungssicherheit sein, die durch volatile Lieferketten und zunehmendes Extremwetter zusätzlich unter Druck gerät. Zur Stabilisierung der Lage helfen moderne Anbaumethoden und Kühlketten auf Basis hochwertiger Kunststoffe.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Schalen, Rinden, Reste, Verdorbenes. Jede Woche landen bei mir zwei bis drei Kilo Lebensmittel im Kompost oder im Müll. Weil die Augen größer waren als der Magen. Weil ein unsauberer Löffel vermeintlich die Marmelade ruiniert hat. Weil ich den Hinweis auf Mindesthaltbarkeit mal wieder mit dem Verfallsdatum verwechselt habe.</p><p>Eine Vergeudung von Wert und Ressourcen, die mir anlässlich des <a href="https://www.un.org/en/observances/zero-waste-day" target="_blank">International Day of Zero Waste</a> noch bewusster wird. Rund <a href="https://www.fao.org/3/mb060e/mb060e.pdf" target="_blank">19 Prozent</a> aller Nahrungsmittel sind nach UN-Schätzungen davon betroffen, während weitere 14 Prozent nach der Ernte verlorengehen. Gleichzeitig wird die Menge an Abfall insgesamt weltweit bis zur Jahrhundertmitte voraussichtlich noch einmal <a href="https://www.worldbank.org/en/programs/tokyo-development-learning-center/brief/what_a_waste_3?utm_source=copilot.com" target="_blank">um die Hälfte</a> steigen wird. Das sind Zustände, die wir uns als Gesellschaft immer weniger leisten können. Insbesondere die Lebensmittelverschwendung ist ein Sargnagel der globalen Ernährungssicherheit. Und die wird immer prekärer – besonders in diesem Jahr.</p><p>2026 leiden die Ernährungssysteme zunehmend unter klimatischen Kettenreaktionen. So wird ein besonders starker El Niño erwartet – das globale Wetterphänomen, das den Pazifik aufheizt und den Jetstream durcheinanderbringt, der als rasender Luftstrom um die Erde fließt. Die Folge: Dürren und Überschwemmungen in den wichtigsten Anbauzonen rund um die Welt. Wobei die <a href="https://www.ioc.unesco.org/en/stor2024" target="_blank">Erhitzung der Ozeane</a> ohnehin seit langem gefährlich zunimmt – doppelt so schnell wie vor 20 Jahren, mit verheerenden Folgen für die Fischbestände.</p><h2>2026 droht besonders kritische Ernährungslage</h2><p>Was das Jahr 2026 besonders kritisch für die globale Ernährungslage macht, ist auch der Krieg am Persischen Golf. Wenn Ammoniak und Harnstoff nicht mehr durch die Straße von Hormus gelangen, kann Dünger knapp werden – genau dann, wenn viele Landwirte ihn benötigen. Verpassen sie das schmale Frühlingsfenster, sind Ertragseinbußen für dieses und das kommende Jahr programmiert.</p><p>Geopolitische Schocks und Klimaturbulenzen – sie machen mir überdeutlich: Null Abfall bei Lebensmitteln ist alles andere als ein Nischenthema. Sondern ein ambitioniertes Ziel, das rasch, ernsthaft und systematisch angegangen werden muss – Tag für Tag. Ich sehe vor allem drei Hebel, die dazu beitragen können, die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung – allein bis 2050 sind wir voraussichtlich noch einmal 1,5 Milliarden Menschen mehr – zu sichern.</p><p>Erstens: Kalorien retten<br>Wenn Dünger knapp und der Zeitpunkt kritisch ist, zählt Effizienz. Zum Beispiel liefert Mikro und Präzisionsbewässerung mithilfe dichter Rohr und Ventil¬netze „mehr Ertrag pro Tropfen“ und reduziert Ernteverluste. Und einfache Solartrockner – ebenfalls hergestellt mit hochwertigen Kunststoffen – sichern in Regionen mit hohen Temperaturen und häufigen Stromausfällen die Ernte und das Einkommen der Landwirte.&nbsp;</p><p>Zweitens: Kilos retten<br>In einem El Niño Jahr zählt Haltbarkeit. Hoch¬effiziente Kühlketten halten Ware frisch – vom Feld bis in die Küche, auch bei Hitzespitzen und Transportverzögerungen. Ebenso wichtig sind wirksame Verpackungen. Modernste, recycelbare Folien und Beschichtungen aus Kunststoff etwa regulieren Sauerstoffzufuhr und Feuchte – auch das hält Lebensmittel länger am Leben.</p><p>Wobei wir uns bewusst machen müssen: Für die Nahrung selbst müssen meist weitaus mehr Ressourcen aufgewendet werden als für ihre Hülle. Wenn gute, kreislauffähige Verpackungen dafür sorgen, dass weniger Essen verdirbt, fällt die ökologische Gesamtrechnung am Ende positiver aus.</p><p>Auf der anderen Seite: Wenn Hygiene, Nachfrage und Logistik passen, funktioniert durchaus auch das Unverpackt-Konzept. Und in vielen Haushalten können passgenaue Portionen den Abfall senken. Entscheidend ist bei allem, vom Ende her zu denken: so wenig Abfall wie möglich zu erzeugen.</p><h2>Kreislaufwirtschaft trägt zur Nahrungssicherheit bei</h2><p>Was mich zu meinem dritten Punkt bringt: Im Kreislauf führen&nbsp;<br>Lebensmittelreste – die am besten natürlich gar nicht erst entstehen – sollten nicht auf Deponien enden. Sondern als wertvolle Biomasse dienen, um daraus wieder nützliche Produkte zu fertigen. Und Verpackungen müssen biokompostierbar sein oder konsequent wiederverwertet werden.</p><p>Hierzu braucht es diverse Optionen und technologisch neue Wege wie das <a href="https://www.covestro.com/de/sustainability/what-drives-us/circular-economy/innovative-recycling" target="_blank">chemische Recycling</a> von Kunststoffen. Und wir benötigen Anreize, Standardisierung und Transparenz. Pfandsysteme holen etwa PET Flaschen in großen Mengen zurück und ermöglichen Bottle to Bottle Kreisläufe. Digitale Kennzeichnung erhöht die Sortiergenauigkeit und macht Pfand/Take Back skalierbar. Und digitale Produktpässe machen Materialflüsse sicht- und messbar.</p><p>Fazit: Wir verfügen über Konzepte, Materialien und Ingenieurskunst. Aber wir wenden sie nicht konsequent genug an – wo doch der Handlungsbedarf immer dringender wird. Verpackungen ohne Rücknahmeweg sind nicht Peinlichkeit, sondern Fahrlässigkeit. Produkte ohne Abfallnutzung im Geschäftsmodell sind nicht Versäumnis, sondern Risiko.</p><p>Sicher, es wird mühsam und teurer. Aber Nichtstun kostet mehr, am Ende auch Menschenleben. Es gibt viele Wege, Verlust und Verschwendung von Nahrung einen Riegel vorzuschieben. Gehen wir’s an: pragmatisch, wissenschaftsbasiert, kollaborativ. Von meiner Küche bis in die Lieferkette.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Mon, 30 Mar 2026 15:08:25 +0200</pubDate>
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                        <title>Resilienz ist die neue Effizienz</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/resilienz-ist-die-neue-effizienz/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/resilienz-ist-die-neue-effizienz/</guid><pp:caseid>735888</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>In Zeiten von Instabilität, Machtpolitik und Normenerosion müssen Unternehmen den strategischen Kompass neu ausrichten. Resilienz, Sicherheit, Autonomie werden zunehmend zu neuen Stellgrößen. Aber Wirtschaften darf nicht in übermäßige Renationalisierung und komplette Abschottung münden.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Erst Davos, jetzt München: Auf das Weltwirtschaftsforum in den Schweizer Bergen folgt wie immer die Sicherheitskonferenz in der bayerischen Metropole. Aber es ist nicht bloß die zeitliche und räumliche Nähe, die beide Großevents verbindet. Sie stehen auch für eine veränderte Qualität in der Beziehung von Politik und Wirtschaft.&nbsp;</p><p>In unserer Welt im Umbruch, geprägt von Instabilität, Machtpolitik und Normenerosion, erleben wir gerade neue Leitlogiken. Ich beobachte, dass die Außen- und Sicherheitspolitik zunehmend geoökonomischen Gesichtspunkten folgt, während in der Wirtschaft wiederum Geopolitik und Sicherheit immer größeren Stellenwert einnehmen.&nbsp;</p><h2>Politik wird geoökonomisch – Wirtschaft geopolitisch</h2><p>Politisch zeigt sich eine andere Sicht auf die Globalisierungsidee und wirtschaftliche Integration – sie gelten jetzt zunehmend auch als potenzielle Gefahr für Unabhängigkeit und nationale Sicherheit. Infrastrukturen und Lieferketten werden als Mittel geostrategischer Einflussnahme genutzt, wie die Partnership for Global Infrastructure and Investment der G7-Staaten oder die Global Gateway-Initiative der EU als Antworten auf Chinas Belt and Road Initiative zeigen.</p><p>Handels- und Industriepolitik stellen sich als Fortsetzung der Sicherheitspolitik mit anderen Mitteln dar. Protektionismus mit Sanktionen, Exportkontrollen und Investitionsprüfungen ist anscheinend das New Normal.</p><p>Und die Wirtschaft? Hier hält in Zeiten, in denen Zölle und Finanzen zur geoökonomischen Waffe werden, ebenfalls ein neues Grundverständnis Einzug. Auch für mich heißt das: Umdenken, weg von vertrauten Mustern und Gegebenheiten. Stand in der langen Globalisierungsära mit ihren transnationalen Märkten und Institutionen das unternehmerische Handeln unter dem Primat der Effizienz, so tritt jetzt mit Resilienz eine strategische Stellgröße hinzu.&nbsp;</p><h2>Neue Paradigmen unternehmerischen Handelns</h2><p>Sicherheit wird immer mehr zum Kosten- und Steuerungsfaktor in globalen Wertschöpfungsketten. Resilienz, Sicherheit, Autonomie: Unter diesem Zeichen müssen Unternehmen verstärkt ihre Beschaffungs- und Absatzmärkte ausrichten – durch Multi Sourcing, Regionalisierung, durch Re-, Near- oder Friend-Shoring. Und das sind auch die Maßstäbe, an denen sich Produktionsentscheidungen verstärkt zu orientieren haben: redundante Strukturen vorhalten, Standorte auf mehrere Länder verteilen, die Energie- und Rohstoffbasis breiter und nachhaltiger aufstellen.</p><p>Und nicht nur das. In die Unternehmenswelt spielen zunehmend Querschnittsrisiken hinein, die auch auf der politischen und gesellschaftlichen Ebene greifbarer werden. Hybride Bedrohungen wie Cyber-Attacken, Sabotage und Desinformation, Umweltrisiken wie die planetare Dreifachkrise aus Klimawandel, Ressourcenschwund und Verschmutzung oder die Volatilität der globalen Finanz- und Devisenmärkte – all dies macht auch die Wirtschaft systemisch verwundbarer und verlangt nach strategischen Antworten.&nbsp;</p><p>Nach innen gilt es vor allem, Resilienz als Vorstands- und Governance-Thema zu verankern. Und nach außen kann die Bedeutung der Wirtschaft und insbesondere der Grundstoffindustrien für die Sicherheit und Resilienz von Ländern und Bündnissen wie der Europäischen Union nicht hoch genug veranschlagt werden.&nbsp;</p><h2>Chemie in systemrelevanter Funktion</h2><p>Die Chemiebranche etwa spielt als Fundament nahezu aller Wertschöpfungsketten eine systemrelevante Rolle für Bereiche wie Energie, Mobilität, Gesundheit, Infrastruktur und Verteidigung. Und als Motor für Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft. Denn auch die grüne Transformation zahlt ja auf Resilienz, Sicherheit und Autonomie ein, was wir über den vielen Akutkonflikten nicht aus den Augen verlieren dürfen.</p><p>Eine starke Industrie, die zu zukunftsfähigen Innovationen in der Lage ist und in der Heimat Investitionen nach sich zieht, muss eine bestimmende Größe für die Sicherung und den Ausbau nationaler Handlungsfähigkeit sein. Aber ich warne gleichzeitig vor einer übermäßigen Renationalisierung des Wirtschaftsgeschehens. Innovation, Investition und Wertschöpfung gedeihen nur durch Offenheit, Austausch und Kooperation.&nbsp;</p><p>Folglich muss das internationale System zweigleisig weiterentwickelt werden. Dadurch, dass wir neue, regelbasierte Bündnisse mit jenen eingehen, die ähnliche Interessen und Sichtweisen haben. Und indem wir systemischen Widersachern selbstbewusst begegnen, aber die Türen offenhalten. Was wir brauchen, sind faire, robuste Märkte mit klaren Regeln – keine willkürlichen Mauern.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Tue, 10 Feb 2026 14:47:04 +0100</pubDate>
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                        <title>&quot;A Spirit of Dialogue&quot; – Wenn Kommunikation zur Vertrauensarchitektur wird</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/a-spirit-of-dialogue--wenn-kommunikation-zur-vertrauensarchitektur-wird/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/a-spirit-of-dialogue--wenn-kommunikation-zur-vertrauensarchitektur-wird/</guid><pp:caseid>733656</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>In unserer polarisierten Welt braucht es dringend echten Dialog. Das Weltwirtschaftsforum könnte ein Fanal setzen – muss sich aber selbst wandeln.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Nachrichten aus meiner Heimatstadt interessieren mich immer. Jürgen Habermas, der große Soziologe und Philosoph, hat seinen Nachlass vorab komplett an die Frankfurter Universität übergeben, lese ich kürzlich. Erinnerungen aus der Studienzeit werden wach: kommunikatives Handeln, Diskursethik, deliberative Demokratie. Politik als Sache des öffentlichen Aushandelns.</p><p>Doch der Ideenkosmos des hochbetagten Wissenschaftlers mutet mittlerweile an wie aus einer anderen Zeit. Unsere Gegenwart ist geprägt von Polarisierung, Abschottung und Eigeninteressen. Die Verfechter einer „regelbasierten Ordnung“, Basis für die lange Zeit der Globalisierungserfolge, haben einen schweren Stand. Wertegeleitete Politik erscheint vielen nur noch als wohlklingende Rhetorik.</p><p>Konjunktur hat eher ein anderer Gesellschaftstheoretiker – Niccolò Machiavelli, der Apologet einer skrupellosen Machtpolitik. Staaten, Institutionen und gesellschaftliche Gruppen begegnen einander mit Skepsis und Ablehnung, der Glaube an die Kompetenz und Lösungsfähigkeit des jeweils anderen schwindet.</p><p>Die Folge: Irritation, Unsicherheit, Vertrauensschwund. Laut dem aktuellen <a href="https://www.edelman.com/sites/g/files/aatuss191/files/2026-01/2026%20Edelman%20Trust%20Barometer%20Global%20Report_Final.pdf" target="_blank">Edelman Trust Barometer</a>, wie immer im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums veröffentlicht, herrscht inzwischen eine „inselartige Weltsicht, genährt von Ressentiment und Schwarzmalerei“.</p><h2>Dialogische Kommunikation beleben</h2><p>Ich bin in Davos wieder dabei, und das diesjährige Motto „A Spirit of Dialogue“ spricht mich als Kommunikator besonders an. Denn ich bin überzeugt: Nur durch Austausch und Kooperation kommt die Welt letzten Endes weiter, allem machtzentrierten Egoismus zum Trotz. Sie ist randvoll mit gemeinsamen Herausforderungen, die in der einen oder anderen Hinsicht alle acht Milliarden Menschen auf der Erde angehen und die kollektives Handeln erfordern – neben den akuten Krisen vor allem die Bedrohungen des Erdsystems.</p><p>Um Annäherung zu erreichen und Vertrauen zurückzugewinnen, müssen wir uns auf Vordenker wie Habermas besinnen und eine dialogische Kommunikation forcieren. Durch echten Austausch auf Augenhöhe Brücken bauen, anstatt nur bestehende Positionen vorzubringen.</p><p>Zuhören statt senden, verbinden statt spalten. Und gemeinsam zu neuen Erkenntnissen und Lösungen gelangen – ein Vorgehen, das zumindest in der Wirtschaft gut funktioniert. Bei Covestro erleben wir, dass dialogisches, partnerschaftliches Vorgehen Innovationen erst möglich macht, um Probleme zu überwinden und die Gesellschaft weiterzubringen – etwa beim Großprojekt Kreislaufwirtschaft, dem Schlüssel zur Überwindung der globalen <a href="https://www.covestro.com/blog/de/nachhaltige-welt--wirtschaftliche-chance/" target="_blank">Systemkrise</a> aus Klimawandel, Artensterben, Ressourcenschwund und Umweltverschmutzung.</p><p>Wenn das WEF es schafft, diese Einsichten stärker zu vermitteln, wäre einiges gewonnen. Wenn der „Spirit of Dialogue“ neu entzündet wird, könnte das der großen Zahl der Lösungsorientierten Auftrieb geben. Und dem Pessimismus Einhalt gebieten. Aber dazu muss der Gipfel – wie die anderen globalen Foren – auch sich selbst wandeln: Den Shift von einer Eliten-Konversation hin zu einem multilateralen Diskurs einleiten.</p><h2>Vom Eliten-Panel zum multilateralen Diskurs</h2><p>Denn hier tut sich eine wachsende Kluft auf. Das, was die Entscheidungsträger und Meinungsführer denken und wollen, deckt sich mitunter wenig mit den Ansichten der breiten Öffentlichkeit – Stichwort „Streets versus Elites“-Narrative. Das zeigt sich zum Beispiel an der Einstellung zu Künstlicher Intelligenz, wie die PR-Beratung <a href="https://fgsglobal.com/radar" target="_blank">FGS Global</a> kürzlich herausgefunden hat: Während Manager zumeist Effizienzgewinne erwarten, befürchtet die Bevölkerung vielfach Jobverluste und höhere Energiekosten.</p><p>Was es braucht, sind Mittler zwischen verschiedenen Welten. Hier kommen Kommunikationsprofis ins Spiel. Sie werden mehr und mehr zu Vertrauensarchitekten, die gemeinsame Handlungsräume schaffen. In unserer fragmentierten Welt wird dialogische Kommunikation zur strategischen Kernkompetenz. Sie muss gefördert und verbreitet werden. Habermas und ähnliche Denker sind aktueller denn je.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Tue, 20 Jan 2026 16:40:20 +0100</pubDate>
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                        <title>Alte Muster im neuen Jahr vermeiden</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/alte-muster-im-neuen-jahr-vermeiden/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/alte-muster-im-neuen-jahr-vermeiden/</guid><pp:caseid>732907</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p>Mit dem neuen Jahr nehmen die politischen Bemühungen Fahrt auf, die Chemie wieder nach vorn zu bringen. Aber sie dürfen nicht in neues Mikromanagement münden. Sondern müssen der Branche erlauben, ihre Stärken auszuspielen – Innovationen für die Megatrends Nachhaltigkeit und Resilienz.&nbsp;</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, heißt es. Für die deutsche und europäische Wirtschaft lautet die bittere Erkenntnis: 2026 wird erneut ein kritisches Jahr. Die Unsicherheiten vor allem auf der globalen Bühne nehmen weiter zu, während die alten Probleme fortbestehen. Insbesondere die Chemieindustrie hat nach wie vor schwer zu kämpfen.</p><p>Was mir trotzdem Hoffnung gibt, sind zwei Dinge. Erstens ein zunehmend erkennbares politisches Momentum in Berlin und Brüssel. Und zweitens die nur verdeckte traditionelle Stärke der hiesigen Branche: ihre Innovationskraft, die sie noch intensiver auf die großen Trends Nachhaltigkeit und Resilienz richten muss. Denn die Chemie hält nicht nur praktisch die gesamte Wirtschaft am Laufen. Sondern sie kann auch dafür sorgen, dass Deutschland und Europa im geopolitischen Kräftemessen autark bleiben und nicht zuletzt die grüne Transformation fortsetzen können.</p><p>Bundesregierung wie auch EU-Kommission sind sich über die Bedeutung wie auch die schwierige Lage unserer Industrie im Klaren. Und sie bringen Bewegung ins Spiel. Nachdem in Berlin noch im alten Jahr eine „Chemieagenda“ gestartet wurde, die im vertieften Dialog zwischen Industrie und Politik bereits im Frühjahr zu Beschlüssen führen soll, kommt jetzt auch die EU in Gang: In Geleen in den Niederlanden konstituiert sich die „Critical Chemicals Alliance“ – ebenfalls ein runder Tisch zur Stärkung der Branche; am Start immerhin nur ein halbes Jahr nach der Ankündigung in Brüssel.</p><h2>Druck von allen Seiten</h2><p>Diese Initiative kann, wie auch die diversen anderen Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen, nicht früh genug kommen. Aus ihrer Agenda geht hervor, wie sehr die Chemie von allen Seiten unter Druck steht: durch schwache Nachfrage, wachsende internationale Konkurrenz, die teils mit Dumping-Preisen agiert, zu teure Energie, Rohstoffe, Arbeit und nicht zuletzt ein wenig wettbewerbsfähiges CO<sub>2</sub>-Preisregime. Immer mehr Werke müssen schließen – unheilvoll nicht nur für die Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung, sondern auch die Resilienz Europas.</p><p>In der Alliance werden zudem Sachverhalte adressiert, die weniger bekannt sind: Die europäischen Chemieanlagen sind im internationalen Vergleich uralt. Der Durchschnitt liegt bei 47 Jahren, gegenüber unter 30 in den USA, weniger als 20 in Nahost und gerade einmal rund zehn Jahren in China.</p><p>Lauter strukturelle Defizite, die jetzt mit Hochdruck angegangen werden müssen. Und wie die Bundesregierung will auch die Kommission zügig zu ersten Ergebnissen kommen, vielfach noch im ersten Halbjahr. Ganz wichtig dabei: eine enge Verzahnung des Dialogs auf EU-Ebene mit den Anstrengungen in den Mitgliedstaaten. Hier muss sich vieles deutlich stärker als bisher gegenseitig ergänzen und aufeinander einzahlen. Und die EU-Länder sind gefordert, die Empfehlungen dann auch schnellstmöglich umzusetzen und eigene Mechanismen anzupassen, soweit das nötig ist.</p><p>Aber, bei allem Optimismus – es befallen mich auch alte Ängste. Dass Brüssel den Erkenntnisprozess angesichts neu zu erarbeitender Analysetools vielleicht etwas zu weit treibt. Und sich noch tiefer in einen kleinteiligen Planungsmodus begibt. Wenn nun etwa ausgesondert werden soll, welche einzelnen Rohstoffe, welche einzelnen Standorte als erfolgskritisch gelten, könnte das den Regelungs- und Dokumentations-Dschungel, der doch gerade endlich gelichtet wird, wieder sprießen lassen. Und es könnte letztlich unsere Branche entzweien.</p><h2>Mehr Manövrierfähigkeit</h2><p>Was die Chemieindustrie bei allen berechtigten Detailfragen auch und vordringlich braucht, ist Manövrierfähigkeit. Nur mit weniger Ballast können wir durchstarten und unsere volle Innovationskraft entfalten. Innovation ist das schärfste Schwert, das Europa im globalen Wettbewerb hat. Die Bundesregierung will Deutschland folgerichtig zum weltweit innovativsten Standort für Chemie, Pharma und Biotechnologie machen.</p><p>Und unsere Branche leistet hier kräftig Vorschub. So stiegen die Investitionen in die Forschung im vergangenen Jahr trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage auf die Rekordsumme von 16,5 Milliarden Euro. Jetzt kommt es darauf an, die Mittel klug zu kanalisieren.</p><p>Für Innovationen in die Nachhaltigkeit, die immer mehr auch zu einer schieren ökonomischen Notwendigkeit wird. Noch haben Deutschland und Europa die Chance, hier eine glaubhafte und wirtschaftlich tragfähige Führungsrolle zu entwickeln. Sicherheit und Autarkie bilden das zweite große Zukunftsfeld, das innovative Lösungen aus der Chemie benötigt. Und auch hier hat unsere Branche einiges zu bieten. Ebenfalls grundiert vom verstärkten Einsatz digitaler Tools wie KI und Quantencomputing, die Forschung und Entwicklung in ganz neue Dimension katapultieren können.</p><p>Deutschland und Europa haben als Wissensstandort gerade jetzt größte Chancen. Dazu braucht es Freiheit und Offenheit – also das Gegenteil von planwirtschaftlicher Gängelei. Hierzulande tritt vor allem die Bundeswirtschaftsministerin für eine konsequentere Ordnungspolitik ein. Ich hoffe, diese Haltung setzt sich auch in Brüssel durch. Und wenn sich zugleich unsere Branche selbst neu justiert, kann es vielleicht schon in naher Zukunft heißen: Gefahr gebannt.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Fri, 09 Jan 2026 14:00:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Nachhaltige Welt – wirtschaftliche Chance</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/nachhaltige-welt--wirtschaftliche-chance/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/nachhaltige-welt--wirtschaftliche-chance/</guid><pp:caseid>731263</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Klimawandel, Artensterben, Ressourcenschwund, Umweltverschmutzung – alles ballt sich immer mehr zu einer großen Systemkrise zusammen. Wir müssen sie viel stärker ganzheitlich adressieren – und dabei auch die enormen wirtschaftlichen Chancen sehen.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Fax, Reisescheck, Kaufmannsladen. Viele Wörter sterben aus, weil sie keine Entsprechung mehr in der Wirklichkeit haben. Ich fürchte, „Staatengemeinschaft“ und „Weltordnung“ könnten bald dazugehören – bei dem Tempo, in dem das internationale System in teils selbstzentrierte Machtblöcke zerfällt. Immerhin sehen aber offenbar viele Länder weiter einen Sinn darin, sich an einen Tisch zu setzen. So wie jetzt auf der <a href="https://www.unep.org/environmentassembly/unea7" target="_blank">UN-Umweltversammlung</a> in Nairobi, dem höchsten Entscheidungsgremium der Vereinten Nationen in allen Umweltbelangen.</p><p>Denn so fragmentiert und chaotisch die Geopolitik sich darstellt, so zusammenhängend sind die Probleme, die dringend gemeinschaftlicher Lösungen bedürfen. Darauf weisen zwei umfassende neue Studien hin, die im Vorfeld der Konferenz in Kenia erschienen sind. Sie haben mich aufgerüttelt – im Negativen wie im Positiven.</p><p>Zunächst das Alarmsignal. Was die OECD in ihrem <a href="https://www.oecd.org/en/publications/environmental-outlook-on-the-triple-planetary-crisis_257ffbb6-en.html" target="_blank">Umweltausblick</a> bis 2050 konstatiert, muss uns allen zu denken geben – denn es betrifft uns alle, über kurz oder lang: Dass sich Klimawandel, Artensterben und Ressourcenschwund sowie Umweltverschmutzung immer mehr zu einer systemischen „Dreifachkrise“ von planetarem Ausmaß zusammenballen.</p><h2>360-Grad-Sicht statt Silodenken</h2><p>Dieser Konnex muss viel stärker ganzheitlich gesehen und adressiert werden; die Menschheit kann sich ein Silodenken schlicht nicht mehr leisten. Denn sollte es bei dem heutigen Vorgehen bleiben, werden wir bis zur Jahrhundertmitte in allen Dimensionen noch einmal gravierende Verschlechterungen erleben, warnen die Experten.</p><p>Aber jetzt zur erfreulicheren Seite. Wenn Regierungen und Wirtschaft entschlossen in den Schutz von Klima und Natur investieren, dann könnten nicht nur Millionen Menschen aus Armut befreit und vor Krankheit und vorzeitigem Tod bewahrt werden. Dann winken überdies immense wirtschaftliche Vorteile: Bis 2070 könnte die globale Wirtschaftsleistung um mindestens 20 Billionen US-Dollar pro Jahr höher liegen als beim Business as usual, so der <a href="https://www.unep.org/resources/global-environment-outlook-7" target="_blank">Global Environment Outlook</a>, den das UN-Umweltprogramm UNEP jetzt vorgelegt hat.</p><h2>Nicht-Handeln keine Option</h2><p>Natürlich sind auch die Investitionen hoch – allein bis 2050 im Schnitt rund acht Billionen Dollar jährlich für Netto-Null-Emissionen sowie Schutz und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt. Aber: Die Kosten des Nicht-Handelns wären deutlich höher. Man führe sich nur vor Augen, was die zunehmenden Wetterextreme nicht zuletzt in finanzieller Hinsicht bedeuten. Das mag auch denjenigen einleuchten, die „grünen“ Themen skeptisch gegenüberstehen.</p><p>Ich kann die Botschaft von UNEP-Direktorin Inger Andersen nur unterstreichen: „Entweder die Menschheit geht weiter in eine Zukunft, die von Klimawandel, schwindender Natur, degradierten Böden und verschmutzter Luft verwüstet ist. Oder sie ändert ihre Richtung und sichert einen gesunden Planeten, gesunde Menschen und gesunde Volkswirtschaften. Das ist eigentlich gar keine Wahl.“</p><p>Eine nachhaltige Welt als Aufgabe, Chance und wirtschaftlicher Imperativ – dies entspricht genau meiner Denkweise. Wir dürfen, bei aller berechtigten Sorge, die Zukunft nicht nur düster sehen. Und schon gar nicht die Bemühungen um Nachhaltigkeit als Naivität oder Zumutung abtun. Ganz im Gegenteil: Wenn – vereinfacht gesagt – immer mehr mitmachen, dann kann die Welt auch wieder lebenswerter werden: sauberer, gesünder und komfortabler, smarter und partizipativer. Und eben auch wohlhabender.</p><h2>Hightech-Materialien nutzen</h2><p>Denn es mangelt ja nicht an Ideen und Plänen. Wissen, Werkzeuge und Technologien sind vorhanden, wie auch in den Studien betont wird. Was mich wiederum anspornt, noch mehr für die Entwicklung von zukunftweisenden Materialien wie etwa Hightech-Kunststoffen zu tun. Denn sie sind unerlässlich, um auf praktisch allen Handlungsfeldern voranzukommen.&nbsp;</p><p>Im Energiesektor etwa, der als größter Emittent von Treibhausgasen den Klimawandel befeuert: Hier helfen Kunststoffe unter anderem beim Umstieg auf saubere Quellen wie Wind- und Solarkraft. Oder in der Landwirtschaft, dem größten Treiber für den Verlust von Ökosystemen. Kunststoffe können hier für effizientere, ökofreundliche Anbaumethoden sorgen, zum Beispiel in Form von biologisch abbaubaren Beschichtungen für Saatgut.</p><h2>Kreislaufwirtschaft als Gesamtkonzept</h2><p>Aber, wie gesagt, es geht nicht (nur) um Einzellösungen. Sondern darum, den Schutz von Klima, Natur und Umwelt konzeptionell besser zu verknüpfen. Und es gibt dafür auch eine Schlüsselstrategie: die Kreislaufwirtschaft. Ein gesellschaftliches Programm, das bewusstes Konsumverhalten, umweltverträgliche Produktionsweisen und nachhaltiges Wachstum vereinen kann.&nbsp;</p><p>Konsequent angewandt, setzt es an den miteinander verwobenen Ursachen der „Triple Crisis“ an: Klima- und gesundheitsschädliche Emissionen werden sinken, wir benötigen weniger Ressourcen, Ökosysteme und Arten bleiben erhalten, unser Abfallaufkommen wird kleiner.&nbsp;</p><p>Dazu gehört natürlich auch, dass künftig weniger Plastikmüll in die Umwelt gerät. Ich hoffe sehr, dass wir dazu endlich eine vernünftige globale <a href="https://www.unep.org/inc-plastic-pollution" target="_blank">Übereinkunft</a> bekommen – und alle Akteure beweisen, dass der Begriff der internationalen Gemeinschaft doch nicht sinnentleert wird.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Fri, 12 Dec 2025 15:12:52 +0100</pubDate>
