Mit CO2 als neuem Rohstoff Öl und Energie sparen

Klimakiller macht sich nützlich

Kohlendioxid hat den Ruf, ein klimaschädliches Abfallprodukt zu sein. Doch Covestro möchte das Treibhausgas in einen nützlichen Rohstoff umwandeln, der in der Kunststoffherstellung eingesetzt werden kann. Dadurch ersetzt es einen Teil des Erdöls, aus dem die Kunststoffe normalerweise hergestellt werden. Der neue Prozess kommt weiterhin der Umwelt zugute, da durch den Einsatz von weniger Erdöl auch weniger Energie zur Verarbeitung des Erdöls benötigt wird.
Dank einer neuen Technik von Covestro lässt sich CO2 nutzen, um hochwertige Schaumstoffe herzustellen.

Kohlendioxid: Riesige Mengen dieses Gases werden von Häusern, Autos, Fabriken und Kraftwerken ausgestoßen. Künftig wird CO2 mehr tun, als nutzlos in die Atmosphäre aufzusteigen, da Covestro es als neuen chemischen Baustein verwenden will. Das ermöglicht eine weitaus umweltfreundlichere Herstellung von Polyurethan – einem hochwertigen Schaum, der in zahlreichen Alltagsgegenständen wie Polstermöbeln, Sportausrüstungen und Autoteilen steckt.

Das reichlich vorhandene CO2 kann einen Teil des immer knapper werdenden Erdöls ersetzen, das bis heute den meist verwendeten Rohstoff in der chemischen Industrie darstellt. Das ist möglich, da beide Substanzen Kohlenstoff enthalten, der für die chemische Industrie und die Herstellung von Polyurethan von großer Bedeutung ist.

Eine positive Ökobilanz

Der chemische Baustein, der nun aus CO2 gewonnen werden kann, ist Polyol. Auch Polyol wird normalerweise ausschließlich aus Rohstoffen auf Erdölbasis hergestellt. Ein neuer Prozess von Covestro ermöglicht es jedoch, 20 Prozent des Erdöls durch CO2 zu ersetzen. Das Unternehmen will die Herstellung der ersten CO2-basierten Polyole 2016 beginnen.

Eine umfangreiche Analyse der RWTH Aachen ergab, dass dieser Prozess zudem eine positive Ökobilanz hat und er weitaus umweltfreundlicher ist als das konventionelle Herstellungsverfahren auf Erdölbasis. Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass mit dem Prozess Energie gespart wird – in einer Vorstufe, in der Erdöl verarbeitet wird. Denn wenn weniger Erdöl für die Herstellung von Kunststoffen benötigt wird und stattdessen CO2 zum Einsatz kommt, dann wird die beachtliche Energiemenge für diese petrochemischen Prozesse ebenfalls reduziert. Indirekt resultiert dies zudem in geringeren CO2-Emissionen.