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                        <title>Wissenschaft verbindet und bewegt die Welt</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/wissenschaft-verbindet-und-bewegt-die-welt/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/wissenschaft-verbindet-und-bewegt-die-welt/</guid><pp:caseid>728473</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Wissenschaft ist das Werkzeug, mit dem wir die Welt verstehen – und verbessern. Eine Erkenntnis, die heute aktueller ist denn je.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Wer sich per Smartphone mit Freunden über Kontinente hinweg vernetzt, im Elektroauto unterwegs ist oder in einem energieeffizienten Gebäude arbeitet, nutzt Errungenschaften, die ohne Wissenschaft unmöglich wären. Doch was für viele selbstverständlich scheint, steht zunehmend unter Druck: Qualität von Wissenschaft und das Vertrauen in Fakten, Forschung und Bildung.</p><p>Der <a href="https://www.un.org/en/observances/world-science-day" target="_blank">Welttag der Wissenschaft für Frieden und Entwicklung</a>, der jedes Jahr im November begangen wird, erinnert daran, wie essenziell wissenschaftliches Denken für Fortschritt und gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Denn ohne die Bereitschaft, Erkenntnisse zu prüfen, weiterzuentwickeln und anzuwenden, stagniert nicht nur die Forschung, sondern auch die Gesellschaft.</p><h2>Fakten schaffen Fortschritt</h2><p>Wissenschaft ist die Grundlage jeder modernen Wissensgesellschaft. Sie hilft uns, komplexe Herausforderungen zu verstehen und Lösungen zu entwickeln – von der Energiewende über neue Materialien bis hin zu globaler Ernährungssicherheit. Doch in einer Zeit, in der Desinformation und vereinfachte Narrative immer lauter und Forschungseinrichtungen unter Druck gesetzt werden, braucht die Wissenschaft starke Fürsprecher.</p><p>Für die Wirtschaft und insbesondere die Chemieindustrie ist Wissenschaft kein theoretisches Ideal, sondern die <a href="https://www.covestro.com/de/innovation/reinforcing-progress/science" target="_blank">Basis für Innovation, Wertschöpfung, und nachhaltiges Wachstum</a>. Covestro zum Beispiel forscht weltweit an Lösungen für klimaneutrale Produktion, Kreislaufwirtschaft und Werkstoffe, die unser Leben auf vielen Gebieten verbessern. Ohne wissenschaftliche Exzellenz gäbe es keine neuen Technologien, keine verlässlichen Daten. Vor allem aber keine nachhaltigen Antworten auf die Herausforderungen von heute und morgen.</p><p>Wenn Vertrauen in wissenschaftliche Prinzipien schwindet, leidet die Innovationsbereitschaft. Fortschritt wird zum Zufall. Deshalb setzt Covestro auf <a href="https://www.covestro.com/de/innovation/reinforcing-progress/focus-on-facts" target="_blank">faktenbasierte Entscheidungen</a> im Labor, in der Produktion und im gesellschaftlichen Diskurs. Denn nur, wenn wir an die Kraft von Erkenntnis glauben, können wir Zukunft gestalten. Wissenschaft ist damit nicht nur Werkzeug des Fortschritts, sondern Ausdruck von Verantwortung für Menschen, Märkte und unseren Planeten.</p><h2>Bildung als Schlüssel zur Zukunft</h2><p>Doch Wissenschaft lebt nicht allein von Forschung, sondern von Menschen, die sie verstehen und weitertragen. Bildung ist der Schlüssel, um wissenschaftliches Denken in der Breite zu verankern. Nur wer die Mechanismen von Forschung, Daten und Technologie versteht, kann kritisch hinterfragen und zugleich mitgestalten.</p><p>Gerade im digitalen Zeitalter ist das wichtiger denn je. Künstliche Intelligenz kann wissenschaftliche Prozesse beschleunigen, Erkenntnisse vernetzen und neue Ideen ermöglichen. Doch sie kann ebenso zur Quelle von Manipulation und Desinformation werden. Medienkompetenz, kritisches Denken und Vertrauen in wissenschaftliche Methoden sind daher unverzichtbar, um Wahrheit von Täuschung zu unterscheiden.</p><p>Covestro engagiert sich deshalb bewusst für <a href="https://www.covestro.com/de/innovation/reinforcing-progress/education" target="_blank">naturwissenschaftliche Bildung</a> und Austausch in Schulen, Universitäten und Projekten wie dem <a href="https://www.covestro.com/blog/de/junge-europaeer-engagieren-sich-fuer-die-wissensgesellschaft/">Europäischen Jugendparlament</a>. Denn Wissenschaft ist kein Selbstzweck. Sie ist eine gemeinsame Aufgabe, eine Brücke zwischen Menschen, Märkten und Möglichkeiten. Sie schafft Frieden, Fortschritt und Perspektiven und verbindet Fakten mit Verantwortung und Ideen mit Wirkung.</p><p>Der Welttag der Wissenschaft erinnert uns daran: Jede Innovation beginnt mit einer Frage und mit dem Mut, sie zu stellen.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Fri, 14 Nov 2025 15:05:18 +0100</pubDate>
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                        <title>Energieeffizienz – das Stiefkind beim Klimaschutz</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/energieeffizienz--das-stiefkind-beim-klimaschutz/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/energieeffizienz--das-stiefkind-beim-klimaschutz/</guid><pp:caseid>728263</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p>Zum UN-Klimagipfel wird deutlich: Die Welt muss dringend mehr Energie sparen. Die Chemieindustrie kann mit Produkten und Technologien helfen, die Effizienzrate zu erhöhen.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Jaguar, Tanga, Piranha – so manche Wörter, die wir kennen, stammen aus den Tupí-Guaraní-Sprachen in Südamerika. Jetzt ist ein weiterer davon abgeleiteter Begriff in meinen Sprachschatz gewandert: „Mutirão“, was so viel wie kollektive Anstrengung bedeutet. Die UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém hat ihn zu ihrem Motto erkoren. Ob sich die über 50.000 Delegierten aus 194 Ländern jedoch zu einer solchen Gemeinschaftsaktion aufraffen können, erscheint mir überaus fraglich angesichts der zunehmend konfrontativen Weltordnung und insbesondere der Abwesenheit der USA.</p><p>Dabei wird ein gemeinsames Handeln immer dringender, wie die jüngsten Fakten zeigen. 2024 hat nicht nur einen neuen Rekord an energiebedingten <a href="https://www.iea.org/reports/global-energy-review-2025/co2-emissions" target="_blank">CO<sub>2</sub>-Emissionen</a> gebracht, sondern war auch das bisher wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Welt steuert bis 2100 momentan im günstigsten Fall auf eine Temperaturerhöhung um 2,3 Grad zu, wie das <a href="https://www.unep.org/resources/emissions-gap-report-2025" target="_blank">UN-Umweltprogramm</a> kurz vor Beginn der COP30 bekanntgab.</p><p>Das sind zwar erheblich bessere Aussichten als der Anstieg um 3,7 bis 4,8 Grad, der vor zehn Jahren befürchtet wurden, als das Pariser Klimaabkommen verabschiedet wurde. <span style="text-align:start;">Eine Begrenzung auf 1,5 Grad – wie damals voller Euphorie angestrebt – rückt jedoch in immer weitere Ferne und ist nach der aktuellen Einschätzung der&nbsp;</span><a href="https://iea.blob.core.windows.net/assets/5306bae2-1f99-402f-8d14-542bfa0ae96e/WorldEnergyOutlook2025.pdf" target="_blank"><span style="text-align:start;">Internationalen Energieagentur</span></a><span style="text-align:start;">&nbsp;allenfalls mit äußerster Kraftanstrengung noch erreichbar.</span></p><h2>Wichtigen Hebel für Klimaneutralität nutzen</h2><p>Was auch daran liegt, dass die technologischen Möglichkeiten zur Eindämmung der Treibhausemissionen nach wie vor nicht voll ausgeschöpft werden. Das gilt vor allem für einen Bereich, der mir besonders am Herzen liegt: die Energieeffizienz. Neben dem populären Thema erneuerbare Energien führt sie leider noch immer ein Schattendasein. Dabei sind Effizienzverbesserungen einer der <a href="https://www.iea.org/energy-system/energy-efficiency-and-demand/energy-efficiency" target="_blank">wichtigsten Hebel</a>, um Klimaneutralität im Energiebereich zu erreichen, der wiederum die größte Quelle für Treibhausgase ist. Ganz wichtig also: Wir müssen Energie nicht nur grüner machen, wir müssen auch mehr Energie einsparen – darauf möchte ich anlässlich der COP30 den Blick lenken.</p><p>Denn die Welt kommt bei der Energieeffizienz kaum von der Stelle. Das vor zwei Jahren auf der Klimakonferenz in Dubai gesteckte Ziel, die jährliche Effizienzrate bis 2030 auf vier Prozent zu verdoppeln, liegt in weiter Ferne. 2023 und 2024 betrug sie gerade mal ein Prozent, so die ebenfalls kürzlich veröffentlichte <a href="https://www.irena.org/-/media/Files/IRENA/Agency/Publication/2025/Oct/IRENA_COP30_GRA_Tracking_the_UAE_Consensus_2025.pdf" target="_blank">Bilanz</a> der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien (IRENA). Das bedeutet: Wir müssen noch größere Anstrengungen unternehmen und die Rate auf mindestens fünf Prozent erhöhen, um das wichtige Ziel noch erreichen zu können.</p><h2>Elektromobilität und Gebäudedämmung vorantreiben</h2><p>Im Grunde wäre das auch machbar. Die Fachleute wissen seit langem, was wie und wo zu tun ist. Etwa im Bauwesen und im Verkehr, die neben dem Energiesektor stark zu CO<sub>2</sub>-Ausstoß und Erderwärmung beitragen. Hier sind vor allem der Umstieg auf Elektromobilität und die energetische Optimierung von Gebäuden wirkungsvoll. Die gute Nachricht: Die entsprechenden Konzepte und Technologien sind längst da.</p><p>An dieser Stelle kommt die Chemieindustrie ins Spiel. Sie hilft zum Beispiel bei der Verbreitung von klimaverträglichen Elektroautos – indem sie leichte Kunststoffe bereitstellt, die das Gewicht der schweren Batterien senken und so die Reichweite erhöhen. Und die Chemie trägt dazu bei, Gebäude energieeffizienter zu machen – durch gute Dämmung, um Strom für Heizungen und Kühlanlagen zu sparen. Besonders effektiv ist dabei Polyurethan-Schaumstoff, der im Vergleich zu anderen konventionellen Dämmstoffen die beste Isolierwirkung hat.</p><p>Aber natürlich muss auch die Chemieindustrie selbst, die zu den großen Energieverbrauchern zählt, ihre Effizienz verbessern. In Deutschland etwa konnte von 1990 bis 2022 der spezifische Energieeinsatz der Branche halbiert werden, vor allem durch die Umstellung auf Kraft-Wärme-Kopplung. Allerdings wird es immer schwieriger, noch Potenziale zu heben.</p><h2>Covestro will Energieeffizienz um 20 Prozent steigern</h2><p>Deshalb entwickeln Unternehmen wie Covestro intensiv neue Verfahren. In diesem Jahr haben wir zum Beispiel eine Produktionsanlage am Standort Dormagen modernisiert und verbrauchen dort nun durch Nutzung von Abwärme bis zu 80 Prozent weniger Energie als mit herkömmlichen Verfahren. Insgesamt will unser Unternehmen bis 2030 die Energieeffizienz, also den Gesamtenergieeinsatz bezogen auf die Produktionsmenge in Tonnen, im Vergleich zu 2020 um 20 Prozent erhöhen.</p><p>Was ich mit diesen Beispielen unterstreichen möchte: Technologisch ist sehr viel machbar auf dem Weg in eine nachhaltigere Welt. Und die Industrie kann wichtige Impulse geben. Auf der anderen Seite sind Technik und Wissenschaft natürlich nicht alles. Wenn der politische Wille fehlt, wenn sich die zersplitterte Welt nicht zusammenrauft, dann kommt auch der Klimaschutz nicht voran. Aber es ist sicher gut zu wissen, dass mutirão, die kollektive Anstrengung, ein Hightech-Fundament hat.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Thu, 13 Nov 2025 13:25:39 +0100</pubDate>
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                        <title>Zeit für urbane Visionen</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/zeit-fuer-urbane-visionen/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/zeit-fuer-urbane-visionen/</guid><pp:caseid>725580</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>Wie wir unsere Städte gestalten, gestalten wir unser Leben. Der „Urban October“ beleuchtet Herausforderungen wie Chancen der Urbanisierung: Konzepte, Technologien und Materialien.</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Ob die Millionenmetropole oder die Gemeinde mit ein paar tausend Einwohnern: Städte sind immer mehr als eine Ansammlung von Gebäuden und Straßen. Sie definieren auch, wie wir leben und uns fortentwickeln. Ob wir uns wohlfühlen, welche Kontakte wir pflegen können, wie unsere Möglichkeiten für Freizeit und einen gesunden Lebenswandel aussehen oder wie wir von A nach B kommen.</p><p>Und genau jetzt ist die Gelegenheit, solche Themen intensiv zu diskutieren: Im „<a href="https://urbanoctober.unhabitat.org/" target="_blank">Urban October</a>“ lädt UN-Habitat, das Programm der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen, dazu ein, neue Perspektiven auf das Leben in Städten zu entwickeln und die Herausforderungen wie Chancen der Urbanisierung zu beleuchten.</p><h2>Städte im Wandel</h2><p>Warum ist das relevant? Über die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten. Und bis 2050 werden es laut UN fast 70 Prozent sein – das sind rund 2,4 Milliarden Menschen mehr als heute. Um diesen Zuwachs zu bewältigen, müssen etwa 60 Prozent der städtischen Infrastruktur noch gebaut werden: Wohnraum, Verkehrswege, Energieversorgung, Wasserleitungen. Die Stadt der Zukunft muss aber nicht nur funktional, sondern auch nachhaltig, resilient und lebenswert sein.</p><p>Dabei geht es nicht allein um bauliche Maßnahmen – auch soziale, ökologische und technologische Aspekte müssen mitgedacht werden. Wie gelingt es, Städte inklusiv zu gestalten? Wie können sie auf den Klimawandel reagieren, Ressourcen effizient nutzen und gleichzeitig Lebensqualität bieten?</p><h2>Neue Konzepte für urbane Räume</h2><p>Zukunftsorientierte Stadtentwicklung bedeutet, mit begrenzten Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen, sei es Raum, Energie oder Materialien. Dabei entstehen spannende Konzepte, die auf ökologische Bauweisen und intelligente Nutzung vorhandener Strukturen setzen.</p><p>So gibt es beispielsweise Pilotprojekte, in denen leerstehenden Industriegebäuden und Bauruinen neues Leben eingehaucht wird. Indem sie nicht abgerissen werden, sondern die bereits investierte Energie des ursprünglichen Baus weiter genutzt wird, soll eine möglichst positive Energiebilanz geschaffen werden. Solche Projekte zeigen, wie Architektur und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können und wie aus vermeintlich unattraktiven Stellen wohnliche Orte entstehen.</p><h2>Materialien mit Zukunft</h2><p>Dabei kommt es immer auch auf die richtigen Materialien an. Holz zum Beispiel gilt als nachhaltiger Baustoff mit vielen Vorteilen: Es sorgt für ein angenehmes Raumklima, ist kreislauffähig und ermöglicht kurze Bauzeiten. Auch Kunststoffe spielen eine wichtige Rolle, oft weniger sichtbar, aber umso wirkungsvoller. Sie sind leicht, witterungsbeständig und vielseitig einsetzbar. In der Stadt der Zukunft finden sie beispielsweise Anwendung in Fassaden, Dämmungen, smarten Sensoren, Infrastrukturkomponenten wie Wasser- und Energiesystemen oder in neuen Mobilitätskonzepten.</p><p>Intelligentes urbanes Bauen wird auf hybride Lösungen setzen: Materialien wie Holz, Beton und Kunststoff werden kombiniert, um ökologische, funktionale und gestalterische Anforderungen gleichermaßen zu erfüllen. So entstehen kostengünstige Gebäude und Infrastruktur, die nicht nur effizient und langlebig sind, sondern auch flexibel auf zukünftige Anforderungen reagieren können.</p><p>Wie so ein ganzheitlicher Ansatz aussehen kann, zeigt beispielsweise in Deutschland das Leuchtturmprojekt <a href="https://www.covestro.com/blog/de/klimaneutral-und-trotzdem-preiswert-wohnen/" target="_blank">STADTQUARTIER 2050</a>, das von der Bundesregierung gefördert wird. In der Stadt Überlingen ist ein klimaneutrales Quartier entstanden aus neuen und energetisch sanierten Gebäuden in schöner Lage am Bodensee – mit Wohnungen, die auch für sozial Schwächere bezahlbar sind. Dabei kommt auch hocheffiziente Gebäudedämmung aus Komponenten von Covestro zum Einsatz.</p><h2>Visionen brauchen Mut</h2><p>Der „Urban October“ ist ein wertvoller Impuls, um über die Zukunft unserer Städte nachzudenken. Aber klar ist: Es braucht mehr als 31 Tage, um urbane Lebensräume neu zu gestalten. Es braucht Technologien, Materialien und Kapital. Und es braucht visionäres Denken, Mut und Ausdauer.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Wed, 22 Oct 2025 10:00:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Hand in Hand für bessere Lebensmittel</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/hand-in-hand-fuer-bessere-lebensmittel/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/hand-in-hand-fuer-bessere-lebensmittel/</guid><pp:caseid>725206</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p>Das globale Ernährungssystem muss dringend umfassend nachhaltiger werden. Der Welternährungstag erinnert uns daran, dass dies nur gemeinsam gelingen kann. Die Kunststoffindustrie leistet dazu ihren Beitrag.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Wenn ich von meinem Zuhause auf dem Land ins Büro in Leverkusen pendle, fahre ich regelmäßig hinter großen Traktoren her, die auf dem Weg zum Feld oder zurück sind. Diese Begegnungen zünden zwei Gedanken: die Arbeit der Bauern um uns herum ist essenziell, um die Lebensmittel zu produzieren, die wir brauchen. Gleichzeitig steht unser Ernährungssystem vor vielfältigen Herausforderungen, in Deutschland und vielen anderen Teilen der Welt. Themen, auf die der <a href="https://www.fao.org/world-food-day/en" target="_blank">Welternährungstag 2025</a> am 16. Oktober aufmerksam macht, der dieses Jahr unter dem Motto steht: „Hand in Hand für bessere Lebensmittel und eine bessere Zukunft.“</p><h2>Die globale Hungerkrise</h2><p>Weltweit leiden rund 670 Millionen Menschen an Hunger, und etwa 2 Milliarden haben keinen regelmäßigen Zugang zu ausreichend nahrhaften Lebensmitteln. Auch wenn diese Zahlen für viele Menschen in wohlhabenden Ländern mit rund um die Uhr verfügbarem Essen weit entfernt erscheinen, ist auch die Situation hier möglicherweise weniger sicher, als wir denken. Zum Beispiel warnen Expertinnen und Experten, dass Deutschland mit Lebensmittelengpässen konfrontiert sein könnte, da Wasser zur Bewässerung knapper wird.</p><p>Gleichzeitig sieht sich die Mittelmeerregion zunehmend extremen Wetterereignissen gegenüber, die Ernten vernichten. Europa, ein dicht besiedelter Kontinent mit dem Anspruch auf ständige Lebensmittelverfügbarkeit, könnte verletzlicher sein, als wir es uns eingestehen wollen.</p><p>Der <a href="https://www.ifpri.org/global-food-policy-report/" target="_blank">Global Food Policy Report 2025</a> bestätigt diese Sorgen. Demnach könnte der Klimawandel die globalen Rohstoffpreise bis 2050 um bis zu 18 Prozent steigen lassen im Vergleich mit einem Szenario ohne Klimawandel. Dieser Preisanstieg könnte zusätzlich 78 Millionen Menschen in chronischen Hunger treiben, mehr als die Hälfte von ihnen in Afrika südlich der Sahara.</p><p>Das bedeutet: Das Ernährungssystem muss dringend nachhaltiger werden – weit über den Klimaschutz hinaus. Umso mehr, als die Weltbevölkerung bis 2050 voraussichtlich um rund 1,5 Milliarden Menschen wächst. Das macht eine Steigerung der Lebensmittelproduktion um 30 bis 60 Prozent notwendig.</p><h2>Nährreicher Boden und Wasser: bedrohte Ressourcen</h2><p>Wir müssen uns auf zwei grundlegende Ressourcen konzentrieren, die die Basis unserer Ernährungssicherheit bilden: Boden und Wasser. Ihr Schutz muss im Zentrum jeder Lösung stehen – ob Hightech oder traditionell, ob in Industrie- oder Entwicklungsländern.</p><p>Weltweit verlieren wir fruchtbaren Mutterboden in alarmierendem Tempo – Schätzungen zufolge bis zu 24 Milliarden Tonnen pro Jahr. Ist dieser Boden erst einmal verschwunden, kann es Jahrhunderte dauern, bis er sich regeneriert.</p><p>Wasserknappheit stellt eine ebenso drängende Herausforderung dar – die Landwirtschaft verbraucht etwa 70 Prozent des weltweit verbrauchten Süßwassers. Um diese lebenswichtige Ressource nachhaltig zu managen, muss sich die Art und Weise ändern, wie wir Wasser sammeln, speichern, verteilen und innerhalb unserer Ernährungssysteme nutzen.</p><p>Die Bewältigung dieser Herausforderungen macht es nötig, modernste Technologien mit traditionellen Praktiken zu kombinieren, die kreativ neuinterpretiert werden müssen. Präzisionslandwirtschaft kann beispielsweise den Wasserverbrauch um bis zu 30 Prozent senken und gleichzeitig die Erträge steigern. Ebenso wichtig sind Innovationen in der regenerativen Landwirtschaft, die helfen, Böden wieder gesunder zu machen und gleichzeitig Kohlenstoff zu binden.</p><p>Darüber hinaus wird die Anpassung an den Klimawandel immer wichtiger – was auch Chancen bietet. Ich habe selbst erlebt, wie der Klimawandel traditionelle Agrarlandschaften verändert: Bei meiner letzten Reise nach Italien etwa habe ich erfahren, dass Chiquita dort den Bananenanbau testet – eine Kulturpflanze, die traditionell mit tropischem Klima verbunden ist, nun aber aufgrund steigender Temperaturen auch in Südeuropa Fuß fassen könnte. Das ist ein pragmatischer Ansatz: die veränderten Bedingungen erkennen und die landwirtschaftlichen Systeme entsprechend anpassen.</p><p>Der Global Food Policy Report betont außerdem, dass die Eindämmung des durch den Klimawandel verursachten Hungers jährlich bis zu 24 Milliarden US-Dollar kosten könnte – einschließlich Investitionen in Agrarforschung, Wasserversorgung und andere Infrastrukturen.</p><p>All das unterstreicht die Notwendigkeit für innovative, kosteneffiziente Lösungen, die in großem Maßstab umgesetzt werden können.</p><h2>Materialien für nachhaltige Ernährungssysteme</h2><p>Mein Büro in Leverkusen befindet sich bei Covestro, einem globalen Unternehmen für spezielle Werkstoffe. Ich arbeite hier auch deshalb besonders gern, weil wir – neben vielen anderen Themen – <a href="https://solutions.covestro.com/de/branchen/industrielle-und-landwirtschaftliche-anwendungen" target="_blank">Lösungen</a> entwickeln und anbieten, die nachhaltige Ernährungssysteme unterstützen.</p><p>Im Bereich Wassermanagement ermöglichen zum Beispiel fortschrittliche Bewässerungssysteme aus langlebigen Kunststoffen eine präzise Wasserzufuhr direkt an die Wurzeln der Pflanzen. Biologisch abbaubare Baumschutzhüllen mit biobasierten Beschichtungen helfen dabei, unsere lebenswichtigen Wälder vor Wasserverlust zu schützen.</p><p>Zum Schutz des Bodens verhindern biologisch abbaubare Mulch-Folien das Wachstum von Unkraut und die Verdunstung von Wasser. Spezielle Saatgutbeschichtungen tragen dazu bei, Umweltbelastungen zu reduzieren und Erträge zu steigern – und sind dabei vollständig biologisch abbaubar.</p><p>Um die Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verlängern und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, können spezielle Beschichtungen eingesetzt werden, die Papierverpackungen vor Verunreinigungen schützen und vollständig recycelbar sind. Solche Ansätze sind besonders wertvoll in Regionen mit begrenzter Infrastruktur, wo bis zu 40 Prozent der Lebensmittel zwischen Ernte und Verbrauch verloren gehen können.</p><h2>Hand in Hand: Die Kraft des "UND"</h2><p>Die Kunststoffindustrie ist somit Teil der Lösung – und damit sind wir beim Motto des Welternährungstags: „Hand in Hand“. Denn es geht nicht darum, sich zwischen Hightech oder traditionellen Ansätzen, Industrie- oder Entwicklungsregionen, kurzfristigen Bedürfnissen oder langfristiger Nachhaltigkeit zu entscheiden. Es geht darum, die Kraft des „UND“ zu nutzen – und anzuerkennen, dass wir alle Lösungen brauchen, die gemeinsam wirken.</p><p>Ganz im Sinne von „UND“ entwickeln Covestro-Beschäftigte nicht nur innovative Produktlösungen, sondern leisten auch einen Beitrag zur Bekämpfung der weltweiten Ernährungsunsicherheit. In der Region Amerika hat mein Unternehmen beispielsweise die Initiative „10 for 10“ ins Leben gerufen: Für jede ehrenamtliche Stunde, die Mitarbeiter in diesem Jahr leisten, spendet Covestro über gemeinnützige Organisationen zehn Mahlzeiten an hungernde Menschen.</p><p>Zum Welternährungstag – und zum 80. Geburtstag der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen – lade ich uns alle ein, darüber nachzudenken, wie wir zu nachhaltigeren Ernährungssystemen beitragen können. Wenn wir zusammenarbeiten und die Kraft des „UND“ statt des „ODER“ nutzen, können wir tatsächlich bessere, nachhaltigere Lebensmittel und eine bessere Zukunft für kommende Generationen schaffen.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Thu, 16 Oct 2025 10:44:09 +0200</pubDate>
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                        <title>Grenzen überwinden: Innovative Materialien für das Gesundheitswesen</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/grenzen-ueberwinden-innovative-materialien-fuer-das-gesundheitswesen/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/grenzen-ueberwinden-innovative-materialien-fuer-das-gesundheitswesen/</guid><pp:caseid>724944</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>Das Gesundheitswesen steht vor der Quadratur des Kreises: Nötig ist eine flächendeckende Versorgung in hoher Qualität, die zugleich kosteneffizient und nachhaltig ist. Scheinbar unvereinbare Ziele. Doch mit ganzheitlichem Denken und innovativen Materialien können wir diese vermeintlichen Grenzen überwinden.</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Das Gesundheitswesen hat gewaltige Herausforderungen zu bewältigen. Chronische Krankheiten wie Krebs und Diabetes nehmen weiter zu – inzwischen sind sie für drei Viertel aller Todesfälle weltweit verantwortlich. Hinzu kommt, dass bis 2050 ein Viertel der Weltbevölkerung über 60 Jahre alt sein wird – ein Lebensabschnitt, in dem in der Regel der Bedarf an Gesundheitsleistungen zunimmt. Allein schon aus diesen Gründen besteht eine wachsende Nachfrage nach wirksamen medizinischen Lösungen.</p><p>Doch der Zugang zu hochwertiger Versorgung bleibt für viele Menschen eingeschränkt. Auch, weil auf Krankenkassen oder Selbstzahler immer höhere Lasten zukommen. In den OECD-Ländern etwa wird ein massiver Anstieg der Gesundheitskosten erwartet. Betrugen sie im Jahr 2000 im Schnitt noch sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), so dürfte der Anteil im Jahr 2040 bereits bei zwölf Prozent liegen.</p><p>Hinzu kommt eine weitere Herausforderung: Wenn das Gesundheitswesen stärker in Anspruch genommen wird, wirkt sich das auch zunehmend negativ auf die Umwelt aus. Bereits jetzt verursacht der Gesundheitssektor mehr als vier Prozent der globalen Treibhausgasemissionen; zugleich entstehen in den Krankenhäusern rund um den Globus pro Patienten durchschnittlich 20 Kilogramm Abfall am Tag.</p><h2>Grundsätzliches Problem im Gesundheitswesen</h2><p>Täglich haben auch Ärztinnen, Pfleger, Apotheker, Therapeutinnen, Gesundheitsökonomen und alle anderen, die im Gesundheitssektor tätig sind, mit vielen solcher Einzelprobleme zu kämpfen. Dahinter steht aber eine viel umfassendere grundsätzliche Herausforderung: Wie lassen sich die verschiedenen Anforderungen, von denen jede einzelne essenziell ist, miteinander in Einklang bringen? Eine flächendeckende Versorgung in hoher Qualität, die zugleich kosteneffizient und nachhaltig – geht das überhaupt?</p><p>Der <a href="https://www.worldhealthsummit.org/events/annual-whs" target="_blank">World Health Summit 2025</a> in Berlin geht diesen drängenden Fragen nach. Hier kommen ranghohe Vertreterinnen von Regierungen, internationalen Organisationen, Forschungs- und Gesundheitseinrichtungen, Unternehmen, Allianzen und Initiativen aus aller Welt mit ihrem geballten Sachverstand zusammen.</p><h2>Innovative Materialien als Lösungsansatz</h2><p>Die gute Nachricht: Wir müssen diese Probleme nicht als unüberwindbar akzeptieren. Innovative Materialien, wie sie Covestro entwickelt, bieten einen Weg, alle Dimensionen gleichzeitig zu verbessern.</p><p>Beispiel Zugänglichkeit: Medizinprodukte aus Hochleistungskunststoffen sind häufig besonders leicht, was Logistikvorteile bietet und die Versorgung auch in abgelegenen Regionen erleichtert. Zudem lassen sich Kunststoffe für Gesundheitsanwendungen schnell und in großen Mengen herstellen – zum Beispiel bei Impfkampagnen oder Pandemien. Und im wachsenden Markt der Fernbehandlung kommen sie ebenfalls zum Tragen.</p><p>Auch beim Thema Kosteneffizienz sind hochwertige Kunststoffe von Vorteil: Sie ermöglichen die Massenproduktion von medizinischen Geräten, Verpackungen und Einwegartikeln zu vergleichsweisen niedrigen Kosten.</p><p>Um hohe Qualität im Gesundheitswesen zu sichern, braucht es innovative Anwendungen. Zum Beispiel medizinische Kunststoffe für präzise Diagnostikgeräte oder organähnliche Prothesen. Und 3D-Druck mit Kunststoffen erlaubt maßgeschneiderte Lösungen etwa bei Zahnimplantaten und Orthesen – wichtig für den Trend zur individuellen Medizin.</p><p>Auch bei einer anderen Entwicklung spielen Hochleistungs-Materialien wie Kunststoffe eine Rolle: dem sich wandelnden Gesundheitsverständnis. Hier dienen sie etwa zur Herstellung der immer beliebteren Wearables, die proaktives Gesundheitsmanagement und Wellness-Monitoring im Alltag ermöglichen – ein Paradigmenwechsel von der reinen Krankheitsbehandlung zur vorausschauenden Gesundheitsförderung.</p><p>Um die Nachhaltigkeit zu fördern, wird intensiv daran gearbeitet, Kunststoffe mit nicht-fossilen Rohstoffen herzustellen, was ihren ökologischen Fußabdruck verbessert. Zudem werden sie zunehmen so konzipiert, dass sie einfacher wiederaufbereitet oder recycelt werden können. Und ihr meist geringes Gewicht hilft, den Materialeinsatz und damit die Umweltbelastung über den gesamten Lebenszyklus von Medizinprodukten zu verringern.</p><h2>Ganzheitlich statt Entweder-oder</h2><p>Auch dank Materialinnovationen zeigt sich: Das Trade-off-Denken hat im Gesundheitswesen ausgedient. Statt uns zwischen Zugänglichkeit, Kosteneffizienz, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit entscheiden zu müssen, können wir durch intelligente Materialinnovationen alle Ziele gleichzeitig verfolgen.</p><p>Was wir brauchen, ist ein ganzheitlicher Ansatz, der den gesamten Lebenszyklus von Materialien und Produkten betrachtet. Der Health Summit mit seinem Fokus auf "Taking Responsibility for Health in a Fragmenting World" bietet die ideale Plattform, um diese Perspektive in die globale Gesundheitsdiskussion einzubringen.</p><p>Die Zukunft gehört nicht denen, die in Gegensätzen denken. Sondern denen, die das komplexe Zusammenspiel aller Faktoren verstehen und nutzen. Nur so können wir ein Gesundheitssystem schaffen, das sowohl den Menschen als auch dem Planeten dient.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Mon, 13 Oct 2025 11:25:49 +0200</pubDate>
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                        <title>Lösungen für das Energie-Trilemma</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/loesungen-fuer-das-energie-trilemma/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/loesungen-fuer-das-energie-trilemma/</guid><pp:caseid>724519</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Sicher, bezahlbar, nachhaltig – die drei Simultanziele der Energiewende geraten zunehmend unter Druck. Während der World Energy Week </strong><span><strong>wurde</strong></span><strong> nach Lösungen gesucht. Technologische Innovationen mit hochwertigen Kunststoffen können dabei helfen.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Wir kennen es aus der Volkswirtschaft oder als philosophisches Gedankenexperiment: Man hat drei gleich wichtige Ziele, kann aber eigentlich nur zwei davon auf einmal erreichen – ein klassisches Trilemma. Vor einer solchen Herausforderung steht auch die internationale Energiepolitik: Die Energieversorgung muss zugleich sicher, bezahlbar und gerecht sowie nachhaltig sein. Nur wenn man sich hier annähert, so die einhellige Überzeugung, kann die Energiewende gelingen.</p><p>Dieser Zielkonflikt besteht seit langem, doch momentan wird er immer ausgeprägter und folgenschwerer. Die Versorgungssicherheit wird weltweit durch die wachsenden geopolitischen Spannungen fragiler. Angriffe auf Stromnetze und Pipelines nehmen zu, regionale Abhängigkeiten machen sich deutlicher bemerkbar.</p><h2>Zunehmende Ungleichgewichte</h2><p>Gleichzeitig bleibt Energiearmut ein globales Problem: Rund 750 Millionen Menschen vor allem in Afrika, Südostasien und Lateinamerika hatten 2024 keinen Zugang zu Elektrizität. Zudem wird die Bezahlbarkeit mehr und mehr ein Thema für Europa. Hier liegen die Energiepreise teils weit über denen anderer Regionen, was wichtige Industrien wie Chemie und Stahl in ihrem Bestand gefährdet und Rufe nach einer Umakzentuierung der Energiewende lauter werden lässt.</p><p>Beim Thema Nachhaltigkeit zeigen sich die energiepolitischen Disparitäten am stärksten zwischen den USA und China: Während die einen nunmehr verstärkt auf fossile Energieträger wie Öl und Gas setzen, sind die anderen der unangefochtene Spitzenreiter beim Ausbau erneuerbarer Energien – und bringen zugleich immer mehr Kohlekraftwerke ins Netz.</p><p>In der Summe steigen die globalen energiebedingten CO<sub>2</sub>-Emissionen weiter an. Und die Folgen des Klimawandels treten immer deutlicher zutage: 2024 war das bislang heißeste Jahr, das je gemessen wurde, und brachte eine ganze Serie von Naturkatastrophen mit sich.</p><h2>Internationale Konferenz</h2><p>Wie und ob sich die zunehmenden Disparitäten im Energiesystem eindämmen lassen, stand jetzt im Zentrum der „World Energy Week“ in Panama. Die Konferenz, die jährlich an einem anderen Ort stattfindet, versteht sich mit Beteiligung von über hundert Staaten als Zentrum für strategischen Dialog und Plattform für den Austausch praktischer und umsetzbarer Lösungen im Energiesektor.</p><p>Und genau darauf sollte die Weltgemeinschaft abheben: auf die vielen Technologien und Ideen, um die Energieversorgung umweltverträglicher, smarter, kostengünstiger und sicherer zu machen. Innovation muss die Trumpfkarte sein, die am meisten überzeugt – zumal damit auch meist klare wirtschaftliche Vorteile einhergehen. So könnten etwa bei erneuerbaren Energien nach Schätzungen der Branchenorganisation IRENA weltweit bis 2030 zwischen 30 und 38 Millionen Arbeitsplätze entstehen.</p><p>Zukunftsweisende Technologien bedeutet immer auch zukunftsweisende Materialien – so wie hochwertige Kunststoffe. Sie spielen bei der Energiewende eine zentrale Rolle, denn sie adressieren alle drei Facetten des Energie-Trilemmas.</p><p>Thema Versorgungssicherheit: Hier dienen Kunststoffe als Rückgrat moderner Infrastruktur. Durch ihre Leichtigkeit und Haltbarkeit ermöglichen sie zum Beispiel robuste Komponenten für Stromnetze, Windräder, Solarpanels und Batteriesysteme. Und sie unterstützen dezentrale Lösungen: Insbesondere in Regionen mit instabiler Versorgung können modulare Solarsysteme und mobile Speicher aus Kunststoff helfen, Energie lokal bereitzustellen.</p><p>Covestro hat zum Beispiel einen neuartigen Verbundwerkstoff für die Rahmen von Solarpanelen entwickelt, der die bisher verwendeten Lösungen aus Aluminium ersetzen kann. Die Pluspunkte sind unter anderem ein höherer Korrosionsschutz und niedrigerer CO<sub>2</sub>-Fußabdruck bei der Herstellung.</p><h2>Zahlreiche Vorteile</h2><p>Kunststoffe punkten aber nicht nur bei Versorgungssicherheit, sondern auch beim Thema bezahlbare und gerechte Energieversorgung. Sie senken beispielsweise die Produktionskosten für Solarlampen und Wasserpumpen. Zudem erleichtern Kunststofftanks und -leitungen unter anderem die Verteilung von Biogas, Wasserstoff oder Wärme – entscheidend vor allem für abgelegene Gebiete.</p><p>Ein weiteres Argument, bei technischen Lösungen für die Energiewende Kunststoffe zu bevorzugen, ist ihre Wirkung auf die Umwelt. Sie werden nicht nur zunehmend nachhaltig hergestellt – mit nicht-fossilen Rohstoffen und – hier schließt sich der Kreis – erneuerbaren Energien.</p><p>Kunststoffe helfen auch, viele besonders energie- und klimaintensive Bereiche nachhaltiger zu machen. Unzählige Häuser werden etwa durch Dämmplatten besser gegen Hitze und Kälte geschützt, was Energie für Heizung und Klimaanlage spart. Und im Verkehr tragen leichte Komponenten aus Kunststoff dazu bei, Kraftstoff und Emissionen zu sparen, während sie gleichzeitig die Elektromobilität fördern.</p><p>Covestro ist jedenfalls davon überzeugt, dass die Materialwissenschaften und Kunststoffe einen Beitrag leisten werden, die drei Ziele des Energie-Trilemmas wieder mehr in Einklang zu bringen.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Thu, 09 Oct 2025 10:01:16 +0200</pubDate>
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                        <title>Den Weg zur Zirkularität gestalten: Wie Produktinnovation die Plastikverschmutzung beenden kann</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/den-weg-zur-zirkularitaet-gestalten-wie-produktinnovation-die-plastikverschmutzung-beenden-kann/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/den-weg-zur-zirkularitaet-gestalten-wie-produktinnovation-die-plastikverschmutzung-beenden-kann/</guid><pp:caseid>716121</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>In der heutigen Welt wachsender Umweltherausforderungen erfordert eine besondere Herausforderung unsere sofortige Aufmerksamkeit: die Plastikverschmutzung. Während wir uns zu Vertragsverhandlungen in Genf versammeln, stehen wir vor einem Wendepunkt, um unsere Beziehung zu Kunststoffen neu zu definieren. Doch anstatt uns ausschließlich auf Beschränkungen und Restriktionen zu konzentrieren, sehe ich eine Gelegenheit, die Kraft von Innovation und durchdachtem Design zu nutzen, um dauerhafte Lösungen zu schaffen.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Durch meine berufliche Laufbahn in verschiedenen Bereichen der Materialindustrie – von Vliesstoffen bis hin zu Hochleistungsmaterialien – habe ich aus erster Hand erlebt, wie transformativ gut gestaltete Produkte sein können. Der Weg nach vorn besteht darin, bewusste Entscheidung zu den Materialien, die wir nutzen, zu machen und dabei neu zu durchdenken, wie wir sie in einem wirklich zirkulären System entwerfen, produzieren, verwenden und zurückgewinnen.</p><p>Diese Perspektive erinnert mich an die Weisheit der Designlegende Jonathan Ive, der bemerkte: „Es ist sehr einfach, anders zu sein, aber sehr schwierig, besser zu sein.“ Während wir die Plastikverschmutzung global angehen, erinnert uns diese Erkenntnis daran, dass unser Ziel nicht einfach Veränderung um der Veränderung willen ist, sondern eine bedeutsame Verbesserung, die der Gesellschaft nützt und gleichzeitig unsere Umwelt schützt.</p><p>Jonathan Ives‘ Aussage passt perfekt zu den Verhandlungen der INC 5.2 in Genf, auf welche ich mich im Moment vorbereite. Dort soll ein international rechtlich bindendes Instrument zur Beendigung der Plastikverschmutzung ausgehandelt werden. Bestimmte Vorschläge zielen darauf ab, ernsthafte Veränderungen zu bewirken – Materialverbote, Substanzbeschränkungen, Produktionsobergrenzen – aber wird dies zu einem besseren System führen? Die wahre Herausforderung besteht darin, Maßnahmen zu schaffen, die zu Produkten und Systemen führen, welche die Plastikverschmutzung lösen und eine bessere Gesellschaft möglich macht – ohne mehr Verschmutzung oder andere Nachhaltigkeitsstörungen zu verursachen.</p><p>Ich bin fest davon überzeugt, dass Produktdesign ein zentraler Baustein dieses globalen Vertrags sein sollte. Warum? Weil Designentscheidungen sich auf- und abwärts durch den gesamten Lebenszyklus eines Produkts fortpflanzen und unseren größten Hebelpunkt für systemischer Veränderungen darstellen. So kann Artikel 5 des Vertrags über Produktdesign Rahmenwerke etablieren, um Produkte systematisch in lokalen Kontexten zu bewerten, Ursachen und Kriterien für innovative Lösungen festzulegen.</p><h2>Produktsicherheit: Ein komplementäres Rahmenwerk</h2><p>Während wir Designlösungen zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung entwickeln, bleibt Sicherheit das oberste Gebot. Produkte müssen sowohl mechanisch als auch chemisch während ihres gesamten Lebenszyklus sicher sein. Chemische Sicherheit verdient sicherlich auch Aufmerksamkeit, aber nicht durch den Globalen Vertrag zur Beendigung der Plastikverschmutzung. Wir haben bereits ausgeklügelte Rahmenwerke wie REACH und TSCA, während das Globale Rahmenwerk für Chemikalien daran arbeitet, ähnliche Systeme weltweit zu etablieren.</p><p>Ich sehe chemische Sicherheit und Verschmutzungsprävention als parallele Prioritäten, die sich gegenseitig stärken. Wenn Sicherheitsexperten sich auf ihr Fachgebiet konzentrieren, während Produktinnovatoren sich mit der Zirkularität befassen, schaffen wir eine starke Partnerschaft. Beide Gruppen arbeiten auf dasselbe Ziel hin: Produkte, die umweltfreundlich und sicher für Verbraucher sind. Dies bedeutet, beide durch spezialisierte Expertise in Harmonie zu erreichen.</p><h2>Covestro setzt sich für Innovation ein</h2><p>Bei Covestro bedeutet Innovation konkrete Maßnahmen in Richtung Zirkularität. Wir haben uns verpflichtet, bis 2035 600 Millionen Euro in Recycling und biobasierte Alternativen zu investieren. Unser Ziel, vollständig zirkulär und klimaneutral zu werden, treibt alles an, was wir tun.</p><p>Unsere Partnerschaft mit Ausell in China veranschaulicht diesen Ansatz in der Praxis. Gemeinsam recyceln wir Polycarbonat aus Autoscheinwerfern und verwandeln es in neue Komponenten, wodurch ein geschlossener Kreislauf für dieses langlebige Material entsteht. Für Covestro geht es dabei um mehr als nur Recycling – es geht darum zu beweisen, dass unser hochwertiger recycelter Inhalt strenge Leistungsanforderungen ohne Kompromisse erfüllen kann.</p><p>Initiativen wie diese zeigen, dass Umweltverantwortung und wirtschaftlicher Erfolg gleichzeitig funktionieren können. Durch durchdachtes Design und strategische Partnerschaften werden sie zu sich gegenseitig verstärkenden Kräften, die bedeutsamen Wandel vorantreiben.</p><h2>Was der Vertrag liefern muss</h2><p>Während ich mich auf Genf vorbereite, stelle ich mir einen Globalen Kunststoffvertrag vor, der als Katalysator für innovationsgetriebene Lösungen dient. Er sollte Designrichtlinien etablieren, die anerkennen, dass verschiedene Anwendungen unterschiedliche Ansätze erfordern, und marktbasierte Anreize für Ressourceneffizienz und Zirkularität schaffen. Der Vertrag sollte nationale Aktionspläne mit gemeinsamen Berichtselementen unterstützen, sodass Länder Lösungen umsetzen können, die ihren Umständen entsprechen, während globale Ambitionen aufrechterhalten werden.</p><p>Am wichtigsten ist, dass er sich darauf konzentrieren sollte, die Plastikverschmutzung zu beenden, ohne bestehende Chemikalienregulierungen zu duplizieren. Eine Überbelastung des Vertrags mit Chemikalienmanagement würde seine Kernmission verwässern und unsere kollektiven Ressourcen zerstreuen.</p><p>INC5.2 bietet die Gelegenheit, eine Vereinbarung zu finalisieren, die Interessengruppen vereint, indem sie sich auf Bereiche konzentriert, in denen wir bereits gemeinsame Basis finden – wie Produktdesign, Abfallmanagement-Infrastruktur und Prinzipien der Kreislaufwirtschaft.</p><p>Mit den Worten des Designers William McDonough: „Design ist das erste Signal menschlicher Absicht.“ Lassen Sie uns unsere Absicht klar machen: innovative Produkte und Systeme zu schaffen, die das Leben verbessern, ohne den Planeten zu verschmutzen. Denn kreative Alternativen zur Verschmutzung anzubieten, wird immer transformativer sein, als einfach das zu beschränken, was heute existiert.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Mon, 04 Aug 2025 11:57:50 +0200</pubDate>
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                        <title>Erde am Limit: Rasch neue Technologien erlauben</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/erde-am-limit-rasch-neue-technologien-erlauben/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/erde-am-limit-rasch-neue-technologien-erlauben/</guid><pp:caseid>715232</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Die Erde wird immer mehr ausgebeutet, ihre Regenerationsfähigkeit immer geringer. Neue Recyclingtechnologien müssen daher dringend erlaubt werden. Die EU macht jetzt einen Anfang, aber es geht nur in Trippelschritten voran. Mehr Tempo bitte!</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Eine Woche. In unserem oft hektischen Alltag ist das nicht viel. Für den Zustand unserer Erde bedeuten sieben Tage aber einen riesigen Unterschied. Denn genau um diese Spanne hat sich dieses Jahr ein kritischer Indikator nach vorne verschoben: Der globale Earth Overshoot Day fällt mittlerweile bereits auf den 24. Juli. So früh wie nie zuvor. Und der Sprung war auch noch nie so groß.&nbsp;</p><p>2024 hatte noch der 1. August jenes Datum markiert, an dem die natürlichen Ressourcen, die das Ökosystem unserer Erde innerhalb eines Jahres herstellen kann, statistisch gesehen aufgebraucht sind. Mit anderen Worten: Die Menschheit benötigt für ihren Lebensstil inzwischen 1,8 Erden. Dabei blutet schon die schöne eine Erde aus, die uns zur Verfügung steht. Und noch eine andere Zahl stimmt mich bedenklich. Die Gewinnung und Verarbeitung materieller Ressourcen sind für über 55 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, von den Auswirkungen auf Biodiversität und Umwelt ganz zu schweigen.</p><p>Nachhaltig geht anders. Wir wirtschaften, produzieren und konsumieren, als ob es das Pariser Klimaabkommen – vor zehn Jahren voller Inbrunst verabschiedet – und andere Vereinbarungen zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen nicht gäbe. Statt weniger Kohlekraftwerke werden rund um den Globus immer mehr gebaut. Der weltweite Erdölverbrauch nimmt immer weiter zu. Und strategische Rohstoffe wie die für Elektromobilität, Energiewende oder elektronisches Gerät begehrten Seltenen Erden stehen vor einem regelrechten Nachfrageboom.&nbsp;</p><h2>Ungehemmter Ressourcenverbrauch</h2><p>Insgesamt rechnet das UN-Umweltprogramm damit, dass bis 2050 der weltweite Verbrauch natürlicher Ressourcen im Vergleich zu 2020 um weitere 60 Prozent in die Höhe schnellt. Das geht einher mit einer enormen Zunahme der Abfallmenge. Allein der Kunststoffmüll dürfte sich binnen vier Jahrzehnten bis 2060 nahezu verdreifachen.&nbsp;</p><p>Für mich heißt das: Wir müssen Konsum, Produktion und Wertschöpfung dringend in nachhaltigere Bahnen lenken. Ein großer Hebel ist der enorme Energieverbrauch der Menschheit, der bis zur Jahrhundertmitte noch einmal um die Hälfte steigen dürfte. Durch Effizienzgewinne und den Umstieg auf erneuerbare Quellen muss die Entwicklung einigermaßen mit den Umweltfolgen in Einklang gebracht werden.&nbsp;</p><p>Der andere Hebel ist die Kreislaufwirtschaft. Güter so viel wie möglich wiederzuverwenden und zu recyceln ist der Königsweg zur Ressourcenschonung. Doch im Moment hat die Welt hier den Rückwärtsgang eingelegt: Die globale Kreislaufrate ist auf nur noch 6,9 Prozent gesunken – ein Minus von über zwei Punkten gegenüber 2015. Dabei stehen gute neue Technologien wie das chemische Recycling und Verfahren die Massenbilanzierung bereit.</p><p>Chemisches Recycling – man zerlegt Abfälle in ihre Moleküle und setzt diese wieder neu zusammen – wird unbedingt gebraucht als Ergänzung zum üblichen mechanischen Recycling. Hier werden alte Produkte wie Kunststoffe zerkleinert und geschmolzen, wodurch neues Material entsteht. Das Verfahren ist aber für viele Plastikarten nicht brauchbar.&nbsp;</p><p>Massenbilanzierung wiederum kommt bei Mischungen aus fossilen und alternativen Rohstoffen wie eben Rezyklaten oder Biomasse ins Spiel. Diese Methode erlaubt es, den Anteil der nachhaltigen Rohstoffe rechnerisch zuzuordnen. Auch an diesen Ansatz hat insbesondere die Chemie- und Kunststoffbranche hohe Erwartungen.&nbsp;</p><p>Was bislang vor allem fehlt, ist die politische Dynamik. Wir brauchen endlich solide gesetzliche Grundlagen. Damit die Industrie chemisches Recycling und Massenbilanzierung rechtssicher anwenden kann. Damit klare Standards entwickelt werden und Zertifizierungssysteme auf den Markt kommen. Und damit diese zukunftsweisenden Ansätze in den Köpfen der Verbraucher landen.&nbsp;</p><h2>Erste Schritte in Brüssel&nbsp;</h2><p>Immerhin scheint die EU-Kommission die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. In ihrem kürzlich vorgelegten Aktionsplan für die Chemie erkennt sie immerhin an, dass chemisches Recycling einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, die Abhängigkeit der EU von fossilen Rohstoffen für die Kunststoffproduktion zu verringern und Altprodukte aufzuwerten.</p><p>Und ein erster konkreter Schritt folgt auch schon: In der Richtlinie über Einwegkunststoffprodukte, die derzeit überarbeitet wird, will Brüssel chemisches Recycling und Massenbilanzierung erlauben. Ein entsprechender Vorschlag zur Berechnung des Recyclinganteils in Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff liegt gerade auf dem Tisch.</p><p>Aber leider geht es nur in Trippelschritten weiter: Akte für Akte wird aufwändig einzeln angefasst. Immerhin besteht die Aussicht, dass auch die wichtige Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte – sie gilt für fast alle physischen Güter – um chemisches Recycling und Massenbilanzierung erweitert wird.</p><p>Auf jeden Fall sollten jetzt rasch alle Hebel gezogen werden, um das Recycling anzukurbeln und die Kreislaufwirtschaft wieder nach vorne zu bringen. Damit der Earth Overshoot Day hoffentlich bald wieder nach hinten wandert.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Thu, 24 Jul 2025 10:00:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Resilienz – gesamtgesellschaftliches Großprojekt</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/resilienz-gesamtgesellschaftliches-grossprojekt/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/resilienz-gesamtgesellschaftliches-grossprojekt/</guid><pp:caseid>712569</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p>Für mehr Sicherheit, Stabilität und Autonomie braucht es eine gesamtgesellschaftliche Weiterentwicklung. Nötig ist dabei eine starke Industrie mit der Chemie als Basis.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Resilire: Lateinisch für „zurückspringen, abprallen“. In der Physik ist von Resilienz die Rede, wenn ein verformtes Material wieder in seinen Ursprungszustand zurückkehrt, etwa ein Gummiband. Doch gesellschaftspolitisch braucht es eine andere Lesart.</p><p>Denn es geht eben nicht darum, einen Status quo ante zu bewahren. In unserer multipolaren Welt, in der Instabilität, Unsicherheit und Aggression um sich greifen, muss es um Weiterentwicklung gehen, auf allen Ebenen. Auch wenn Lösungen nicht immer greifbar sind. Auch wenn es schwierig und unbequem wird.</p><p>Unbequem auf der politischen Ebene, wo sich etwa die Nato-Staaten soeben zu höheren Verteidigungsausgaben durchgerungen haben. Unbequem für die Gesellschaft, wenn sich – wie in Deutschland in der Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht – vielen die Frage stellt, ob sie bereit sind, das eigene Land mit Waffengewalt zu verteidigen.</p><p>Unbequem auch für die Industrie, die überall einen Plan B bis Z braucht: für breiter aufgestellte Rohstoffversorgung, sicherere Routen, alternative Absatzmärkte, zuverlässigere Handelspartner, Schutz vor Cyberattacken und Sabotage. Was nicht nur extreme Flexibilität, sondern auch höhere Kosten und damit ein Überdenken von Renditeerwartungen bedeutet.</p><h2>Widerstandsfähigkeit nur im Zusammenspiel möglich</h2><p>Unbequem auf allen Seiten schließlich die Erkenntnis: Sicherheit, Stabilität, Autonomie sind nur im Zusammenspiel zu erlangen. Silomentalität und Alleingänge führen nicht weiter. Die Wirtschaft muss sich schon im eigenen Interesse einsetzen für einen funktionierenden politischen Rahmen, für intaktere, stresstolerante Gesellschaften, für die Freiheit der Wissenschaft und selbstredend für den Erhalt der Umwelt. Umgekehrt sind Sicherheit, Fortkommen und Wohlstand nur mit einer starken Wirtschaft und Industrie möglich.</p><p>Wir sitzen alle im selben Boot. Und daher müssen wir Krisenfestigkeit und Verteidigungsfähigkeit ganzheitlich denken – im Sinne einer umfassenden Transformation, eines gesamtgesellschaftlichen Großprojekts.</p><p>Wirtschafts- und industriepolitisch heißt das, strategische Fernziele zu definieren und sie konsequent anzusteuern: Infrastrukturen ausbauen, Versorgungskapazitäten sichern, Resilienz-relevante Industriebereiche fördern. Und zwar so, dass Pläne nicht zerfasern und Mittel nicht versanden. Ganz wichtig dabei: Die Politik muss günstige Rahmenbedingungen setzen, aber von Mikrosteuerung und Überregulierung absehen.</p><h2>Chemie hält alles am Laufen</h2><p>Dies gilt für all jene Schlüsselbereiche, die gerade in Krisenzeiten und Konfliktlagen zuverlässig zur Stelle sein müssen – von Lebensmitteln bis zu Medikamenten, von IT bis Energie. Insbesondere trifft das auf Grundstoffindustrien wie die Chemie- und Kunststoffbranche zu. Denn sie liegt allem zugrunde, hält alles am Laufen.</p><p>Beispiel Lebensmittel. Hier tragen Kunststoffverpackungen gerade in Krisensituationen zur <a href="https://www.covestro.com/blog/de/sicherere-lebensmittel--dank-wissenschaft-und-materialien/" target="_blank">Versorgungssicherheit</a> bei. Schnell und in großen Mengen produzierbar, schützen sie die Nahrung vor Keimen, Feuchtigkeit, Sauerstoff und Licht und machen sie länger haltbar.</p><p>Beispiel Energie. Eine autarke Versorgung ist für Volkswirtschaften zunehmend wichtig. Idealerweise basiert sie auf <a href="https://www.covestro.com/blog/de/energiereiches-duo/" target="_blank">erneuerbaren Quellen</a>. Windkraftanlagen, Solarpanels und Batteriespeicher wiederum sind auf Kunststoffe angewiesen. Sie sorgen für eine hohe Energieausbeute und senken die Herstellungskosten der Bauteile.</p><p>Beispiel Rüstung. Kunststoffe finden in Fahrzeug- und Flugzeugkomponenten, Waffen- und Kommunikationssystemen, Schutzausrüstung und vielem mehr Verwendung. Sie sorgen dafür, dass militärische Güter leichter, robuster, anpassungsfähiger und oft sogar nachhaltiger sind als mit klassischen Materialien.</p><h2>Systemwandel zur Kreislaufwirtschaft nötig</h2><p>Widerstandsfähigkeit und Verteidigungsbereitschaft definieren sich aber nicht nur über die vielen einzelnen Anwendungsbereiche. Sie sind zudem nur über grundsätzliche Systemveränderungen erreichbar. Eine breite Hinwendung zur <a href="https://www.covestro.com/de/sustainability/what-drives-us/circular-economy" target="_blank">Kreislaufwirtschaft</a> etwa tritt Klimawandel, Ressourcenschwund und Naturzerstörung entgegen und sorgt so für ökologische Resilienz. Sie hilft auch, die zunehmend spürbaren sozialen Verwerfungen abzufedern, die aus der Überbelastung unserer Umwelt resultieren.</p><p>Wirtschaftlich verringern wir die Anfälligkeit für Lieferengpässe und Preisschwankungen, indem wir Stoffkreisläufe schließen und Ressourcen wiederverwerten. Und schließlich werden durch die Kreislaufwirtschaft auch geopolitische Abhängigkeiten minimiert. Viele fossile Rohstoffe stammen aus instabilen Regionen. Nicht-fossile Alternativen wie Biomasse, Kohlendioxid und Abfälle hingegen sind oft regional verfügbar – ein weiterer Pluspunkt in Krisenzeiten.</p><p>Die Chemieindustrie und Covestro machen vor, wie es geht. Indem sie auf eben solche erneuerbaren Rohstoffe und Energie setzen. Indem sie an neuen Technologien arbeiten, um das (weltweit leider rückläufige) Recycling auf ein neues Level zu bringen. Und indem sie international auf neue Win-Win-Situationen zielen.</p><p>Die Transformation, die die Chemie vorantreibt, müssen wir in den XXL-Maßstab übertragen. Unser ganzes System von Grund auf weiterentwickeln – das müssen wir schaffen für eine dynamische Resilienz. Auch wenn es unbequem ist.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Mon, 30 Jun 2025 14:16:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Doppelarbeit vermeiden</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/doppelarbeit-vermeiden/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/doppelarbeit-vermeiden/</guid><pp:caseid>712296</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Dieses Jahr könnte entscheidend sein für das künftige Management von Chemikalien und Kunststoffen. Doch wir müssen sicherstellen, dass sich die verschiedenen Initiativen ergänzen, anstatt miteinander zu konkurrieren.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Haben Sie schon einmal einen geschickten Jongleur beobachtet? Er weiß genau, wie viele Bälle er in der Luft halten kann, bevor das luftige Gebilde zusammenbricht. Wenn ich die zahlreichen Bemühungen zur Förderung des globalen Chemikalienmanagements betrachte, empfinde ich dieselbe Mischung aus Begeisterung und Besorgnis. Ich wünsche mir inständig, dass diese Initiativen erfolgreich sind. Gleichzeitig halte ich den Atem an, da ich befürchte, dass sie jeden Moment scheitern könnten. Meine Sorge ist, dass die Beteiligten zu viel gleichzeitig versuchen und sich dabei übernehmen.</p><p>Aber starten wir mit etwas Positivem: Dieses Jahr könnte den bedeutendsten Fortschritt im Chemikalienmanagement seit langem markieren. So werden die wichtigen Konventionen von Basel, Rotterdam und Stockholm überarbeitet, die darauf abzielen, die menschliche Gesundheit und die Umwelt vor schädlichen Chemikalien und Abfällen zu schützen.</p><p>Zudem befindet sich die Staatengemeinschaft offenbar in den letzten Zügen für „ein international rechtsverbindliches Instrument gegen Plastikverschmutzung (...), das auf einem umfassenden Ansatz basiert und den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen berücksichtigt“, wie es in einer bahnbrechenden Resolution der UN-Umweltversammlung vor drei Jahren formuliert wurde. Kurz gesagt: Es geht um ein globales Kunststoffabkommen – dringend notwendig angesichts der Millionen Tonnen an Plastikmüll, die jährlich in die Umwelt gelangen.</p><h2>Verhandlungen nicht überfrachten</h2><p>Dieser Vertrag läuft jedoch Gefahr, überladen zu werden, indem er „Everything Everywhere All at Once“ erreichen will (um den Titel eines populären Films zu zitieren). Wenn ich sehe, wie Abfallmanagement mit Produktionsreduzierung und Chemikalienregulierung kombiniert werden soll, ganz zu schweigen von Finanzierung und Ressourcenzuweisung, dann habe ich meine Zweifel, ob die Verhandlungen, die im August in Genf wiederaufgenommen werden, auf einem vielversprechenden Weg sind.</p><p>Dennoch besteht Hoffnung für ein effektives Chemikalienmanagement – durch ein weiteres wichtiges Instrument: das „Global Framework on Chemicals“, 2023 unter dem UN-Umweltprogramm ins Leben gerufen. Diese Initiative bringt Regierungen, Unternehmen, NGOs und Wissenschaftler zusammen, um in jedem Land Regulierungssysteme zu entwickeln, die einen sicheren Lebenszyklus von Chemikalien gewährleisten, insbesondere deren Verwendung in Materialien und Produkten wie Kunststoffen.</p><p>Das Problem ist, dass die Verhandlungen zum globalen Kunststoffabkommen ähnliche Ziele verfolgen. Dies schafft Redundanzen, und meiner Ansicht nach sollte bei der Regulierung von Chemikalien das Global Framework Vorrang haben. Ich hoffe aufrichtig, dass die erste Runde konkreter Diskussionen zur Umsetzung dieses Rahmenwerks, die diese Woche in Punta del Este in Uruguay beginnt, erfolgreich sein wird.</p><p>Das Treffen konzentriert sich darauf, wesentliche Voraussetzungen zu schaffen, damit die Rahmenziele in nationale Gesetzgebungen überführt werden können. Dies erfordert Koordination bei grundlegenden Aspekten – Kriterien, Methoden und Daten –, die alle auf fundierter Wissenschaft und robustem Risikomanagement basieren. Notwendig ist auch ein offener Austausch über „best practices“ und wirkungsvolle Maßnahmen.</p><p>Die chemische Industrie ist bereit, hierzu ihren Beitrag zu leisten. Die Branche hat angeboten, Zugang zu Produktsicherheits- und Nachhaltigkeitsdaten bereitzustellen und ihre Produktportfolios um nachhaltige Lösungen zu erweitern. Sie hat sich auch verpflichtet, dreißig Länder dabei zu unterstützen, effektive Systeme zum Chemikalienmanagement einzuführen. Dreißig nationale Systeme – das mag angesichts der Komplexität und der Ressourcenanforderungen nicht ehrgeizig klingen. Aber diese Verpflichtungen bedeuten durchaus konkrete Fortschritte und zielen darauf ab, bewährte Praktiken zu etablieren.</p><h2>Initiativen intelligent koordinieren</h2><p>Der Weg nach vorne liegt in der intelligenten Koordination dieser Initiativen – oder um zur Jonglier-Metapher zurückzukehren: die Bälle nach der Show in die richtigen Körbe zu legen, damit sie für den nächsten Einsatz bereitstehen. Wenn das globale Rahmenwerk und das globale Kunststoffabkommen als komplementäre Instrumente anerkannt würden, wäre für ein effektives Chemikalienmanagement schon viel gewonnen.</p><p>Wenn jetzt Experten und Unterhändler in Uruguay und später in der Schweiz zusammenkommen, hoffe ich, dass die Gespräche von Pragmatismus und Handlungsbereitschaft geprägt sein werden. Der ultimative Erfolgsmaßstab ist nicht die Ausarbeitung eines perfekten Vertrags – sondern die Implementierung eines effektiven Chemikalienmanagements, das die sichere Verwendung von Kunststoffen gewährleistet und gleichzeitig das Fundament für eine Kreislaufwirtschaft und eine Welt ohne Plastikverschmutzung legt.</p><hr><p>Copyright Headerbild: ©covestro</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Thu, 26 Jun 2025 13:04:23 +0200</pubDate>
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                        <title>40 Jahre Schengen – mehr davon!</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/40-jahre-schengen--mehr-davon/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/40-jahre-schengen--mehr-davon/</guid><pp:caseid>711098</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>Seit 40 Jahren genießen die Europäer Freizügigkeit durch den Schengen-Pakt. Die Idee des vereinten Kontinents hat allerdings momentan einen schweren Stand. Dabei brauchen wir gerade jetzt mehr Europa und nicht weniger.</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Als Vorstandschef bin ich viel auf Achse. Hier Mitarbeitende treffen, da Kunden besuchen, dort auf Konferenzen sprechen – auch in Zeiten von Online-Meetings ist und bleibt der persönliche Kontakt vor Ort für mich ein Muss.</p><p>Besonders gern reise ich in Europa, schon allein aus einem ganz praktischen Grund: Es geht meist so schön unkompliziert. Keine langen Grenzkontrollen, keine mühseligen Zollabfertigungen – das ist, zumindest bisher, das Privileg für über 400 Millionen Menschen und unzählige Unternehmen in 29 europäischen Ländern.</p><p>Zu verdanken haben wir das einem mutigen Schritt vor 40 Jahren: Dem (ersten von mehreren) Schengener Abkommen, das am 14. Juni 1985 im gleichnamigen Mosel-Örtchen von Politikern aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden unterzeichnet wurde und zehn Jahre später in Kraft getreten ist.</p><p>Freier Verkehr von Personen, Waren und Dienstleistungen – dies zählt seither zu den Grundbausteinen eines geeinten Europas, das in der Folge mit Europäischem Binnenmarkt und Euro-Zone weiter konkretisiert worden ist.</p><h2>Einheitsgedanke wird konterkariert</h2><p>Im Moment wird diese Vision allerdings stark herausgefordert. Im Innern durch nationalen Egoismus, Erosion der Rechtsstaatlichkeit, Einschränkung der Meinungs- und Medienfreiheit. Von außen durch Provokationen, Propaganda und Migrationsdruck. Wiedereingeführte und ständig verlängerte Kontrollen an vielen Binnengrenzen – eigentlich nur vorübergehend und als letztes Mittel gedacht – drohen die Schengen-Idee zu konterkarieren. Und könnten im Grunde die gesamte europäische Integration aus den Angeln heben, mit unabsehbaren Folgen für die Mitgliedsnationen wie für Millionen Menschen und viele Staaten außerhalb.</p><p>Dabei brauchen wir gerade jetzt nicht weniger, sondern mehr Europa. Einen weltoffenen, vielfältigen, toleranten Kontinent. Auch und besonders im Sinne einer starken Wirtschaft und Industrie. Während anderswo auf der Welt Zollschranken errichtet oder umgekehrt Waren zu Dumpingpreisen feilgeboten werden, gilt es, den innereuropäischen Handel auszuweiten.</p><p>Denn der Binnenmarkt ist ein klarer Erfolg: Dadurch wurden das Bruttoinlandsprodukt der EU um mindestens drei bis vier Prozent gesteigert und 3,6 Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Und mit einer Vervollständigung des einheitlichen Marktes könnten sich nach Einschätzung der Europäischen Kommission die bereits erzielten Zuwächse sogar noch einmal verdoppeln.</p><h2>Binnenmarkt weiter stärken</h2><p>Da trifft es sich gut, dass die Behörde nun eine <a href="https://single-market-economy.ec.europa.eu/single-market/strategy_en" target="_blank">Strategie</a> vorgelegt hat, um den Markt zu vereinfachen, zu harmonisieren und zu stärken. Besonders der Fokus auf die „schrecklichen Zehn“ – die gravierendsten Hindernisse für den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr, die es vordringlich zu beseitigen gilt – kündet von einem neuen Pragmatismus und Dringlichkeitsbewusstsein in Brüssel.</p><p>Das ist auch im Umgang mit „meiner“ Branche zu beobachten, der Chemieindustrie in Europa. Sie steht weltweit an zweiter Stelle und ist mit über 650 Milliarden Euro Umsatz, gut zehn Milliarden Euro an Forschungsinvestitionen und 1,2 Millionen Beschäftigen ein wichtiger Treiber für Wertschöpfung und Wohlstand.</p><p>Aber: Seit langem verliert der Sektor international an Wettbewerbsfähigkeit. Paradoxerweise auch und besonders durch den Alltag im europäischen Haus. Ein Übermaß an Gängelung mit teils gegenläufigen Vorschriften, langwierige Verfahren und viel zu hohe Energiekosten bremsen uns aus. Nun will Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Kürze einen speziellen Aktionsplan für die Chemie mit strukturellen Reformen vorlegen – das gibt Anlass zur Hoffnung.</p><p>Doch wir dürfen den schwarzen Peter nicht nur nach Brüssel schieben. Der Binnenmarkt, der Schengen-Pakt, die gesamte EU – sie gründen auf Solidarität, sie leben vom Gemeinsinn. <span style="text-align:start;">Dieser darf nicht noch weiter abhandenkommen.</span> Jedes Mitgliedsland, alle Bürgerinnen und Bürger und auch die Wirtschaft und ihre Unternehmen sind gefordert, sich einzubringen. Um das gemeinsame europäische Haus fertigzustellen, smart, wetterfest und offen.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Mon, 16 Jun 2025 11:22:31 +0200</pubDate>
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                        <title>Sicherere Lebensmittel – dank Wissenschaft und Materialien</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/sicherere-lebensmittel--dank-wissenschaft-und-materialien/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/sicherere-lebensmittel--dank-wissenschaft-und-materialien/</guid><pp:caseid>708640</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p style="margin-left:0in;"><span><strong>Von Unwohlsein bis Krebs – verunreinigte Lebensmittel betreffen jedes Jahr 600 Millionen Menschen. Wissenschaftliche Methoden, internationale Standards und geeignete Materialien verbessern zwar die Lebensmittelsicherheit. Doch im Umgang mit Risiken sollten wir Maß und Mitte wahren.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Eine ausreichende und gesunde Ernährung ist für mich selbstverständlich – dort, wo ich lebe. Weltweit jedoch stellen Hunger und Erkrankungen durch unsichere Lebensmittel zwei ernste Herausforderungen dar, die wieder zunehmen.</p><p>Die Lage im Gazastreifen und andere humanitäre Katastrophen führen es uns fast täglich vor Augen: Mehr als 700 Millionen Menschen leiden unter Hunger. Weniger bekannt, aber nicht weniger dramatisch ist die Tatsache, dass jedes Jahr weitere 600 Millionen Menschen an über 200 verschiedenen lebensmittelbedingten Krankheiten erkranken – von Durchfall bis Krebs. Unsichere Lebensmittel machen aber nicht nur krank – sie gefährden auch Existenzen und behindern die sozioökonomische Entwicklung. Daran erinnert uns der <a href="https://www.who.int/campaigns/world-food-safety-day/2025" target="_blank">Welttag der Lebensmittelsicherheit</a> am 7. Juni.</p><p>Was sind die Lösungen? Vielleicht liegt sie gar nicht so fern von Andy Weirs Protagonisten Mark Watney im Science-Fiction-Roman „Der Marsianer“, der nach Wegen sucht, auf dem Mars Nahrung anzubauen und zu überleben: <span style="text-align:start;">„Angesichts dieser Aussichten bleibt mir nur eine Option: Ich muss mich mit Wissenschaft aus der Sch+++e ziehen.“</span></p><h2>Wissenschaft macht das Alltagsleben möglich</h2><p>Für mich als Sci-Fi-Fan ein wirklich inspirierendes Buch – und passend zum diesjährigen Motto „Lebensmittelsicherheit: Wissenschaft in Aktion“. Es erinnert uns daran, dass Wissenschaft – im Lebensmittelbereich wie überall sonst – nicht nur in Laboren oder politischen Gremien stattfindet. Sie ist Teil unseres Alltags, wir wenden sie an und verlassen uns auf sie – besonders bei dem, was wir essen. Ohne Wissenschaft könnten wir keine Lebensmittel über Grenzen hinweg handeln, sie sicher lagern oder wachsende Bevölkerungen ernähren.</p><p>Internationale Organisationen wie FAO und WHO spielen dabei eine entscheidende Rolle – etwa bei der Bewertung von Lebensmittelzusatzstoffen, Pestizidrückständen oder mikrobiologischen Risiken. Ihre Arbeit bildet das Rückgrat internationaler Standards zur Lebensmittelsicherheit.</p><p>Doch die Vielzahl an Herausforderungen und Krisen sowie der dringende Handlungsbedarf dürfen uns nicht dazu verleiten, Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit zu vernachlässigen. Dringlichkeit darf kein Vorwand für Leichtsinn in der Wissenschaft sein. Forschung und Innovation sind essenziell – aber sie müssen stets methodisch, evidenzbasiert und verlässlich sein. Andernfalls riskieren wir, ein Problem zu lösen und dabei ein neues zu schaffen.</p><p>Als jemand, der seit über zwei Jahrzehnten in der chemischen Industrie arbeitet, sehe ich das aus erster Hand. Ein Beispiel: Bei Covestro verwenden wir Bisphenol A (BPA) zur Herstellung von Polycarbonat – einem äußerst robusten und transparenten Kunststoff, der auch für lebensmittelsichere Anwendungen wie langlebige und wiederverwendbare 5-Gallonen-Wasserbehälter und transparente Küchenbehälter eingesetzt wird. Sie helfen, die Lebensmittelqualität zu erhalten, Verunreinigungen zu vermeiden und den Zugang zu sauberem Wasser und sicheren Lebensmitteln zu gewährleisten – insbesondere in Regionen mit begrenzter Infrastruktur.</p><h2>Sicherheit bedeutet, Risiken zu managen</h2><p>Und doch stoßen Inhaltsstoffe wie BPA oft auf öffentliche Skepsis. Das ist Ausdruck einer weit verbreiteten Chemophobie – der Angst vor Chemikalien, die viele Menschen dazu bringt, Verbote zu fordern. Doch Sicherheit bedeutet nicht, Materialien zu verbannen, sondern ihre Exposition und Risiken zu managen. Es geht darum, zu verstehen, was die Daten aussagen, wie Materialien und daraus hergestellte Produkte verwendet werden und wie die Exposition kontrolliert wird.</p><p>So wird aus Wissenschaft konkretes Handeln.</p><p>In meinem eigenen Leben sehe ich, wie Wissenschaft alles prägt – vom sicheren Umgang mit Chemikalien und Kunststoffen in meinem Beruf bis hin zu den Lebensmitteln, die ich in meinem Garten anbaue. Wissenschaft steckt in der Art, wie ich Wasser lagere, in den Behältern, denen ich vertraue, und in den Entscheidungen, die ich im Supermarkt treffe. Sie steckt in den globalen Standards, die den Handel lenken, und in den lokalen Praktiken, die Küchen sicher machen.</p><p>Deshalb möchte ich heute all jene feiern – Wissenschaftler, Ingenieure, Lehrkräfte und Bürgerinnen und Bürger –, die Wissenschaft in die Tat umsetzen. Ob Sie Verpackungen entwerfen, Lebensmittel kontrollieren oder sich einfach vor dem Kochen die Hände waschen – Sie sind Teil des Systems, das uns Lebensmittelsicherheit bringt.</p><p>Denn der sichere Umgang mit Nahrung geht uns alle an. Und Wissenschaft macht sie möglich – vielleicht eines Tages auf dem Mars, aber ganz sicher hier auf unserem wunderschönen blauen Planeten.</p><hr><p>Copyright aller Bilder: <span style="text-align:left;">©covestro</span></p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Tue, 10 Jun 2025 10:10:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Das Ende der Schwarz-Weiß-Denke</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/das-ende-der-schwarz-weiss-denke/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/das-ende-der-schwarz-weiss-denke/</guid><pp:caseid>705190</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Während die Klimakrise neue Höchstwerte erreicht, zeigt sich ein Silberstreif: Die E-Mobilität steht vor einem spannenden Wendepunkt. Innovative Materialien können den Weg in eine nachhaltige Zukunft ebnen.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Gerade haben die Vereinten Nationen noch einmal <a href="https://wmo.int/publication-series/state-of-global-climate-2024#:~:text=The%20clear%20signs%20of%20human,above%20the%201850%2D1900%20average." target="_blank">Alarm geschlagen</a>. Der Ausstoß an Treibhausgasen ist hoch wie nie – und auf der Erde war es 2024 warm wie nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Da trifft es sich gut, dass jetzt die Internationale Energieagentur mit einer positiven Nachricht aufwarten kann: Die klimafreundlich Elektromobilität nimmt immer flotter Fahrt auf, wie aus dem diesjährigen <a href="https://www.iea.org/reports/global-ev-outlook-2025" target="_blank">Global EV Outlook</a> hervorgeht.</p><p>Der weltweite Absatz von Elektrofahrzeugen erreichte im ersten Quartal 2025 neue Rekordwerte in allen wichtigen Märkten. Aufs gesamte Jahr gesehen wird voraussichtlich die 20-Millionen-Marke überschritten – was bedeutet, dass bereits mehr als ein Viertel aller verkauften Fahrzeuge mit Strom fahren. Maßgeblich angetrieben von China, dürfte sich dieser Trend noch verstärken. Sofern sich die politischen Rahmenbedingungen nicht ändern, wird der Anteil von Elektroautos am gesamten Fahrzeugabsatz im Jahr 2030 wohl auf über 40 Prozent steigen.</p><p>Allerdings gibt es deutliche regionale Unterschiede, denn die hohen Preise für ein Elektroauto bleiben für viele potenzielle Käufer eine Hürde. Die politische Antwort darauf fällt unterschiedlich aus: Einige Länder, wie Deutschland unter der neuen Regierung, wollen die Nachfrage durch direkte Kaufanreize ankurbeln. Andere setzen verstärkt auf eine indirekte, strukturelle Förderung, etwa durch den Ausbau der Ladeinfrastruktur.</p><p>Diese Entwicklung markiert einen Wendepunkt. Die dichotome Zeit, in der allein der elektrische Antrieb über die Bewertung eines Fahrzeuges als nachhaltig entschied, geht zu Ende. Mit dem schrittweisen Abbau direkter Förderungen können die Marktkräfte wieder stärker walten. Hierdurch fallen die hohen Anschaffungskosten von elektrischen Fahrzeugen noch stärker ins Gewicht. Das Fragezeichen hinter der Durchsetzungsfähigkeit von Elektromobilität wird größer.</p><h2>Hightech-Kunststoffe machen E-Autos günstiger</h2><p>Die neue Realität stellt die Industrie vor einige Herausforderungen. Keine Förderung mehr – das bedeutet, dass Elektrofahrzeuge insbesondere durch intelligente Material- und Prozessinnovationen kosten- und somit preisgünstiger werden müssen. Hightech-Kunststoffe spielen dabei eine Schlüsselrolle: Sie reduzieren Gewicht und Energieverbrauch und machen das Fahren somit billiger.</p><p>Und die gute Seite für die Hersteller: Kunststoffe machen auch die Produktionsprozesse effizienter. Besonders vielversprechend sind Lösungen, die mehrere Funktionen in einem Bauteil vereinen und so Komplexität und Kosten senken. Ganz zu schweigen von den ungeheuren Design-Möglichkeiten.</p><p>Doch Kosteneffizienz ist nur die eine Seite der Medaille. Mit dem Ende der reinen Antriebsfokussierung rückt auch die Nachhaltigkeit jenseits des Antriebs in den Mittelpunkt. Recyclingfähige und kreislauffähige Materialien werden zum Muss − nicht nur aus Umweltgründen, sondern auch wirtschaftlich. Mono-Material-Designs etwa wie etwa im Fahrzeuginnenraum oder bei Scheinwerfern aus nur einer Kunststoffart vereinfachen Recyclingprozesse erheblich. Denn dann muss das verwendete Plastik am Schluss nicht aufwändig sortiert und getrennt werden.</p><p>Leichte, langlebige Materialien verbessern die Gesamtbilanz auch über die Nutzung und damit über den gesamten Lebenszyklus. Hightech-Kunststoffe, wie sie Covestro entwickelt und anbietet, werden damit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.</p><p>Der Wandel von der förderungsgetriebenen zur marktgetriebenen E-Mobilität könnte sich mithin als Glücksfall erweisen. Er zwingt die Industrie, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zusammenzudenken. Das Ergebnis: Innovationen, die Elektrofahrzeuge nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch bezahlbarer machen. Eine Entwicklung, die der E-Mobilität den Weg in den Massenmarkt ebnen könnte. Man darf also gespannt sein auf den nächsten Lagebericht.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Thu, 15 May 2025 10:00:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Digitale Visitenkarte für die Kreislaufwirtschaft</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/digitale-visitenkarte-fuer-die-kreislaufwirtschaft/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/digitale-visitenkarte-fuer-die-kreislaufwirtschaft/</guid><pp:caseid>705413</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Nur noch 6,9 Prozent aller genutzten Ressourcen werden wiederverwertet – ein weiterer alarmierender Rückgang. Doch die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten für die Kreislaufwirtschaft – etwa mit digitalen Produktpässen. Die Chemieindustrie geht hier voran.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Über 100 Milliarden Tonnen – so viele Materialien zieht die Menschheit in einem Jahr aus der Erde. Für die Häuser, die wir errichten, und die Nahrung, die wir anbauen. Für die Kleidung, die wir nähen, die Autos, die wir fahren, und unzählige andere Aktivitäten. Seit den 1970er Jahren hat sich der globale Ressourcenverbrauch mehr als <a href="https://www.resourcepanel.org/reports/global-material-flows-and-resource-productivity-database-link" target="_blank">verdreifacht</a>. Und wenn nicht gegengesteuert wird, könnte er bis 2060 noch einmal um <a href="https://www.unep.org/resources/Global-Resource-Outlook-2024" target="_blank">60 Prozent</a> steigen im Vergleich zu 2020. Doch der Planet blutet nicht nur immer mehr aus und heizt sich immer weiter auf, er erstickt auch im Müll: Ein Drittel aller <a href="https://datatopics.worldbank.org/what-a-waste/trends_in_solid_waste_management.html" target="_blank">Siedlungsabfälle</a> wird unzureichend entsorgt.</p><p>Umweltverschmutzung, Ressourcenausbeutung, Klimawandel – um diese Dreifachkrise in den Griff zu bekommen, müsste die Welt dringend voll auf die Kreislaufwirtschaft umschwenken und vor allem mehr recyceln. Doch das Gegenteil ist der Fall. Von den verwendeten Ressourcen wird immer weniger wiederverwertet – aktuell liegt die globale Kreislaufrate nur noch bei 6,9 Prozent, wie der <a href="https://www.circularity-gap.world/2025" target="_blank">Circularity Gap Report 2025</a> zeigt. Zum Vergleich: 2023 betrug die Quote noch 7,2 Prozent, während sie 2018 sogar einmal bei 9,1 Prozent lag.</p><p>Die Kreislaufwirtschaft ist also tendenziell rückläufig und muss noch viel stärker vorangetrieben werden als bisher. Und hierfür gibt es durchaus Lichtblicke. Den digitalen Produktpass etwa, der ab 2027 in der Europäischen Union eingeführt werden soll. So etwas wie eine individuelle Visitenkarte aus Bits und Bytes, die Informationen über Herkunft, Zusammensetzung, Nachhaltigkeit und Umweltbelastung von Gütern enthält.</p><p>Damit kann jedes Produkt über den gesamten Lebenszyklus hinweg nachverfolgt werden, was der Zirkularität enormen Auftrieb verleihen könnte. Das neue System wird in der EU schrittweise für unterschiedliche Branchen eingeführt. Den Anfang machen Batterien, für die der virtuelle Pass bereits ab 2027 verpflichtend wird.</p><h2>Datenökosystem für die Chemie&nbsp;</h2><p>Doch das Thema bietet auch der Chemiebranche große Möglichkeiten. Als Grundstoffindustrie mit hohem Ressourcenverbrauch und erheblichem Ausstoß an Treibhausgasen hat sie nicht nur die Verantwortung, sondern auch die Innovationskraft, neue Wege im Recycling und in der Kreislaufführung von Materialien zu entwickeln.&nbsp;</p><p>Und die Branche hat die Möglichkeiten der Digitalisierung auch bereits im Visier. So arbeitet eine Reihe von Unternehmen, darunter Covestro, im Rahmen des Projekts <a href="https://www.chem-x.de/" target="_blank">Chem-X</a> an einem <span style="text-align:start;">standardisierbaren</span> digitalen Produktpass für die Chemieindustrie. Das Ziel der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Initiative: ein interoperables Datenökosystem, das nicht nur den Austausch von <span style="text-align:start;">Produkt- und Verwertungsinformationen</span> innerhalb der Branche, sondern auch horizontal mit anderen Abnehmerindustrien <span style="text-align:start;">inklusive der Recyclingbranche </span>erlaubt.&nbsp;</p><p>Dieses System soll eine offene und transparente Kommunikation fördern, die sowohl gesetzlich verpflichtende als auch kommerzielle Prozesse unterstützt. Kernstück ist die Entwicklung von Open-Source-Datenmodellen, die als Grundlage für den Datenaustausch dienen und den Anforderungen der digitalen Produktpässe europäisch, aber auch global gerecht werden.</p><p>Die Branche erhofft sich davon einen gehörigen Push. Denn die Kreislaufwirtschaft ist auch in der Chemie noch nicht da, wo sie sein müsste. So werden etwa weltweit erst neun Prozent der jährlich produzierten Kunststoffe recycelt. Gleichzeitig werden 22 Prozent des Plastikmülls unsachgemäß entsorgt.</p><h2>Chancen der Kreislaufwirtschaft nutzen</h2><p>Der Wandel zur Kreislaufwirtschaft ist aber nicht nur aus Umweltgründen dringend geboten. Er bietet auch enorme Chancen. Studien zufolge könnte dadurch in Europa bis 2030 das Bruttoinlandsprodukt spürbar steigen, während Hundertausende neue Arbeitsplätze entstünden. Für die Chemie- und Kunststoffindustrie bedeutet Zirkularität insbesondere neue Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsmöglichkeiten durch innovative Recyclingtechnologien und nachhaltige Produktlösungen.</p><p>Der Weg zur Kreislaufwirtschaft mag herausfordernd sein, aber er ist alternativlos. Und mit innovativen digitalen Lösungen hat die Chemiebranche wichtige Werkzeuge in der Hand, um ihn erfolgreich zu gestalten. Die Zeit zum Handeln ist jetzt. Damit der nächste Circularity Gap Report endlich wieder besser ausfällt.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Wed, 14 May 2025 13:00:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Grün und Grips – die EU muss ihre Stärken stärken</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/gruen-und-grips--die-eu-muss-ihre-staerken-staerken/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/gruen-und-grips--die-eu-muss-ihre-staerken-staerken/</guid><pp:caseid>705187</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Nachhaltigkeit, Offenheit, Innovation: Das sind die Asse, mit denen die EU auftrumpfen muss im globalen Kräftespiel. Hier wird sie mehr denn je gebraucht – als Hort von Stabilität, als Garant von Wohlstand und Wohlergehen, als Gestalter der Zukunft.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Vor 80 Jahren ist in Europa der Zweite Weltkrieg zu Ende gegangen, der bislang größte und blutigste Konflikt in der Menschheitsgeschichte. Die vielen Gedenkfeiern dieser Tage mahnen eindringlich, wohin Gewalt und Terror führen können. Sie künden aber auch davon, dass Europa mit der EU inzwischen für einzigartiges Friedensprojekt steht, das einstige Feinde wie Deutschland und Frankreich eng zusammengeführt hat. Gelebte Völkerverbindung – wichtig wie nie in Zeiten von wachsendem nationalem Egoismus und machiavellistischem Gebaren.&nbsp;</p><p>Aber die EU, auf deren Erfolge der jährliche <a href="https://europe-day.europa.eu/index_en" target="_blank">Europatag</a> am 9. Mai hinweist, wird nicht nur als Hort von Verständigung, Stabilität und Berechenbarkeit gebraucht. Sie steht auch als Paradebeispiel für Wohlstandsmehrung durch Offenheit und Vernetzung. So ist die Wirtschaftsleistung im europäischen <a href="https://single-market-economy.ec.europa.eu/publications/30-years-single-market-taking-stock-and-looking-ahead_en" target="_blank">Binnenmarkt</a> in den drei Jahrzehnten seines Bestehens im Schnitt um acht bis neun Prozent gewachsen. Anders gewendet: <a href="https://www.ifo.de/en/econpol/publications/2023/working-paper/complex-europe-quantifying-cost-disintegration" target="_blank">Ohne die EU</a> wäre das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in vielen Mitgliedstaaten deutlich geringer. In Frankreich vier, in Deutschland gut fünf, in den Niederlanden gar an die acht Prozent.</p><h2>Denken ohne Schranken&nbsp;</h2><p>Ein Europa ohne Grenzen: Das ist für mich aber noch viel mehr als der freie Austausch von Waren und Dienstleistungen. Für mich bedeutet die Gemeinschaft der 27 insbesondere auch schrankenloses Denken. Die Offenheit für neue Ideen und Erfahrungen. Die Freude an Austausch und Diskussion. Die Freiheit von Forschung und Lehre. Auch dies Errungenschaften, die es zu hegen und pflegen gilt. Umso mehr, als andernorts die Wissenschaft und etablierte Medien einen schweren Stand haben, ebenso wie die Themen Klima- und Umweltschutz.&nbsp;</p><p>Das bringt mich vom Lob auf die Europäische Union zum Impuls, wie und wohin sie sich weiterentwickeln muss – nämlich genau auf diesen Feldern: Nachhaltigkeit, Offenheit und Innovation. Ihnen gehört die Zukunft!</p><p>Nachhaltigkeit: 2024 hat uns als wärmstes je gemessenes Jahr noch einmal eindringlich vor Augen geführt, dass im Klimawandel eine der größten Bedrohungen der Menschheit liegt. Nicht zuletzt aus Sicht des Homo oeconomicus. Denn wenn wir jetzt nicht handeln, kommt es uns später umso teurer zu stehen. So könnte die Weltwirtschaft durch den Klimawandel einer <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-024-07219-0" target="_blank">Studie</a> zufolge bis 2050 Einkommensverluste von 19 Prozent erleiden – sechs Mal mehr als die Vermeidungskosten, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.&nbsp;</p><p>Die EU sollte sich also tunlichst weiter zu einem Zentrum für das entwickeln, was in Zukunft immer begehrter wird: grüne Technologien und Produkte. Mit dem Clean Industrial Deal ist die EU-Kommission, nach anfänglichem Übereifer, hier jetzt auf dem richtigen Weg – indem sie das Ziel der Klimaneutralität mit der Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und dem Eintreten für eine starke Industrie verbindet.</p><h2>Industriefreundlicheres Umfeld schaffen</h2><p>Die Stärkung der industriellen Basis ist auch dringend nötig. Im Chemiesektor etwa, dem viertgrößten Industriezweig in der EU, mussten allein in den vergangenen beiden Jahren auch wegen zahlreicher ungünstiger Rahmenbedingungen mehr als elf Millionen Tonnen <a href="https://news.cefic.org/article/europes-chemical-industry-at-a-crossroads-time-for-action-over-ambition" target="_blank">Produktionskapazität eingestellt</a> werden. Dabei ist gerade die Chemie- und Kunststoffbranche enorm wichtig für intelligente Nachhaltigkeitslösungen.&nbsp;</p><p>Was mich zum Punkt Innovation bringt. Auch hier hat die Kommission die Zeichen der Zeit offenbar erkannt, will die <a href="https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/da/speech_25_1130" target="_blank">Forschung in Europa</a> mit einer weiteren halben Milliarde Euro stärken und Wissenschaftler von anderswo anlocken. Hoffentlich finden sie ein geistiges Klima vor, in dem unterkomplexer Populismus, Freund-Feind-Schemata und Autokratie-Anfälligkeit nicht weiter um sich greifen.</p><p>Als Ideenschmiede hervorstechen und Kurs halten auf Nachhaltigkeit – damit ist schon viel gewonnen. Wenn dann noch die wirtschaftspolitischen Stellschrauben justiert werden – niedrigere Energiepreise, weniger Bürokratie und Mikromanagement, mehr internationale Partnerschaften – ist mir um Europa und seine Industrie nicht bange.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Fri, 09 May 2025 09:31:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Eine wichtige Triebkraft für nachhaltiges Wirtschaften</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/eine-wichtige-triebkraft-fuer-nachhaltiges-wirtschaften/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/eine-wichtige-triebkraft-fuer-nachhaltiges-wirtschaften/</guid><pp:caseid>694318</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Covestro hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Chemieindustrie neu zu denken und auf Kreislaufwirtschaft umzustellen. Das bedeutet: intelligentere Recyclinglösungen finden, auf erneuerbare Rohstoffe umsteigen und Produkte entwickeln, die die Umweltbelastung verringern. Doch die Kreislaufwirtschaft im großen Maßstab umzusetzen, ist eine komplexe Herausforderung. Ein besonders wirksames Instrument, mit dem wir schon heute echte Fortschritte erzielen können, ist der</strong><i><strong>&nbsp;Massenbilanzierungsansatz.</strong></i></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Warum Massenbilanzierung so wichtig ist und welchen Mehrwert sie schafft, erklären Chief Commercial Officer, <a href="https://www.covestro.com/de/company/management/board-of-management/sucheta-govil" target="_blank">Sucheta Govil</a>, und Andreas Binder, Head of Sustainability Transformation and Business Building anhand des neu veröffentlichten Positionspapiers von Covestro zu diesem Thema. Den Massenbilanzierungsansatz erfolgreich umzusetzen, ist ein entscheidender Treiber für nachhaltiges Wirtschaften.</p><h2>Warum ist Massenbilanzierung so wichtig sowohl für Covestro als auch für die Industrie?</h2><p><img class="image_resized image-style-align-left" style="aspect-ratio:300/auto;width:300px;" src="https://content.presspage.com/uploads/2697/70018ebf-c08b-4653-857e-38b09a4077d4/800_large-suchetagovil-06.jpg?x=1744803447350" alt="Large-Sucheta Govil - 06" width="300" height="auto"><strong>Sucheta Govil, Chief Commercial Officer: </strong>Wenn wir uns von fossilen Ressourcen lösen und wirklich zirkulär wirtschaften wollen, brauchen wir ein System, das innerhalb unserer bestehenden Infrastruktur funktioniert. Genau das bietet der Massenbilanzierungsansatz. Er ermöglicht es uns, biobasierte und recycelte Rohstoffe schrittweise in unsere aktuellen Produktionsprozesse zu integrieren – ohne unsere Anlagen komplett umzustellen. Das gilt ebenso für Produkte mit reduziertem CO₂-Fußabdruck, zum Beispiel sogenannte „blaue“ Produkte, die von Technologien wie Carbon Capture and Storage (CCS) profitieren.</p><p>Der zentrale Punkt ist: Massenbilanzierung erfasst die Menge alternativer Rohstoffe, die in der Produktion verwendet werden, und weist sie verlässlich den Endprodukten zu. Auch wenn sich die Materialien im Produktionsprozess vermischen oder umgewandelt werden, können wir nachvollziehen, wie viel nachhaltiger Anteil tatsächlich enthalten ist.</p><p>Diese Methode unterstützt die gesamte Wertschöpfungskette – von den Lieferanten über die Hersteller bis hin zu den Kunden – dabei, konkrete und messbare Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft zu gehen. Deshalb setzen wir uns für einen einheitlichen, branchenweiten Ansatz ein. In unserem neuen Positionspapier zeigen wir auf, wie Massenbilanzierung funktioniert und was nötig ist, um sie zum globalen Standard zu machen.</p><p>Zudem richtet sich das Papier auch an weitere wichtige Akteurinnen und Akteure, politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie die breite Öffentlichkeit. Denn wir brauchen nicht nur eine technische Erklärung, sondern auch ein grundlegendes Verständnis des Themas. Nur so können wir informieren, aufklären und Orientierung geben.</p><h2>Wie unterstützt dieser Ansatz das Geschäft von Covestro bereits heute?</h2><p><strong>Sucheta Govil: </strong>Mit unserem <a href="https://www.covestro.com/de/sustainability/what-drives-us/circular-economy/circular-intelligence" target="_blank">CQ-Label (Circular Intelligence)</a> sehen wir bereits erste Erfolge. Diese Produkte enthalten zwischen 25 und 90 Prozent recycelte oder erneuerbare Rohstoffe – zugewiesen über einen physischen Anteil an alternativen, nicht-fossilen Rohstoffen oder einen massebilanzierten, allokierten Anteil. Sie helfen unseren Kunden, CO₂-Emissionen zu reduzieren, Abfall zu verwerten und ihre Scope-3-Bilanz zu verbessern. Das schafft ein überzeugendes Geschäftsmodell: Wir bieten innovative Materialien mit geringem CO₂-Fußabdruck, die zu den Nachhaltigkeitszielen unserer Kunden passen – ganz ohne große Investitionen.</p><p>Doch um das weiter zu skalieren, brauchen wir mehr als nur gute Produkte. Wir brauchen ein gemeinsames Verständnis darüber, wie diese Vorteile gemessen und kommuniziert werden – branchen- und länderübergreifend. Genau deshalb ist unser Positionspapier so wichtig: Es geht darum, Klarheit, Transparenz und Vertrauen zu schaffen.</p><h2>Was macht den Ansatz von Covestro zur Massenbilanzierung glaubwürdig und vertrauenswürdig?</h2><p><img class="image_resized image-style-align-left" style="aspect-ratio:300/auto;width:300px;" src="https://content.presspage.com/uploads/2697/7b2c3eee-903c-4493-aabb-8c94435504eb/800_andreabinder-gis-covestro.jpg?x=1744803295946" alt="Andrea Binder_GIS_Covestro" width="300" height="auto"><strong>Andreas Binder, Head of Sustainability Transformation & Business Building:</strong> Transparenz ist für uns nicht verhandelbar. Wir arbeiten mit weltweit anerkannten Zertifizierungen wie ISCC PLUS und unterziehen uns regelmäßig unabhängigen Audits. Noch wichtiger ist: Wir stellen chemische Konnektivität sicher – das heißt, es werden nur die Rohstoffe als nachhaltig angerechnet, die tatsächlich durch unsere chemischen Prozesse laufen.</p><p>Dabei geht es nicht nur um das Nachverfolgen von Zahlen – sondern um Integrität. Die chemische Konnektivität sorgt dafür, dass unsere Nachhaltigkeitsaussagen wissenschaftlich fundiert und glaubwürdig sind. Wenn wir sagen, ein Produkt enthält alternative Rohstoffe, können wir das wissenschaftlich und operativ belegen.</p><p>Deshalb ist dieses Positionspapier für uns so wichtig: Es erklärt den Nutzen für unterschiedliche Stakeholder-Gruppen – für politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger ebenso wie für unsere Kundinnen und Partner. Die Leitfrage dabei lautet: Wie schaffen wir Mehrwert für die gesamte Wertschöpfungskette? Denn nur so lassen sich mit nachhaltigen Lösungen auch wirtschaftliche Erfolge erzielen. Genau das fordern übrigens auch viele Regulierungsbehörden.</p><h2>Wie schafft dieser Ansatz Mehrwert – für die Kunden und für Covestro?</h2><p>Massenbilanzierung ist weit mehr als nur eine technische Lösung – sie ist ein Wegbereiter für zukunftsfähiges Wirtschaften. Unsere Kunden stehen unter Druck, ihre Emissionen zu reduzieren und ihre Umweltbilanz zu verbessern. Wir unterstützen sie dabei mit verifizierten Materialien mit geringerem ökologischen Fußabdruck, die genauso leistungsfähig sind wie herkömmliche, fossil-basierte Produkte. Dafür sind weder zusätzliche Investitionen noch technische Anpassungen notwendig. Mit der Umsetzung von ISCC PLUS-Standards können sie ihre Nachhaltigkeitsaussagen zudem zuverlässig belegen.</p><p>Darüber hinaus engagieren wir uns entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um das Prinzip der Massenbilanzierung verständlich zu vermitteln. Unser Ziel ist es, aufzuzeigen, wie dieser Ansatz allen Beteiligten – von politischen Entscheidungsträgern über Hersteller bis hin zu Endverbrauchern und Endverbraucherinnen – hilft, zu einer nachhaltigeren, zirkulären Wirtschaft beizutragen. Je klarer wir das kommunizieren, desto größer ist unser gemeinsamer positiver Einfluss.</p><h2>Und wie geht es nun weiter?</h2><p><img class="image_resized image-style-align-left" style="aspect-ratio:300/auto;width:300px;" src="https://content.presspage.com/uploads/2697/70018ebf-c08b-4653-857e-38b09a4077d4/800_large-suchetagovil-06.jpg?x=1744803462331" alt="Large-Sucheta Govil - 06" width="300" height="auto"><strong>Sucheta Govil: </strong>Der Weg zur Kreislaufwirtschaft ist ein Marathon – das haben wir bereits mehrfach betont. Er ist auch komplex, insbesondere wenn es darum geht, nachhaltigere Produkte zu entwickeln und umweltschonendere Technologien einzusetzen. Manchmal braucht es Zeit und eine klare Erklärung, um das unseren verschiedenen Stakeholder-Gruppen näherzubringen.</p><p>Genau aus diesem Grund haben wir das Positionspapier erstellt: um eine klare Argumentationsgrundlage zu bieten, gemeinsame Vorteile aufzuzeigen und einen breiteren Wandel anzustoßen. Denn wenn wir branchenübergreifend an einem Strang ziehen, können wir schneller und weiter in Richtung einer nachhaltigen Zukunft voranschreiten.</p><p>Liebe Kolleginnen und Kollegen: Nutzen Sie das Papier als Impulsgeber – für einen konstruktiven Dialog mit unseren Kundinnen, Kunden und Partnern!</p><hr><p><i>Mehr Informationen finden Sie in unserem Positions Papier.</i></p><hr><p><i>Bildrechte aller Bilder: </i><span style="text-align:left;">© </span><i>Covestro</i><br>&nbsp;</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Fri, 25 Apr 2025 09:00:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Der Kreativität freien Lauf lassen</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/der-kreativitaet-freien-lauf-lassen/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/der-kreativitaet-freien-lauf-lassen/</guid><pp:caseid>694767</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Kreativität wird für Unternehmen immer mehr zu einem strategischen Erfolgsfaktor, nicht nur in der Forschung. Eine Schlüsselkompetenz, die gezielt geweckt und gefördert werden muss.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Vom Rad bis zur Raumkapsel, vom Buchdruck bis zum Chatbot – Ideen und Erfindungen durchziehen die Menschheitsgeschichte. Mitunter haben sie fatale Folgen, oft jedoch erweisen sie sich als Segen. Und davon braucht es noch jede Menge, angesichts der vielen Herausforderungen und existenziellen Probleme, mit denen wir konfrontiert sind.</p><p>Woher kommen die Ideen, die positiven Fortschritt bringen und unsere Zukunft verändern? Oft aus dem Labor. Häufig aus langem stillem Nachdenken. Oder durch die Schwarmintelligenz von vielen. Und manchmal aus dem Geistesblitz eines Einzelnen, beim Joggen, Abendessen oder in einer der unzähligen anderen Alltagssituationen.</p><p>Doch egal wann, wie und wo – die entscheidenden Momente haben eines gemeinsam: Alle Umwälzungen entspringen dem Willen, Dinge anders zu machen, sie neu zu denken. Dahinter steht ein innerer Antrieb, eine schöpferische Kraft. Der <a href="https://www.un.org/en/observances/creativity-and-innovation-day" target="_blank">Welttag der Kreativität und Innovation</a> am 21. April weist auf explizit auf diesen Zusammenhang hin.</p><h2>Unternehmen brauchen kreative Köpfe</h2><p>Kreativität wird auch für Unternehmen immer mehr zu einem strategischen Erfolgsfaktor. Eine Schlüsselkompetenz, die möglichst alle Beschäftigten in sich wecken sollten. Denn kreative Fähigkeiten ermöglichen es in einer zunehmend komplexen und dynamischen Arbeitswelt, mit Veränderung umzugehen und gemeinsam neue Wege einzuschlagen.</p><p>Kreatives, unkonventionelles Denken hilft, Innovation aktiv mitzugestalten – in allen Bereichen und unabhängig von Rolle oder Funktion. „Jede und jeder ist ein Innovator“ heißt es bei Covestro.</p><p>Überall im Unternehmen werden deshalb gezielt kreative Denkweisen gefördert. Mit Schulungsprogrammen, in offenen Kollaborationsräumen oder durch die Expedition C, eine interne Lernplattform für viele aktuelle Themen, die stark auf Kreativität und Zusammenarbeit ausgerichtet ist.</p><h2>Mentale Stärke fördern</h2><p>Damit kreative Höchstleistungen entstehen, braucht es aber noch mehr als Neugier und Know-how. Gute Ideen und Lösungen brauchen mentale Stärke – ein Gehirn im Gleichgewicht. Studien zeigen: Entspannung aktiviert Alpha-Wellen, die als neuronale Grundlage für kreative Prozesse gelten. Wenn Stress nicht als Dauerbelastung erlebt wird, sondern bewusst reguliert werden kann, steigt die Fähigkeit, Gedanken neu zu verknüpfen und innovative Lösungen zu entwickeln.</p><p>Auch diese Erkenntnis macht sich Covestro zunutze. Im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements lernen Mitarbeitende zum Beispiel Techniken, um Belastungen effektiv zu regulieren und ihr Bewusstsein so zu steuern, dass Raum für neue Ideen entsteht in Zeiten von Transformation und hohen Arbeitsanforderungen.</p><h2>Kreativität trifft Wissenschaft</h2><p>Auch in der Forschung bei Covestro ist Kreativität kein Zufall, sondern Teil eines strategischen Innovationsverständnisses. So werden über Tools wie die „Open Innovation Plattform“ externe Impulse ins Unternehmen gebracht, etwa durch Kooperationen mit Start-ups oder Universitäten. Auf diese Weise verbindet Covestro kreatives Denken mit wissenschaftlicher Exzellenz.</p><p>Dem Geist freien Lauf zu lassen, ein Höchstmaß an Kreativität zu entfesseln – das ist das Erfolgsrezept, um aus Unternehmen die Wegbereiter zu machen, die sie sein müssen in unserer komplizierten Gegenwart und sicherlich nicht weniger problembeladenen Zukunft. Der Welttag der Kreativität und Innovation: In der Wirtschaft wie auch in der Gesellschaft sollte er 365-mal im Jahr stattfinden.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Tue, 22 Apr 2025 09:12:42 +0200</pubDate>
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                        <title>Das energiepolitische Dreieck zurechtrücken</title>
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                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/das-energiepolitische-dreieck-zurechtruecken/</guid><pp:caseid>688419</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>Gefährliche Schieflage im Energiesystem: Während der Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland inzwischen sichtlich vorankommt, sind die Versorgungssicherheit fraglich und die Preise viel zu hoch. Die Energie-Architektur muss neu justiert werden.</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Merkwürdige Diskrepanz. Auf der einen Seite strotzt die Energiewirtschaft vor Dynamik. Vor ein paar Tagen ist die E-World in Essen mit neuen Rekorden zu Ende gegangen. Europas Leitmesse auf diesem wichtigen Sektor hat ein Feuerwerk an Innovationen gezündet, das mich sehr beeindruckt. Zugleich wird Deutschland seinem Ruf als Treiber der Energiewende gerecht: Fast 60 Prozent des Stroms stammen hierzulande inzwischen aus erneuerbaren Quellen.</p><p>Doch auf der anderen Seite hat sich im Energiesystem eine Schwerfälligkeit breit gemacht, die das energiepolitische Zieldreieck in Schieflage bringt. Im Moment besteht es aus einer ausgeprägten Hypothenuse “Umweltverträglichkeit”, während die Katheten “Versorgungssicherheit” und “Wirtschaftlichkeit” arg kurz daherkommen.</p><p>Ich sehe hier ein Ungleichgewicht, das energieintensiven Industrien wie der Chemiebranche schadet. Stichwort Versorgungssicherheit: Der Sektor ist jetzt und noch viel mehr in Zukunft auf die zuverlässige Bereitstellung von großen Mengen – klimafreundlich produziertem – Strom angewiesen, um Prozesse zu elektrifizieren und Prozesswärme klimaneutral zu erzeugen.</p><p>Doch Unwägbarkeiten drohen nicht nur Morgen und Übermorgen. Bereits heute gerät der Sektor wegen der international nicht wettbewerbsfähigen Energiepreise in Existenznot: Strom ist in Deutschland bis zu fünfmal, Gas gar bis zu siebenmal teurer als an konkurrierenden Standorten anderer Länder. Unter Wirtschaftlichkeit verstehe ich etwas anderes.</p><h2>Strommarktdesign aus einem Guss</h2><p>Höchste Zeit also, das Energie-Dreieck zurechtzurücken. Die Bundestagswahlen können und müssen dafür die Initialzündung sein. Nötig ist ein neues tragfähiges Gesamtkonzept in der Energie- und Klimapolitik. So braucht es ein Strommarktdesign aus einem Guss, um den Ausbau von Netzen, Speichern und Reservekraftwerken rasch voranzutreiben. Zudem müssen die Erneuerbaren besser ins Stromsystem integriert und kluge Reformen im Bereich der Netzentgelte eingeleitet werden. Denn gerade die chemische Industrie kann ihre Produktion nur sehr begrenzt flexibilisieren.</p><p>Und auch die bezahlbare Versorgung mit (nachhaltigen) Rohstoffen wie Wasserstoff, Biomasse, Rezyklaten und CO<sub>2</sub> muss sichergestellt werden. Dazu ist unter anderem eine überzeugende Strategie zur Einspeicherung und Nutzung von CO<sub>2</sub> nötig – hier schaffen viele unserer europäischen Nachbarn bereits Tatsachen.</p><h2>CO<sub>2</sub>-Preis als Steuerungselement</h2><p>Vor allem aber muss die Transformation so effizient und kostengünstig wie möglich erfolgen. Dafür kommt in meinen Augen am besten ein technologieneutrales zentrales Steuerungselement infrage – und zwar ein einheitlicher CO<sub>2</sub>-Preis im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems. Auf diese Weise ließen sich Klimaneutralität und Energiewende zu den niedrigsten CO<sub>2</sub>-Vermeidungskosten auf Basis marktwirtschaftlicher Spielregeln erreichen.</p><p>Nun wird es sicher eine Zeit dauern, bis grundlegende Reformen greifen. Bis dahin darf die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie aber nicht weiter erodieren. Kurzfristig gilt es, da zu handeln, wo der Leidensdruck, aber auch die Handlungsmöglichkeiten besonders groß sind: bei den Stromkosten. Hier liegen viele sinnvolle Vorschläge auf dem Tisch. Etwa die Deckelung der Übertragungsnetzentgelte durch zeitweilige Querfinanzierung aus dem Bundeshaushalt. Oder die dauerhafte Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß.</p><p>Hier muss die nächste Bundesregierung entschlossen agieren, um die Industrie zu erhalten und zu kräftigen. Denn ohne eine starke Industrie sind nicht nur Wachstum und Wohlstand bedroht. Ohne sie ist auch die angestrebte Klimaneutralität unseres Landes nicht schaffen. Und die wiederum ist auch aus Wettbewerbsgründen essenziell. Denn erneuerbaren Energien und nachhaltigen Zukunftstechnologien gehört die Zukunft. Und Deutschland sollte sein Know-how hier zum Exportschlager machen.</p><hr><p><sub>Copyright Headerbild: © covestro</sub></p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Steilemann]]></category>
            <pubDate>Wed, 19 Feb 2025 13:30:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Starke Industrie als Stabilitätsanker</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/starke-industrie-als-stabilitaetsanker/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/starke-industrie-als-stabilitaetsanker/</guid><pp:caseid>687837</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>In unserer hochkomplexen Welt nimmt das Bedürfnis nach Orientierung und Sicherheit zu. Es braucht ein umfassendes Konzept für gesamtgesellschaftliche Resilienz – mit einer starken Industrie als Stabilitätsanker und Zukunftsgestalter.</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Verunsicherung, Misstrauen, Überforderung. Leider kommen mir derzeit eher solche Begriffe in den Sinn, um die wohl vorherrschende Gemütsverfassung in der Gesellschaft zu beschreiben. Der Wunsch nach Orientierung und Stabilität in unserer vielschichtigen Welt scheint immer ausgeprägter zu werden. Womit vielfach die fatale Neigung zu vereinfachenden Lösungen, Polarisierung und autoritären Ordnungsprinzipen einhergeht. Eine Tendenz, die auch in Deutschland spürbar ist, wo mit der Bundestagswahl Ende Februar die Frage verknüpft ist, in welche Richtung sich das Land entwickeln wird.</p><p>Damit aber diffuse Ängste nicht stetig weiter um sich greifen, braucht es ein neues, breiteres Verständnis von Sicherheit, ein umfassendes Konzept für gesamtgesellschaftliche Resilienz. Insofern bin ich froh, dass jetzt auf der <a href="https://securityconference.org/en/msc-2025/" target="_blank">Münchner Sicherheitskonferenz</a>, die ich besuche, trotz des Schwerpunktes auf Geopolitik auch gesellschafts- und umweltpolitische Themen wie „demokratische Resilienz“ und Klimasicherheit auf der Tagesordnung stehen.</p><p>Denn Sicherheit ist in unserer fragilen Welt weit mehr, als sich für militärische Konflikte zu wappnen, hybriden Bedrohungen zu begegnen oder Kriminalität zu bekämpfen. Sicherheit heißt auch, wieder überlebensfähige Ökosysteme zu schaffen und für inklusivere Gesellschaften zu sorgen. Themen, die immer noch zu wenig zusammengedacht und ganzheitlich angegangen werden.</p><h2>Nachhaltiges Wachstum: Basis für Stabilität</h2><p>Es geht aber noch um mehr: Eine resiliente Nation, ein funktionierendes globales System muss auch auf nachhaltigem Wachstum und Wohlstand fußen. Und dafür braucht es eine starke Industrie. Sie ist in meinen Augen das Fundament für politische Autonomie, für den Erhalt der Umwelt, die Bekämpfung des Klimawandels und eine stresstolerante Gesellschaft.</p><p>Eine starke Industrie – das ist, zumindest bislang, auch die Chemiebranche, mit 480.000 Beschäftigten und 225 Milliarden Euro Umsatz einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige in Deutschland und Europa. Chemikalien, Pharmazeutika, Kunststoffe sind Impulsgeber für viele Innovationen und Ausgangspunkt zahlloser Güter des täglichen Lebens. Und sie bilden das Rückgrat, um ein Land wie unseres am Laufen zu halten.</p><p>Wie systemrelevant etwa die Pharmabranche ist, hat uns allen die Corona-Krise gezeigt. Viele andere Beispiele lassen sich leicht finden. Etwa bei der kritischen Infrastruktur: Die Daten- und Stromkabel, die Deutschland mit der Welt verbinden, halten nur dank Kunststoffen den rauen Bedingungen in den Ozeanen Stand. Oder im Hinblick auf wirtschaftliche Autarkie: Als führende Exportnation ist Deutschland auf sichere Seewege angewiesen. Ohne Lacke und Beschichtungen der Chemieindustrie wären die Frachter weniger haltbar und ressourceneffizient.</p><p>Ich will hier aber kein Loblied auf „meine“ Branche singen. Sondern an ihrem Beispiel betonen: Um stark zu bleiben, um die Zukunft mitzugestalten, muss die industrielle Basis in Deutschland nicht nur erhalten bleiben, sondern gestärkt werden. Im Moment bröckelt sie hingegen gefährlich ab.</p><p>Um den Trend zu stoppen, liegen viele gute Vorschläge auf dem Tisch. Bürokratie, Energiekosten, Steuern senken. Verkehrswege, Digitalisierung, Bildung, europäische Integration ausbauen. Zukunftstechnologien und das Potenzial aller Menschen fördern. Punkte, die von der nächsten Bundesregierung beherzigt und konsequent umgesetzt werden müssen.</p><p>Das A und O für alles ist mehr Aufgeschlossenheit und Zusammenarbeit, über die ganze Breite. Der 2023 aufgelegte „Operationsplan Deutschland“ der Bundeswehr etwa – um den Bogen zur Sicherheitskonferenz zu schlagen – zeigt auf, wie Politik, Gesellschaft und Wirtschaft im Verteidigungsfall sinnvoll ineinandergreifen.</p><p>Ein Ansatz, den wir zum Normalfall machen sollten. Damit das Potenzial der Industrie für eine nachhaltige, prosperierende und widerstandsfähige Zukunft voll zum Einsatz kommen kann.</p><p>&nbsp;</p><hr><p><i><sub>Copyright Headerbild: © covestro</sub></i></p>]]></description><category><![CDATA[People,Planet]]></category>
            <pubDate>Wed, 12 Feb 2025 15:44:40 +0100</pubDate>
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                        <title>Im Gespräch: Vertiefte Zusammenarbeit mit dem chinesischen Recycler Ausell</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/im-gespraech-vertiefte-zusammenarbeit-mit-dem-chinesischen-recycler-ausell/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/im-gespraech-vertiefte-zusammenarbeit-mit-dem-chinesischen-recycler-ausell/</guid><pp:caseid>684419</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>Covestro intensiviert seine Partnerschaft mit dem chinesischen Spezialisten für Kunststoffrecycling, Ausell. Ziel ist es, in einer neuen Initiative ein Kreislaufsystem für das Recycling von Automobilkunststoffen in China zu etablieren. Als größter Automobilmarkt der Welt wird China bis 2027 voraussichtlich jährlich 2,3 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle aus Altfahrzeugen produzieren. Wir haben mit Lily Wang, Head of Engineering Plastics bei Covestro, und Xia Wenjun, CEO von Ausell, darüber gesprochen, wie diese Initiative funktioniert und warum sie von Bedeutung ist.</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<h2>Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit, und warum haben Sie sich füreinander entschieden?</h2><p><strong>Wang:</strong> Wir arbeiten seit 2020 mit Ausell an einem erfolgreichen Recyclingprojekt. Diese Initiative hat es uns ermöglicht, jedes Jahr eine beträchtliche Menge an Polycarbonat zu recyceln und sie in hochleistungsfähige Post-Consumer-Recycling-Materialien (PCR) umzuwandeln, die neuen Anwendungen in der Elektronik-, Haushaltsgeräte- und Automobilbranche finden.</p><p>Durch unsere Partnerschaft verfügen wir über umfassendes Know-how und Erfahrung mit PCR-Lösungen, einschließlich Produkt- und Anwendungsentwicklung sowie Qualitätskontrolle. Auf dieser soliden Grundlage können wir unsere Partnerschaft mit Ausell vertiefen und uns dabei insbesondere auf das Recycling von Kunststoffen aus Altfahrzeugen konzentrieren.</p><p><strong>Xia:</strong> Ausell war einer der ersten Akteure im Bereich des Polycarbonat-Recyclings in China, das heute der größte Automobilmarkt der Welt ist. Covestro, der Erfinder von Polycarbonat, strebt eine vollständige Kreislaufwirtschaft an und hat eine starke Präsenz in China - das macht uns zu idealen Partnern bei der Förderung des Kunststoffrecyclings aus Altfahrzeugen. Wir sind davon überzeugt, dass diese Zusammenarbeit das Recycling in der Automobilindustrie beschleunigen kann, und es besteht eine erhebliche Nachfrage nach solchen Recyclingprodukten seitens der Autoindustrie.</p><h2>Wie ist der aktuelle Stand des Car-to-Car Kunststoffrecyclings in China?</h2><p><strong>Xia:</strong> Mit Chinas anhaltendem Wachstum als größter Automobilmarkt steigt die Anzahl der Altfahrzeuge jedes Jahr – von etwa 4,6 Millionen verschrotteten Fahrzeugen gemäß den gesetzlichen Vorgaben im Jahr 2023 auf voraussichtlich 7 Millionen im Jahr 2024. Dies wird durch Regierungsinitiativen vorangetrieben, die den Austausch älterer Fahrzeuge fördern. Bis 2027 wird erwartet, dass diese verschrotteten Fahrzeuge jährlich 2,3 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle produzieren, was eine stabile Grundlage für Recyclinginitiativen wie unsere bietet.</p><p>Allerdings steckt das Car-to-Car Kunststoffrecycling in China noch in den Anfängen und steht vor Herausforderungen wie der effizienten Sammlung, Sortierung und Reinigung sowie der Integration recycelter Materialien in neue Fahrzeugkomponenten.</p><p><strong>Wang:</strong> Mit Chinas führender Rolle in der Automobilproduktion und seinem Engagement für Nachhaltigkeit wird erwartet, dass das Land Europas Beispiel folgt und strengere Vorschriften für Altfahrzeuge einführt, einschließlich Anforderungen an recycelte Materialien in neuen Autos. Wir sind überzeugt, dass die Nachfrage nach solchen Produkten wachsen wird – nicht nur aufgrund potenzieller regulatorischer Änderungen, sondern auch durch die Nachhaltigkeitsziele der Automobilhersteller. Tatsächlich beobachten wir, dass OEMs zunehmend mit Partnern in der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten, um kohlenstoffarme und zirkuläre Materialien zu erforschen, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.</p><h2>Was sind die Haupthindernisse für die Ausweitung dieser neuen Initiative?</h2><p><strong>Wang: </strong>Wie Herr Xia bereits erwähnt hat, ist effizientes Recycling sicherlich eine Herausforderung, ebenso wie die hohen Kosten von PCR-Materialien. Wir benötigen mehr gleichgesinnte Partner, die sich zusammenschließen, um einen robusten Markt aufzubauen, zu dem sich alle Partner in der Wertschöpfungskette – insbesondere die Automobilhersteller – bekennen und von dem sie profitieren können. Ich glaube, dass unsere Partnerschaft eine entscheidende Rolle bei der Beschleunigung der Entwicklung spielen wird, indem wir Recyclingtechnologien vorantreiben und praktische Anwendungen für recycelte Automobilkunststoffe finden. Diese Zusammenarbeit ist ein vielversprechender Schritt hin zu einer nachhaltigen automobilen Wertschöpfungskette in China.</p><h2>Warum beginnen Sie mit Scheinwerfern?</h2><p><strong>Xia:</strong> Kunststoffe werden in verschiedenen Teilen von Autos verwendet, aber Scheinwerfer bestehen typischerweise vollständig aus Polycarbonat als Monomaterial. Das macht sie aus Recycling- und Wiederverwendungssicht besonders wertvoll.</p><h2>Wie wird diese Initiative umgesetzt?</h2><p><strong>Wang:</strong> Ausell wird die Sammlung, Sortierung und Zerkleinerung von Polycarbonat-Scheinwerfern übernehmen, sie anschließend reinigen und zu Granulat verarbeiten, bevor sie an Covestro geliefert werden. Covestro wird diese Materialien weiterverarbeiten und zu hochwertigen PCR-Materialien für verschiedene Anwendungen im Bereich der Automobiltechnik verarbeiten.</p><h2>Was möchten Sie durch diese verstärkte Partnerschaft erreichen?</h2><p><strong>Wang: </strong>Durch unsere Zusammenarbeit mit Ausell möchte Covestro wertvolle Einblicke und praktische Erfahrungen gewinnen, um die grüne Transformation der Automobilindustrie weiter zu unterstützen. Diese Partnerschaft wird uns helfen, die Akzeptanz von zirkulären Materialien zu fördern und letztendlich einen nachhaltigeren Ansatz entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette zu ermöglichen.</p><p><strong>Xia:</strong> Diese Initiative vereint ein breites Spektrum von Akteuren in der Wertschöpfungskette – von Recyclingunternehmen für Altfahrzeuge und Demontagebetrieben bis hin zu Spezialisten für Zerkleinerung und Reinigung, Compoundierern, Zulieferern von Autoteilen und sogar OEMs. Vereint unter Chinas Doppel-Kohlenstoff-Zielen, die bis 2030 den Höhepunkt der Emissionen und bis 2060 Klimaneutralität erreichen sollen, schaffen wir ein neues Geschäftsmodell, das die kohlenstoffarme Entwicklung mit vollständiger Rückverfolgbarkeit von recycelten Materialien unterstützt.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Wed, 15 Jan 2025 17:00:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Wie sich Materialkreisläufe bei Autos schließen lassen</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/wie-sich-materialkreislaeufe-bei-autos-schliessen-lassen/</link>
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Guido Naberfeld, Head of Sales and Market Development Mobility bei Covestro, fasst zusammen.</p><h2>Lieber Guido, warum ist Covestro so interessiert an geschlossenen Kreisläufen in der Autobranche?</h2><p>„Unser Hauptziel ist es, die technische und wirtschaftliche Machbarkeit eines geschlossenen Kreislaufs für Kunststoffe in der Automobilindustrie zu demonstrieren und damit die Branche nachhaltiger zu gestalten. Gemeinsam mit Partnern aus der gesamten Wertschöpfungskette - von Automobilherstellern bis hin zu Recyclingunternehmen - wollen wir Herausforderungen identifizieren und mögliche Lösungen erarbeiten. Daraus sollen Empfehlungen für politische Maßnahmen und Industriestandards in Bezug auf das Car-to-Car-Recycling entstehen."</p><h2>Welche konkreten Kunststoffe und Anwendungen stehen dabei momentan im Fokus?</h2><p>„Wir konzentrieren uns derzeit auf verschiedene Verfahren: Zum Beispiel gewinnen wir durch mechanisches Recycling von Autoscheinwerfern sogenanntes PCR Polycarbonat zurück, das steht für ‚Post Consumer Recycled', also nach Nutzung wiederaufbereitet. Das setzen wir in Polycarbonat und Polycarbonat Blends ein, welche wiederum strenge Automobilanforderungen erfüllen. Unsere Kunden stellen daraus dann neue Fahrzeugkomponenten her. Zudem - und das ist ein ganz neuer Ansatz - arbeiten wir mit Partnern am chemischen Recycling von Altreifen. Dabei gewinnen wir gewisse Ausgangsstoffe zurück, die wieder zu optisch hochwertigen Polycarbonaten für Scheinwerfer werden können."</p><h2>Wie funktioniert das genau bei Autoscheinwerfern? Wie wird daraus wieder Neumaterial?</h2><p>„Wenn wir beim Beispiel des mechanischen Recyclings bleiben, geht das wie folgt: Zunächst werden die alten Scheinwerfer von zu verschrottenden Autos abmontiert und die Teile wie Linse, Gehäuse oder Abdeckscheibe, die ganz oder überwiegend aus Polycarbonat (PC) bestehen, separiert. Diese Kunststoffteile werden dann an ein Recyclingunternehmen wie Ausell weitergeleitet, mit dem wir kürzlich unsere Zusammenarbeit erweitert haben.</p><p>Bei Ausell erfolgt dann die Aufbereitung des Polycarbonats. Dazu werden die Kunststoffkomponenten zunächst von etwaigen Beschichtungen befreit, gründlich gewaschen, per mechanischem Recycling zerkleinert und dann zu einem qualitativ hochwertigen Kunststoffgranulat verarbeitet. Dieses recycelte Material landet dann bei uns und wird in einem sogenannten Compoundierungs-Schritt mit Neumaterial so vermengt, dass es die Eigenschaften bekommt, die das Endprodukt haben soll. Typischerweise bieten wir Produkte mit 35 Prozent oder 50 Prozent recyceltem Anteil für die Automobilindustrie an.</p><p>Dieses ‚Compound' – also eine Sorte Polycarbonat-Granulat mit recyceltem Anteil – wird dann an Automobilzulieferer oder OEMs (Original Equipment Manufacturers) geliefert."</p><h2>Warum ist Car-to-Car-Recycling derzeit in aller Munde? Könnten zu recycelnde Materialien nicht auch aus anderen Quellen stammen?</h2><p>„Ein großer Vorteil des Car-to-Car-Recyclings liegt darin, dass wir auf eine relativ reine Quelle für das Kunststoffmaterial zugreifen können, da es direkt aus Altfahrzeugen stammt. Im Gegensatz zu gemischten Abfallströmen, die oft schwer zu recyceln sind, haben wir es hier mit einer klar definierten Kunststoffart zu tun, was den Prozess effizienter macht. Diese Kunststoffe werden so definitiv kein Abfall, der auf Deponien landet oder verbrannt wird. Sondern wir nutzen sie wieder als Rohstoff und reduzieren so gleichzeitig den Bedarf an neuen, fossilen Rohstoffen und verringern insgesamt die CO<sup>2</sup>-Emissionen, da weniger neue Kunststoffe produziert werden müssen.</p><p>Hinzu kommt, dass neue politische Verordnungen die Relevanz von Recyclingtechnologien weiter verstärken. Die neuen EU-Vorgaben sind ja echt ambitioniert: künftig soll ein Viertel der Kunststoffe in Neuwagen aus Recyclingmaterial bestehen, und davon wiederum 25 Prozent direkt aus Altfahrzeugen. Das zeigt schon, wie wichtig Car-to-Car-Recycling in der Zukunft sein wird.</p><p>Kooperationen wie die mit Neste und Borealis für das chemische Recycling von Altreifen oder die kürzlich erweiterte Zusammenarbeit mit Ausell für das mechanische Recycling von Autoscheinwerfern zeigen, dass wir als Covestro einen wichtigen Beitrag leisten können und wollen. Unser Ziel ist es, es Automobilherstellern zu ermöglichen, die neuen EU-Regulierungen zu erfüllen. Am Ende geht es darum, Kreisläufe zu schließen, den Verbrauch fossiler Rohstoffe sowie deren Kohlenstoff-Fußabdruck deutlich zu reduzieren – hierfür sind sowohl die richtigen politischen Rahmenbedingungen als auch innovative Materialien und Technologien wie unsere unverzichtbar."</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Wed, 18 Dec 2024 10:00:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Die Transformation der Industrie vorantreiben: Nachhaltige Innovation ist der einzige Weg</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/die-transformation-der-industrie-vorantreiben-nachhaltige-innovation-ist-der-einzige-weg/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/die-transformation-der-industrie-vorantreiben-nachhaltige-innovation-ist-der-einzige-weg/</guid><pp:caseid>680395</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p>Als jemand, der sich leidenschaftlich für Nachhaltigkeit und Innovation einsetzt, sehe ich für die chemische Industrie sowohl als Herausforderung als auch als eine unglaubliche Chance. Wir stehen an einem entscheidenden Wendepunkt, an dem unsere Handlungen nicht nur unsere Branche, sondern auch die Zukunft unseres Planeten neu definieren können. Bei Covestro beobachten wir diesen Wandel nicht nur – wir gehören zu den Vorreitern und gestalten ihn aktiv.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Kollaboration steht im Mittelpunkt dieser Reise. Unsere Beteiligung an der <strong>Global Impact Coalition (GIC)</strong> ist ein Beweis dafür. Diese Koalition vereint Chemieunternehmen aus der ganzen Welt, um eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit anzugehen: eine kreislauffähige Wirtschaft und Netto-Null-Emissionen zu erreichen.</p><h2>Warum Zusammenarbeit entscheidend ist</h2><p>Die chemische Industrie zählt zu den größten Verursachern von Treibhausgasen, und der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft ist eine enorme Aufgabe. Was dabei klar geworden ist: Kein Unternehmen kann das allein schaffen. Zusammenarbeit und Partnerschaften sind nicht nur „nice to have“, sondern wesentliche Treiber des Fortschritts.</p><p>Covestros Engagement, vollständig zirkulär zu werden, passt perfekt zur Mission der GIC. Durch die Zusammenarbeit mit Wettbewerbern, Partnern und Interessensgruppen aus verschiedenen Branchen verwandeln wir Ziele in konkrete Taten. Es geht nicht nur darum, aktuelle Herausforderungen zu bewältigen, sondern eine Grundlage für eine nachhaltigere Zukunft zu schaffen.</p><h2>Veränderung durch kreislauffähige Kunststoffe vorantreiben</h2><p>Ein Beispiel, auf das ich besonders stolz bin, ist das Projekt <strong>Automotive Circular Plastics</strong>. Diese Initiative greift eine zentrale Herausforderung im Automobilsektor auf: die Integration von kreislauffähigen Kunststoffen. Bei Covestro spielen wir eine Schlüsselrolle bei der Identifizierung technologischer Anforderungen, der Darstellung von Herausforderungen und der Bildung von Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette.</p><p>Dieses Projekt ist keine theoretische Übung, sondern ein praktischer Ansatz, um innovative Recyclinglösungen zu testen. Unser Ziel ist es, bis zum nächsten Jahr eine nachhaltige Wertschöpfungskette für Automobilkunststoffe zu etablieren. Der Weg ist nicht frei von Hindernissen – von regulatorischen Anforderungen bis hin zur begrenzten Verfügbarkeit geeigneter Abfallströme –, aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir durch Zusammenarbeit und Innovation diese Hürden überwinden können.</p><h2>Schwung aufbauen</h2><p>Mit Blick in die Zukunft bin ich optimistisch. Die Branche gewinnt an Dynamik, und ich sehe, wie unsere Bemühungen Früchte tragen. Der Erfolg wird davon abhängen, Pilotprojekte in den industriellen Maßstab zu bringen, die notwendigen Daten zur Erstellung tragfähiger Geschäftsmodelle zu sammeln und vor allem echte Auswirkungen zu erzielen.</p><p>Gleichzeitig ist das Wachstum der GIC ein vielversprechendes Zeichen. Je mehr Unternehmen sich der Koalition anschließen, desto stärker wird die kollektive Kraft unserer Branche, um bedeutende Veränderungen voranzutreiben.</p><h2>Eine gemeinsame Zukunft gestalten</h2><p>Nachhaltigkeit ist eine gemeinsame Verantwortung, und unsere Zukunft hängt von Zusammenarbeit ab. Meine Arbeit bei Covestro und in der GIC basiert auf der Überzeugung, dass wir durch den Austausch von Wissen, Ressourcen und Zielen weit mehr erreichen können, als es einem einzelnen Unternehmen möglich wäre.</p><p>Ich bin inspiriert von dem, was wir bisher erreicht haben – aber das ist erst der Anfang. Der Weg zu Kreislaufwirtschaft und Netto-Null-Emissionen ist lang, doch er ist einer, den wir gemeinsam Schritt für Schritt gehen müssen. Covestro bleibt fest entschlossen, diese Transformation anzuführen – nicht nur für unsere Branche, sondern für die Welt, die wir alle teilen.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet,Performance Materials]]></category>
            <pubDate>Mon, 09 Dec 2024 11:01:00 +0100</pubDate>
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                        <title>So machen wir Deutschland zum Innovationszentrum</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/so-machen-wir-deutschland-zum-innovationszentrum/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/so-machen-wir-deutschland-zum-innovationszentrum/</guid><pp:caseid>680264</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><i><strong>Vom Elektroauto bis zum Smartphone, vom Brillenglas bis zum Sonnenkollektor – Kunststoffe sind in unserem Alltag allgegenwärtig und unverzichtbar.</strong></i></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Bedauerlich ist jedoch, dass ein Großteil dieser wertvollen Ressourcen nach ihrer Nutzung noch immer als Abfall endet.</p><p>Aktuell wird lediglich ein Drittel des Plastikmülls aus deutschen Haushalten recycelt, und nur etwa acht Prozent aller Kunststoffe stammen aus wiederaufbereiteten Materialien.</p><p>Ich bin überzeugt: Hier liegt enormes Potenzial. Daher begrüße ich die Einführung der lange vorbereiteten Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie für Deutschland.</p><p>Besonders positiv hervorzuheben ist die Offenheit gegenüber innovativen Technologien. Insbesondere das chemische Recycling, das die Wiederverwertungsquote von Kunststoffen signifikant steigern kann, verdient verstärkte Aufmerksamkeit und Förderung.</p><p>Bei Covestro engagieren wir uns in zukunftsweisenden, internationalen Kooperationen auf diesem Gebiet. Unser Ziel ist es, die Kreislaufwirtschaft als globales Leitprinzip zu etablieren und Deutschland als ‚Innovationszentrum für grüne Technologien‘ zu positionieren.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Wed, 04 Dec 2024 17:26:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Weniger Plastikmüll – nicht weniger Plastik</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/weniger-plastikmuell--nicht-weniger-plastik/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/weniger-plastikmuell--nicht-weniger-plastik/</guid><pp:caseid>679640</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><i><strong>Die Staatenwelt will Plastik in der Umwelt eindämmen, ein längst überfälliger Schritt. Gerade läuft in Südkorea die entscheidende Verhandlungsrunde – jedoch mit völlig überzogenen Forderungen. Zeit für mehr Pragmatismus und Kompromissbereitschaft.</strong></i></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Artensterben in Cali, Klimawandel in Baku, Plastikmüll in Busan – beinahe im Wochentakt reihen sich derzeit rund um den Globus Gipfeltreffen aneinander, in denen zentrale Menschheitsfragen verhandelt werden. Doch die Ergebnisse stehen bislang eher im umgekehrten Verhältnis zur Schwere der Herausforderungen, wie ich finde. So konnte sich die Konferenz zur Biodiversität in Kolumbien nicht auf die Finanzierung des Artenschutzes einigen, obwohl gerade das nächste Massenaussterben nach dem Ende der Dinosaurier stattfindet. Dabei ist genetische Vielfalt nicht zuletzt zur Herstellung von Nahrung und Medikamenten unerlässlich.</p><p>Krasse Diskrepanzen auch auf dem Klimagipfel in Aserbaidschan. Hier gab es zwar höhere Finanzierungszusagen für ärmere Länder – die allerdings weit unter deren Forderungen blieben. Erst gar nicht in die wieder mit Mühe und Not erreichte Abschlusserklärung geschafft haben es neue Beschlüsse zur Abkehr von fossilen Brennstoffen und zur Senkung des Treibhausgasausstoßes. Und das in einem Jahr, in dem Emissionen und Erderwärmung wieder negative Rekorde erreichen. Ein Rückschlag, der mich am Sinn solcher Mammutveranstaltungen zweifeln lässt.</p><p>Nun richten sich die Augen und Hoffnungen auf die dritte große Konferenz, die am Montag in Südkorea begonnen hat. Dort ringt die Staatengemeinschaft um ein Abkommen, das der alarmierenden Verschmutzung der Umwelt durch Kunststoffe einen Riegel vorschieben soll. Auch dies ein Problem von höchster Dringlichkeit. Plastikmüll im Umfang von 22 Millionen Tonnen landet jedes Jahr in der Natur – säumt Straßen, blockiert Flüsse, verunstaltet Strände, treibt als gigantische Strudel auf den Weltmeeren, bedroht Tiere und landet in der Nahrungskette. Für die Zukunft droht noch größeres Ungemach: Ohne weitere Gegenmaßnahmen könnte sich die Müllmenge allein in den Ozeanen bis 2060 verdoppeln.</p><h2>Gefahr durch übersteigerte Forderungen</h2><p>Klar ist: Es besteht gigantischer Handlungsdruck. Das Problem muss endlich gelöst, das Übel an der Wurzel gepackt werden. Daher muss die jetzt anstehende fünfte und entscheidende Runde der Verhandlungen („INC-5“) ein Erfolg werden. Doch auch hier sind die Aussichten eher trüb. Denn in der Millionenmetropole Busan liegen diverse Forderungen auf dem Tisch, die für mich weit über das Ziel hinausschießen und den Verhandlungserfolg gefährden.</p><p><span>So sollen etwa Chemikalien, die man zur Kunststoffherstellung braucht, künftig nach ihrem abstrakten Gefahrenpotenzial anstatt nach konkreten Risiken beurteilt werden, denen Natur und Lebewesen unter realistischen Bedingungen ausgesetzt sein können. Ich finde, man muss die Kirche im Dorf lassen und die Kontrolle von Chemikalien dort, wo sie hingehört und hinreichend ausgeübt wird: in den nationalen Regulierungssystemen wie REACH in der EU oder TSCA in den USA, flankiert durch das 2023 ins Leben gerufene Global Framework for Chemicals.</span></p><p>Meine deutliche Warnung: Eine Auslistung von Chemikalien würde auf ein De-facto-Verbot für viele Kunststoffe hinauslaufen. Nötig ist aber weniger Plastikmüll – nicht weniger Plastik. Im Gegenteil, das Material wird dringend gebraucht. Ich weiß, es mag für viele paradox klingen – aber: Klimaschutz ist nicht ohne, sondern nur mit Kunststoffen möglich. Denn sie sind unverzichtbar, um die großen ressourcenintensiven Bereiche – Energie, Industrie, Landwirtschaft, Verkehr, Gebäude – nachhaltiger und klimaneutral zu machen. Plastik auszubremsen, hieße der Menschheit einen Bärendienst zu erweisen.</p><h2>Kreislaufwirtschaft zum Leitprinzip machen</h2><p>Natürlich ist die Chemie- und Kunststoffindustrie auch selbst Teil des Problems, werden doch gut sechs Prozent aller Treibhausgasemissionen von Chemikalien verursacht. Die Branche muss daher weg von fossilen Ressourcen. Das Ölzeitalter muss einer Ära erneuerbarer und recycelter Rohstoffe weichen. Kurz, die Kreislaufwirtschaft sollte zum neuen globalen Leitprinzip werden. Wir bei Covestro treten intensiv dafür ein und investieren viel in die Zirkularität. Denn sie ist der Schlüssel zur Bekämpfung des Klimawandels, zur Schonung der Ressourcen, zum Erhalt von Natur und Umwelt.</p><p>Daher gehört dieses bestechende Konzept überall auf den Tisch, in Busan bei den Verhandlungen über Plastikmüll ebenso wie bei den Folgekonferenzen von Cali und Baku für Biodiversität und Klimaschutz. Und noch etwas sollte beherzigt werden: Es ist höchste Zeit für mehr Pragmatismus und Kompromissbereitschaft auf allen Seiten. Nur so bekommen wir, was wir wirklich brauchen: ein globales Abkommen gegen Plastikverschmutzung, das Kunststoffen nicht ihre Daseinsberechtigung entzieht.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Wed, 27 Nov 2024 16:13:25 +0100</pubDate>
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                        <title>Unterhaken und einspringen</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/unterhaken-und-einspringen/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/unterhaken-und-einspringen/</guid><pp:caseid>678001</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><i><strong>In Zeiten politischer Unsicherheit ist die Wirtschaft besonders gefordert, das Klima zu retten. Indem sie noch deutlicher macht, wie weit grüne Technologien inzwischen sind und warum es sich lohnt, hier zu investieren. Und indem sie noch intensiver zusammenarbeitet.</strong></i></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Zwei Hiobsbotschaften auf einen Schlag: 2024 dürfte das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Und Donald Trump will offenbar erneut aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen. Zwei Schlagzeilen vor der UN-Klimakonferenz in Baku, die für mich deutlich machen: Der Handlungsdruck, den Klimawandel in den Griff zu bekommen, wird immer größer – während die Aussichten, dies unter Regie der Politik zu schaffen, immer weiter abnehmen. Was sich allein daran zeigt, dass zentrale Akteure wie China, Indien, die EU und auch die USA der ausgehenden Biden-Ära nicht mit der höchsten Ebene auf der COP29 vertreten sind.</p><p>Dabei steht so viel auf dem Spiel. Vor allem muss das Thema Klima unbedingt oben auf der globalen Agenda bleiben, darf als Langzeitbedrohung weltweiten Ausmaßes nicht hinter den vielen akuten Krisen und der Tendenz zu Abschottung und nationalem Egoismus zurückstehen. Denn die zunehmenden Wetterextreme haben zunehmend krasse Folgen – nicht nur für Umwelt und Erdsystem, sondern auch für Gesellschaft und Wirtschaft.&nbsp;</p><p>So geraten etwa Lieferketten ins Stocken, wenn zum Beispiel durch Trockenheit Wasserstände absinken wie im Panamakanal, und der Migrationsdruck steigt, wenn beispielsweise durch Starkregen vor allem im globalen Süden der Ackerboden weiter erodiert.&nbsp;</p><p>Nun sind alle Gegenmaßnahmen natürlich mit immensen Kosten verbunden – das zentrale Thema des Gipfels in Aserbaidschan. Aber man muss Investitionen in den Klimaschutz zum einen als Vermeidungskosten ansehen; denn die Folgen unzureichenden Handelns schlagen sich in der Zukunft in noch viel höheren Rechnungen nieder. Zum anderen muss vor allem der Privatsektor – er wird in Zeiten knapper öffentlicher Etats zur Finanzierung immer wichtiger – überzeugt werden, mehr in den Klimaschutz zu investieren.&nbsp;</p><h2>Innovation: Helfer fürs Klima</h2><p>Und damit sind wir bei der Rolle der Wirtschaft. Die Industrie sollte in meinen Augen zweierlei sehr deutlich machen. Erstens: Die Technik ist im Kampf gegen Klimawandel, Ressourcenausbeutung und Umweltzerstörung auf unserer Seite. Es gibt hier immer mehr innovative und auch günstige Produkte, Verfahren und Lösungen – von ultraleichten Kunststoffen bis zu Hochleistungsbatterien, von der vertikalen Landwirtschaft bis zu Fleisch aus Pflanzen. Alles unterstützt durch die Power der Künstlichen Intelligenz und überhöht durch das Konzept der Kreislaufwirtschaft.&nbsp;</p><p>Und die zweite Botschaft an die Finanz-Community: Mit Klimaschutz lässt sich Geld verdienen. So sehen die Experten von Roland Berger laut einer <a href="https://www.rolandberger.com/en/Insights/Publications/Green-tech-offers-new-opportunities-for-all-industrial-players.html" target="_blank">Studie</a> aus dem vergangenen Jahr Greentech als attraktiven Wachstumsmarkt, dessen Volumen sich allein bis 2030 von fünf Billionen auf zwölf Billionen Euro weit mehr als verdoppeln könnte.<br>&nbsp;</p><p>Was die Wirtschaft in diesem Bereich alles zu bieten hat, ist mir kürzlich noch einmal auf der ADIPEC in Abu Dhabi bewusst geworden, dem weltweit größten Event der Energiewirtschaft. Deutlich wurde damit aber auch: Die Wirtschaft kann und muss einspringen beim Klimaschutz, um die Lücke zu füllen, die die Politik hinterlässt. Und dafür müssen wir uns stärker unterhaken. Noch intensivere Zusammenarbeit ist das Gebot der Stunde, damit die Transformation nicht versandet, sondern ein Erfolg wird.</p><h2>Chemie bündelt die Kräfte</h2><p>Zum einen braucht es dafür mehr Kollaboration innerhalb der großen ressourcen- und klimaintensiven Industrien. Die Chemie – sie steht für 14 Prozent des weltweiten Erdölverbrauchs – geht hier voran. Etwa in Gestalt der <a href="https://globalimpactcoalition.com/" target="_blank">Global Impact Coalition</a>, einem Zusammenschluss der CEOs führender Branchenunternehmen. Ich vertrete Covestro in diesem Bündnis, das vor rund einem Jahr an den Start gegangen ist. Eines unsere Ziele: neue marktorientierte Partnerschaften zum Ausbau kohlenstoffarmer Technologie zu fördern.</p><p>Das geht aber am besten, wenn man über den eigenen Tellerrand hinausschaut und mehr branchenübergreifende Allianzen schmiedet. Denn ebenso wenig wie einzelne Länder schafft keiner der wesentlichen Bereiche, die den Klimawandel befeuern, die Transformation allein – weder die Energiewirtschaft als größter Treibhausgas-Emittent noch die Industrie, die Landwirtschaft, der Verkehr und der Gebäudesektor.</p><p>Wir bei Covestro leben diesen Gedanken der Kollaboration. Und wir freuen uns über die Win-Win-Situationen, die sich etwa durch langfristige direkte Lieferverträge mit Ökoenergie-Anbietern ergeben, durch bahnbrechende Recycling-Kooperationen mit der Autoindustrie oder durch gemeinsame Forschungsprojekte mit der Abfallwirtschaft.</p><p>Verbreiten wir als Wirtschaft also Hoffnung, machen wir Appetit auf Fossilfrei, zeigen wir, was alles geht – und sich lohnt. Denn auch fürs Klima gilt (um den Bogen zu den USA in der Aufbruchs-Ära der 90er Jahre zu schlagen): It’s the economy, stupid.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Thu, 14 Nov 2024 13:28:21 +0100</pubDate>
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                        <title>Schneller, höher, weiter fürs Klima</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/schneller-hoeher-weiter-fuers-klima/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/schneller-hoeher-weiter-fuers-klima/</guid><pp:caseid>652976</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><i><span>Sportevents wie die Olympischen Spiele begeistern nicht nur Milliarden von Menschen. Sie legen auch zunehmend den Fokus auf Nachhaltigkeit und können zum Vorbild für die gemeinsame Gestaltung einer grünen Zukunft werden.</span></i></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Zwei Monate wurde es kreuz und quer durchs Land getragen, nun lodert es in Paris: das traditionelle Feuer, das in den kommenden vier Wochen die Olympischen Spiele in Frankreichs Hauptstadt begleitet. Die Flamme steht bekanntlich für ein friedliches Miteinander und internationale Verständigung – Ideale, die in unseren unruhigen Zeiten durch den Megaevent an der Seine hoffentlich befördert werden. Mit erwarteten 15 Millionen Gästen aus aller Herren Länder ist jedenfalls die Voraussetzung gegeben, dass sich die unterschiedlichsten Menschen näherkommen und Barrieren und Vorurteile unter den Nationen abgebaut werden.</p><p>Gleichzeitig führen uns solche Besucherzahlen eine Kehrseite dieser Großereignisse vor Augen. Denn sie sind immer auch eine immense Herausforderung in puncto Nachhaltigkeit. Sie bedeuten millionenfache Reisebewegungen, gigantischen Ressourcenverbrauch und riesige Abfallmengen. Ob die Fußball-Europameisterschaft vor ein paar Wochen, ob die gerade zu Ende gegangene Tour de France oder eben Olympia 2024: Alle haben auch Auswirkungen auf Umwelt, Natur und Klima. So wurden bei den letzten Sommerspielen 2020 in Tokio 2,7 Millionen Tonnen CO<sub>2</sub> produziert. Und bei der Fußball-WM zwei Jahre später in Katar entfielen allein 1,6 Millionen Tonnen des Klimagases auf den Bau von sieben Stadien, die neu in den Wüstensand gesetzt wurden.</p><p>Auf der anderen Seite bekommt der Sport den Klimawandel zunehmend zu spüren. Unzuverlässiger Schneefall und zu milde Temperaturen bedrohen die Aktivitäten im Winter; Hitze und Wetterkapriolen machen Athleten und Zuschauern im Sommer zu schaffen.</p><h2>Sport auf Netto-Null trimmen</h2><p>Die Mission von Frieden und Verständigung muss also um die Dimension Nachhaltigkeit ergänzt werden. Und genau das passiert erfreulicherweise immer mehr. 2018 wurde im Rahmen der Vereinten Nationen das „Sports for Climate Action Framework“ ins Leben gerufen, mit dem Internationalen Olympischen Komitee in der Führungsrolle und dem Ziel, im Sportbereich bis 2040 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.</p><p>Noch erfreulicher: Es bleibt nicht bei Ankündigungen. Hatte schon Tokio 2020 einen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit gesetzt, mit Podien aus recyceltem Kunststoff etwa oder Medaillen aus Elektronikschrott, so will Paris in dieser Hinsicht alle bisherigen Olympischen Spiele in den Schatten stellen.</p><p>Der grüne Maßnahmenkatalog ist ein „Schneller, höher, weiter“ der anderen Art: Die Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu den Spielen während des vorherigen Jahrzehnts halbieren. Erstmals unter dem Strich klimaneutral werden. 100 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Zu 95 Prozent bereits bestehende oder nur vorübergehend errichtete Infrastruktur in Anspruch nehmen. Einweggeschirr um 50 Prozent verringern, die Menge an pflanzlichen Lebensmitteln verdoppeln – das sind nur einige der ökologischen Rekordziele.</p><h2>Athleten als Nachhaltigkeits-Botschafter</h2><p>Das Konzept der Kreislaufwirtschaft wird also immer mehr auch im Sport verankert, was mich überaus freut. Denn als Schlüssel für Klimaneutralität, Ressourcenschonung und Umweltschutz sollte es zum globalen Leitprinzip werden. Und wer kommt als globale Botschafter dafür besser infrage als die Turnerinnen und Schwimmer, die Läuferinnen und Ballkünstler mit ihren Millionen Fans?</p><p>Damit das Konzept aufgeht, sind zudem Innovationen der Wirtschaft wie etwa klimaneutrale Kunststoffe nötig, für die überall im Sport Bedarf besteht – von Stadien über Ausrüstung bis zu Funktionskleidung. Letztlich brauchen wir sämtliche Gruppierungen, um eine kreislaufbasierte Zukunft zu errichten. Paris macht es vor mit einem akribischen Masterplan. Von der Stadtverwaltung über Umweltorganisationen und Sozialverbände bis zu Lieferanten wirken alle daran mit.</p><p>Von Events wie Olympia können Impulse zur Zukunftsgestaltung in alle Richtungen ausgehen. Denn hier sind die Bereiche vereint, die vordringlich transformiert werden müssen wie Mobilität, Bauen, Energie. Mein größter Wunsch in diesen Tagen: Dass die olympische Idee des Miteinander und der Verständigung über den Sportsommer 24 hinaus Bestand hat und zum Fanal wird auf dem langen Weg in ein nachhaltiges Morgen.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Thu, 25 Jul 2024 09:00:17 +0200</pubDate>
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                        <title>Gemeinsam die Zukunft der Kunststoffindustrie gestalten</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/gemeinsam-die-zukunft-der-kunststoffindustrie-gestalten/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/gemeinsam-die-zukunft-der-kunststoffindustrie-gestalten/</guid><pp:caseid>635423</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>Wir brauchen eine starke Industrie – und wir brauchen ein starkes Europa. Die EU-Wahlen sind ein kritischer Zeitpunkt, der die Weichen für die Zukunft Europas stellt und die Bürgerinnen und Bürger entscheiden lässt, wie die EU sich den kommenden Herausforderungen stellen soll. Es ist eine Chance, eine nachhaltige, resiliente und wettbewerbsfähige Gemeinschaft zu formen, die den Anforderungen einer sich schnell wandelnden Welt gerecht wird. In diesem Geiste ist das Engagement von Covestro in Verbänden nicht nur ein Beitrag zur eigenen Unternehmensentwicklung, sondern auch ein entscheidender Schritt hin zu einer widerstandsfähigeren und wettbewerbsfähigeren europäischen Wirtschaft.&nbsp;</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><img class="image_resized image-style-align-left" style="aspect-ratio:300/auto;width:300px;" src="https://content.presspage.com/uploads/2697/93b1ffdb-a52b-46fb-9d02-1be02a369992/800_dr.-guido-naberfeld-elt-team.jpg?x=1717589834217" alt="Dr.-Guido-Naberfeld_ELT-Team" width="300" height="auto">Durch die aktive Mitgestaltung von Initiativen zur Kreislaufwirtschaft trägt Covestro dazu bei, dass Europa an der Spitze der nachhaltigen Innovation steht. Die Zusammenarbeit mit anderen Industrieführern in Verbänden ermöglicht es, gemeinsame Ziele zu verfolgen und eine robuste Infrastruktur für die Zukunft zu schaffen. So wird nicht nur die Umwelt geschützt, sondern es werden auch neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnet, die zur wirtschaftlichen Stärke Europas beitragen. Covestros Engagement in Verbänden ist somit ein klares Bekenntnis zu einem Europa, das durch Nachhaltigkeit, Innovation und Resilienz definiert wird.</p><p>Plastics Europe, als führender Verband der Kunststoffindustrie, ist für Covestro ein wichtiger Partner auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft. Durch die Mitgliedschaft kann Covestro Einfluss auf die Gestaltung von Industriestandards nehmen und seine Vision einer vollständig zirkulären Wirtschaft vorantreiben. Denn klar ist: Kreislaufwirtschaft kann nur im Schulterschluss mit allen Partnern entlang der Wertschöpfungskette gelingen. Das heißt auch, dass wir klare Standards brauchen, die die Entwicklung neuer Technologien fördern und nicht behindern. Viele dieser Standards werden in Brüssel gesetzt. Und hierbei ist die Kooperation mit Plastics Europe ein wichtiger Baustein, um gemeinsam die richtigen Rahmenbedingungen für die Zukunft der Kreislaufwirtschaft zu setzen.</p><p>Ein zentrales Thema in der Diskussion um die Kreislaufwirtschaft auf EU-Ebene sind Massenbilanzen. Sie sind ein buchhalterischer Ansatz, um den Einsatz von Rezyklaten transparent zu machen. Die Standardisierung ist notwendig, um das chemische Recycling zu unterstützen und die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben. Unternehmen wie Covestro sind bereit, in diese Technologie zu investieren, benötigen jedoch klare rechtliche Rahmenbedingungen. Doch seit mehr als 2,5 Jahren warten wir auf einen simplen Durchführungsrechtsakt, um rechtliche Bestimmungen zur Berechnungsmethode zu klären. Diese Verzögerung führt zu Frustration und bremst Innovationen. Es ist dringend erforderlich, dass die EU das Tempo erhöht und die notwendige Klarheit für die Förderung von Technologieoffenheit schafft.<br>Hier kommen Verbände wie Plastics Europe ins Spiel. Der Verband trägt dazu bei, wissenschaftlich fundierte Diskussionen zu fördern und sachliche Informationen bereitzustellen. Gerade in unseren Zeiten, in denen sich leider auch falsche Informationen rasch verbreiten können, ist Faktenbasiertheit unverzichtbar. Durch die Bereitstellung solider wissenschaftlicher Daten unterstützen wir effektive und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Lösungen.<br>Natürlich könnten wir das auch als Covestro allein. Aber es ist wie so oft im Leben: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Industrieverbände wie PlasticsEurope ermöglichen es uns, mit einer Stimme zu sprechen und dadurch mehr Gewicht in der Öffentlichkeit und gegenüber politischen Entscheidungsträgern zu erlangen. Durch unsere Beteiligung können wir Praxiserfahrungen einbringen, über die positiven Eigenschaften von Kunststoffen aufklären und den regulatorischen Rahmen mitgestalten, umso die Zukunft unserer Branche zu sichern. Unser Ziel ist es, zu zeigen, wie vielfältig und wichtig Kunststoffe für die Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft sind. Ohne Kunststoffe dreht sich kein Windrad, fährt kein E-Auto. Das möchten wir gemeinsam im Verband zeigen.</p><p>Drei Handlungsfelder sind für uns als Vorstand von PlasticEurope (Deutschland) dabei wesentlich.</p><ol><li>Wir müssen die Kreislaufwirtschaft branchenübergreifend verstehen. Denn sie ist ein Schlüsselthema für die gesamte Industrie. Dies verfolge ich voller Überzeugung, denn Covestros Vision ist es, vollständig zirkulär zu werden. Deutschland und Europa sollen zu führenden Regionen für die Kreislaufwirtschaft werden.</li><li>Die Förderung von Technologien wie chemischem Recycling und CO<sub>2</sub>-Nutzung ist essenziell. Wir brauchen einen fördernden politischen Rahmen, der Innovationen den Raum gibt, zur Marktreife zu gelangen. Auch, um wettbewerbsfähig zu bleiben.</li><li><span>Wir müssen die regulatorischen Rahmenbedingungen vorantreiben, um eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen und die Umstellung auf die Kreislaufwirtschaft zu incentivieren. Denn Unternehmen brauchen Planungssicherheit.</span></li></ol><p>Gemeinsam mit PlasticsEurope (Deutschland) arbeiten wir daran, die Kunststoffindustrie fit für die Zukunft zu machen. Umso wichtiger ist es, sich regelmäßig zu treffen, sich auszutauschen und neue Ideen zu diskutieren, wie beim Mitgliedertreffen in Leverkusen letzte Woche.</p>]]></description><pp:quotes><pp:quote>
                    <pp:quotename><![CDATA[Dr. Guido Naberfeld]]></pp:quotename>
                    <pp:quotetext><![CDATA[Als globaler Leiter des Automobilgeschäftes im Geschäftsbereich Engineering Plastics mit fast 25 Jahren Erfahrung strebe ich danach, nachhaltige und zukunftsweisende Lösungen für die chemische Industrie zu entwickeln und unseren Kunden zur Verfügung zu stellen. Meine Tätigkeit im Vorstand von PlasticsEurope (Deutschland) spiegelt dieses Ziel wider. Seit Mai 2021 engagiere ich mich aktiv, um die Interessen unserer Branche zu vertreten und die Transformation hin zu einer Kreislaufwirtschaft zu fördern.]]></pp:quotetext>
                </pp:quote></pp:quotes><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Mon, 10 Jun 2024 10:00:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Europa und sein USP</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/europa-und-sein-usp/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/europa-und-sein-usp/</guid><pp:caseid>631343</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p>Die EU ist in weiten Teilen ein Erfolgsprojekt, auch in puncto Wirtschaft. Aber die Gemeinschaft muss sich dringend weiterentwickeln: den neuen Realitäten von außen stellen, ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und ihre Kernkompetenzen ins Zentrum rücken.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>9. Mai 1950. Der Zweite Weltkrieg ist gerade fünf Jahre vorbei, da meldet sich Frankreichs Außenminister mit einer kühnen Idee zu Wort: „Die französische Regierung schlägt vor, die Gesamtheit der französisch-deutschen Kohle- und Stahlproduktion einer gemeinsamen Hohen Behörde zu unterstellen, in einer Organisation, die den anderen europäischen Ländern zum Beitritt offensteht.“ Damit leitet Robert Schuman nicht nur die Aussöhnung der einstigen Kriegsgegner ein, sondern bringt auch ein einzigartiges Projekt ins Rollen: die Gründung der Europäischen Union.</p><p>In Erinnerung an diesen Moment wird jährlich am 9. Mai der „Europatag“ begangen. Und im Rückblick auf mehr als 70 Jahre europäische Idee und Einigung ist zu konstatieren: Die EU ist in vielem ein großer Erfolg. Frieden, Stabilität, Rechtssicherheit und Freizügigkeit – das sind Errungenschaften, die keineswegs selbstverständlich sind und die man sich immer wieder vor Augen führen muss, wie ich finde. Die Bürger genießen umfassende Grundrechte; Arbeitnehmern stehen mindestens vier Wochen Jahresurlaub zu; junge Menschen können mit dem Erasmus-Programm in jedem anderen EU-Land studieren; die Umweltstandards gehören zu den höchsten der Welt.</p><p>Das Projekt Europa umfasst aber auch ein dickes wirtschaftliches Kapitel. Der Binnenmarkt hat in den drei Jahrzehnten seines Bestehens durchaus für Wachstum und Wohlstand gesorgt: Im Schnitt ist die Wirtschaftsleistung nach einer <a href="https://single-market-economy.ec.europa.eu/publications/30-years-single-market-taking-stock-and-looking-ahead_en" target="_blank">Bestandsaufnahme</a> der Europäischen Kommission in dieser Zeit um acht bis neun Prozent gewachsen. Das ist nicht zuletzt der Innovationskraft der Europäer zu verdanken, die auch in der Vielfalt ihrer Gemeinschaft beruht.</p><h2>Ohne die EU wären die Mitgliedsländer ärmer</h2><p>Wenn es die EU nicht gäbe, wäre das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in vielen Mitgliedstaaten deutlich geringer, wie <a href="https://www.ifo.de/pressemitteilung/2023-02-21/aufloesung-der-eu-wohlstandsverluste" target="_blank">Wirtschaftswissenschaftler</a> 2023 ausgerechnet haben: In Deutschland etwa betrüge das Minus gut fünf Prozent, in Frankreich und Italien je vier, in Österreich und den Niederlanden sogar an die acht Prozent. Doch vom Kontrafaktischen zur Realität: Die 24 Millionen Unternehmen im Binnenmarkt haben zuletzt (2022) ein BIP von 15,8 Billionen Euro erzielt – rund fünf Billionen Euro mehr als 2009 und etwa zehn Billionen mehr als im Gründungsjahr 1993. Dazu tragen starke Sektoren wie die <a href="https://cefic.org/app/uploads/2023/12/2023_Facts_and_Figures_The_Leaflet.pdf" target="_blank">Chemie- und Kunststoffindustrie</a> bei, die im globalen Vergleich an zweiter Stelle steht.</p><p>Beim Stichwort global ist noch eine weitere Größe hervorzuheben: Die EU steht für knapp 15 Prozent des weltweiten BIP. Noch. In den kommenden Jahren dürfte der Anteil laut <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/249045/umfrage/anteil-der-europaeischen-union-eu-am-globalen-bruttoinlandsprodukt-bip/" target="_blank">Statista</a> – wie auch in den derzeit etwa gleichauf liegenden USA – weiter zurückgehen, während China in der Pole Position weiter aufholt. Und damit bin ich da, wo die Europa-Story ihre Schwachpunkte hat. Denn sie hat allzu lange auf Annahmen und Voraussetzungen beruht, die ins Wanken geraten oder schon nicht mehr existieren: Dass die segensreiche Globalisierung in regelbasierten Strukturen immer weitergeht, dass die EU mit den USA einen zuverlässigen Beschützer, mit Russland einen wohlfeilen Lieferanten und mit China einen nimmersatten Abnehmer besitzt.</p><p>Inzwischen hat sich die Volksrepublik zu einem gigantischen Wettbewerber gemausert, an dem niemand vorbeikommt und von dem Europa in vielem lernen kann, etwa was Tempo Flexibilität und konsequentes Handeln angeht. Aber die gesamte Weltordnung driftet ab in ein spannungsgeladenes multipolares System mit zunehmendem Ringen um Macht und Einfluss, ideologischen Gegensätzen und Abschottungstendenzen. Die EU muss sich auf diese neue Welt dringend einstellen. Die etwas vernachlässigte Außenperspektive muss die traditionelle Binnensicht ergänzen.</p><p>Dazu muss aber auch das Innenverhältnis viel besser werden. Die EU und der Binnenmarkt – sie brauchen unbedingt eine Reform an Haupt und Gliedern. Das zeigt auch die Tatsache, dass dem „Letta-Bericht“ vom Februar nun mit dem für Juni erwarteten „Draghi-Bericht“ eine weitere Bestandsaufnahme auf den Fuße folgt. Die Notwendigkeit mag nicht unbedingt einleuchten, denn vieles ist nicht neu – die Industrie hat schon seit Jahren auf zahlreiche Missstände hingewiesen. Und auch die Handlungsempfehlungen sind in Brüssel sattsam bekannt: für Geschlossenheit sorgen, Bürokratie ab-, gemeinsame Infrastruktur ausbauen, den Subventions- und Regulierungsdschungel lichten und vieles mehr.</p><h2>Europas Industrie muss wieder wettbewerbsfähiger werden</h2><p>Bei allem muss ein Ziel mit an vorderster Stelle stehen: die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu erhalten und auszubauen. Um die ist es nämlich nicht mehr so gut bestellt. Mit der <a href="https://antwerp-declaration.eu/" target="_blank">Antwerpener Erklärung</a> haben kürzlich mehr als tausend Unternehmen und Organisationen sehr eindringlich Reformbedarf angemeldet.</p><p>Aus meiner Sicht kommt es dabei besonders auf eines an: Dass sich die EU, vor allem mit Blick auf ihre Stellung im geoökonomischen Kräftespiel, auf ihre Kernkompetenzen besinnt und konzentriert. Dieser „USP“ ist für mich die technologische Innovationskraft in Verbindung mit der wegweisenden Vision, bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu werden. Europa kann und muss zu einem globalen Zentrum für grüne, kreislauforientierte Zukunftstechnologien werden, mithilfe von starken Branchen wie der Chemie.</p><p>All das sollte man bedenken, wenn Anfang Juni die Europawahl stattfindet. Ich werde auf jeden Fall meine Stimme abgeben. Damit die EU-Story zu einem wirklichen Bestseller wird.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Fri, 10 May 2024 14:00:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Was uns der Earth Day lehrt: Plastik effizienter nutzen und mehr recyceln</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/was-uns-der-earth-day-lehrt-plastik-effizienter-nutzen-und-mehr-recyceln/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/was-uns-der-earth-day-lehrt-plastik-effizienter-nutzen-und-mehr-recyceln/</guid><pp:caseid>629174</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><i>Der Earth Day erinnert uns daran, was mit Plastik besser laufen könnte: Wir brauchen dringend eine effektive Kreislaufwirtschaft, um das globale Müllproblem in den Griff zu bekommen. Dazu müssen wir Produkte von Anfang an dafür konzipieren. Was wir nicht brauchen, ist weniger Plastik.</i></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Letztes Wochenende habe ich an einer Müllsammel-Aktion am Rheinufer gleich in der Nähe meines Wohnortes teilgenommen. Wir waren zwar erleichtert, dass das Müllaufkommen nicht so schlimm war, aber was wir vorfanden, war dennoch ernüchternd: viele Einweg-Einkaufstüten, ein weggeworfener Schuh, ein Schüttgutsack, Seile, Verpackungsmaterialien... Die Sammlung hat gezeigt, wie anfällig unsere Gewässer für die Verschmutzung durch Dinge sind, die aus Kunststoffen hergestellt werden.</p><p>Vom Ufer aus betrachtet ist der Fluss wie ein Mikrokosmos der umfassenderen Krise. So wie diese weggeworfenen Gegenstände einen Teil des Rheins verschmutzt haben, wird die Umwelt unseres Planeten ständig von Kunststoffen überschwemmt, die dort landen, wo sie nicht hingehören. Daran erinnert der heutige „Tag der Erde“, besser bekannt als „<a href="https://www.earthday.org/" target="_blank">Earth Day</a>“. Die Gründe dafür sind vielschichtig, und um sie anzugehen, bedarf es einer Vielzahl von Aktionen.</p><p>Kunststoffe selbst sind jedoch nicht das Grundproblem. Im Gegenteil, sie sind Materialien, die wir für eine nachhaltige Zukunft brauchen. Was verbessert werden muss, ist die Art und Weise, wie wir Kunststoffe nach ihrem ersten Gebrauch handhaben.</p><p>Ich freue mich, dass diese kritischen Themen auf internationaler Ebene angegangen werden: Vor zwei Jahren haben die Vereinten Nationen einen Prozess angestoßen, um ein verbindliches globales Abkommen zur Beendigung der Plastikverschmutzung zu entwickeln. Nun findet die vierte <a href="https://www.unep.org/inc-plastic-pollution/session-4" target="_blank">Verhandlungsrunde</a> ("INC-4") vom 23. bis 29. April in Ottawa, Kanada, statt. Und die Hoffnungen sind groß, dass bis Ende dieses Jahres eine Einigung erzielt werden könnte, die 2025 in Kraft treten soll.</p><p>Aber eine Sache beunruhigt mich an der aktuellen Entwicklung wirklich: Verschiedene Interessengruppen versuchen, zu restriktive Maßnahmen in die Verhandlungen aufzunehmen und plädieren dafür, den Plastikverbrauch auf breiter Front stark einzuschränken. Ehrlich gesagt wäre das ein Fehler.</p><p>Es ist nicht nur so, dass wir auf Kunststoffe angewiesen sind, um den globalen grünen Wandel voranzutreiben. Elektromobilität, nachhaltiges Bauen, Windräder, Solaranlagen und viele weitere Anwendungen würden ohne sie nicht funktionieren. Außerdem haben Kunststoffe in vielen Fällen einen geringeren ökologischen Fußabdruck als alternative Materialien und sind oft die nachhaltigere Wahl. Eine aktuelle <a href="https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.est.3c05191" target="_blank">Studie</a> der University of Sheffield ergab, dass einige Ersatzstoffe im Vergleich zu Kunststoffen tatsächlich zu höheren Treibhausgasemissionen beitragen können.</p><p>Stellen Sie sich vor, dieser spezielle Schüttgutsack, den ich gefunden habe, wäre eine Kiste oder ein Behälter mit einem Fassungsvermögen von 1000 Litern aus Holz, Stahl oder Aluminium! Es stimmt, dass solche starren Alternativen weniger anfällig dafür wären, von den Elementen mitgerissen zu werden, wenn sie unsachgemäß gelagert oder verstaut werden. Allerdings wären sie auch deutlich schwerer und würden allein für den Transport mehr Material und Energie benötigen. Abhängig von den Inhalten und Kräften, denen sie von außen ausgesetzt wären, könnten sie auch anfälliger für Brüche oder Undichtigkeiten sein.</p><p>Die Vision muss darin bestehen, möglichst wenig neue und recycelte Ressourcen zu verbrauchen. Aber das Wachstum der Weltbevölkerung und des Wohlstands machen es schwer. Insgesamt weniger Plastik zu produzieren und zu konsumieren, wie es die Botschaft zum „Earth Day“ nahelegt, ist nicht der richtige Ansatz. Stattdessen müssen wir nachhaltig produzierte Kunststoffe in geeignete Anwendungen lenken und die Wiederverwendung und das Recycling durch eine umfassende Kreislaufwirtschaft maximieren. Dazu müssen wir von Anfang an Produkte dafür entwickeln. Dies minimiert unnötigen Abfall und hält neue Ressourcen im Boden. Das kann gelingen, indem wir bereits Bestehendes immer wieder im Kreis führen.</p><p>Während in dieser Woche die „INC-4“-Verhandlungen starten und heute der „Earth Day“ mit verschiedenen Veranstaltungen begangen wird, hoffe ich darauf, dass alle Parteien eine nuancierte, evidenzbasierte Sichtweise einnehmen. Kunststoffe sind nicht per se der Feind – sie sind Teil der Lösung, wenn sie im Rahmen der Kreislaufwirtschaft verantwortungsvoll hergestellt und verwendet werden. Die Einbeziehung von Daten aus der realen Welt über Expositionspfade und Auswirkungen auf den Materiallebenszyklus ist von entscheidender Bedeutung.</p><p>So wichtig einzelne Aufräumaktionen wie die entlang des Rheins auch sind – nur wenn wir das Gesamtbild sehen und angehen, können wir den "Hahn" zudrehen, der unseren Planeten verschmutzt. Vielleicht sollte jeder Tag der „Tag der Erde“ sein.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Mon, 22 Apr 2024 10:00:02 +0200</pubDate>
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                        <title>Wie Design nach dem Prinzip der Zirkularität bei der Vermeidung von Kunststoffabfällen hilft</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/wie-design-nach-dem-prinzip-der-zirkularitaet-bei-der-vermeidung-von-kunststoffabfaellen-hilft/</link>
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Unabhängig davon, welche Ansicht man vertritt, in einer Sache herrscht jedoch Einigkeit: Kunststoffabfälle haben in der Umwelt nichts zu suchen.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><img class="image_resized image-style-align-left" style="aspect-ratio:200/auto;width:200px;" src="https://content.presspage.com/uploads/2697/26738aaa-13e6-465e-8434-d40c4789860c/500_christinebryantbyemmaialaquiva-5.jpg?x=1713452554860" alt="Christine Bryant  (by Emmai Alaquiva) - 5" width="200" height="auto">Der Intergovernmental Negotiating Committee on Plastic Pollution, kurz INC, ist das Ergebnis einer Resolution der Umweltversammlung der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2022. In einer Reihe von fünf äußerst intensiven Meetings, die an verschiedenen Orten auf der ganzen Welt stattfinden, bringt der INC Verhandlungsführer der Regierungen und andere internationale Stakeholder zusammen, um mithilfe der Entwicklung eines internationalen rechtsverbindlichen Instruments das Ende der Kunststoffabfälle herbeizuführen. Das vierte Meeting, INC-4, findet vom 23. bis 29. April 2024 in Ottawa, Kanada, statt.</p><p>Ich habe die Ehre, Covestro bei mehreren Meetings im Zusammenhang mit INC-4 zu vertreten und mich für unsere Stakeholder einzusetzen. Zwei wichtige Themen stehen dabei ganz oben auf meiner Agenda. Zum Einen geht es um die Anerkennung des Werts der Werkstoffe, die Covestro herstellt. Durch die Werkstoffe von Covestro werden nachhaltige Technologien möglich: von Rotorblättern bis hin zu leichten Elektrofahrzeugen sowie unzählige weitere Dinge. Das zweite Thema sind die positiven Auswirkungen von Kunststoffen auf die Gesellschaft. An sie sollten wir denken und sie nicht ausblenden in der Diskussion, die Entstehung von Kunststoffabfällen zu beenden. Während des INC-4 sollten wir uns immer wieder vor Augen führen, dass ein Ende der Kunststoffabfälle nicht mit einem Ende für Kunststoffe gleichbedeutend ist.</p><p>Das Ziel der INC-Meetings besteht darin, Kunststoffabfälle zu beseitigen, und das beste Mittel dafür ist eine Kreislaufwirtschaft.</p><p>Eine Kreislaufwirtschaft ist viel mehr als nur Recycling. Sie schafft ein Ökosystem, in dem Kunststoff eine wertvolle, immer wieder neu verwendbare Ressource darstellt, und in dem die Produkte, die durch Kunststoff überhaupt erst möglich sind, verwertet, repariert und recycelt werden. Dabei geht es nicht nur um die Frage: „Was machen wir damit, wenn wir es nicht mehr brauchen?“. Vielmehr geht es um eine grundlegende Änderung unserer Denkweise darüber, wie und warum wir eben diese Materialien – einschließlich Kunststoffe – verwenden, und zwar vom ersten Konzept bis zum Ende der Nutzungsdauer und einer eventuellen Wiederverwendung.</p><p>Dies erfordert eine Denkweise, in der bereits die Produktdesigns auf Zirkularität ausgerichtet sind. Bei der Herstellung eines Produkts muss sichergestellt werden, dass seine Wiederverwendung bereits durchdacht ist. Dies kann dann auf vielfältige Weise geschehen, z. B. durch die Wiederverwendung eines Fahrzeugs, eines Haushaltsgeräts oder eines lebensrettenden Medizinprodukts. Es kann auch bedeuten, dass wir uns über die Materialien Gedanken machen müssen, die wir für die Herstellung von Produkten wählen. Covestro ist überzeugt, dass dafür sowohl alternative Rohstoffe als auch fortschrittliches Recycling eine Rolle spielen müssen. Von entscheidender Bedeutung ist hierbei, alternative Rohstoffe, wie z. B. recycelte Werkstoffe, als Ersatz für fossile Rohstoffe zu verwenden. Ebenso wichtig ist die Weiterentwicklung von Recyclingtechnologien wie Chemolyse, also chemischem Recycling, zur Ergänzung des bestehenden mechanischen Recyclings, sodass recycelte Rohstoffe allgemein verfügbar sind. Dies sind Beispiele für Überlegungen, die bei der Einführung eines kreislauffähigen Designs berücksichtigt werden müssen.</p><p>Covestro nimmt die Aufgabe, nach dem Prinzip der Zirkularität zu designen, sehr ernst. Und dies so sehr, dass wir nicht nur den Grundgedanken des kreislauffähigen Designs auf die Tausenden Anwendungen für unsere Werkstoffe übertragen, sondern auch aktiv mit Experten zusammenarbeiten, um einzigartige Perspektiven mit einzubinden. Eine Kreislaufwirtschaft ist eine komplexe Sache und erfordert es, weit über die Gegenwart hinaus zu denken. Aus diesem Grund haben Covestro und die University of Pittsburg das Covestro Circular Economy Program entwickelt – ein Programm für Hochschulabsolventen, das sich auf Design nach dem Prinzip der Zirkularität konzentriert.</p><p>Das Ziel des Covestro Circular Economy Program an der University of Pittsburgh besteht darin, die nächste Generation von Kreislaufwirtschafts-Vordenkern auszubilden und ihnen die Grundlagen für die Entwicklung neuer Lösungen für kreislauffähiger Produkte und Dienstleistungen zu vermitteln. Im Wesentlichen also genau die Personen auszubilden, die mit der Umsetzung der auf den INC-Meetings festgelegten Leitlinien arbeiten werden.</p><p>Im Rahmen der breiteren Gespräche über Kunststoffabfälle und der INC-Meetings ist es genau diese zukunftsorientierte Sichtweise der Zirkularität, die bei den gegenwärtig stattfindenden Gesprächen zum Tragen kommen muss. Die Regierungen, die Industrie und alle an den Gesprächen beteiligten Stakeholder müssen sich bei ihren Strategien zur Bekämpfung von Kunststoffabfällen vom Grundgedanken der Zirkularität leiten lassen.</p><p>Ich bin durch den offenen Dialog und die kreativen Lösungen, die vorgeschlagen wurden, optimistisch gestimmt. Aber es gibt auch noch viel zu tun. INC-5 findet vom 25. November bis 1. Dezember in Busan, Korea, statt. Wir müssen die Dynamik weiter vorantreiben und ein internationales rechtsverbindliches Instrument entwickeln, das auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Regierungen auf der ganzen Welt zugeschnitten ist und gleichzeitig die das Prinzip der Zirkularität in den Mittelpunkt der Lösung stellt.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Fri, 19 Apr 2024 10:00:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Gemeinsam packen wir es an – auf dem Weg zur Klimaneutralität</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/gemeinsam-packen-wir-es-an--auf-dem-weg-zur-klimaneutralitaet/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/gemeinsam-packen-wir-es-an--auf-dem-weg-zur-klimaneutralitaet/</guid><pp:caseid>623340</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><i><span>Am 29. Februar 2024 hat Covestro seine Ziele zur Reduktion der Scope 3-Emissionen bekanntgegeben. Die Einbindung der globalen Lieferanten trägt zentral dazu bei, sie zu erreichen. Diese vor- und nachgelagerten Emissionen der Wertschöpfungskette machen rund 80 Prozent des gesamten Treibhausgas-Ausstoßes von Covestro aus. Hiervon wiederum stammen mehr als 75 Prozent von Rohstoffen, Logistik-Dienstleistungen und Produktverpackungen, die Covestro einkauft.</span></i></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Am 4. März hat das Einkaufs-Team rund um Chief Procurement Officer Ferdinand Rammrath daher zu zwei virtuellen Supplier-Events eingeladen, um herauszustellen, welch zentrale Aufgabe den weltweiten Lieferanten des Unternehmens zukommt, und welche Erwartungen Covestro jetzt an seine Lieferanten stellt.</p><p>CEO Markus Steilemann eröffnete die virtuellen Veranstaltungen. Nach der Begrüßung der internationalen Lieferanten ordnete er die Klimaneutralitätsziele für Scope 3 in die Vision von Covestro ein, sich vollständig auf die Kreislaufwirtschaft auszurichten.</p><p>Die meisten Rohstofflieferanten von Covestro haben selbst bereits Scope 1- und Scope 2-Ziele festgelegt, was wichtig ist. Denn: Der größte Hebel für Scope 3 liegt in der Minderung der Scope 1- und Scope 2-Emissionen bei den Zulieferern. Hier geht es um die Treibhausgase aus deren eigenen Prozessen und aus zugekaufter Energie.</p><h2><img class="image_resized image-style-align-left" style="width:200px;" src="https://content.presspage.com/uploads/2697/69d6a68f-4d0c-4d0d-9d50-80526b4dd42a/500_ferdinand-rammrath-cut.png?x=1709903328347" alt="Ferdinand_Rammrath_cut" width="200">Herr Rammrath, wenn es um die Reduktionsziele geht, haben wir den Handlungsdruck oder die Lieferanten?</h2><p><strong>Ferdinand Rammrath: </strong>Ganz klar: beide! Klimaneutralität können wir nur gemeinsam mit allen Partnern entlang der Wertschöpfungskette erreichen. Dafür sind Lieferanten ganz zentral. Unsere Scope 3-Ziele sind das letzte Puzzlestück in unserer Klimaneutralitätsstrategie. Für Scope 1 und 2 haben wir uns bereits ehrgeizige Ziele gesetzt. Gleiches gilt für viele unserer Lieferanten, die sich auf die Transformation Richtung netto null verpflichtet haben. So wie wir z.B. durch PPAs, also Direktlieferverträge mit Energieversorgern, und Energieeffizienzmaßnahmen aktiv unsere Scope 1- und 2-Emissionen reduzieren, stehen auch unsere Lieferanten für die Erreichung ihrer eigenen Ziele in der Pflicht. Denn: Der Erfolg liegt hier ganz wesentlich in ihrer Hand. Wir ermutigen unsere Lieferanten auch, mit ihren eigenen Upstream-Partnern aktiv an Wegen zur Emissionsreduzierung zu arbeiten, die gerade auch in diesen wirtschaftlich herausfordernden Zeiten tragfähig sind. Die Emissionen, die bei unseren Lieferanten entlang ihrer Produktionskette entstehen, geben sie als Scope 3 Emissionen an uns weiter.</p><h2>Wie kann Covestro seine Lieferanten unterstützen – und wie können die Lieferanten Covestro unterstützen?</h2><p><strong>Ferdinand Rammrath:</strong> Wir möchten, dass die Reduzierung von Emissionen in der Wertschöpfungskette nicht nur als Verantwortung, sondern auch als Wachstumschance verstanden wird. Im Austausch mit unseren Lieferanten setzen wir auf einen transparenten und offenen Dialog, um deren Umweltauswirkungen zu verstehen und gemeinsam Lösungen zu finden. Diese partnerschaftliche Zusammenarbeit ermöglicht es uns, gemeinsam die Herausforderungen anzugehen, unsere Umweltauswirkungen zu reduzieren und eine nachhaltigere Zukunft aufzubauen. Perspektivisch wird es für unsere Lieferanten darum gehen, im Geschäft zu bleiben – mit Covestro und im Markt!</p><h2>Wie arbeiten der Einkauf und die einzelnen Business Entities (BEs) zusammen?</h2><p><strong>Ferdinand Rammrath: </strong>Wir haben in enger Zusammenarbeit mit den BEs verschiedene Maßnahmen herausgearbeitet, die auf unsere Nachhaltigkeitsziele abzielen. Der enge BE-Austausch hilft, die Lösungen zu sichern und umzusetzen. Wichtig ist auch, sich in enger Abstimmung mit den BEs um die langfristige Entwicklung der Einkaufsmärkte zu kümmern. Für manche Projekte müssen wir uns jahrelang im Voraus entscheiden, damit wir dann rechtzeitig Zugriff auf zirkuläre Rohstoffe haben – z.B. durch die Kooperation mit Encina.</p><h2>Was passiert nun nach dem initialen Kick-off? Was sind die nächsten Schritte?</h2><p><strong>Ferdinand Rammrath:</strong> Unser Lieferantenevent ist wie ein Startschuss für einen Marathon: Wir konnten unsere neuen Ziele im strategischen Kontext von Covestro vorstellen, und konkret auf Möglichkeiten und auf unsere Erwartungshaltungen eingehen. Wir gehen jetzt direkt in die konkrete Umsetzung mit unseren einzelnen Lieferanten. Das heißt: Wir führen individuelle Gespräche, bewerten Angebote und setzen volle Transparenz, wie viel Emissionsreduzierungen mit welchen Maßnahmen möglich sind. Unser Motto dabei ist: Highest Value for lowest cost. Ab sofort messen wir unseren konkreten quantitativen Fortschritt bei der Erreichung unseres Scope 3-Ziels. Das wird hoffentlich schon sehr bald in unserer Berichtserstattung unserer Emissionen sichtbar werden! Der Marathon ist aber erst dann gewonnen, wenn wir unser Etappenziel in 2035 erreichen und 2050 dann klimaneutral über die gesamte Wertschöpfungskette sind.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Mon, 11 Mar 2024 15:42:10 +0100</pubDate>
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                        <title>Der verkannte Zwilling</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/der-verkannte-zwilling/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/der-verkannte-zwilling/</guid><pp:caseid>615737</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><i>Bei Klimaschutz denken die meisten an grüne Energie. Man muss aber auch Energie viel wirksamer nutzen, etwa in Gebäuden, finden Covestro-CEO Markus Steilemann und Christian Noll von der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz.</i></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Lange Gesichter in Dubai. Der jüngste Klimagipfel war für viele eine Enttäuschung, weil nicht zum kompletten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen aufgerufen wurde. Die Weltgemeinschaft hat sich aber wichtige andere Ziele gesetzt – unter anderem Energie wesentlich effizienter zu nutzen. Die globale Effizienzrate soll im Schnitt bis 2030 auf vier Prozent verdoppelt werden. Vor allem bei Gebäuden muss der Hebel angesetzt werden. Dazu ein Doppelinterview mit dem Covestro-Vorstandsvorsitzenden Markus Steilemann und Christian Noll als Geschäftsführendem Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF).</p><h3>Warum müssen wir auch auf die Verbesserung der Energieeffizienz blicken, wenn wir beim Klimaschutz vorankommen wollen?</h3><p><strong>Christian Noll:</strong> Man muss sich vor Augen führen, dass fast drei Viertel des weltweiten Ausstoßes an Treibhausgasen direkt oder indirekt aus dem Energieverbrauch stammt. Um die viel zu hohen Emissionen zu senken, muss die Umstellung von Kohle, Öl und anderen fossilen Ressourcen auf erneuerbare Quellen wie Sonne und Wind massiv Fahrt aufnehmen. Aber die Welt wird nicht klimaneutral, wenn wir nicht auch die Energie wesentlich wirksamer nutzen. <a href="https://www.iea.org/reports/energy-efficiency-the-decade-for-action/decade-for-action-highlights" target="_blank">Energieeffizienz</a> kann laut Internationaler Energieagentur (IEA) mehr als ein Drittel zur Minderung der energiebedingten Treibhausgasemissionen beitragen.</p><p>Dieser Aspekt stand bisher immer etwas im Schatten, wie bei einem ungleichen Zwillingspaar. Die UN-Klimakonferenz <a href="https://www.cop28.com/en/global-renewables-and-energy-efficiency-pledge" target="_blank">COP 28</a> hat die Energieeffizienz mit der geplanten Verdopplung jetzt erstmal als wesentlichen Teil des Klimaschutzes herausgestellt – ein überfälliger Paradigmenwechsel. Energie sparen und Energie grün machen: Beides muss gleichermaßen vorangetrieben werden.</p><h3>Ein großer Faktor, um diesem Paradigmenwechsel Schubkraft zu verleihen, sind Gebäude.</h3><p><strong>Christian Noll: </strong>Genau. Der Betrieb von Gebäuden verursacht in Deutschland etwa 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und rund 30 Prozent der CO₂-Emissionen. Zwar wurden in den vergangenen Jahrzehnten bei Neubauten erhebliche Effizienzfortschritte erzielt, aber es gibt im Gebäudesektor noch sehr viel zu tun, vor allem bei Millionen von Altbauten. Hier ist die Sanierungsrate mit unter 0,8 Prozent historisch niedrig.</p><h3>Worauf kommt es denn an, um den Energiehunger von Gebäuden zu verringern?</h3><p><strong>Markus Steilemann:</strong> Auf die Kombination vieler verschiedener Maßnahmen. Dazu zählt insbesondere Dämmung gegen Kälte und Wärme, um Energie für Heizungen und Kühlanlagen zu sparen. Wir bei Covestro entwickeln die Zutaten für ein besonders effizientes Isoliermaterial: <a href="https://solutions.covestro.com/de/highlights/artikel/thema/anwendungen/daemmung-und-schutz" target="_blank">Polyurethan-Schaumstoff</a>. Der hat im Vergleich zu anderen konventionellen Dämmstoffen, die beim Hausbau verwendet werden, die niedrigste Wärmeleitfähigkeit. Und was hinzukommt: Wir können die Komponenten dafür wie die Chemikalie MDI inzwischen <a href="https://www.covestro.com/press/de/covestro-fuehrt-klimaneutrales-mdi-ein/">klimaneutral</a> herstellen. Neben guter Dämmung braucht es für energieeffiziente Gebäude aber noch sparsame Beleuchtung, digitale Haustechnik und den Einsatz grüner Energien.</p><h3>Wie erreichen wir denn, dass solche Produkte und Technologien vermehrt eingesetzt werden?</h3><p><strong>Christian Noll: </strong>Insbesondere durch gute politische Impulse. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist, dass sich die EU-Institutionen kürzlich auf die Richtlinie für mehr Energieeffizienz in Gebäuden geeinigt haben. Allerdings reicht der Beschluss bei Weitem nicht, um die Klimaziele der EU zu schaffen. Ich hoffe aber zumindest sehr, dass die Bundesregierung die Brüsseler Vorgaben nun für Deutschland entschlossen und ambitioniert umsetzt. Die jetzt in Kraft getretene Neuregelung des Gebäudeenergiegesetzes ist nämlich nur auf die Wärmebereitstellung fokussiert.</p><h3>Es gibt ja noch eine weitere neue Vorgabe – das Energieeffizienzgesetz, das in Deutschland seit November 2023 gilt und unter anderem auf die Industrie zielt.</h3><p><strong>Christian Noll: </strong>Hierzulande entfallen allein auf die Industrie 29 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs. Während einige Unternehmen konsequentes Energiemanagement betreiben, besteht bei anderen noch hohes Potenzial. Viele Technologien und Ideen zur produktiveren Nutzung von Energie in Büros und Betrieben sind schon da. Konkret heißt das: In der Industrie sind Energieeinsparungen von etwa 20 Prozent erforderlich, damit Deutschland zum Erreichen der Klimaziele bis 2045 etwa die Hälfte der Endenergie wirtschaftlich einsparen kann. Und diese Einsparungen sind auch umsetzbar.</p><h3>Wie ist es denn um Chemieindustrie als großem Energieverbraucher bestellt?</h3><p><strong>Markus Steilemann:</strong> Die Branche hat bisher die Produktion vom Ressourcenverbrauch entkoppeln können. Von 1990 bis 2022 wurde der spezifische Energieeinsatz halbiert, vor allem durch die Umstellung auf Kraft-Wärme-Kopplung. Aber in Zukunft wird es immer schwieriger, noch Potenziale zu heben. Zumal die Chemieindustrie in den kommenden Jahren riesige Mengen an Ökostrom braucht. Denn die Branche kann nur bis 2045 klimaneutral werden, wenn die Unternehmen möglichst viele Verfahren elektrifizieren.</p><h3>Was tut Covestro in dieser Hinsicht?</h3><p><strong>Markus Steilemann:</strong> Wir streben operative Klimaneutralität bereits bis 2035 an. Dazu stellen wir zum einen die Produktion weltweit systematisch auf erneuerbare Energien um. Zum anderen drehen natürlich auch wir an der Effizienzschraube. Gemäß den bislang veröffentlichten Zahlen konnte Covestro die Energieeffizienz bis 2022 bereits um knapp 39 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2005 steigern. Dazu trägt vor allem ein Energieeffizienzsystem namens Structese bei, das wir schrittweise im Konzern ausrollen. Wir haben es zwar selbst entwickelt. Was aber nicht heißt, dass die Firmen und Branchen Scheuklappen aufhaben dürfen, im Gegenteil.</p><p>Es braucht auch beim entscheidenden Thema Energieeffizienz die industrieübergreifende Kooperation von Vorreiterunternehmen. Glücklicherweise gibt es in dieser Hinsicht jetzt mehr Bewegung in Deutschland. Zum Beispiel wollen Windindustrie und Chemiebranche mit einem gemeinsamen <a href="https://www.wind-energie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/pressemitteilungen/2023/230921_BWE-VCI-EE-Ausbau_jetzt.pdf" target="_blank">Positionspapier</a> helfen, den schleppenden Ausbau der Erneuerbaren voranzubringen. Und auch Entsorgungswirtschaft und Chemie haben den Willen zum engeren Schulterschluss. Zusammen anpacken und Optimist bleiben – so kriegen wir die grüne Transformation hin.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Fri, 05 Jan 2024 10:00:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Die Wahrheit im Zeitalter der technischen Manipulierbarkeit</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/die-wahrheit-im-zeitalter-der-technischen-manipulierbarkeit/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/die-wahrheit-im-zeitalter-der-technischen-manipulierbarkeit/</guid><pp:caseid>614080</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><i><span>Künstliche Intelligenz: Sie bringt faszinierende neue Möglichkeiten in den Alltag und das Wirtschaftsleben. Aber sie öffnet auch Desinformation und Manipulation Tor und Tür. Unternehmen könnten dagegenhalten.</span></i></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>„Das erste Opfer eines jeden Krieges ist die Wahrheit“ – dieses häufig benutzte Zitat ist wieder beklemmend aktuell. Angesichts des Krieges in der Ukraine, den der Aggressor Russland als „militärische&nbsp; Spezialoperation“ verniedlicht. Oder mit Blick auf die Gewaltspirale im Nahen Osten, wenn andauernd betont werden muss, dass Nachrichten und vor allem Bilder von den Kämpfen im Gazastreifen nicht von unabhängiger Seite überprüft werden können.&nbsp;</span></p><p><span>Wahrheit und Fakten: seit jeher ebenso vermintes Terrain wie gefährdetes Biotop; besonders in Zeiten geopolitischer Krisen und des Umsichgreifens populistischer Parolen. Nun aber ist eine neue Dimension in dieses Spannungsfeld gekommen, in Gestalt der digitalen Revolution. Soziale Netzwerke geben plötzlich Millionen von Stimmen Raum, können sie ins Unermessliche potenzieren und schicken Milliarden von Informationen täglich in Millisekunden um die Welt. Der Algorithmus ist der Taktgeber unserer Zeit für Themensetzung, Meinungsbildung und Weltsicht.&nbsp;</span></p><h2>Schillernder Disruptor</h2><p><span>Mit dem Siegeszug der Künstlichen Intelligenz – in der öffentlichen Wahrnehmung schillernd zwischen Wunderding und Unheilbringer – ist noch einmal eine neue Entwicklungsstufe erreicht. Auf der einen Seite wird sie begrüßt, gerade auch in der Wirtschaft. Unternehmen sehen darin, zu Recht, einen Schrittmacher des Fortschritts auf vielen Ebenen. So lassen sich zum Beispiel bei Covestro jetzt in der Forschung viel schneller neue chemische Formulierungen finden, aus denen Innovation entstehen können, die wir zur Lösung vieler globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel und der Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung dringend brauchen. Der Kunststoffhersteller setzt daher auf generative KI in der ganzen Breite.</span></p><p>Auf der anderen Seite ist in der Gesellschaft ein Unbehagen greifbar. In Deutschland beispielsweise hat eine <a href="https://static1.squarespace.com/static/6426ad829db93559a3ed812e/t/64388f3a82787c5ebb290743/1681428318566/KIRA_Report_2023-4.pdf" target="_blank">Umfrage </a>über die Haltung zu Künstlicher Intelligenz vom April 2023 erhebliche Ängste zutage gefördert. Demnach meint die deutliche Mehrheit der Befragten, KI könne unter anderem zu einer Beeinflussung des öffentlichen Diskurses führen, ja zu einer Bedrohung für die Menschen werden. Und in den USA stehen laut einer <a href="https://today.yougov.com/technology/articles/46058-majorities-americans-are-concerned-about-spread-ai" target="_blank">YouGov-Erhebung</a> vom September die Verbreitung von irreführenden Deepfakes in Bild und Ton sowie von politischer Propaganda an erster Stelle dessen, was den Menschen in Zusammenhang mit KI große Sorge bereitet. Der Chatbot als Demagoge.</p><h2>Mehr kritisches Bewusstsein</h2><p><span>Die Antwort der Politik lautet vor allem: die Technologie einhegen. Entsprechend hat sich die EU jetzt auf das weltweit erste </span><a href="https://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2023/12/09/artificial-intelligence-act-council-and-parliament-strike-a-deal-on-the-first-worldwide-rules-for-ai/" target="_blank">KI-Gesetz</a><span> verständigt. Aber mit Regulierung, Kontrolle und Verboten kommen wir nicht wirklich weiter. Denn nicht die KI an sich ist das Problem. Der entscheidende Faktor sind vielmehr wir Menschen. Die KI spiegelt nur, was sie von uns erfährt, was wir ihr einpflanzen. Es liegt letztlich an uns allen, dafür Sorge zu tragen, die Technologie an humanistischen Maßstäben auszurichten. Daher braucht es mehr kritisches Bewusstsein in der Gesellschaft.</span></p><p><span>Dazu können die Wirtschaft und Unternehmen einen Beitrag leisten. Schon allein, weil ihre Mitarbeitenden ähnliche Befürchtungen umtreiben dürften. Aber auch, weil die Firmen in einer besonderen Verantwortung für die Gesellschaft stehen. Sind sie doch in unserer komplexen, unsicheren Zeit diejenige Institution, der noch am meisten </span><a href="https://www.edelman.com/trust/2023/trust-barometer" target="_blank">Vertrauen</a> <span>entgegengebracht wird, vor der Politik, den Medien und zivilgesellschaftlichen Organisationen.</span></p><p><span>Von diesem Vertrauenskapital können die Unternehmen etwas zurückgeben. Sie können und sollten für wissenschaftlich objektivierbare Wahrheit und faktenbasierten Dialog in Zeiten der technischen Manipulierbarkeit eintreten (um den Walter-Benjamin-Buchtitel vom Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit aufzugreifen).</span></p><h2>Faktor Mensch hervorheben</h2><p><span>Dem Hinterfragen, Analysieren und Bewerten kommt künftig eine immer höhere Bedeutung zu. Und gerade naturwissenschaftlich orientierte Branchen wie die Chemie können mitwirken, diese Fähigkeiten weiterzuentwickeln oder wachzurufen. Der Mensch hat es in der Hand, KI nach seinen Werten und Vorstellungen zu gestalten – diese konstruktive Botschaft gilt es in die verunsicherte Gesellschaft zu tragen. Covestro etwa wird einen geplanten KI-basierten „virtuellen Assistenten“ für die Mitarbeitenden so anlernen, dass dessen Antworten dem Verhaltenskodex und Ethos des Unternehmens entsprechen.&nbsp;</span></p><p><span>Was die Firmen noch tun können? Mithelfen, eine Kultur des Vertrauens aufzubauen. Indem wir andere benennen, denen wir selbst vertrauen – Wissenschaftler, Journalisten und Blogger, kleine und große Vereine, Think Tanks, Start-ups oder etablierte Firmen. Eine Koalition der Vorreiter, die zeigt: Nur eine faktenbasierte Weltsicht im Verbund mit kritischem Optimismus bringen uns weiter.</span></p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Thu, 14 Dec 2023 15:30:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Der Müll, die Stadt und der Gipfel</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/der-muell-die-stadt-und-der-gipfel/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/der-muell-die-stadt-und-der-gipfel/</guid><pp:caseid>613121</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p>Auf dem Klimagipfel in Dubai geht es vor allem um den Ausbau grüner Energie. Im Kampf gegen die globale Erwärmung sollten die Städte der Welt jedoch zu Zentren der Kreislaufwirtschaft werden, indem sie ihren Ressourcenhunger unter anderem dadurch stillen, dass sie ihre Abfälle in Rohstoffe umwandeln.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Dubai: Kaum eine Stadt hat sich so rasant entwickelt, vom Fischerdorf am Wüstenrand zur pulsierenden Metropole. Das macht sie zu einem Sinnbild für den gestalterischen Willen und das Können des Menschen. Und als Austragungsort der Weltklimakonferenz COP28 zum perfekten Treffpunkt, um über die Zukunft der Städte dieser Welt nachzudenken. Die kann nur im entschlossenen Handeln für mehr Nachhaltigkeit liegen. Denn die urbanen Zentren haben überproportional viel Verantwortung für Klimawandel, Ressourcenausbeutung und Umweltzerstörung; mehr als 70 Prozent der globalen <a href="https://blogs.worldbank.org/sustainablecities/cutting-global-carbon-emissions-where-do-cities-stand" target="_blank">Treibhausgasemissionen</a> gehen auf ihr Konto.</p><p>Immer mehr Menschen zieht es in die Metropolen, auf der Suche nach Freiheit, Entfaltung und Abwechslung, nach Aufstieg und Wohlstand. Momentan gibt es bereits 4,4 Milliarden City-Bewohner – das ist mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Bis 2050 dürfte der&nbsp;<a href="https://www.worldbank.org/en/topic/urbandevelopment/overview" target="_blank">Anteil</a> auf fast 70 Prozent steigen. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der riesigen Metropolen in atemberaubendem Tempo weiter zu. Existieren heute knapp 580 Millionenstädte wie Dubai rund um den Globus, so werden es 2030 wohl <a href="https://population.un.org/wup/Download" target="_blank">über 700</a> sein. Die Kehrseite dieser Entwicklung ist eine Spirale aus Ressourcenverbrauch, schnelllebigem Konsum und am Ende mehr Abfall.&nbsp;&nbsp;</p><h2>COP-Thementag zu Urbanisierung und Klima</h2><p>Im Umkehrschluss gilt: Die Mega-Cities spielen eine zentrale Rolle beim Schutz vor der immer stärkeren Aufheizung der Erde und bei der Gestaltung einer nachhaltigen Gesellschaft. Auf der zweiwöchigen Klimakonferenz gibt es zu dem so bedeutenden Komplex denn auch einen eigenen <a href="https://www.cop28.com/en/multilevel-action-events/ministerial-meeting" target="_blank">Thementag</a>: Am 6. Dezember befassen sich Politiker, Geldgeber und Experten aus aller Welt mit den Folgen der Urbanisierung für das Klima.</p><p>Ansatzpunkte für die Reduzierung von Treibhausgasen, für Klimaneutralität im städtischen Raum gibt es viele. Da ist, selbstredend, das Thema Nummer Eins des gesamten Gipfels: der beschleunigte Umstieg auf erneuerbare Energien und mehr Energieeffizienz. Den Stadtverkehr auf Elektromobilität umstellen, Gebäude mit Wind- und Sonnenkraft heizen und kühlen, sie gut dämmen und vieles mehr. Da sind aber auch Maßnahmen, die über das Leben im Hier und Jetzt, sprich über die Nutzungsphase von Häusern hinausgehen. Maßnahmen, die davor und danach ansetzen, bei der Gewinnung von Baumaterialien und bei der Frage, was am Ende aus ihnen und den darin gespeicherten Rohstoffen wird.</p><p>Vorne im Lebenszyklus geht es darum, Materialien möglichst klimaneutral herzustellen: Zement, Glas, Holz, Stahl, Kunststoff und alles, was sonst noch zum Bauen benötigt wird, sollte mit einem möglichst kleinen Klima-Fußabdruck daherkommen. Kunststoffe beispielweise, die unter anderem zur Gebäudeisolierung wichtig sind, werden zunehmend aus erneuerbaren Rohstoffen wie <a href="https://www.covestro.com/de/sustainability/what-drives-us/circular-economy">pflanzlicher Biomasse</a> gefertigt. Eine weitere Quelle, um fossile Ressourcen wie Erdöl abzulösen, sind ausgediente Produkte und Abfall, aus denen möglichst neue Werkstoffe entstehen sollten.</p><h2>Enorme Mengen an Bauschutt verwerten</h2><p>Das führt zum Klimaschutz-Hebel weiter hinten im Lebenszyklus und zu einem speziellen Aspekt, der noch wenig ausgeleuchtet ist: dem Schattendasein von Bau- und Abräumschutt. Der steht beispielsweise in der Europäischen Union mit einem <a href="https://www.clicproject.eu/planning-the-circular-city-buildings-environmental-impact/" target="_blank">Anteil von 25 bis 30 Prozent</a> an der Spitze des gesamten Abfallaufkommens. Große Mengen schwerer Abfälle zu entsorgen ist teuer, und für viele Städte ist es zudem aus Platzgründen schwierig, sie in Deponien unterzubringen. Und es macht auch wenig Sinn, denn Abfall ist ungenutzter Rohstoff. Daher ist es folgerichtig, wenn die EU unter anderem die Identifizierung, Trennung und Sammlung dieser Abfälle fördern und so das Recycling ankurbeln will.</p><p>Es ist auch höchste Zeit. Denn insgesamt ist die Welt erst zu <a href="https://www.circularity-gap.world/2023" target="_blank">7,2 Prozent zirkulär</a> – weniger als noch vor ein paar Jahren. Um das zu ändern, muss aber nicht nur die Abfallwirtschaft ausgebaut werden. Es gilt, Recycling im Bausektor und in den vorgelagerten Industrien wie Chemie und Kunststoffe gemeinsam als zukunftsweisenden Weg bei der Herstellung von Produkten zu beschreiten. Dazu zählt: Baumaterialien und alle sich daraus ableitenden Produkte, Gebäude und Infrastrukturen müssen von vornherein so konzipiert werden, dass sie sich später wiederverwerten lassen.</p><h2>Fanal für die Kreislaufwirtschaft setzen</h2><p>Kurz, die Kreislaufwirtschaft muss zum globalen Leitprinzip werden. Und der Gipfel in Dubai sollte ein Fanal setzen, sie intensiv voranzutreiben und umfassend zu implementieren. Das ist auch das Ziel der <a href="https://globalimpactcoalition.com/" target="_blank">Global Impact Coalition</a>, einer neuen Allianz im Chemiebereich. Geführt von den CEOs internationaler Unternehmen, darunter Covestro, und angetreten mit dem Ziel, den Weg der Branche hin zu Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu ebnen.</p><p>Dubai selbst hat sich das Konzept der Kreislaufwirtschaft übrigens schon zu eigen gemacht. Es belegt inzwischen Platz 22 in einem aktuellen <a href="https://www.holcim.com/media/media-releases/circular-cities-barometer-second-edition" target="_blank">Ranking</a> der 30 weltweit führenden Städte, die den Übergang zu einem zirkulären Leben vorantreiben. Damit befindet sich die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate in Gesellschaft von anderen Metropolen wie London, Seattle, Buenos Aires oder Peking.</p><p>Die Transformation der Städte – das ist unser großer Hebel für Klimaneutralität und eine wirklich nachhaltige Zukunft.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Wed, 06 Dec 2023 16:15:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Mit vereinten Kräften wirklich etwas bewegen</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/mit-vereinten-kraeften-wirklich-etwas-bewegen/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/mit-vereinten-kraeften-wirklich-etwas-bewegen/</guid><pp:caseid>612800</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><i><span>Die chemische Industrie ist immer noch stark auf fossile Ressourcen angewiesen, was zum Klimawandel beiträgt. Eine neue Allianz, die von CEOs geführte Global Impact Coalition, soll den Weg zu Netto-Null-Emissionen bis 2050 ebnen.</span></i></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Sechs Prozent. Dies entspricht in etwa dem Anteil der Chemie- und Kunststoffindustrie an den weltweiten Treibhausgasemissionen, so viel wie Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Südkorea zusammen. Der Grund: Der Sektor ist immer noch überwiegend auf Erdöl als Ausgangsstoff für seine Produkte angewiesen, bei dessen Verarbeitung und Nutzung CO<sub>2</sub> freigesetzt wird.</p><p>Es liegt auf der Hand, dass dies kein zukunftsweisender Ansatz ist. Das Erdölzeitalter hat ausgedient, und die chemische Industrie ebnet den Weg in die nicht-fossile Ära. Der jüngste Meilenstein auf unserem Weg, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, ist die Gründung der Global Impact Coalition, einer von CEOs geführten Allianz von sieben visionären internationalen Chemieunternehmen, darunter Covestro. Vom Weltwirtschaftsforum ins Leben gerufen, umfasst sie eine Reihe von Leuchtturmprojekten zur Entwicklung kohlenstoffarmer Produktionstechnologien und zur Förderung innovativer Wege beim Kunststoffrecycling.</p><p>Dies ist jedoch leichter gesagt als getan. Denn in vielen Fällen lassen sich Altkunststoffe nur schwer aus den Abfallströmen heraussortieren. Und selbst wenn, bestehen sie oft aus vielen verschiedenen Komponenten, die sich kaum oder gar nicht voneinander trennen lassen. Aber ich bin zuversichtlich, dass es jetzt dank der neuen Koalition weitere Fortschritte geben wird.</p><p>Ein Projekt, in das Covestro sehr stark eingebunden ist, ist die Einrichtung eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums in den Niederlanden, das vom TNO, einer unabhängigen wissenschaftlichen Forschungsorganisation, betrieben wird. Hier arbeiten wir gemeinsam mit anderen Chemieunternehmen an neuen Lösungen für die Abfallverarbeitung mit geringeren Kohlenstoffemissionen und verbesserter Kreislauffähigkeit. Wenn sich die Vorhaben als vielversprechend herausstellen, werden wir in verschiedenen Regionen geistige Eigentumsrechte anmelden und schließlich Spin-offs außerhalb der Koalition für Pilotprojekte gründen.</p><p>Zusammenarbeit und Partnerschaften – das ist das A und O. Deshalb bauen wir auf ein wachsendes Netzwerk, dem bereits über 70 Führungskräfte aus der chemischen Industrie angehören. Und damit die Projekte so wirkungsvoll wie möglich umgesetzt werden, verstärken wir die Zusammenarbeit mit einem breiten Spektrum von Zulieferern, Partnern in der Wertschöpfungskette, politischen Entscheidungsträgern und Finanzinstituten.</p><p>Wann werden Sie Mitglied bei uns?</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Mon, 04 Dec 2023 11:46:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Digitalisierung steigert Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/digitalisierung-steigert-wettbewerbsfaehigkeit-effizienz-und-nachhaltigkeit/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/digitalisierung-steigert-wettbewerbsfaehigkeit-effizienz-und-nachhaltigkeit/</guid><pp:caseid>609436</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p>Digitalisierung stärkt den Wirtschaftsstandort Deutschland, davon sind wir bei Covestro überzeugt. Erst vor wenigen Tagen haben wir gemeinsam mit anderen Mitgliedsunternehmen des VOICE e.V. auf dem Digitalgipfel des Ministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gesprochen. Unter dem Titel „Wertschöpfungskette im Fokus: Wie digitale Prozesse und Produkte Anwenderunternehmen im globalen Wettbewerb erfolgreich machen“ stellten EnBW, Hamburg Port Authority, Marabu GmbH, Covestro AG und die Hochschule Karlsruhe wegweisende Digitalisierungsprojekte vor.</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Wie können wir den Wirtschaftsstandort Deutschland wettbewerbsfähig halten? Dies ist eine der zentralen Fragen im öffentlichen Diskurs. Digitalisierung ist, aus unserer Sicht, einer der zentralen Schlüssel. Covestro als Vertreter einer sehr energieintensiven Branche, setzt vor allem auf Künstliche Intelligenz, wenn es um Effizienz, Nachhaltigkeit und Kosten geht.</p><p>Um dies deutlich zu machen haben wir beim <a href="https://www.de.digital/DIGITAL/Navigation/DE/Service/Digital-Gipfel/Digital-Gipfel.html" target="_blank">Digitalgipfel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz</a> einige Fallbeispiele entlang der Wertschöpfungskette vorgestellt. Von der Produktion und Bereitstellung erneuerbarer Energien (EnBW) über die Optimierung von Geschäftsabläufen in einer energie-intensiven Branche wie der Chemieindustrie (Covestro) bis hin zur punktgenauen Bereitstellung von Produkten, die in der ganzen Welt verschifft werden (Hamburg Port Authority). Digitalisierung leistet überall einen Beitrag, um die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit von Unternehmen zu steigern.</p><h2>Covestro setzt auf Künstliche Intelligenz</h2><p>Drei Use Cases von Covestro machen die Bedeutung von Digitalisierung und insbesondere dem Einsatz künstlicher Intelligenz deutlich:</p><p>In einem Betrieb am Standort Dormagen haben wir durch KI-gesteuerte Prozesse die Reaktions- und Destillationsphase der Polyesterproduktion verkürzt, was nicht nur den Ressourceneinsatz minimiert, sondern auch die Gesamteffizienz der Anlage erhöhte und die Produktionskapazität um über 3kt pro Jahr steigerte.</p><p>Am selben Standort konnten wir den Dampfbedarf dank präziser KI-Vorhersagen um über 11 t pro Stunde senken, was zu einer signifikanten Verbesserung der Ressourcennutzung führte.</p><p>Covestro setzt KI mittlerweile in sehr vielen und auch sehr unterschiedlichen Bereichen ein, was das dritte Beispiel verdeutlicht. Im Finanzbereich konnten wir durch bessere Vorhersage unseren Liquiditätsbedarf mithilfe von KI so optimieren, dass wir beträchtliche Einsparungen in den Liquiditätslinien bei Partnerbanken erreichen konnten.</p><h2>Mehr Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit können Hand in Hand gehen</h2><p>Diese eindrucksvollen Anwendungsfälle unterstreichen nicht nur Covestros Engagement für die digitale Transformation, sondern auch unsere Vision, uns vollständig auf die Kreislaufwirtschaft auszurichten. Aktuelle Daten über Energieverbrauch, -einsatz und -kosten ermöglichen zielgerichtete Einsparungen und eine effektive Kostenreduktion in den Anlagen von Covestro.</p><p>Wir sind davon überzeugt, dass wenn KI in Zukunft autonomer agieren kann, dies zu einer weiteren Steigerung von Effizienz, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit führen wird.</p>]]></description><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Wed, 22 Nov 2023 10:10:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Künstliche Intelligenz (KI) – Hysterie, Dystopie oder Utopie?</title>
                        <link>https://www.covestro.com/blog/de/kuenstliche-intelligenz-ki--hysterie-dystopie-oder-utopie/</link>
                        <guid>https://www.covestro.com/blog/de/kuenstliche-intelligenz-ki--hysterie-dystopie-oder-utopie/</guid><pp:caseid>605603</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span>Das Jahr 2023 ist geprägt von einem starken Hype um Künstliche Intelligenz (KI). Durch die Einführung von ChatGPT im vergangenen Jahr wurde KI erstmals für die breite Öffentlichkeit relevant. Seither brechen die Diskussionen über die dadurch hervorgerufenen Veränderungen nicht ab. Die Einordnungen, ob KI der Heilsbringer ist, unsere Welt erschüttern oder sie zu einem besseren Ort machen wird, gehen derzeit auseinander. Fest steht: Das Thema treibt unsere Gesellschaft um.</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><img class="image_resized image-style-align-left" style="width:200px;" src="https://content.presspage.com/uploads/2697/137e8cff-2334-4ef0-8d28-eb9ec124e449/500_schoeppe-fries-webseite.jpg?x=1699438013292" alt="TillSchoeppe-Fries_sw">„Die Erwartungen an die Fähigkeiten Künstlicher Intelligenz sind schier grenzenlos. KI wird in den kommenden Jahren Unternehmen und Industriezweige revolutionieren. Dabei sind sämtliche Abteilungen betroffen, von Forschung und Entwicklung über die IT, von HR bis hin zur Kommunikation. Das Thema steht bei Unternehmen ganz weit oben auf der Agenda, egal in welche Branche wir blicken“, sagt Till Schöppe-Fries, Partner bei der Personalberatung Xellento Executive Search.</p><p>Bei Covestro arbeiten mittlerweile viele Abteilungen gemeinsam daran das Thema KI voranzutreiben. Zwei Abteilungen sind hier als Tandem besonders intensiv gefordert: die Personalabteilung und die IT&D-Abteilung. Denn für eine gelungene Transformation braucht es beide Expertisen, um sowohl den Umgang mit der Belegschaft als auch die technische Ebene abzubilden.</p><p><img class="image_resized image-style-align-left" style="width:200px;" src="https://content.presspage.com/uploads/2697/9ccd8393-c0b6-4fe4-b31c-cb919aaa83b5/500_globalheadofhr-sophievonsaldern-2.jpg?x=1699438059691" alt="Sophie von Saldern_sw">„Es ist notwendig, die Mitarbeitenden auf die Veränderungen vorzubereiten und sie aktiv in den Diskurs einzubeziehen. Bei Covestro werden hierzu verschiedene Formate angeboten, um das Thema Künstliche Intelligenz nahezubringen und eine respektvolle Diskussion zu ermöglichen. Dies ist wichtig, denn neben Begeisterung sollen auch Sorgen und Ängste benannt werden können. Die Belegschaft soll sich aktiv einbringen und mitgestalten können. Eine selbstbewusste Belegschaft ist für uns der Schlüssel für eine aktive Gestaltung der Zukunft“, erklärt Sophie von Saldern, Global Head of HR bei Covestro.</p><h2>Erste Studien zum Vergleich Empathie von Menschen und Chatbots</h2><p>Im Frühjahr veröffentlichten Wissenschaftler aus dem medizinischen Bereich eine Studie, die sich mit der Frage beschäftigte, ob ein Chatbot-Assistent mit künstlicher Intelligenz Antworten auf Patientenfragen geben kann, die von vergleichbarer Qualität und Empathie sind wie von Ärzten verfasste Antworten. In dieser Querschnittsstudie mit 195 zufällig ausgewählten Patientenfragen aus einem Social-Media-Forum verglich ein Team aus zugelassenen Gesundheitsexperten die Antworten von Ärzten und Chatbots<sup>1</sup>.</p><p>Das Ergebnis: Die Chatbot-Antworten wurden den Antworten der Ärzte vorgezogen. Sowohl hinsichtlich der Qualität als auch des Einfühlungsvermögens wurde der Chatbot mit seinen Antworten deutlich besser bewertet. Das Fazit: Künstliche Intelligenz kann empathisch sein. Eine Tatsache, die bisher oftmals als menschliches Alleinstellungsmerkmal galt.</p><p><img class="image_resized image-style-align-left" style="width:200px;" src="https://content.presspage.com/uploads/2697/a6caf198-5338-4b83-9a42-c040fa627d1e/500_23-05-gruner-22.jpg?x=1699438068252" alt="WalterGrüner_sw">„Was wir bisher für Science-Fiction hielten, könnte nun Realität werden. KI kann führen, Beziehungen aufbauen und in den Dialog treten. Die nächste große gesellschaftliche und wirtschaftliche Transformation steht uns bevor: KI kann nicht nur Aufgaben übernehmen, sondern auch menschliche Emotionen und Empathie zeigen. Die Vermenschlichung von Algorithmen ist ein viel diskutiertes Thema“, sagt Walter Grüner, Global Head of IT and Digitalization bei Covestro.</p><p>Werden wir KI also demnächst als Kollegin oder Kollegen betrachten, die uns unterstützt? Oder werden KI-Systeme so schlau, dass sie unsere Überprüfung überflüssig machen? Die Antwort liegt wohl in einer sorgfältigen Abwägung.</p><p>„Abschließend stellt sich die Frage, wie wir als HR-Verantwortliche auf die KI-Revolution reagieren sollten. Was sollte uns leiten: Hysterie, Utopie oder Dystopie? Wichtig ist, dass wir eine einheitliche Stimme finden und die Herausforderungen und Chancen von KI aufzeigen. Personalverantwortliche sollten als gesellschaftliche Stimme und Corporate Citizen auftreten, um die Mitarbeitenden in ihrer beruflichen Realität und darüber hinaus mitzunehmen. Die Zukunft mag ungewiss sein, aber mit einer klaren Vision und einer starken, menschenzentrierten Herangehensweise können wir die KI-Revolution gestalten“, fasst Sophie von Saldern zusammen.</p><hr><p><sup>1 </sup><strong><sup>Studie Patienten und Empathie:</sup></strong><sup> Ayers JW, Poliak A, Dredze M, et al. Comparing Physician and Artificial Intelligence Chatbot Responses to Patient Questions Posted to a Public Social Media Forum. JAMA Intern Med. 2023;183(6):589–596. doi:10.1001/jamainternmed.2023.1838</sup></p>]]></description><pp:quotes><pp:quote>
                    <pp:quotename><![CDATA[Till Sch&ouml;ppe-Fries, Partner bei Xellento]]></pp:quotename>
                    <pp:quotetext><![CDATA[Die Erwartungen an die Fähigkeiten Künstlicher Intelligenz sind schier grenzenlos. KI wird in den kommenden Jahren Unternehmen und Industriezweige revolutionieren. Dabei sind sämtliche Abteilungen betroffen, von Forschung und Entwicklung über die IT, von HR bis hin zur Kommunikation. Das Thema steht bei Unternehmen ganz weit oben auf der Agenda, egal in welche Branche wir blicken.]]></pp:quotetext>
                </pp:quote><pp:quote>
                    <pp:quotename><![CDATA[Sophie von Saldern, Global Head of HR bei Covestro]]></pp:quotename>
                    <pp:quotetext><![CDATA[Es ist notwendig, die Mitarbeitenden auf die Veränderungen vorzubereiten und sie aktiv in den Diskurs einzubeziehen. Bei Covestro werden hierzu verschiedene Formate angeboten, um das Thema Künstliche Intelligenz nahezubringen und eine respektvolle Diskussion zu ermöglichen. Dies ist wichtig, denn neben Begeisterung sollen auch Sorgen und Ängste benannt werden können. Damit die Belegschaft sich aktiv einbringen und mitgestalten kann. Eine selbstbewusste Belegschaft ist für uns der Schlüssel für eine aktive Gestaltung der Zukunft.]]></pp:quotetext>
                </pp:quote><pp:quote>
                    <pp:quotename><![CDATA[Walter Gr&uuml;ner, Global Head of IT and Digitalization bei Covestro]]></pp:quotename>
                    <pp:quotetext><![CDATA[Was wir bisher für Science-Fiction hielten, könnte nun Realität werden. KI kann führen, Beziehungen aufbauen und in den Dialog treten. Die nächste große gesellschaftliche, wirtschaftliche Transformation steht uns bevor: KI kann nicht nur Aufgaben übernehmen, sondern auch menschliche Emotionen und Empathie zeigen. Die Vermenschlichung von Algorithmen ist ein viel diskutiertes Thema.]]></pp:quotetext>
                </pp:quote></pp:quotes><category><![CDATA[Planet]]></category>
            <pubDate>Fri, 17 Nov 2023 12:00:00 +0100</pubDate>
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